Der neue Roman der Bestsellerautorin über Familie, Schicksal und Verdammnis.
Eniiyi wird an dem Tag geboren, an dem ihre Tante Monife begraben wird. Aufgrund der unheimlichen Ähnlichkeit mit Monife ist sich die Familie sicher: Sie ist ihre Reinkarnation. Die Frauen in Eniiyis Familie finden seit Generationen schon keinen Frieden, weil sie ihre geliebten Männer verlieren. Laut der Yorubapriesterin Mama G ist ein Fluch am Werk, der ihnen allen zum Verhängnis wird. Bleibt die Frage: Kann wenigstens Eniiyi dem Familienfluch und dem mysteriösen Schicksal, das Monife ereilt hat, entkommen?
Oyinkan Braithwaite erzählt eine höchst originelle Geschichte über einen reinen Frauenhaushalt, über Dinge, die rational sind, und Dinge, die wir nicht erklären können. 'Der Fluch der Falodun Frauen' ist lakonisch witzig, eindringlich und zieht uns hypnotisch in seinen Bann.
'Glänzend erzähltes Epos' Buchkultur.
'Braithwaite beherrscht es, mit wenigen Worten maximale Wirkung zu erzielen.' DER SPIEGELüber 'Meine Schwester, die Serienmörderin'.
'Die Autorin zieht einen mit schwarzem Humor, Lakonie und Biss in den Bann.' STERNüber 'Meine Schwester, die Serienmörderin'.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Lesenswert
aus Bielefeld
5/5
13.04.2026
Hörbuch-Download
Fluch oder Aberglaube?
Anja Herden ist mit "Der Fluch der Falodun Frauen" von Oyinkan Braithewaite Preisträgerin des Deutschen Hörbuchpreises 2026 in der Kategorie "Beste Interpretin" . Und das zu Recht!
Über den Falodun Frauen liegt ein Fluch. Vor vielen Generationen hat Ehefrau Nr. 1 die Ehefrau Nr. 2 ihres Ehemannes und alle folgenen Generationen verflucht. Keine der Frauen soll glücklich werden mit dem Mann, den sie liebt
Monife wird begraben und am gleichen Tag kommt ihre Nichte Eniiyi zur Welt, viel zu früh. Da sie ihrer Tante extrem ähnlich sieht, halten sie alle für eine Reinkarnation. Auch als sie älter wird, ist die Ähnlichkeit verblüffend, viele halten Eniiyi für ihre Tante oder vergleichen sie mit ihr. Sie leidet sehr darunter, möchte ihr eigenes Leben leben, ohne von Flüchen und Aberglauben beherrscht zu werden.
Wir begleiten in diesem Roman in verschiedenen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven Monife, Eniiyi und ihre Mutter Ebu. In jeder Generation ist das Leben der Frauen, die in einem Haus zusammen und ohne Männer wohnen, geprägt von Aberglaube und Spiritualität, aber auch von Auflehnung. Eine Yorubapriesterin festigt den Aberglauben durch für uns Europäer seltsame Zeremonien, durch die Frauen ihren Auserwählten über den Fluch hinaus an sich binden sollen. Für mich hat sich hier die Frage gestellt, ob es sich tatsächlich um einen Fluch handelt, oder eher der Glaube der Frauen an diesen Fluch dazu beiträgt, ihre Männer und damit ihre Liebe zu verlieren. Als Mann hätte mich da doch manches Verhalten eher abgeschreckt (glaube ich zumindest, mich würde die Meinung eines Mannes tatsächlich interessieren) Braithwaite versteht es gut, die Kultur in Nigeria zu vermitteln. Die Familie, mit der wir es hier zu tun haben, gehört wohl eher zu einer privilegierten Schicht, können die Frauen doch studieren oder den von ihnen gewünschten Berufen nachgehen. Eniiyi ist eine starke Frau, wehrt sich von früher Jugend an gegen die Bevormundung ihrer Familie selbstbewusst.
Anja Herden hat diesen Preis wirklich verdient. Sie liest den Roman unglaublich empathisch und verleiht hierbei jedem Charaktere eine passende Stimmlage. Für mich war es ein Genuss, ihr zuzuhören!
Ich fand den Roman sehr gelungen, zumal er uns eine uns fremde Kultur näherbringt. Für den Roman und die hervorragende Sprecherin vergebe ich verdiente 5 Sterne und empfehle ihn sehr gerne weiter. Für Hörbuchfreund*innen ist das Hörbuch eigentlich Pflicht!
