Alex und Viktoria sind ein Paar und leben unter einem Dach. Es ist Viktorias Dach - schick möbliert, große Räume, Terrasse mit Pool. Alex darf mietfrei dort wohnen, muss jedoch Putzfrau und Haushälterin spielen. Sie nimmt Viktorias Geschenke und ihre finanzielle Unterstützung an, nutzt auch gerne das Massagestudio im Gartenhaus für ihr berufliches Fortkommen, wird dafür aber zunehmend zu Viktorias Marionette degradiert. Das eigene Massagestudio war schon lange Alex' Traum - also richtet sie sich ein in diesem ungesunden Kompromiss. Ein Verlobungsring, den Alex bei Viktoria findet, zwingt dann einen Entschluss herbei. Doch weil dieser Roman ein wenig ungewöhnlich ist und genauso schlecht Entscheidungen treffen kann wie Alex, erzählt er gleich mehrere Möglichkeiten: Wird Alex Viktoria verlassen? Wenn ja, wie geht es dann für Alex weiter, beruflich und privat? Schafft sie es, sich endgültig von Viktoria zu lösen?
Auf direkte und schonungslose Art erzählt Christina König von einer toxischen Beziehung und deren weitreichenden Folgen und umkreist dabei auf originelle Weise Möglichkeiten, daraus wieder herauszufinden - oder auch nicht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Wilde_buchjagd
5/5
11.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
»Sie ist immer lieb, wenn du machst, was sie will.«
Kennt ihr selbst toxische Beziehungen? Ob in der Beziehung oder in der Freundschaft sind sie einfach unglaublich bedrückend, belastend und manipulativ. Meinst merkt man diese Toxizität erst, wenn sie aus dem eigenen Leben verschwunden ist. So war es jedenfalls bei mir selbst. Aus diesem Grund triggert mich das Buch etwas, da es die Feinheiten und unterschwelligen Manipulationen so so gut beschreibt.
»Sie ist immer lieb, wenn du machst, was sie will.«
Alexandra und Viktoria sind gänzlich unterschiedliche Mensch mit anderen Interessen, Lebensumständen und finanziellen Möglichkeiten. Eigentlich muss das nicht negativ sein, wenn richtig kommuniziert wird.
»Sie wuschelt dir durch die Haare wie einem Hund, der Sitz gemacht hat.«
Doch das wird es nicht. Ganz im Gegenteil, denn Viktoria schaut größtenteils hinab auf Alex, hinab von ihrem gläsernen Palast bzw. ihrem viel zu großen Haus für eine Person. Eine Beziehung, die nicht auf Augenhöhe stattfindet, kann so etwas überhaupt gut gehen?
»Du willst ja sagen. Du hasst es, dass du so angewiesen bist auf sie.«
In spitzfindigen und tiefgründigen Sätzen geht Christina König irgendwann einen Weg, der das Buch erst so richtig zu etwas Großartigem macht. Sie schneidet den Zeitstrahl in drei Teile und lässt ihre Protagonistinnen auf diesen Pfaden weiter wandeln, um zu zeigen, wie das Leben hätte spielen können, wenn gewisse Entscheidungen anders getroffen worden wären.
»Die Wellen kriechen näher und lecken an euren Wänden. Noch hält eure Verteidigung. Die nächste Welle spült über die erste Mauer.«
Ein wirklich großartiges Buch und eine Geschichte, die so real, feinfühlig und pointiert erzählt wird, dass man nicht mehr aufhören möchte. Große Empfehlung!
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»Alles, was du wolltest« von Christina König @otto_mueller_verlag.
Bewertung
5/5
16.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Originell und sehr unterhaltsam
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht das ungleiche Paar, Alex und Viktoria. Während Alex aus prekären Verhältnissen stammt, schwimmt Viktoria nur so im Geld. Und während Alex die Annehmlichkeiten von Viktorias‘ Geld und Status durchaus anzieht, nutzt diese ihre (finanzielle) Überlegenheit auf durchaus übergriffige und manipulative Art und Weise aus um die Beziehung und Alex nach ihren Vorstellungen zu gestalten…
In „Alles, was du wolltest“ nimmt uns Christine König mit auf eine wilde, und toxische, Beziehungsreise. Erzählt wird das Ganze aus Alex‘ Perspektive und durch die Erzählweise wirkt es wie eine direkte Ansprache einer Freundin. Auch erfahren wir in Rückblenden immer mehr von den Anfängen dieser turbulenten Beziehung.
