Produktbild: Melting Point
Band 487

Melting Point Suche nach dem Gelobten Land. Eine Familiengeschichte

Aus der Reihe Die Andere Bibliothek
2

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2025

Verlag

AB - Die Andere Bibliothek

Seitenzahl

456

Maße (L/B/H)

21,7/12,8/3,2 cm

Gewicht

554 g

Farbe

Kaffee

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Melting Point. Family, Memory and the Search for a Promised Land

Übersetzt von

Nina Frey + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8477-2066-9

Beschreibung

Rezension

»Diese vielstimmige Chronik bereitet einen exemplarischen Fall globaler Migration auf, dessen Aktualität sich aufdrängt.« Ralf Stiftel ("Lüdenscheider Nachrichten")
»Mit ihrem Buch ist der Autorin literarisch ein ungewöhnliches Experiment gelungen.« Sigismund von Dobschütz ("Saale Zeitung")
»ein lebendige[r], tatsächlich höchst lesenswerte[r] Bericht über ein in Vergessenheit geratenes Kapitel der Weltgeschichte« Matthias Eichardt ("Stadtmagazin 07")
»ein herausragender Beitrag zur Migrationsgeschichte. Nach der Lektüre ist man weit gereist, hat viel erlebt – und versteht die Welt ein wenig besser.« Sieglinde Geisel ("Deutschlandfunk Kultur")
»eine hochinteressante Familiengeschichte« Marius Müller ("Buch-Haltung")
»Eine überaus lesenswerte Trouvaille ist das, ein Lesebuch der Zukunft und der Hoffnung, der Idee des Zionismus, von Utopie, Leben, Flüchtigkeit und Fragilität.« Alexander Kluy ("der Standard")
»in dem Buch, das empathisch und neugierig-forschend eine wenig bekannte Episode der modernen jüdischen Geschichte an die Oberfläche bringt.« Till Schmidt ("Jüdische Allgemeine")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2025

Verlag

AB - Die Andere Bibliothek

Seitenzahl

456

Maße (L/B/H)

21,7/12,8/3,2 cm

Gewicht

554 g

Farbe

Kaffee

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Melting Point. Family, Memory and the Search for a Promised Land

Übersetzt von

  • Nina Frey
  • Cornelius Reiber

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8477-2066-9

Herstelleradresse

AB Die Andere Bibliothek
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@die-andere-bibliothek.de

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Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen

Bewertung aus Leipzig am 15.12.2025

Bewertungsnummer: 2678302

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen Bücher mit ungewöhnlicher Erzählweise haben immer einen großen Platz bei mir. Wenn sie Inhalte anders aufbauen, als in reiner Schriftform und den Leser durch Briefe, Zeitungsartikel und Ähnliches viel tiefer in eine Geschichte eintauchen lassen. So ist es auch hier. Die Autorin erzählt diese Geschichte anhand von Briefen, Tagebüchern, Memoiren, Artikeln und Interviews und verfolgt die Beteiligten durch zwei Weltkriege und über mehrere Kontinente. Am 7. Juni 1907 brach ein Schiff mit russisch-jüdischen Emigranten nach Texas auf. Organisiert von David Jochelmann, dem Urgroßvater der Autorin Rachel Cockerell. Diese Fahrt markierte den Beginn der weitgehend vergessenen Galveston-Bewegung, durch die rund 10.000 Juden vor dem Ersten Weltkrieg in Texas Zuflucht fanden. Zu Beginn bekommen wir einen Stammbaum der Familie vorgelegt und dann geht es eigentlich auch schon direkt los. Ich muss zugeben, ich habe etwas gebraucht, um das Buch zu lesen. Nicht weil es langweilig gewesen wäre, sondern weil es so voller Informationen und Geschichte war, dass ich diese Zeit gebraucht habe, um alles, auch für mich selbst, einordnen zu können. Das Buch hat 47 Kapitel. Alle, eher kurz, was aber von Vorteil ist, so kann man das Gelesene direkt verarbeiten und muss keine ellenlange Texte lesen, um den Inhalt zu verstehen. Und diese sind wirklich komplett aus eben Briefen, Gesprächen und Zeitungsartikeln geschrieben. Die Autorin hat es geschafft, diese so gut und sinnvoll anzuordnen, dass eine wirklich spannende Nacherzählung dieser Geschichte gelungen ist. ISBN: 978-3847720669 Autorin: Rachel Cockerell Verlag: Andere Bibliothek ET: 17.09.25 Umfang: 456 Seiten

Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen

Bewertung aus Leipzig am 15.12.2025
Bewertungsnummer: 2678302
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen Bücher mit ungewöhnlicher Erzählweise haben immer einen großen Platz bei mir. Wenn sie Inhalte anders aufbauen, als in reiner Schriftform und den Leser durch Briefe, Zeitungsartikel und Ähnliches viel tiefer in eine Geschichte eintauchen lassen. So ist es auch hier. Die Autorin erzählt diese Geschichte anhand von Briefen, Tagebüchern, Memoiren, Artikeln und Interviews und verfolgt die Beteiligten durch zwei Weltkriege und über mehrere Kontinente. Am 7. Juni 1907 brach ein Schiff mit russisch-jüdischen Emigranten nach Texas auf. Organisiert von David Jochelmann, dem Urgroßvater der Autorin Rachel Cockerell. Diese Fahrt markierte den Beginn der weitgehend vergessenen Galveston-Bewegung, durch die rund 10.000 Juden vor dem Ersten Weltkrieg in Texas Zuflucht fanden. Zu Beginn bekommen wir einen Stammbaum der Familie vorgelegt und dann geht es eigentlich auch schon direkt los. Ich muss zugeben, ich habe etwas gebraucht, um das Buch zu lesen. Nicht weil es langweilig gewesen wäre, sondern weil es so voller Informationen und Geschichte war, dass ich diese Zeit gebraucht habe, um alles, auch für mich selbst, einordnen zu können. Das Buch hat 47 Kapitel. Alle, eher kurz, was aber von Vorteil ist, so kann man das Gelesene direkt verarbeiten und muss keine ellenlange Texte lesen, um den Inhalt zu verstehen. Und diese sind wirklich komplett aus eben Briefen, Gesprächen und Zeitungsartikeln geschrieben. Die Autorin hat es geschafft, diese so gut und sinnvoll anzuordnen, dass eine wirklich spannende Nacherzählung dieser Geschichte gelungen ist. ISBN: 978-3847720669 Autorin: Rachel Cockerell Verlag: Andere Bibliothek ET: 17.09.25 Umfang: 456 Seiten

