Dezember 1952: Inspector Frank Grasbys Erfolgsquote lässt zu wünschen übrig. Als er bei einem Einsatz versehentlich zwanzig wertvollste Pferde in die Freiheit entlässt, ist seine Versetzung in das beschauliche Elderby besiegelt. Das Dorf liegt abseits jeglicher Zivilisation, und der Leiter der Polizeistation schläft tief und fest, als Grasby dort eintrifft. Doch so ereignislos es hier auch zuzugehen scheint, der erste Fall lässt nicht lang auf sich warten: Im nahe gelegenen Holly House, Sitz des örtlichen Adels, gab es einen Einbruchsversuch. Vor Ort stört eine ungewöhnliche Rauchentwicklung die Ermittlungen von Grasby und Polizeipraktikantin Deedee – und beim Griff in den Kaminschacht fällt dem Inspector prompt eine Leiche vor die Füße. Spätestens als kurz darauf auch der Mann der Dorfärztin tot aufgefunden wird und Grasby einen merkwürdigen Auftrag erhält, wird immer unklarer, wem man vertrauen kann. Inspector Grasby steckt in gehörigen Schwierigkeiten …
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
22.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein weiterer Grund, warum historische Krimis für mich unschlagbar sind!
**** Mein Eindruck ****
Historische Krimis besitzen für mich immer eine ganz eigene, beinahe magische Atmosphäre. Für mich ergänzen sich diese beiden Genres perfekt und dieses Buch hat mir das erneut eindrucksvoll bewiesen. Der Schreibstil von Meyrick ist äußerst stimmig. Er ist klar erzählerisch, zugleich aber feinfühlig in der Dialogführung. Die Figuren fühlten sich lebendig an und ich hatte als Leserin das Gefühl, ihnen auf ihren Wegen zu folgen und mitten durch ihre Welt zu gehen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit, einfach zu erzählen. Sie ist nicht ausschließlich auf das Ziel fixiert, sondern erlaubt es sich, in Freundschaften, Alltagsmomente und zeitgeschichtliche Entwicklungen einzutauchen, ohne dabei den eigentlichen Kern aus den Augen zu verlieren. Die Mordermittlung empfand ich als angenehm ruhig und dennoch spannend. Das Erzähltempo ist bewusst gewählt und passt hervorragend zur Geschichte. Die weihnachtliche Atmosphäre sorgt für eine behagliche Grundstimmung, ohne dass sich alles ausschließlich um die Jahreszeit dreht.
Täuschen lassen sollte man sich davon allerdings nicht. Die Handlung spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kalte Krieg ist bereits in vollem Gange und Entbehrungen sowie Misstrauen prägen weiterhin den Alltag. Genau diese Umstände machen den Fall komplexer, durchzogen von falschen Spielen, verdeckten Motiven und unterschwelliger Spannung. Der Ermittler steht vor zahlreichen Herausforderungen und erweist sich dabei als ausgesprochen sympathischer Protagonist, dem man gern weiter folgt.
**** Empfehlung? ****
Dieser historische Krimi überzeugt durch Atmosphäre, Figurenzeichnung und ein ruhiges, aber wirkungsvolles Spannungsniveau. Wer entschleunigte Ermittlungen mit historischem Tiefgang schätzt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Evaki
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Vorweihnachtszeit im verschneiten Yorshire
Wir befinden uns im Jahr 1952 im verschneiten Yorkshire und begleiten Inspector Frank Grasby in das verschlafene Elderby. Alles spielt kurz vor Weihnachten und ist weiß überzuckert, könnte also zusammen mit Creamtea eine wirklich romantische Geschichte werden. Tatsächlich trifft Frank allerdings auf so viele unerwartete mysteriöse Vorfälle, daß man auch als Leser kaum zu Atem kommt. Eine kleine Romantik könnte sich mit der jungen Praktikantin im Polizeirevier, Mrs. Daisy Dean, oder liebevoll Deedee ergeben, mit der, der Inspektor in der gleichen Pension wohnt. Wer denkt, das sich das Buch zu einer "Schnulze" entwickelt, der liegt weit daneben. Der Roman ist tatsächlich super spannend und noch dazu politisch aktuell! Mehr will ich gar nicht verraten!
