Lauren und Jean sind schon lange verheiratet. Sie begehren sich immer noch, doch Lauren hat sich einen Liebhaber genehmigt: ihren Kollegen Maxime. Es plagt sie nicht das geringste schlechte Gewissen. Sie nimmt sich von Maxime, was sie möchte, und sie bestimmt die Regeln. Das irritiert Maxime, der von Frauen anderes gewohnt ist. Noch mehr würde er sich wundern, wenn er wüsste, von wem seine Frau Nadia derweil träumt ...
In raffiniert verwobenen Perspektiven und mit einem untrüglichen Gespür für erotische Nuancen erzählt Liaisons von der Macht der Fantasie, der Ambivalenz der Freiheit - und dem köstlichen Risiko, sich selbst zu verlieren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
21.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jean, Lauren, Maxime, Nadia und Emma und die Liebe
„Liaisons“ von Céline Robert war ein wunderschönes Buch, nach dem kühlen Vorgänger wieder ein Herzensbuch voller Empathie und Wärme, ein Buch, welches ich gebraucht und sehr geliebt habe, „Liaisons“ ist ein Buch, welches Blicke auf Menschen ermöglicht, auf ihre Wünsche, auf ihr Leben, auf die Liebe, sehr intensiv und einfach wunderschön, verführerisch, französisch und tief.
5 Charaktere stehen in dem Buch zentral, 5 ebenbürtige Charaktere, die nacheinander zu Wort kommen, in der Art eines Episodenromans gezeichnet. 5 Charaktere und ihre Sicht auf das Leben. Das Leben, wie es plätschert, wie es wütet. Und ja, die Liebe steht zentral. Und der Gegensatz, zwischen dem, wie man sich selbst wahrnimmt und wie dies unsere Gegenüber tun. Sicherheiten, die fragil werden. Denn auch wenn man sich lang kennt, wenn man sich liebt und miteinander lebt, sagt man immer jede Wahrheit?! Wohl kaum. Denn manchmal verlangt das Leben kleine Lügen, sonst würden wir uns wohl alle ganz schnell gegenseitig vernichten. Wie viel Wahrheiten verträgt unser Gegenüber? Ein Thema des Buches. Ebenso wie der Lauf des Lebens ein Thema ist, denn es ist wohl ein sehr schwieriges Unterfangen, sich den Respekt und den Rang, den man gegenseitig einmal füreinander empfand, im Laufe der Jahre zu bewahren. Ein schwieriges Unterfangen, welches wohl nur wenige Menschen völlig problemlos durchstehen. Ja, die Kraft der Konversation, des gegenseitigen Sehens und Verstehens. Schwierig. Wir alle sind wohl voller Fehler und Unwägbarkeiten, die genau das sehr schwer gestalten. Ein Hoch auf diejenigen unter uns, die dies meistern. Sicher mit vielen Kompromissen.
Die 5 Charaktere in „Liaisons“ schaffen dies bedingt, denn wie der Buchtitel dies schon aussagt. Es geht um „Liaisons“. Affären, die man vielleicht eingeht. Wobei genau dies von der Autorin nicht bewertet wird. Was ich für mich sehr schön finde. Denn dies ist nicht bewertbar. Meiner Meinung nach. Monogamie. Ein Konstrukt. Lebensformen und Lebenskonstrukte gibt es unserer Geschichte, in den vielen Kulturen der Erde durchaus viele. Wobei ich finde, dass unsere monotheistischen Religionen sehr viel Veränderung in diese Lebenskonstrukte brachten und die Welten der bisher animistisch und polytheistisch lebenden Gruppen durchaus scharf umstrukturierten. Ob dies gut oder schlecht ist, darf jeder selbst für sich beantworten. Genau wie der Nutzen dieser Glauben für die herrschenden Klassen ein nicht zu vernachlässigender Gedanke ist. Was nun diese Monogamie für uns tun soll. Auch dies darf sich jeder selbst beantworten. Wer mit offenen Augen in unseren Gesellschaften unterwegs ist, wird diese „Liaisons“ überall bemerken. Und so scheint dieses Thema ja überall zu sitzen. Demzufolge könnte man meinen ein Buch mit einem wichtigen Thema vor sich zu haben. Denn was genau treibt uns in diese „Liaisons“?
