Produktbild: Die doppelte Nacht
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Die doppelte Nacht Eine Deutschlandreise im Jahr 1958

Aus der Reihe textura
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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.01.2025

Abbildungen

mit 3 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,2/13,1/1,9 cm

Gewicht

256 g

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

La doppia notte dei tigli

Übersetzt von

Martin Hallmannsecker

Sprache

Deutsch

EAN

2710000571254

Beschreibung

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Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.01.2025

Abbildungen

mit 3 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,2/13,1/1,9 cm

Gewicht

256 g

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

La doppia notte dei tigli

Übersetzt von

Martin Hallmannsecker

Sprache

Deutsch

EAN

2710000571254

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: andreas.skasa@beck.de

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Im Dunkeln lauert das Grauen

Katrin aus Kiel am 21.12.2024

Bewertungsnummer: 2369177

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Blick von außen kann entlarvend sein, nimmt er doch oft das wahr, was lieber im Verborgenen bleiben soll. Gleichzeitig benötigt er eine gewisse Unvoreingenommenheit, um sich nicht von eigenen Vorurteilen leiten zu lassen. Ob der italienische Schriftsteller, Arzt und Maler Carlo Levi einen gänzlich unbelasteten Blick auf Deutschland hatte, als er 1958 zu einer Reise dorthin aufbrach, darf bezweifelt werden, trotzdem ist sein Bericht davon absolut lesenswert, offenbart er doch die Abgründe der Gesellschaft, von denen die Menschen nichts mehr wissen wollten und deren Auswirkungen wir dennoch heute noch spüren. Levi, der von Mussolini als Regimegegner und Jude verhaftet und nach Süditalien in die Verbannung geschickt wurde, erkennt das Nichtsagbare hinter den glänzenden Fassaden der Neubauten, sieht Menschen mit leeren Gesichtern, die nicht mehr zurückschauen wollen, lieber ungehemmt Essen in sich hineinstopfen und so viel trinken, dass alles verschwimmt. Die rastlose Betriebsamkeit vieler Menschen ist für Levi ein Zeichen der verweigerten Vergangenheitsbewältigung der Deutschen, sie vertuscht die innere Abgestumpftheit und die fehlende Reue ob der eigenen Taten. Levi, unterwegs zu Vorträgen und Lesungen, beschreibt Begegnungen mit sogenannten einfachen Menschen, die er nachts im Bierkeller oder auf den Straßen trifft. Auch ein alter Weggefährte aus der Zeit der Pariser Emigration ist dabei, er, der nie wieder in Deutschland leben wollte, ist doch dorthin zurückgekehrt und versucht sich zu arrangieren. „Er hatte sich widerwillig niedergelassen und liebte es nun wie eine Zwangsheimat, wie ein Gefängnis, an das man sich gewöhnt hat.“ Levi erkundet München, Stuttgart und am Ende noch die beiden Teile Berlins: „Die gleiche fundamentale Entfremdung zeigt sich also, auf gegengleiche Art und Weise, im einen wie im anderen Berlin, mitleiderregende Schwestern der inneren Unfreiheit.“ Das Buch ist weniger ein akkurater Reisebericht als eine mitunter fantastisch wirkende Annäherung an ein Deutschland, das sich in meisterhafter Verdrängung übt. Doch auch wenn Levi nicht allen Figuren genau so begegnet sein mag, zeigt seine literarische Annäherung doch sehr genau, wie das Land auf ihn gewirkt hat. Und das scheint doch sehr nah an der Wirklichkeit gewesen zu sein, denn vieles ist genau so auch heute noch zu erkennen. Wer wegschaut, kann nichts aufarbeiten – doch genau das ist bitter nötig, um nicht in starren Ritualen zu verharren, sondern echte Trauer zu spüren und ausgehend von dieser die Zukunft zu gestalten. Ich finde so einen Blick von außen auf das eigene Land immer wieder erhellend, gerade wenn er aus einer ganz anderen Zeit stammt, denn oft wird dadurch deutlich, wie wenig sich doch in einigen Bereichen geändert hat. Große Leseempfehlung für eigentlich alle, aber vielleicht besonders für diejenigen, die gerade an Deutschland verzweifeln.