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
21.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kann der alte Familienfluch gebrochen werden?
Auf den Frauen der nigerianischen Yoruba-Familie Falodun scheint seit langem ein Fluch zu lasten: seit eine Urahnin im Kampf um einen Mann von dessen erster Frau verwünscht wurde, gibt es kein andauerndes Liebesglück mehr für die Frauen aus dieser Familie: die Männer verlassen sie früh, kommen um oder die Frauen finden erst gar keinen passenden Partner: "Für dich wird es niemals gut ausgehen. Kein Mann soll dein Haus je sein Heim nennen. Wenn einer es versucht, wird er keinen Frieden finden. Mögen deine Töchter verflucht sein. Sie werden den Männern nachstellen, aber die Männer werden ihnen wie Wasser durch die Finger rinnen. Deine Enkelinnen werden unglücklich lieben. Deine Urenkelinnen werden sich vergeblich um Anerkennung bemühen. Deine Töchter, die Töchter deiner Töchter und alle Frauen nach ihnen werden der Männer wegen leiden." (S. 37)
Das ist nun schon viele Generationen her, doch die Geschichten über das mangelnde Liebesglück der bisherigen weiblichen Ahninnen werden in der Familie weitererzählt. Nun sind moderne Zeiten angebrochen, auch in Nigeria, und insbesondere in dieser sonst eigentlich sehr aufgeklärten und wohlhabenden Oberschichtfamilie, die in einem großen Haus lebt und bei der es normal ist, dass auch Frauen eine qualitativ hochwertige und lange Ausbildung genießen und dann in anspruchsvollen Berufen arbeiten.
Der Roman wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen: Ebun ist im Jahr 2000 eine junge Frau, lebt noch im großen, alten Falodun-Familienhaus, gemeinsam mit ihrer Mutter Kemi, ihrer Tante Bunmi, ihrer Cousine Monife und ihrem Cousin, und ist schwanger. Über den Vater des Babys spricht sie nicht, sie wird eine ledige Single-Mutter werden, unterstützt von ihrer Verwandtschaft. Doch noch während Ebuns Schwangerschaft geht ihre Cousine Monife eines Nachts in tiefer Verzweiflung nach einer unglücklichen Liebe ins Meer, um sich das Leben zu nehmen. Als Ebun schließlich ihre Tochter zur Welt bringt, sind alle komplett erstaunt: das neugeborene Baby sieht exakt so aus wie die verstorbene Monife, die Cousine ihrer Mutter.
Die Mutter der Verstorbenen möchte das Kind ihrer Nichte deshalb am liebsten "Motitunde" ("Ich bin wieder da") nennen, doch Ebun setzt sich durch, will ihre Tochter davor bewahren, nur im Schatten einer Verstorbenen leben zu müssen und nennt sie "Eniiyi": "Sie hätte alles gegeben, um Mo wiederzusehen. Sie hatte Mo geliebt. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass sie fortan ohne sie durchs Leben gehen musste. Aber ihr Kind würde nicht das Gefäß sein, das ihre Cousine nutzen konnte, um in dieses Leben zurückzukehren. Man bekam nur ein einziges Leben, und Mo hatte entschieden, was sie mit ihrem machen wollte." (S. 42)
Auch später wird die kleine Eniiyi ihrer verstorbenen Verwandten exakt ähneln, sich bewegen wie sie, sprechen wie sie, eine ähnliche Persönlichkeit zeigen,... sodass nicht nur die Frauen aus der Familie, sondern auch viele andere Menschen, die Monife gekannt haben, völlig erstaunt sind und einige meinen, sie sei die zurückgekehrte Monife. Eine schwere psychische Last, mit der das Mädchen aufwächst - nur ihre Mutter Ebun versucht, sie zu bestärken, sie selbst zu sein.
Auch Monife lernen wir aus ihrer eigenen Perspektive kennen, in den Jahren 1994 bis zu ihrem tragischen Tod im Jahr 2000. Eine sehr selbstbestimmte junge Frau, die sich ihr Leben gestaltet, nicht auf den Mund gefallen und mutig ist. Von dem alten Familienfluch hat sie gehört und doch hat sie erst einmal mit "juju", dem afrikanischen Glauben an Hexerei und Flüche, nichts am Hut und fordert sogar selbstbewusst von einer Mamalawo, einer Art Hellseherin, bei der ihre Mutter viel Geld gelassen hat, dieses zurück... und doch werden sich am Ende die Geschehnisse rund um eine tragische Liebesgeschichte mit einem jungen Igbo-Mann aus einem sehr reichen Elternhaus so zuspitzen, dass sie keinen Ausweg mehr sieht, als ins Meer zu gehen (das ist übrigens die allererste Szene des Buches, also kein Spoiler).
