Rezension
»Spinoza sorgfältig zu lesen, das heißt, die Welt seiner Philosophie zu betreten, bedeutet, sich in einer verwirrenden Landschaft wiederzufinden, die aller vertrauten Bezugspunkte beraubt ist. Wer jedoch Balibars Weg folgt, wird in dieser Landschaft unsere eigene Gegenwart entdecken, allerdings in einer Form, die so verfremdet ist, dass wir uns die Möglichkeit vorstellen können, über sie hinauszugehen.« Warren Montag, Occidental College, Los Angeles
»Balibar ist im deutschsprachigen Raum hauptsächlich als Theoretiker der Demokratie und des Marxismus sowie für seine Arbeiten zu Rassismus, Nation, (Staats-)Bürgerschaft und Gewalt bekannt. [...] Seine Arbeitsweise ist stark von Praktiken der Lektüre, der Übersetzung und der beständigen Infragestellung fremder wie auch eigener Positionen gekennzeichnet. [...] Entsprechend hat Balibar auch kaum Monografien im engeren Sinne geschrieben. Spinoza et la politique , das nun in einer gelungenen Übersetzung von Stephan Gregory beim Verlag tentare erschienen ist, bildet zusammen mit La philosophie de Marx aus dem Jahr 1993 eine Ausnahme. [...] Spinoza und die Politik eignet sich hervorragend, um interessierte Leser*innen mit Grundmotiven dieser Theorieströmung bekannt zu machen. Balibar widmet sich Spinozas Philosophie als einem historisch situierten Denken. Anhand eingehender Lektüren von Spinozas Hauptwerken will er zeigen, dass dessen Überlegungen und Argumente nicht das Ergebnis abstrakter metaphysischer Spekulationen sind, sondern vor dem Hintergrund konkreter politischer Konflikte des 17. Jahrhunderts entwickelt und formuliert wurden.« Ivo Eichhorn, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Rezension für Soziopolis .