Interessante jüdische Familiengeschichte

Buchbesprechung aus Bad Kissingen am 26.10.2025

Bewertungsnummer: 2636916

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

REZENSION – Bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte stieß die britische Autorin Rachel Cockerell (31) auf den Namen ihres Urgroßvaters David Jochelmann (1869 bis 1941), über den im Familienkreis nichts Genaues bekannt war. Erst durch ihre Nachforschungen erfuhr sie, welche Bedeutung ihr russischer Vorfahr in der Zusammenarbeit mit Theodor Herzl (1860 bis 1904), Begründer des politischen Zionismus und Autor des Buches „Der Judenstaat“ (1896), und dem englischen Aktivisten Israel Zangwill (1864 bis 1926), Schriftsteller und vermutlich Autor des Slogans „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ (1901), auf der Suche nach einem eigenen Staat für die in aller Welt verstreuten Juden hatte. Ihr im September beim Verlag „Die Andere Bibliothek“ veröffentlichten Buch „Melting Point. Suche nach dem Gelobten Land“ verbindet Cockerells Familiengeschichte mit den Geschehnissen um die Zionistenkongresse in Basel um 1900, um jüdische Identität, Zugehörigkeit und erzwungene Migration. Ein Schwerpunkt des Buches ist die Galveston-Bewegung – ein Kapitel jüdischer Geschichte, das längst vergessen scheint: Mit Hilfe der im Jahr 1905 von Zangwill in London gegründeten „Jüdisch-Territorialistischen Organisation“ (ITO) und des Einsatzes ihres russischen Büroleiters David Jochelmann in Kiew gelang zwischen 1907 und 1914 die gezielte Übersiedlung von 10 000 Juden aus Osteuropa über die Hafenstadt Galveston – das „Ellis Island des Westens“ – nach Texas und in angrenzende Bundesstaaten. Ziel war es, die bereits mit jüdischen Einwanderern überfüllten Städte an der Ostküste nicht weiter zu belasten. Mit ihrem Buch ist der Autorin literarisch ein ungewöhnliches Experiment gelungen: Statt eines von ihr verfassten Rückblicks auf die historischen Ereignisse mit Verweis auf genutzte Quellen verzichtet Rachel Cockerell gänzlich auf eigenen Text und lässt allein Auszüge aus Briefen, Tagebüchern und Memoiren der Akteure und Zeitgenossen sowie aus Protokollen, Zeitungsartikeln und Interviews jener Jahre für sich selbst sprechen. Das Faszinierende an „Melting Point“ ist also die Tatsache, das es sich nicht um die perspektivisch oft einseitige Abhandlung eines „allwissenden“ Historikers handelt, der rückblickend das Geschehen zusammenfasst und nach eigenem Verständnis interpretiert, sondern um persönliche Aussagen der damals Handelnden und detaillierte Beobachtungen ihrer Zeitgenossen. Gerade diese auch gelegentlich sich widersprechende Vielstimmigkeit macht das Erzählte so interessant. Der Autorin ist es zudem vorbildlich gelungen, ihre Quellen-Auszüge inhaltlich derart geschickt zu verbinden, dass die einzelnen Texte in ihrer Summe beim Lesen den Eindruck einer durchgehenden Handlung ergeben, die sich gerade wegen ihrer Authenzität ungemein spannend liest. Bis in Einzelheiten erfahren wir auf diese Weise vom mehrtägigen Pogrom im April 1903 in Kischinew (heute Chişinău, Republik Moldau) und sind lesende „Teilnehmer“ bei den Zionistenkongressen unter Leitung von Theodor Herzl, den wir wiederum durch Charakterisierungen von Zeitgenossen als beeindruckende Persönlichkeit ebenso gut kennenlernen wie den schlecht gekleideten und wenig vorteilhaft wirkenden Dramatiker Israel Zangwill. Wir lesen von teilweise beschwerlichen Überfahrten in der dritten Schiffsklasse, über die räumlich beengten Lebensverhältnisse im Judenviertel der Lower East Side in New York um 1900 und den raschen sozialen Aufstieg vereinzelter Juden in den USA zu Millionären und Kunstmäzenen. Während die ersten zwei Drittel des Buches – einschließlich des Kapitels über den in den USA aufgewachsenen Dramatiker Emjo Basshe (1889 bis 1939), David Jochelmanns Sohn aus erster Ehe, und sein gemeinsam mit dem schon damals international erfolgreichen Schriftsteller John Dos Passos (1896 bis 1970) im Jahr 1926 gegründeten New Playwrights Theater – historisch höchst interessant sind, lässt der dritte Teil über das Leben der Nachkommen Jochelmanns aus zweiter Ehe, denen auch die Autorin angehört, in der Spannung nach und fällt durch Schilderung des allzu Familiären und für Außenstehende weniger interessanten Geschehens stark ab. Allerdings zeigt uns die Tatsache, dass David Jochelmanns Nachkommen in den USA, in Großbritannien und schließlich auch im jungen jüdischen Staat Israel heimisch wurden und in einem anderen Gesellschaftssystem „verschmolzen“ sind, dass es im Gegensatz zu Theodor Herzls These nicht nur Israel als alleinigen „Melting Point“ (Schmelztiegel) für Juden geben kann.

Interessante jüdische Familiengeschichte

Buchbesprechung aus Bad Kissingen am 26.10.2025
Bewertungsnummer: 2636916
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