Céline Robert gibt in ihrem Buch Einblicke in die Lebenswelten der 5 Hauptcharaktere und fesselt damit ungemein. Denn ihre Charaktere sind du und ich. Sind wir alle. Und was genau jeden von uns antreibt, darf jeder selbst entscheiden. Es ist einfach in den Charakteren des Buches eigenen Anteile zu finden. Und damit ermöglicht dieses Buch dieses so wichtige Sinnieren, welches ich ja so oft in meinen Rezensionen erwähne, welches ich so oft lobend und voller Feuer benenne. Ja, das Leben. Das feurige Leben, vor dem man sich nicht verstecken sollte. Denn unser Aufenthalt hier ist begrenzt. Viva la Vida! Ja Frieda!
In „Liaisons“ schildert Céline Robert die jeweiligen Lebenssituationen von Jean, Lauren, Maxime, Nadia und Emma. Sie umreißt sie kurz auf diesen 192 Seiten, aber völlig ausreichend und ungemein aussagekräftig und liebevoll. Ja, die Liebe zu unserem Tun und unserem Denken scheint ein wichtiger Aspekt für mich zu sein in der Lektüre. Wobei man dies nicht falsch verstehen sollte, diese Charaktere sind keine Wohlfühlcharaktere, die ich liebe. Aber es sind liebevoll und empathisch gezeichnete Charaktere mit Fehlern und Schwächen, die nicht bewertet werden. Als Lesende darf man die eigenen Schlüsse zum Tun der Hauptpersonen ziehen. Was gut ist! Es steckt alles in diesen 192 Seiten, was in das Buch/in die Thematik hineingehört. Der Rest steckt in uns selbst. Lesen!
Eva
5/5
26.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Liebeskomödie als bemerkenswertes Debüt
Vorhang auf und wir sind mitten drin in der ersten Szene einer säuerlichen und Liebeskomödie. Der Roman wird erzählt von fünf Stimmen, teils unwissentlich verwoben durch ein Geflecht aus Begierde, Machtverhältnissen, Befreiungsversuchen, Abhängigkeiten.
Lauren ist 41, verheiratet, hat einen angesehenen Beruf, lebt ohne Dramen. Sie legt sich einen Liebhaber zu, ihren Kollegen Maxime. Er ist schön, leicht beschränkt und völlig verunsichert von der Tatsache, dass Lauren nicht seinem Klischee der bedürftigen Maitresse entspricht. Sie bestimmt die Regeln und nimmt sich, was sie will. Das geht doch so nicht? Maxime ist verheiratet mit Nadia.
Nach einem Burnout versucht sie, der Schublade zu entkommen, in der sie das bourgeoisen Rollenverständnis gefangen hält. Entfremdet von ihrem Ehemann und sichtlich erschöpft kämpft sie um Selbstbehauptung und sucht das Loslassen in der Ekstase der Nacht. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Emma.
Emma ist Studentin, klug, engagiert und sich ihrer verführerischen Jugend in eine, begehrenswerten Körpers sehr bewusst. Sie lebt das dionysische Prinzip und umgarnt ihren Professor Jean. Jean ist verheiratet mit Lauren und leidet unter der Entfremdung zu Lauren.
Zwischen den alltäglichen Dingen des Lebens entfaltet sich ein Spiel um menschliche Verletzlichkeit, das Wechselspiel zwischen dem Drang nach Freiheit und den Preis, den es dafür zu zahlen gilt und die Ambivalenz der Liebe.
Was bedeutet es, die Kontrolle zu verlieren? Für das eigene Leben, die Glaubenssätze, die Beziehung?
Sprachlich hinreißend pointiert und scharfzüngig führt der Debütroman von Céline Robert in einen erotischen Kosmos aus Wünschen, mühsam aufrecht erhaltenen Fassaden und Begehren. Die Grenzen zwischen Erotik und Sehnsucht nach Nähe verschwimmen ebenso wie die traditionellen Parameter für Anstand und Moral.
Ein wahres Lesevergnügen in einer hervorragenden Übersetzung, die den sprachlichen Witz gekonnt einfängt.
Herrlich kurzweilig, ideal zum Verschenken und absolut erfrischend. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
Diese Autorin wird sich sicherlich innerhalb kürzester Zeit einen Namen machen.