Bewertung
aus Bad Säckingen
5/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Außergewöhnlich, mit viel schwarzem Humor
Ich liebe English Crime und diese Reihe um Inspektor Frank Grasby, den Pfarrersohn mit der Vorliebe für Pferdewetten, macht richtig gute Laune.
Bei seinen Vorgesetzten ist Grasby in Ungnade gefallen und er wird deswegen in das verschlafene Dörfchen Elderby versetzt. Was ihn aber dort erwartet ist ungeheuerlich und hier jagt eine Überraschung die Nächste.
Grasby ist eine Art Anti-Held, den ich aber trotzdem ins Herz schließen muss. „Aufsässige junge Kollegen kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Vor allem nicht, wenn sie im Recht sind.“
Als Sohn eines Pfarrers hat Grasby gelernt: „Das kennt man von den Geistlichen. Nehmen jede Gelegenheit wahr, sich einen hinter die Binde zu kippen. Ob bei Hochzeit, Begräbnis oder Taufe - der Pfarrer wird gewiss einen sitzen haben und selig in die Runde lächeln.“
Der trockene, ziemlich schwarze Humor zieht sich durch das ganze Buch und Elderby wimmelt geradezu vor kuriosen Gestalten. Nichts ist wie es scheint und ich habe absolut keine Ahnung, was mich auf den nächsten Seiten erwartet, herrlich.
Der titelgebende Tote im Kamin bleibt nicht die einzige Leiche und auch Grasby muss ziemlich viel einstecken.
Was für eine geniale Neuentdeckung, hiervon würde ich gerne noch mehr lesen.
Ilses Lesetipps
aus Wien
5/5
08.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mordermittlung kurz nach dem 2. Weltkrieg
„Der Tote im Kamin“ von Denzil Meyrick ist ein spannender Kriminalroman, dessen Handlung kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Yorkshire, Nordengland, angesiedelt ist.
Kurz zum Inhalt:
Dezember 1952. Inspector Frank Grasby wird in das kleine Dorf Elderby entsandt, um eine Diebstahlserie aufzuklären. Kaum hat er zu ermitteln begonnen, wird eine Leiche entdeckt. Und es bleibt nicht bei einem Toten …
Das Cover finde ich wunderschön, sowohl farblich, als auch stimmungsmäßig zum Inhalt passend. Überhaupt ist das Buch sehr edel ausgeführt, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Die Originalausgabe mit dem Titel „Murder at Holly House“ erschien 2023, die deutschsprachige Ausgabe, übersetzt von Sibylle Schmidt, im Jahr 2025.
Der Schreibstil ist flüssig, durchaus humorvoll, und sprachlich der Zeit angepasst. Das historische Flair ist deutlich spürbar. Einerseits die politische Lage nach Ende des Zweiten Weltkriegs, USA kontra UdSSR, die Bedeutung der Geheimdienste, andererseits die Nachwirkungen Kriegs, wie noch bestehender Mangel an Lebensmitteln. Die Männer sind durchwegs geprägt, auch traumatisiert durch ihre Kriegserlebnisse.
So einfach wie sich Grasby seinen Einsatz in Elderby vorgestellt hat, stellt sich dieser bei weitem nicht heraus. Nicht nur die Bewohner verhalten sich wenig kooperativ, auch von behördlicher Seite wird er nicht unterstützt. Der Geheimdienst schaltet sich ein, beschlagnahmt die Leichen, Grasby soll nur dem Schein nach ermitteln. Eine solche Vorgangsweise widerstrebt ihm aber. Er spürt, dass in dem verschlafenen kleinen Ort gefährliche Dinge am Laufen sind. Wem darf er vertrauen? Je mehr er sich auf Spurensuche begibt, desto gefährlicher wird es für ihn. Nur mit Glück entrinnt er so manchem Anschlag auf sein Leben.