Eine besonders interessante Perspektive war für mich die der heranwachsenden Eniiyi, die wir sowohl als kleines Mädchen zwischen 2006 und 2012 als auch als junge Frau 2024 bis 2025 kennen lernen. Schwer lasten die tragische Familiengeschichte und die Erzählung des Fluches auf ihr, doch mutig versucht sie, sich davon zu befreien, erkennt schon als Jugendliche, dass es ihr nicht gut tut, so viel Zeit mit ihren Verwandten zu verbringen und wünscht sich, ins Internat gehen zu dürfen, was ihr auch gewährt wird. Als junge Erwachsene studiert sie und will nach ihrem Masterabschluss als genetische Beraterin arbeiten, hat also einen naturwissenschaftlichen Hintergrund. Das macht den Roman ganz besonders spannend, denn hier handelt es sich eigentlich um eine aufgeklärte und naturwissenschaftlich denkende junge Frau in der heutigen Zeit, die sich eben nicht von einem alten Familienaberglauben definieren lassen will, aber dennoch ständig von ihrer Umwelt damit konfrontiert wird, dass sie sie so sehr an die verstorbene Monife erinnert.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt wie mit diesem Buch. Es ist sehr interessant und abwechslungsreich erzählt, alle Szenen sind relevant und es ist keine einzige Sekunde auch nur das kleinste Fünkchen Langeweile beim Lesen aufgekommen. Gleichzeitig habe ich wie nebenbei einiges über das Leben von Oberschichtfrauen im modernen Lagos/Nigeria gelernt und insbesondere das Spannungsfeld zwischen den Resten des Glaubens an alte Hexerei-Traditionen und andererseits einem modernen, aufgeklärten Leben, insbesondere bei den jüngeren Frauengenerationen, sehr interessant gefunden.
Um die Geschichte plausibel zu finden, muss man übrigens nicht unbedingt an Hexerei glauben - die meisten Geschehnisse wären auch problemlos durch die Weitergabe dysfunktionaler familiärer Muster in Bezug auf die Partnerwahl und durch die Macht selbsterfüllender Prophezeiungen (Beziehungen scheitern natürlich eher, wenn man von vornherein davon ausgeht, dass sie zum Scheitern verurteilt sein müssen) erklären.
Ich kann das Buch allen, die eine gute Unterhaltung wünschen, die gerne Familiengeschichten lesen und sich für das Nigeria der heutigen Zeit interessieren, wärmstens empfehlen.
Bewertung
4/5
09.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Drei Generationen Frauen, ein Fluch und ganz viel unausgesprochene Geschichte
Stell dir vor, du kommst zur Welt und am selben Tag stirbt deine Tante. Und alle sind überzeugt: Du bist ihre Reinkarnation. So wächst Eniiyi auf. Sie sieht Monife zum Verwechseln ähnlich, obwohl sie sie nie kennenlernen konnte. Statt Erinnerungen hat sie nur Träume. Und Fragen: Was steckt wirklich hinter dem Fluch, der über den Frauen ihrer Familie liegt?
Seit Generationen heißt es: Kein Mann bleibt. Keine Liebe hält. Und irgendwann kehren alle Frauen zurück ins Familienanwesen.
Ich habe das Buch wirklich gern gelesen und gehört. Besonders dieser Frauenhaushalt hat mir gefallen. Drei Generationen, verbunden durch Liebe, Streit, Schweigen, Geheimnisse und den Versuch, etwas zu beenden, das größer wirkt als sie selbst. Und eigentlich geht es hier gar nicht „nur“ um Beziehungen zu Männern. Es geht um Familie. Um Weitergegebenes. Um Dinge, über die nie gesprochen wurde.
Erzählt wird aus den Perspektiven von Monife, Eniiyis Mutter Ebun und Eniiyi. Wir starten mit Monifes Tod und Eniiyis Geburt, springen dann in die Vergangenheit zurück. Dort begleiten wir Monife bei ihrer großen Liebe bis zu dem Punkt, an dem alles zerbricht. Parallel erleben wir Eniiyi als junge Frau, die versucht, ihren eigenen Weg zu finden statt sich über die Gemeinsamkeiten mit Monife zu definieren
Sehr spannend fand ich, wie gezeigt wird, wie sich Abweisung und Verletzungen über Generationen weiterziehen können. So eine Art vererbtes Trauma, das jede Frau anders verarbeitet. Manche kämpfen dagegen an. Andere fügen sich.
