Norwich, England, 1901. Hier lebt die 12-jährige Edith Holler im Theater ihres herrschsüchtigen Vaters. Seit ihrer Geburt darf sie das Gebäude nicht verlassen, Edith kennt die Welt draußen nur über Zeitungen und Bücher, die sie verschlingt. So kommt sie einem skandalträchtigen Geheimnis auf die Spur, an dessen Aufklärung eine bestimmte Person ganz und gar nicht interessiert ist. Es beginnt ein Kampf zwischen der mächtigsten Frau der Stadt und dem blassen Mädchen aus dem Holler-Theater. In einer märchenhaft-skurrilen Welt aus Horror und Humor, Gothic und Geistern erzählt Edward Careys neuer Roman von einem resoluten Mädchen, das sich nicht mundtot machen lässt und in einem unermüdlichen Kampf um die eigene Freiheit eine ganze Stadt auf den Kopf stellt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
4/5
21.07.2025
eBook (ePUB)
Mal was anderes
Dieses Buch ist wirklich mal was anderes. Die Handlung an sich ist auf der einen Seite schon etwas gruselig, aber auf der anderen so seltsam und mit trockenem Humor, dass sie schon wieder echt lustig ist.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und mit den Illustrationen vom Autoren selbst, ist es nochmal was ganz Besonderes. Ich kann diese Geschichte wirklich sehr empfehlen.
Renas Wortwelt
5/5
19.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die wundersame Geschichte eines kleinen Mädchens, welches das Geheimnis einer Stadt aufdeckt
Was für ein Roman! Eine verrückte, aber gelungene Mixtur aus Fantasy, Horror, Märchen, Historie, Grusel, Drama und obendrauf die faszinierende Beschreibung des englischen Theaters zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Ein Roman, den man langsam lesen muss, in kleinen Dosen, denn zu viel davon auf einmal könnte verstören, erschrecken. Die Geschichte um die kleine Edith Holler, die im Jahr 1901 zwölf Jahre alt ist und wegen eines Fluchs das Gebäude des Theaters in der Stadt Norwich, welches ihr Vater führt, niemals verlassen darf.
Der Fluch, den eine Verwandte bei Ediths Geburt aussprach, besagt, dass das Theater einstürzen würde, sollte das Mädchen jemals das Haus verlassen und auf die Straße treten. Edith selbst ist kränklich und könnte dabei sterben. So ist ihr Vater stets ungemein besorgt um seine Tochter und alle Beschäftigen im Theater, darunter Ediths diverse Onkel und Tanten, sind bestrebt, das Kind zu beschützen.
Immerhin darf Edith in einer Art Schaukasten kleine Stücke aufführen, aber sie darf niemals sprechen. Dabei ist das Mädchen hochintelligent, hat eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und ist darüber hinaus auch noch schriftstellerisch begabt. Um sich zu beschäftigen, liest sie viel, alles, was ihr an Büchern in die Finger gerät. Bei dieser Lektüre alter Aufzeichnungen und Geburts- und Sterbelisten fällt ihr auf, wie viele Kinder in der Vergangenheit aus Norwich verschwanden.
Seit vielen Jahrhunderten verschwinden immer wieder Kinder, tauchen niemals wieder auf. Und anscheinend hat niemand hinterfragt, wo sie blieben, was aus ihnen wurde. Edith beschäftigt diese Frage sehr und sie beginnt, zu kombinieren, zu überlegen. Dabei vertieft sie sich immer mehr in die Stadtgeschichte, die viele skurrile Charaktere hervorbrachte, darunter die sogenannte Maw Meg, eine Vorfahrin der heutigen Fabrikbesitzerin Margaret Unthank (nomen est omen!). In ihrer Fabrik wird „Käfermarmelade“ hergestellt, die, wie der Name sagt, aus Käfern produziert wird.
Schließlich beginnt Edith, ein Theaterstück zu schreiben, in welchem sie darlegen will, was wirklich mit den verschwundenen Kindern geschah.
Besagte Margaret nun wird die neue Frau von Ediths Vater und damit beginnen die Probleme erst so richtig. Denn die Frau entpuppt sich als das Sinnbild jeder bösen Stiefmutter und es kommt noch viel, wirklich viel schlimmer.
Ab jetzt beginnt der Roman endgültig, ins Absurde, Skurrile und Gruselige abzudriften. Dabei bleibt er stets hochspannend, immer auch voller Witz und Ironie. Die Figuren, all die Onkel und Tanten Ediths sind vollgestopft mit Absonderlichkeiten, merkwürdigem Verhalten, doch auch liebenswert, manchmal tollpatschig, manchmal hinterlistig hilfreich für Edith.