Die Sprache und der Stil von König sind wahnsinnig authentisch, lustig und originell. Selten habe ich die Themen toxische Beziehung und finanzielle Abhängigkeit auf so unterhaltsame Art und Weise verhandelt gesehen, die Dynamiken zwischen den beiden Frauen sind so treffend wie faszinierend beschrieben.
Abgerundet wird das Ganze durch die drei verschiedenen Enden beziehungsweise Szenarien – eine tolle und hervorragend umgesetzte Idee!
Fazit: Großartige, originelle Unterhaltung die auch noch zum Nachdenken anregt – absolute Leseempfehlung!
Jürg K.
5/5
30.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr eindrückliche Geschichte, sehr real
Alex und Viktoria sind ein Paar und leben unter Viktorias Dach. Die Wohnung ist schick möbliert, grosse Räume, Terrasse mit Pool. Alex darf mietfrei wohnen muss Putzfrau und Haushälterin spielen. Sie wird zunehmend zu Viktorias Marionette degradiert. Wird Alex Viktoria verlassen? Wenn ja, wie geht es für Alex weiter, beruflich und privat? Schafft sie es, sich endgültig von Viktoria zu lösen? In dieser Geschichte wird eine toxische Beziehung auf schonungslose Art geschildert. Die toxische Dynamik zwischen Alex und Viktoria steht im Mittelpunkt der Geschichte. Geschildert wird der Kampf von Abhängigkeit und Freiheit auf eindrückliche Weise. Erstaunt war ich beim Lesen, dass zum Schluss drei mögliche Szenarien präsentiert worden sind. Durch dieses Vorgehen kann der Leser selbst mit spekulieren, wie die Geschichte enden soll. Christina König ist es mit diesem Vorgehen gelungen dem Leser eine spannende und packende Geschichte zu präsentieren. Das Buch hat mir sehr gefallen. Ich empfehle es gerne weiter.
MarieOn
5/5
21.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Exzellente Unterhaltung
Sie frühstücken in der weißen Küche mit den Hochglanzfronten. Hinter Alex die Umzugskartons, vier Stück an der Zahl mehr hat sie nicht, braucht sie auch nicht. Viktoria schlägt vor, dass sie auspackt. Es dauert ihr zu lange, also greift Viktoria zum Messer und lässt es durchs Klebeband gleiten. Ein erster ernüchterter Blick auf die alte grün graue Decke, die Alex Lieblingsschwester ihr genäht hat, zündet ihr die Idee, alles in den Keller zu räumen, aber Alex braucht ihre Sachen um sich. Sie darf sie im Büro unterbringen, in einer eigens für sie erworbenen Kiste, versprochen.
Viktoria schenkt ihr ein Handy zum Einstand, fast so teuer wie ihres. Du bist verrückt, sagt Alex. Sie habe sich schon geschämt, wegen dem alten gammligen, meint Viktoria. Darüber ist Alex sauer, sagt aber nichts. Sie hüpft ein bisschen auf der Stelle und ruft Laute des Entzückens, das mag Viktoria.
Nach einigem Hin und Her und der Suche nach geeigneten Massageräumen für ihre Praxis schlägt Viktoria vor, dass sie ihr Poolhaus nutzt. Nach einigem Hin und Her lässt sich Alex darauf ein. Sie will Viktoria Miete zahlen, aber die will das nicht. Weil Viktoria gut in Innenausstattung ist -geschultes Auge durch ihre Hausverkäufe- richtet sie Alex das Massagestudio ein.
Viktoria lässt alle ihre Bekannten und Freundinnen wissen, dass ihre Geliebte nun Massagen anbietet. Sie hat ihre Webpräsenzfirma involviert, für Alex Außenwirkung zu sorgen. Alex massiert Viktoria, weil die sich steif fühlt und massiert werden möchte. Alex wird scharf, hält sich aber zurück, weil sie nicht den Eindruck vermitteln will, das passiere ihr bei ihren Kundinnen. Als sie zu Viktoria ins Bett kommt, schmollt die. Auf Alex Bohren sagt sie, sie fände es erstaunlich, dass sie nackt vor Alex rumlaufen könne, ohne sie zu erregen. Sie wittert, dass die Beziehung schon zu Anfang am Ende ist.