Dazu kommt diese leicht mystische. Immer wieder stellt sich die Frage: Ist es wirklich ein Fluch? Oder ist es längst zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung geworden?
Der Schreibstil ist locker, stellenweise richtig humorvoll, ich musste öfter schmunzeln. Es gibt hier und da kleine Längen, aber die haben mich nicht gestört, weil ich einfach gern in dieser Familiengeschichte geblieben bin.
Auch das Setting in Lagos fand ich super atmosphärisch.
Für mich ein toller Roman über
✨ Familie
✨ Geheimnisse und Schweigen
✨ Schwesternschaft, im Guten wie im Schwierigen
✨ Aberglaube vs. Realität
✨ Liebe und die Angst vor ihr
✨ Weitergegebenen Schmerz über Generationen hinweg
Sursulapitschi
4/5
29.10.2025
Hörbuch-Download
Geisterzauber mit Witz und Frauenpower
n Nigeria ticken die Uhren anders. Das kann man hier am Beispiel von Eniiyi verfolgen.
Eniiyi ist eine moderne junge Frau, emanzipiert, weltoffen, gebildet, aber als sie ihren neuen Freund mit nach Hause bringt, dreht ihre Familie durch und ihre Mutter will ihr den Umgang mit dem jungen Mann verbieten. Dabei kennen sie ihn gar nicht.
Eniiyis Familie ist seit Generationen mit einem Fluch belegt, der bewirkt, dass keine der Frauen Glück in der Liebe hat. Noch dazu sieht Eniiyi aus wie das Ebenbild ihre Tante Monife, die am Tag von Eniiyis Geburt starb. Ist sie deren Reinkarnation?
In munteren Zeitsprüngen bekommt man hier die ganze Familiengeschichte erzählt, von der schönen Feromi, gegen die einst ein Fluch ausgesprochen wurde, weil sie einer Frau den Ehemann stahl, bis zu Eniiyi in der Gegenwart, die noch immer davon betroffen ist. Aber ist sie das wirklich, oder lässt der Aberglaube nur alles so aussehen?
Geschickt wird hier zwischen Aberglaube, Geisterzauber und Realität jongliert. Für alles könnte es zu jeder Zeit eine vernünftige Erklärung geben, aber dann ist da doch immer wieder etwas, was ein gar zu großer Zufall sein müsste. Aber Zufälle gibt es doch immer, oder nicht?
Oyinkan Braithwaite erzählt hier eine originelle Familiengeschichte voller Witz und Frauenpower, die Sogwirkung entfaltet und ganz viel nigerianischen Spirit transportiert.
Ich habe das Hörbuch gehört und hatte ein wenig Schwierigkeiten mit der Sprecherin. Sie liest grundsätzlich schön, verkörpert unterschiedlichste Rollen authentisch und lebendig, nur das Tempo ist gewöhnungsbedürftig. Sie spricht sehr schnell und liest trotzdem langsam, deshalb macht es auch nichts besser, wenn die Geschwindigkeit verstellt. Dafür muss ich einen Stern abziehen.
Ein tolles Buch ist es dennoch. Dicke Empfehlung!
drawe
aus Landau
4/5
27.10.2025
Hörbuch-Download
Ein Roman voller Erzählfreude!
Mein Hör-Eindruck:
Auf den Frauen der Familie Falodun liegt ein Fluch. Seine Herkunft ist schnell erklärt: Vor einigen Generationen verfluchte die Ehefrau Nr. 1 die Ehefrau Nr. 2 aus Eifersucht, und seitdem leben die Frauen der Familie Falodun ohne Männer, sie erleben Enttäuschungen und ziehen ihre Kinder allein auf.