Inspector Frank Grasby mochte ich auf Anhieb. Durchaus bemüht und tüchtig, ist er aber auch ein wenig ein Pechvogel, dem bei den Ermittlungen immer wieder ein Lapsus passiert. Er ist ein positiv denkender Mensch, der aus jeder Situation das Beste macht. Er ist humorvoll. Seine Äußerungen und Gedanken, ebenso wie seine Missgeschicke animierten mich des Öfteren zum Schmunzeln. Er wird von den anderen immer wieder unterschätzt, er ist nicht nur gebildet, sondern weiß sich auch sehr wohl durchzusetzen. Er agiert meist vorsichtig und überlegt, behält so manche Überlegung bei sich. Wenn er trotzdem in eine Falle getappt ist, gelingt es ihm immer wieder mit Glück oder einem rettenden Einfall, aus der Notlage zu entkommen. Grasby ist so eine Art Antiheld. Auch die übrigen handelnden Personen sind gut vorstellbar gezeichnet.
Mir hat der Krimi sehr gefallen. Das Zeitbild wurde anschaulich vermittelt, die Handlung war spannend, reich an überraschenden Wendungen, actionreich und insbesondere gefiel mir der Ermittler. Freue mich auf weitere Fälle. Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung mit 5 Sternen.
VolkerM
5/5
05.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Yorkshire 1952. Inspektor…
Yorkshire 1952. Inspektor Grasby hat es wieder mal versemmelt. Statt einen diebischen Dienstboten zu ertappen, entließ er Lady Winthorps edle Rennpferde in die Freiheit. Die halbe Grafschaft sucht jetzt nach den Tieren, allerdings ohne Inspektor Grasby, denn dieser wurde spontan nach Elderby strafversetzt, ganz weit weg vom Schreibtisch seines Chefs. Ein idyllisches, etwas rückständiges Dörfchen mit ziemlich verschrobenen Einwohnern, die harmlos scheinen, es aber faustdick hinter den Ohren haben. Und Grasbys Pechsträhne hält an: Bei seiner Suche nach einem Dieb auf dem Anwesen von Lord Dhamnish fällt ihm gleich ein Toter aus dem Kaminschacht. Neben viel Asche wirbelt die Sache auch noch viel Staub auf, so dass Grasby Besuch von ganz weit oben bekommt und einen hochgeheimen Auftrag. Doch je tiefer Grasby vordringt, umso weniger kann er seiner Umgebung trauen. Was versuchen die Leute in Elderby zu verbergen? Der als Autobiografie getarnte Krimi ist eine echte Perle der Kriminalliteratur. Denzil Meyrick hat eine wunderbar trockene Art, Personen und Situationen zu beschreiben, voller Witz und triefend vor britischer (Selbst)Ironie. Seine Pointen sitzen auf Punkt und Komma und wurden im Übrigen auch hervorragend übersetzt, so dass buchstäblich auf keiner Seite Langeweile aufkommt. Meyrick weiß, wie man einen überraschenden und spannenden Plot konstruiert, mit präziser Charakterzeichnung, gut recherchierten Details aus dem Nachkriegs-England und einem großen Showdown am Schluss. Das ist kein simpler Whodunit-Krimi, bei dem der Inspektor die Verdächtigen zusammenruft, nachdem er die kleinen grauen Zellen arbeiten ließ, sondern Grasby ist ein Durchschnittspolizist, der mehr Fettnäpfchen als Verbrecher findet und im Sozialgefüge des Dorfes regelmäßig aneckt. Witzig, flott inszeniert, ganz ohne Hänger oder logische Sackgassen. Es gibt noch einen Fortsetzungsband, der auf die Übersetzung wartet, doch dann ist zu meinem großen Bedauern leider Schluss: Denzil Meyrick starb Anfang des Jahres mit nur 59 Jahren, während der Arbeit an Band 3. Aber es gibt noch andere Krimis von ihm, die sich ganz sicher zu entdecken lohnen.
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5/5
24.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Cozy Krimi in England
„Der Tote im Kamin“ hat mich sofort in das ruhige Dorf Elderby gezogen - bis plötzlich ein Mord alles verändert. Inspector Grasby ist clever und sympathisch, und die Ermittlungen sind spannend, ohne überdreht zu sein.
Ein Cozy-Krimi, der Charaktere mit Tiefe zeigt und richtig Spaß beim Miträtseln macht.
Perfekter Krimi für die kuschelige Weihnachtszeit.
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