Im Dunkeln lauert das Grauen

Katrin aus Kiel am 21.12.2024
Bewertungsnummer: 2369177
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Blick von außen kann entlarvend sein, nimmt er doch oft das wahr, was lieber im Verborgenen bleiben soll. Gleichzeitig benötigt er eine gewisse Unvoreingenommenheit, um sich nicht von eigenen Vorurteilen leiten zu lassen. Ob der italienische Schriftsteller, Arzt und Maler Carlo Levi einen gänzlich unbelasteten Blick auf Deutschland hatte, als er 1958 zu einer Reise dorthin aufbrach, darf bezweifelt werden, trotzdem ist sein Bericht davon absolut lesenswert, offenbart er doch die Abgründe der Gesellschaft, von denen die Menschen nichts mehr wissen wollten und deren Auswirkungen wir dennoch heute noch spüren. Levi, der von Mussolini als Regimegegner und Jude verhaftet und nach Süditalien in die Verbannung geschickt wurde, erkennt das Nichtsagbare hinter den glänzenden Fassaden der Neubauten, sieht Menschen mit leeren Gesichtern, die nicht mehr zurückschauen wollen, lieber ungehemmt Essen in sich hineinstopfen und so viel trinken, dass alles verschwimmt. Die rastlose Betriebsamkeit vieler Menschen ist für Levi ein Zeichen der verweigerten Vergangenheitsbewältigung der Deutschen, sie vertuscht die innere Abgestumpftheit und die fehlende Reue ob der eigenen Taten. Levi, unterwegs zu Vorträgen und Lesungen, beschreibt Begegnungen mit sogenannten einfachen Menschen, die er nachts im Bierkeller oder auf den Straßen trifft. Auch ein alter Weggefährte aus der Zeit der Pariser Emigration ist dabei, er, der nie wieder in Deutschland leben wollte, ist doch dorthin zurückgekehrt und versucht sich zu arrangieren. „Er hatte sich widerwillig niedergelassen und liebte es nun wie eine Zwangsheimat, wie ein Gefängnis, an das man sich gewöhnt hat.“ Levi erkundet München, Stuttgart und am Ende noch die beiden Teile Berlins: „Die gleiche fundamentale Entfremdung zeigt sich also, auf gegengleiche Art und Weise, im einen wie im anderen Berlin, mitleiderregende Schwestern der inneren Unfreiheit.“ Das Buch ist weniger ein akkurater Reisebericht als eine mitunter fantastisch wirkende Annäherung an ein Deutschland, das sich in meisterhafter Verdrängung übt. Doch auch wenn Levi nicht allen Figuren genau so begegnet sein mag, zeigt seine literarische Annäherung doch sehr genau, wie das Land auf ihn gewirkt hat. Und das scheint doch sehr nah an der Wirklichkeit gewesen zu sein, denn vieles ist genau so auch heute noch zu erkennen. Wer wegschaut, kann nichts aufarbeiten – doch genau das ist bitter nötig, um nicht in starren Ritualen zu verharren, sondern echte Trauer zu spüren und ausgehend von dieser die Zukunft zu gestalten. Ich finde so einen Blick von außen auf das eigene Land immer wieder erhellend, gerade wenn er aus einer ganz anderen Zeit stammt, denn oft wird dadurch deutlich, wie wenig sich doch in einigen Bereichen geändert hat. Große Leseempfehlung für eigentlich alle, aber vielleicht besonders für diejenigen, die gerade an Deutschland verzweifeln.

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Die doppelte Nacht

von Carlo Levi

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    Anmerkungen

    Nachwort

    von Bernd Roeck