Die Autorin nimmt uns mit in ihre Heimat Nigeria, nach Lagos. Wir tauchen ein in ein patriarchalisches System und in eine Gesellschaft, in der Geisterglaube bzw. Spiritualität noch ihren eigenen Stellenwert hat. Über mehrere Generationen hinweg verfolgt der Roman die Auswirkungen des Fluchs, wobei er zwei Frauen deutlich in den Mittelpunkt rückt: Monife, die ihr Leben im Meer beendete, und ihre Nichte Enniyi, die am Tag ihres Todes geboren wurde. Die Nichte ähnelt ihrer Tante so sehr, dass sie als Inkarnation betrachtet wird. Hier öffnet sich das eigentliche Thema des Romans: die Frage nach der eigenen Identität in einer patriarchalischen Gesellschaft, die jeder Frau einen festen Platz zuweist.
Enniiyi kehrt zwar nach dem Studium wieder in das Haus ihrer Großmutter und Mutter zurück, aber sie verweigert sich der Zuweisung einer festen Rolle und damit auch der Vorstellung einer Reinkarnation. Sie beharrt auf ihrer eigenen Autonomie. Dazu gehört auch, dass sie die Angst der Familie vor dem Wasser beendet und in unendlich vielen Schwimmstunden sich die Herrschaft über das Wasser erobert. Hier spielt die Autorin eindrucksvoll mit der Metapher Wasser, das sie als Bild für den Fluch, aber auch als Bild für die gesellschaftliche Determiniertheit der Frau einsetzt. An anderen Stellen aber „verwässert“ die Metapher leider. Wenn sich z. B. in Monifes ehemaligen Zimmer ein feuchter Fleck zeigt, dann verliert die Metapher ihre Wucht und wird banal. Trotzdem: Ennniyi schwimmt sich buchstäblich frei, und damit verliert auch der Fluch seine Wirkung.
Da der Fluch sich auf das Liebesleben der Falodun-Frauen bezog, handelt der Roman fast ausschließlich von Liebesfreud und mehr noch Liebesleid. Ob das die Großmutter ist, die für viele Geld die Juju-Zauber zelebriert, um ihren untreuen Ehemann seiner neuen Familie zu entreißen, oder deren Schwester, die unermüdlich auf Männerfang geht und die Opfer dann abzockt – nach wie vor definieren sich die Frauen über Ehe und Familie, und als Leser fragt man sich gelegentlich, ob nicht etwas weniger Liebesgedöns – das zu unnötigen Längen führt - und dafür mehr Außenwelt das Bild vervollständigt hätte. Immerhin ist eine der Frauen Schulleiterin und Enniyi hat Humangenetik studiert, also beinhaltet ihr Leben sicher noch andere Facetten. Enniyi handelt jedoch mit einer gewissen Logik: sie entzieht sich dem Fluch nicht nur durch ihr Freischwimmen, sondern auch dadurch, dass sie den Dunstkreis der Familie und ihr Land verlässt.
Trotz der Längen: der Roman besticht durch das Erzähltalent der Autorin und ihre Erzählfreude. Beides wird von der Sprecherin sehr schön umgesetzt.
3,5/5*
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5/5
05.02.2026
eBook (ePUB 3)
Schon nach wenigen Seiten ein Jahreshighlight!
In "Der Fluch der Falodun Frauen" begleitet man die Frauen der Familie Falodun durch die Jahrzehnte. Man erfährt nicht nur vom "Fluch", der auf den Frauen liegt, sondern taucht ein in die Geschichte jeder einzelnen und in die Geschichte ihres Landes. Voller mythischer Erzählungen ist das Buch viel mehr als ein Roman. Es ist der Blick über den Tellerrand, das Eintauchen in eine "andere Welt" und die Geschichte, die einen auch nach dem Lesen eine Weile nicht mehr loslässt. Schon nach wenigen Seiten wusste ich: das wird ein Jahreshighlight.
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4/5
24.11.2025
Hörbuch-Download
Generationen an Frauen scheitern an der Liebe
Dank Feranmis Dreistigkeit werden sie und alle ihre Nachfahrinnen verflucht. Keiner Falodun-Frau gelingt es mehr, einen Mann zu halten. Als Monife sich dem Meer hingibt und in der Tochter ihrer Cousine wiedergeboren wird, scheint das Grauen seinen Höhepunkt zu erreichen. Obwohl Ebun darum kämpft, ihrer Tochter ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, wandelt Eniiyi auf Monifes Pfad. Afrikanischer Alltag und unerklärlicher Zauber verweben sich zu einer dramatischen Geschichte. Braithwaite ist eine unglaublich gute Erzählerin, ihre Worte klingen noch lange nach.
Anja Herden hat eine samtig weiche Altstimme und vertont die afrikanischen Worte so natürlich, dass sie mit dem übrigen Text verschmelzen.
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