REZENSION – Bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte stieß die britische Autorin Rachel Cockerell (31) auf den Namen ihres Urgroßvaters David Jochelmann (1869 bis 1941), über den im Familienkreis nichts Genaues bekannt war. Erst durch ihre Nachforschungen erfuhr sie, welche Bedeutung ihr russischer Vorfahr in der Zusammenarbeit mit Theodor Herzl (1860 bis 1904), Begründer des politischen Zionismus und Autor des Buches „Der Judenstaat“ (1896), und dem englischen Aktivisten Israel Zangwill (1864 bis 1926), Schriftsteller und vermutlich Autor des Slogans „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ (1901), auf der Suche nach einem eigenen Staat für die in aller Welt verstreuten Juden hatte. Ihr im September beim Verlag „Die Andere Bibliothek“ veröffentlichten Buch „Melting Point. Suche nach dem Gelobten Land“ verbindet Cockerells Familiengeschichte mit den Geschehnissen um die Zionistenkongresse in Basel um 1900, um jüdische Identität, Zugehörigkeit und erzwungene Migration. Ein Schwerpunkt des Buches ist die Galveston-Bewegung – ein Kapitel jüdischer Geschichte, das längst vergessen scheint: Mit Hilfe der im Jahr 1905 von Zangwill in London gegründeten „Jüdisch-Territorialistischen Organisation“ (ITO) und des Einsatzes ihres russischen Büroleiters David Jochelmann in Kiew gelang zwischen 1907 und 1914 die gezielte Übersiedlung von 10 000 Juden aus Osteuropa über die Hafenstadt Galveston – das „Ellis Island des Westens“ – nach Texas und in angrenzende Bundesstaaten. Ziel war es, die bereits mit jüdischen Einwanderern überfüllten Städte an der Ostküste nicht weiter zu belasten. Mit ihrem Buch ist der Autorin literarisch ein ungewöhnliches Experiment gelungen: Statt eines von ihr verfassten Rückblicks auf die historischen Ereignisse mit Verweis auf genutzte Quellen verzichtet Rachel Cockerell gänzlich auf eigenen Text und lässt allein Auszüge aus Briefen, Tagebüchern und Memoiren der Akteure und Zeitgenossen sowie aus Protokollen, Zeitungsartikeln und Interviews jener Jahre für sich selbst sprechen. Das Faszinierende an „Melting Point“ ist also die Tatsache, das es sich nicht um die perspektivisch oft einseitige Abhandlung eines „allwissenden“ Historikers handelt, der rückblickend das Geschehen zusammenfasst und nach eigenem Verständnis interpretiert, sondern um persönliche Aussagen der damals Handelnden und detaillierte Beobachtungen ihrer Zeitgenossen. Gerade diese auch gelegentlich sich widersprechende Vielstimmigkeit macht das Erzählte so interessant. Der Autorin ist es zudem vorbildlich gelungen, ihre Quellen-Auszüge inhaltlich derart geschickt zu verbinden, dass die einzelnen Texte in ihrer Summe beim Lesen den Eindruck einer durchgehenden Handlung ergeben, die sich gerade wegen ihrer Authenzität ungemein spannend liest. Bis in Einzelheiten erfahren wir auf diese Weise vom mehrtägigen Pogrom im April 1903 in Kischinew (heute Chişinău, Republik Moldau) und sind lesende „Teilnehmer“ bei den Zionistenkongressen unter Leitung von Theodor Herzl, den wir wiederum durch Charakterisierungen von Zeitgenossen als beeindruckende Persönlichkeit ebenso gut kennenlernen wie den schlecht gekleideten und wenig vorteilhaft wirkenden Dramatiker Israel Zangwill. Wir lesen von teilweise beschwerlichen Überfahrten in der dritten Schiffsklasse, über die räumlich beengten Lebensverhältnisse im Judenviertel der Lower East Side in New York um 1900 und den raschen sozialen Aufstieg vereinzelter Juden in den USA zu Millionären und Kunstmäzenen. Während die ersten zwei Drittel des Buches – einschließlich des Kapitels über den in den USA aufgewachsenen Dramatiker Emjo Basshe (1889 bis 1939), David Jochelmanns Sohn aus erster Ehe, und sein gemeinsam mit dem schon damals international erfolgreichen Schriftsteller John Dos Passos (1896 bis 1970) im Jahr 1926 gegründeten New Playwrights Theater – historisch höchst interessant sind, lässt der dritte Teil über das Leben der Nachkommen Jochelmanns aus zweiter Ehe, denen auch die Autorin angehört, in der Spannung nach und fällt durch Schilderung des allzu Familiären und für Außenstehende weniger interessanten Geschehens stark ab. Allerdings zeigt uns die Tatsache, dass David Jochelmanns Nachkommen in den USA, in Großbritannien und schließlich auch im jungen jüdischen Staat Israel heimisch wurden und in einem anderen Gesellschaftssystem „verschmolzen“ sind, dass es im Gegensatz zu Theodor Herzls These nicht nur Israel als alleinigen „Melting Point“ (Schmelztiegel) für Juden geben kann.

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