Bücher in meiner Hand
5/5
11.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebschaften en masse
Es machte unheimlich Spass diese sinnliche und ideenreiche Geschichte zu lesen. Bei Nadia kommt man ins Schmunzeln. Doch halt, Nadias Geschichte kommt erst in der Mitte vor.
Das Buch beginnt mit der Erzählung von Lauren, wie sie sich in der Ehe fühlt und wie sie Maxime kennenlernt. Danach geht es weiter mit Maxime, er wiederholt kurz wie er Lauren kennengelernt hat und wie seine Ehe mit Nadia sehr frei ist, doch Nadia sich in letzter Zeit verändert hat. Weiter geht es dann eben mit Nadia, die über ihre aktuelle Lebensphase spricht. Es folgt die Story von Emma, die gleich zwei Menschen kennenlernt.
Die Figuren sind alle toll gezeichnet. Beginnen wir mit Jean, charismatisch und ein sehr taktiler Mensch. Er beschenkt seine Frau Lauren gern. Die Geschenke ihres Mannes gefallen ihr zwar, aber sie fühlt sich komischerweise verpflichtet. Er sieht sie, gibt ihr Aufmerksamkeit - aber sie ist im Zwiespalt, fühlt sich zu stark gebunden. Lauren und Maxime arbeiten in derselben Firma. Maxime ist oberflächlich, flirtet gern. Lauren hat Lust und will was Neues erleben und lässt sich aufs Flirten ein, allerdings nach ihren Regeln, mit denen Maxime erst mal klar kommen muss. Maximes Frau Nadia hat zielstrebig ihre Ziele erreicht und hat jetzt ein Burnout. War ihre Zielstrebigkeit das alles wert? Dann Emma, die der glücklichste Mensch sein will. Doch was es heisst, glücklicher als andere zu sein, weiss sie eigentlich selbst nicht.
"Liaisons" ist toll und kreativ erzählt. Einer nach dem andern bricht aus seinem normalen Leben aus, sucht neue Freiheiten und verbindet sich mit einer anderen Figur. Wie in einem in Kreisform gelegtem Dominospiel, aber am Ende sind fast alle irgendwie auch miteinander verwoben. Der Schauplatz Paris, die Cité de l'amour, passt perfekt.
Fazit: Man muss es einfach so schnell wie möglich auslesen, diesen unglaublich kreativen, sinnlichen und amüsanten Roman, weil diese Domino-Kreis-Story derart fasziniert, dass man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. Man kann es einfach nicht aus der Hand legen - aber da es nicht zu lang ist, ist dies gar kein Problem. Absolut lesenswert!
5 Sterne.
Silke - Buchgespür -
5/5
04.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine fesselnde Dreiecksbeziehung
Zwischen Lauren und Jean, ein seit vielen Jahren verheiratetes Ehepaar, lodert noch immer ein Funke, doch Lauren erlaubt sich eine Affäre mit ihrem Kollegen Maxime, ganz ohne schlechtes Gewissen. Sie setzt die Regeln, sie entscheidet, was sie möchte und wann. Für Maxime, der es gewohnt ist, die Kontrolle zu haben, ist das ungewohnt und herausfordernd. Gleichzeitig ahnt er nicht, dass auch seine Frau Nadia in Gedanken längst eigene Wege geht und von jemandem träumt, den er nie vermuten würde. So entspinnt sich ein Geflecht aus Begehren, Macht und Freiheit, in dem Fantasie und Wirklichkeit ineinanderfließen und die Grenzen zwischen Selbstbestimmung und Hingabe immer weiter verschwimmen.
Wer hat nicht schon einmal den Gedanken, dem eigenen, gut geordneten Leben zu entkommen. Liaisons nimmt genau dort Fahrt auf und stellt vier sehr unterschiedliche Menschen nebeneinander, die jeweils ein Kapitel mit ihrer Stimme tragen. Erst am Ende fügen sich diese Perspektiven wie Mosaikstücke zusammen und eröffnen mit einem raffinierten Plottwist den Blick auf das Ganze. Für mich ist das kein Liebesroman, sondern ein kluges Spiel mit Begehren, Macht und der Frage, wie viel Freiheit Beziehungen aushalten.
