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Vom Herzasthma des Exils Georg-Büchner-Preis 2025

1

18,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.07.2025

Verlag

Cotta

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

16,8/10,5/1,4 cm

Gewicht

148 g

Farbe

Elfenbein / Bernstein

Auflage

5. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7681-9852-3

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»›Vom Herzasthma des Exils‹ sollte uns Mahnung und Lehrbuch sein, eine uneingeschränkte und emphatische Erinnerung daran, dass wir alle nur eines sind: Menschen.« Björn Hayer, taz, 21. Oktober 2025 ("taz")
»Sie betreibt eine gleichermaßen analytisch distanzierte wie empathische, rechercheintensive Auseinandersetzung mit individueller und kollektiver Geschichte. […] Krechels Essay – nie pathetisch, sehr wohl leidenschaftlich – liefert Opferzahlen, die nicht kalt lassen. Lesend begreift man hinter jedem Tod ein Leben.« Kirsten Voigt, Der Tagesspiegel, 11. August 2025 ("Tagesspiegel")
»ein Manifest für mehr Menschlichkeit und Mitgefühl« Nadine Kreuzahler, Rbb24 Inforadio, 18. Juli 2025 ("rbb 24 Inforadio")
»Es sind auch diese Lektüren des Exils, die widerhallen, wenn heute allzu eilfertig über die Rückkehr von syrischen Geflüchteten gesprochen wird. Diese Gegenwart ist noch offen, noch zu gestalten. [Krechels Essays ist] eine historische Tiefenbohrung in die Erfahrung von Flucht und Exil und als politisches Plädoyer, damals, heute.« Laura Schilling, Zeitgeschichte Online, 22. Dezember 2026 ("Zeitgeschichte Online")

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Erscheinungsdatum

12.07.2025

Verlag

Cotta

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

16,8/10,5/1,4 cm

Gewicht

148 g

Farbe

Elfenbein / Bernstein

Auflage

5. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7681-9852-3

Herstelleradresse

Cotta
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
DE

Email: info@klett-cotta.de

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Exil und Asyl in der Literatur, in Geschichte und Gegenwart

Johanna aus München am 13.08.2025

Bewertungsnummer: 2566094

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Thomas Mann schrieb 1945 vom „Herzasthma des Exils, d[er] Entwurzelung, d[en] nervösen Schrecken der Heimatlosigkeit“. Die Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel geht in ihrem großen neuen Essay (dem das Zitat Thomas Manns den Titel gab) diesen Gefühlen nach. Die Verletzung und die Entwurzelung von Menschen, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen, darum geht es. In einem kulturgeschichtlichen Streifzug durch Geschichte und Literatur schreibt sie, was es mit Menschen macht, wenn sie gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. Sie bleiben im Dazwischen. Die Zukunft ist abgeschnitten. Krechel beginnt ihren Essay mit Goethes Novellensammlung „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“, erzählt vom Exilanten Adalbert von Chamisso, den man heute nur mehr wegen seines „Schlemihls“ kennt, von der Verfolgung von Karl Marx und den schwierigen Lebensbedingungen seiner Familie, von Heinrich Heine, von den Auswanderern, die dem Hunger entkommen wollten und auf Ellis Island kategorisiert, eingelassen oder zurückgeschickt wurden. Von der Flucht der Armenier Anfang des 20. Jahrhunderts. Von den Flüchtlingsschiffen voller Juden, die dem Naziterror entkommen wollten, und der Unbarmherzigkeit der Regierungen, die sie nicht aufnahmen. Und wer weiß schon, dass seit “den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts […] die Straßenkehrer und die Lumpensammler in Paris Deutsche [waren], die ihre Dörfer, vorwiegend in Oberhessen, verlassen hatten, weil sie dort ohne Perspektive waren.“ Erschütternd die Auszüge aus einem Buch über „offiziell dokumentierte Todesfälle von Flüchtlingen in den Jahren 1993 bis 2018“. Leid auf der einen Seite, Abwehr, Angst und Rassismus auf der anderen Seite. Krechel zitiert Milena Jesenskà, die 1937 eine Flüchtlingsunterkunft besuchte: „Es sind fremde Menschen, sie sprechen eine fremde Sprache und sie kommen aus einem fremden Land. […] Aber die Menschen stehen da und dürfen nicht arbeiten, sie hören die Zeit verrinnen, stehen da und warten auf morgen“. Depression und Verhinderung von Integration sind die Folgen. Nicht nur damals. Krechel erhebt Klage. Und das tut sie plastisch und eindrucksvoll. Sehr lesenswert!

Exil und Asyl in der Literatur, in Geschichte und Gegenwart

Johanna aus München am 13.08.2025
Bewertungsnummer: 2566094
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Thomas Mann schrieb 1945 vom „Herzasthma des Exils, d[er] Entwurzelung, d[en] nervösen Schrecken der Heimatlosigkeit“. Die Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel geht in ihrem großen neuen Essay (dem das Zitat Thomas Manns den Titel gab) diesen Gefühlen nach. Die Verletzung und die Entwurzelung von Menschen, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen, darum geht es. In einem kulturgeschichtlichen Streifzug durch Geschichte und Literatur schreibt sie, was es mit Menschen macht, wenn sie gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. Sie bleiben im Dazwischen. Die Zukunft ist abgeschnitten. Krechel beginnt ihren Essay mit Goethes Novellensammlung „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“, erzählt vom Exilanten Adalbert von Chamisso, den man heute nur mehr wegen seines „Schlemihls“ kennt, von der Verfolgung von Karl Marx und den schwierigen Lebensbedingungen seiner Familie, von Heinrich Heine, von den Auswanderern, die dem Hunger entkommen wollten und auf Ellis Island kategorisiert, eingelassen oder zurückgeschickt wurden. Von der Flucht der Armenier Anfang des 20. Jahrhunderts. Von den Flüchtlingsschiffen voller Juden, die dem Naziterror entkommen wollten, und der Unbarmherzigkeit der Regierungen, die sie nicht aufnahmen. Und wer weiß schon, dass seit “den Dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts […] die Straßenkehrer und die Lumpensammler in Paris Deutsche [waren], die ihre Dörfer, vorwiegend in Oberhessen, verlassen hatten, weil sie dort ohne Perspektive waren.“ Erschütternd die Auszüge aus einem Buch über „offiziell dokumentierte Todesfälle von Flüchtlingen in den Jahren 1993 bis 2018“. Leid auf der einen Seite, Abwehr, Angst und Rassismus auf der anderen Seite. Krechel zitiert Milena Jesenskà, die 1937 eine Flüchtlingsunterkunft besuchte: „Es sind fremde Menschen, sie sprechen eine fremde Sprache und sie kommen aus einem fremden Land. […] Aber die Menschen stehen da und dürfen nicht arbeiten, sie hören die Zeit verrinnen, stehen da und warten auf morgen“. Depression und Verhinderung von Integration sind die Folgen. Nicht nur damals. Krechel erhebt Klage. Und das tut sie plastisch und eindrucksvoll. Sehr lesenswert!

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von Ursula Krechel

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