Fazit: Christina König hat ein Paar erschaffen, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Während Viktoria alles per Herkunft in die Wiege gelegt wurde, muss sich Alex alles selbst erarbeiten. Viktoria möchte sie unterstützen und fühlt sich auch ein bisschen geil dabei. Sie profiliert sich vor Freunden und Bekannten mit ihrer Errungenschaft, die sie wie ein Püppchen in Kleidchen steckt, die Alex nie tragen würde. Viktoria erschafft sich eine Frau ganz nach ihren Vorstellungen und kann sich dabei als Wohltäterin aufspielen. Alex gewöhnt sich an die Fülle, die ihr Leben erleichtert und spielt bis zu einem gewissen Dreh mit. Der Schreibstil ist so authentisch und modern, dass ich bei Alex Gedanken köstlich amüsiert bin. Die ganze Geschichte ist aus Sicht Alex im Präsens geschrieben. Die Autorin hat sich für eine Du-Erzählung entschieden und das macht es noch unterhaltsamer. Es liest sich, als wenn eine Freundin mit mir quatschen würde. Die Charaktere sind wirklich originell. Die ruhige Alex, die ziemlich cool wirkt und gerne erst mal Situationen aussitzt und die alles bestimmende, übergriffige und narzisstische Viktoria. Ein Träumchen. Solche Beziehungsmuster sind übrigens weit verbreitet. Das hat mich exzellent unterhalten. Eine 100 pro Empfehlung von mir.
Marielle_liest
5/5
20.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das unendliche Bemühen des Genugseins
Hochglanzschrankfronten, Swimmingpool im Garten, Ahornböden, Regendusche - alles gehört Viktoria. Alexandra darf es mitbenutzen, mitbewohnen, denn die beiden sind ein Paar. Alexandra bekommt von Viktoria ihr heiß ersehntes eigenes Massagestudio, dafür kann Alexandra auch mal einkaufen, die Wäsche waschen, Perlenohrstecker tragen, Staub saugen und kochen. Das klingt irgendwie nicht gleichberechtigt? Ist es auch nicht.
Was ist eigentlich eine toxische Beziehung? Sind Gegenleistungen fair? Da sollte sie sich doch mal revanchieren - sie lebt doch ein Leben ohne Sorgen und hat alles, was sie immer wollte! Das hat sie alles ihr zu verdanken! Wtf?
Macht. Viktoria hat die Macht, sie nutzt die Macht. Viktoria ist die Überlegenere, sie hält die Fäden in der Hand. Die Fäden, die Alexandra kontrollieren, die sie fesseln und die sie binden.
Der Roman von Christina König ist so wundervoll normal. Scheinbar passiert nichts Schlimmes, aber es ist das Ungetane, das so viel ausmacht. Und es ist das Ungesagte, was zwischen den Zeilen heraus brüllt, sodass man Alexandra am liebsten wachrütteln möchte. Es ist ein so normales Beispiel dafür, was nicht normal sein sollte.
Ich habe „Alles, was du wolltest“ verschlungen, die Sprache ist so echt und angenehm zu lesen. Es ist beeindruckend, wie es der Autorin gelingt, von Seite zu Seite eine immer größere Spannung aufzubauen. Und recht bald wird klar, dass alles einstürzen wird.
Doch wie geht die Geschichte aus? Und damit folgt mein Highlight des Romans: Christina König gibt uns verschiedene Varianten mit auf den Weg, wie die Gechichte enden könnte. Das klingt ungewöhnlich, aber in meinen Augen hat es hervorragend funktioniert!
Große Leseempfehlung für einen neugedachten, aufregenden Roman, der die Lesenden tief mit hineinzieht und nicht mehr loslässt, bevor der letzte Satz endet. Die Thematik ist unfassbar eindringlich und zeigt den Schrecken einer Beziehung zwischen Dominanz und dem unendlichen Bemühen des Genugseins.
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