In Killer Potential von Hanna Deitch gerät die junge Evie Gordon ungewollt in ein lebensgefährliches Abenteuer: Ein scheinbar harmloser Moment – ein falscher Ort, eine falsche Zeit – reicht aus, um ihr gesamtes Leben auf den Kopf zu stellen. Gemeinsam mit dem zunächst fremden Jae findet sie sich plötzlich auf der Flucht quer durch die USA wieder, während die Presse die beiden zu skrupellosen Tätern stilisiert.
Deitch zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich die eigene Wahrnehmung – und die der Welt – verändern kann. Innerhalb eines Augenblicks muss Evie lernen, neu zu denken, zu handeln und zu vertrauen.
Die Charaktere sind sympathisch und vielschichtig, ihre Entwicklung glaubwürdig und mitreißend. Die Autorin schafft es, eine stetige Spannung aufzubauen, unterstützt von zahlreichen Plottwists – auch wenn einige davon relativ vorhersehbar sind. Dennoch bleibt der Thriller packend, emotional und temporeich bis zur letzten Seite.
Ein mitreißender Roman über Angst, Vertrauen, öffentliche Wahrnehmung – und die Frage, wie man sich selbst treu bleibt, wenn alle anderen einen schon verurteilt haben.
On your marks, get set, go
JoanStef aus Steinsfeld am 12.06.2025
Bewertungsnummer: 2514097
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
On your marks, get set, go
Aufgepasst & los ...
Gleich zu Beginn des Wonnemonats Mai 2025:
Der Ullstein eBook Verlag veröffentlichte das Thriller-Debut KILLER POTENTIAL, der amerikanischen Autorin Hannah Deitch.
Das farbenfrohe Cover-Styling ist so absolut NICHT-Typisch für das Genre: & genau das konnte mich gleich begeistern
Worum geht´s?
Beverly Heights - USA.
Evie Gordon ist Nachhilfelehrerin für die Priviligierten der Gesellschaft. Als sie zu einer Klientin nach Hause kommt, liegen dort die Leichen des Ehepaares. Beide starben einen schlimmen Tod. Schon auf dem Sprung die Polizei zu informieren, findet Evie, alamiert durch Hilefrufe eine Unbekannte. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Tochter des Hauses hinzu. Evie schlägt sie nieder & begibt sich mit der befreiten Unbekannten auf die Flucht. Nun sucht sie die Polizei und ein Haftbefehl steht aus.
Mein persönlicher Leseeindruck
An dieser Story merke ich, wie sehr ich mich als Leserschaft gewöhnlicherweise mit den Protagonisten verbünde. Hier fiel mir das nicht so leicht. Wahrscheinlich, weil ich ein Hasenfuß bin? aber der Reihe nach:
Der Einstieg ins Geschehen ist abolut leicht und ich fühle mich gedrängt durch Neugier und das Suchen nach Antworten. Ich mag nicht mit dem Lesen aufhören.
Ich folge den Beiden auf ihren Trip & ja, es erinnert in einigen zwischenmenschlichen Interaktionen an Thelma & Luise. Wobei hier ein gemeinsames Vergangenes nicht existiert. Zwei, die sich durch die gemeinsamen Bilder des Schreckens und ihrer Angst vor möglichen, ungerechtfertigten Konsequenzen, verbünden.
Protagonisten:
Es fällt auf, dass ein Großteil des Buches sich ausführlichst mit Evies Gedanken / Emotionen befasst. Das wurde mir dann nach hunderten von Seiten etwas zu viel. Hier hätte ich eine Straffung stark befürwortet.
Die anderen Protagonisten bleiben von daher erst einmal in ihrer Vorstellung & Weiterentwicklung außen vor. Erst im 2. Drittel des Buches kommt ein weiterer Charakter zum Zug.
Storyline & Aufbau:
Gut beschrieben mit wenigen Worten: teilweise unstrukturierte Fluchtbewegungen durch unterschiedliche Staaten. Im Brennglass: die genaue Beschreibung der individuellen Empfindungen und Gedankengänge. So füllt sich das farbenfrohe Gedankenabbild der Betroffenen. Hier wurde dem Leser ein wahres Bild gemalt, in welchen auch Nuancen einen Platz gefunden haben. Hierdurch verlor die Geschichte an Momentum, Das fand ich sehr schade.
Zusammenfassung oder Zusammenspiel aller Komponenten:
Das Buch durchläuft das gesamte Spektrum. Digitales Zeitalter, Menschlickeit, Armut, Reichtum, Social Networking & Klischees der Gesellschaft. In meinen Augen wurde da zu viel gewollt. Dadurch veränderte sich der Fokus und die Genauigkeit. Und die Geschichte verlor an Logik und Nachvollziehbarkeit.
So wurde aus einem durchaus als - verrückt - entrückten Drama-Abenteuer eine Mischung, in Bezug auf Konzentratioin und Toleranz, die ihre Leser fordert,
Fazit:
Ich vergebe diesem Debut eine gute 3, 5 Lesesterne Bewertung.
Das rasante, an Aktionfilme erinnernde Mark des Romans, ist definitiv nicht das -Normen entsprechende Thriller- Debut.
Aber, vielleicht macht das gerade seinen besonderen Reiz aus.
Eine damit verbundene Leseempfehlung an Alle, die Freude an einer ungewöhnlichen Geschichte mit Anspruch auf Aufmerksamkeit & Offenheit lesen mögen.
Denen wünsche ich viel Freude.
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