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Fulminant, facettenreich, faszinierend: der Bodensee von seiner dunkelsten Seite!
Kommissar Marc Steingruber hat seinen letzten Fall noch nicht verdaut, da erschüttert eine Reihe aufwendig inszenierter Morde die Region. Dann tauchen an den Kunstwerken rund um den See Porzellanfiguren in Form eines Wolfs auf. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Aaliyah sucht Marc fieberhaft nach Hinweisen auf den Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt – an dessen Ende eine grauenvolle Wahrheit steht.
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Im Düsseldorfer Präsidium…
liesmal aus Wilhelmshaven am 09.07.2025
Bewertungsnummer: 2948129
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Im Düsseldorfer Präsidium werden Lucia Specht und ihre Kolleginnen zu den ersten weiblichen Kriminalistinnen ausgebildet. „Acht Schüsse im Schnee“ ist der zweite Band aus der Reihe „Die Kriminalistinnen“ von Mathias Berg. Ich habe gar nicht gemerkt, dass es einen ersten Band gibt, so dass ich dieses Buch unabhängig von dem vorhergehenden gut lesen konnte. Ich kenne bereits andere Bücher von Mathias Berg und bin auch hier wieder begeistert von seinem lebhaften Schreibstil. Als Kind der Fünfzigerjahre konnte ich mich sehr gut und auch gern auf die Siebzigerjahre einlassen und mich in vielen realistisch wiedergegebenen Situationen an die zurückliegende Zeit erinnern. Zum Beispiel, wie es damals den berufstätigen Frauen in vermeintlichen Männerberufen ging, hat der Autor passgenau geschildert. Auch Lucia und ihren Kolleginnen wird es in der beruflichen Männerwelt nicht immer leicht gemacht. Sehr gut gefällt mir, die Gedanken lesen zu können, die der Hauptprotagonistin Lucia durch den Kopf gehen. Das ist durch die Kursivschrift gut erkennbar. Lucia wird konfrontiert mit der Aufklärung zweier Fälle, einem amtlichen und einem aus ihrer eigenen Vergangenheit. Ich bin beeindruckt davon, wie die zwei doch unterschiedlichen Fälle so miteinander verflochten werden, als wäre es eine einzige Geschichte. Nun habe ich wieder viel über Bergs Beschreibungen der Zeit geschrieben. Ebenso begeistert bin ich allerdings auch davon, wie die Kriminalistinnen an die Aufklärung des Mordes an dem Millionär Theo Ellerbeck herangehen, der vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet worden ist. Spannend von A – Z. Gern empfehle ich diesen Krimi nicht nur den Fans der Siebzigerjahre.
Ein packender Krimi mit starkem Zeitkolorit von 1969
Bewertung am 07.07.2025
Bewertungsnummer: 2534051
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nachdem ich zunächst Band 1 der Trilogie regelrecht verschlungen hatte, griff ich aus Versehen, aber voller Vorfreude, direkt zu Band 3, dem fulminanten Finale, das erst vor drei Wochen erschienen ist. Erst danach folgte der Mittelteil, Band 2. Nun habe ich die Reihe abgeschlossen und es fällt mir wirklich schwer, mich von ihr zu verabschieden. Ich bin begeistert und auch ein wenig traurig, dass es keinen vierten Band geben wird.
Diese Trilogie über die ersten gleichberechtigt ausgebildeten Polizistinnen in Westdeutschland ist mit so viel Feingefühl, Respekt und Tiefe erzählt, dass selbst ich mich als Mann in ihre Lebenswelt hineinfühlen konnte. Besonders die Protagonistin Lucia Specht ist mir ans Herz gewachsen. Ihre inneren Konflikte, ihr persönliches Trauma und der starke Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen, machen sie zu einer berührenden und vielschichtigen Figur. Als Kind musste sie mitansehen, wie ihre Mutter zu Tode kommt. Dieses Ereignis dürfte sie aus dem Ruhrgebiet ins modische Düsseldorf geführt haben, zur Polizei und mitten hinein in eine Männerwelt, die sie sich mutig erkämpft.
Was diese Bücher über die eigentliche Krimihandlung hinaus so eindrucksvoll macht, ist das starke Zeitkolorit. Der Autor lässt uns in die gesellschaftliche Umbruchphase des Jahres 1969 eintauchen, eine Ära des Aufbruchs, aber auch voller Widerstände. Themen wie Frauenfeindlichkeit, Homophobie und patriarchale Machtstrukturen durchziehen die Geschichte und machen deutlich, dass Gleichberechtigung nie selbstverständlich war und es bis heute nicht ist.
Der Mordfall um einen kunstaffinen Düsseldorfer Millionär ist klug konstruiert, voller überraschender Wendungen und spielt in den schillernden Kreisen der High Society der Modemetropole. Auch in seinem Umfeld begegnen uns starke Frauen, allen voran seine Frau, eine elegante Brüsselerin, die ein für die damalige Zeit bemerkenswert modernes Leben führt, zwischen Luxus, Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Eleganz.
Ich ziehe den Hut vor dem Autor. Diese Trilogie ist nicht nur spannende Unterhaltung, sondern auch ein feinfühliges literarisches Zeitzeugnis. Die Verbindung aus historischer Genauigkeit, gesellschaftlichem Bewusstsein, vielschichtiger Figurenzeichnung und kriminalistischer Raffinesse ist außergewöhnlich gelungen.
Ich hoffe sehr, dass der Autor noch einmal in diese Welt zurückkehrt oder mit einer neuen Reihe überrascht, die ebenso viel Haltung, Herz und Tiefgang mitbringt.
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