Die Figuren sind tief gezeichnet. Romantisch wirkt hier nicht kitschig, sondern leicht verrucht, schimmernd, manchmal kühl. Jede Person hat eine eigene Haltung zum Lebenssein, und genau diese Reibung macht die Spannung aus. Jean ist Universitätsprofessor, Lauren war einst seine Studentin. Heute setzt sie in ihrer Affäre mit Maxime die Regeln, selbstbewusst, ohne Rückgriff aufs schlechte Gewissen. Parallel dazu folgt eine weitere Stimme ihren Sehnsüchten und Träumen, ohne dass ich zu viel verrate. Was mich überzeugt hat, ist, wie sicher die Autorin in die Köpfe aller Figuren wechselt. Weibliche wie männliche Sichtweisen klingen eigen, handeln folgerichtig und sprechen in einem Ton, der zu Alter, Herkunft und Milieu passt. Die Sprache sitzt wie maßgeschneidert, mal samtig, mal scharf, immer treffend. Ständig prallt Erwartung der Gesellschaft auf das, was man sich wirklich wünscht, und genau in diesem Widerspruch entsteht Wahrheit.
Dazu kommt dieser Pariser Atem. Beim Lesen riecht man die Morgendämmerung an der Seine, hört das Klirren der Tassen, sieht das matte Gold in Treppenhäusern und das lässige Schulterzucken, mit dem Paris seine Regeln bricht. Der Stil hat Esprit und Leichtigkeit, aber nie Oberflächlichkeit. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, weil es mich nicht losgelassen hat. Ein elegant komponiertes Verführungsmanöver und eine Einladung, die eigenen Grenzen neu zu zeichnen.
Vanessa
Thalia Book Circle Community
4/5
08.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verstrickungen, Begehren und unerfüllte Wünsche
Meine Meinung
“…Was Jean langsam auffrisst, ist das ganz offenkundige Wenigerwerden der Momente, die seine Frau ihm widmete. Die immer seltener stattfindenden Vertraulichkeiten. Das lange Schweigen zu Hause …. Seit einigen Monaten entfernt Lauren Stein um Stein vom Fundament ihrer Partnerschaft, um ein neues Gebäude zu errichten, etwas weiter entfernt, zu dem er keinen Zugang hat.” (ZITAT)
Der Roman wirkt auf den ersten Blick leicht, fast spielerisch, aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie viel zwischen den Zeilen passiert und vor allem wie alles zusammenhängt. Für mich war es weniger eine klassische Geschichte über eine Affäre, sondern eher ein Blick darauf, wie kompliziert Nähe sein kann. Ich mochte besonders, wie Céline Robert die Figuren zeichnet. Toll fand ich auch, dass man von den einzelnen Charakteren die Sichtweisen erhält. Lauren hat mich oft gleichzeitig irritiert und fasziniert. Ich konnte viele ihrer Entscheidungen nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht immer gutheißen würde. Auch die anderen Figuren – Jean, Maxime, Emma – haben sich für mich nicht wie Nebenrollen angefühlt, sondern wie Menschen, die auch in dem Lebenskreis rund um Lauren eine ebenso große Rolle spielen und die alle ihre eigenen Wünsche und Widersprüche mitbringen. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, das aber immer wieder von kleinen Momenten der Unsicherheit durchbrochen wird. Die Sprache ist elegant, manchmal fast kühl, aber genau das hat für mich gut funktioniert.
Fazit: Ein kluger, atmosphärischer Roman über Begehren, Selbstfindung und die Grauzonen dazwischen. Tolles Buch
Über die Autorin
Céline Robert schreibt seit ihrer Kindheit. Lange hat sie sich in ihren Texten direkt an Menschen aus ihrer Umgebung gewandt, um ihnen damit eine Freude zu machen. Mit Liaisons, ihrem ersten Roman, wendet sich Céline Robert erstmals an die Allgemeinheit. Sie hofft, dass sich die Leser in den fünf Charakteren, die den Kreis ihres Liebesreigens bilden, selbst erkennen. Sie kann es immer noch nicht ganz fassen, dass sie ihre idiotischen Ängste, geheimen Freuden und intimen Ideen tatsächlich jetzt mit uns allen teilt.
Quelle: Verlag / vlb
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