Die Ereignisse werden immer spukhafter, fantastischer, verrückter. Doch man kann nicht aufhören zu lesen, weil man unbedingt erfahren will, wie es Edith ergeht, ob es ihr gelingt, sich gegen die böse Margaret durchzusetzen und der Stadtbevölkerung zu zeigen, was mit ihren Kindern geschah.
Dieses Buch passt in keine Schublade, die Handlung so zusammenzufassen, dass man sie versteht, ist kaum möglich.
Dazu kommen noch die genialen, teils verstörenden, teils witzigen Zeichnungen, die den Text auflockern und aus der Feder des Autors selbst stammen.
So kann ich den Roman uneingeschränkt empfehlen, zumindest für Leser:innen mit guten Nerven, mit einen Sinn für gruseligen Humor, mit Gespür für einen immens guten Schreibstil, einen immens guten Autor. Schon den Roman „Petite“ von Edward Carey mochte ich sehr, der ähnlich fantasievoll ist, aber weniger spooky.
Edward Carey - Edith Holler
C.H.Beck, März 2025
Gebundene Ausgabe, 428 Seiten, 28,00 €
Bewertung
5/5
13.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich
Edith Holler sprengt jeden Rahmen. Sie ist wild, mutig, außerordentlich lustig und komplett unvorhersehbar. Es ist unmöglich, ihre Geschichte in ein Genre zu zwängen; Horror, Fantasy, Humor, sie ist alles und noch viel mehr. Selbst die Grenze zwischen Epik und Dramatik verläuft hier fließend. Dieses Buch ist ein absolutes Abenteuer.
Und jeder Charakter hat eben das: Charakter. Wir treffen ein außerordentliches Ensemble an schrägen Vögeln, ganz vielen Käfern und einer vielschichtigen Protagonistin, die man gerne noch länger begleiten würde.
Abgerundet wird dieses Abenteuer von einem Buch durch gespenstische Zeichnungen des Autors selbst, der -offensichtlich- alle mögliche Kreativität und Liebe zum Detail in diese 420 Seiten gegossen hat.
MarcoL
aus Füssen
5/5
29.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Genial aufgebauter Spannungsroman über ein Mädchen in einem alten Theater. Geister! Märchen! Fantasy! Große Leseempfehlung!
Edith Holler ist ein zwölfjähriges Mädchen, abgeschirmt von der Außenwelt. Sie lebt in einem Theater in Norwich, welches ihr Vater leitet. Sie hat zwar genug Kontakte zu all den Mitarbeitern im Haus – die meisten sind Tanten und Onkels. Aber sie darf die Straße vor der Türe nicht betreten, sonst stürzt das Gebäude ein und das letzte verbliebene Theater in Norwich – man schreibt das Jahr 1901 – würde verschwinden. Ein schwerwiegender Fluch liegt auf Edith.
Edith hat sich so gut es geht eingerichtet. Sie schreibt sogar ein dramatisches Stück über die Geschichte der Stadt. Denn in der Marmeladenfabrik geschehen furchtbare Dinge, und laufend verschwinden Kinder. Edith glaubt, dem Geheimnis auf die Spur gekommen zu sein … eine sehr grausame Entdeckung will sie in dem Stück enthüllen. Und dann will just ihr geliebter Vater die Besitzerin der Käfermarmeladenfabrik heiraten (vor allem des Geldes wegen um das Theater zu erhalten). In Ediths Drama, welches schon fleißig einstudiert wird, sitzt das Böse aber genau dort. Ein Konflikt … ein großer, böser Konflikt ... spannend, sage ich euch!
Der ganze Roman, der anfänglich für mich etwas Anlaufschwierigkeiten ob der ausschweifenden Erzählungen rund um Ediths Alltag mit all ihren Verwandten hatte, entpuppt sich als genial gestrickte Spannungslektüre mit so vielen unterschiedlichen Genreelementen. Fantasy, Horror, Geistergeschichte. Sogar etwas Gothic schwebt zwischen den Zeilen herum. Es darf ein wenig versteckte Gesellschaftskritik auch nicht fehlen, die leider Tag für Tag aktueller wird. Stichwort: Geld gegen Bildung.
Und das ganz tolle dabei: So realistisch das komplette Setting rund um Edith ist, und man glaubt wirklich an all die Geister, kommen einem doch wieder Zweifel, ob das nicht alles nur eine Ausgeburt von Ediths überbordender Fantasie ist, oder gar Wahnvorstellungen sind. Der Autor versteht es hier perfekt, die Wahrheit versteckt zu halten und die Leser*innen selbst entscheiden zu lassen. Es gibt natürlich eine Auflösung in einem tollen Showdown, die hier natürlich nicht verraten wird.
Der Roman von Edward Carey ist ein sehr klug aufgebauter Pageturner – ok, das mit dem pageturnen beginnt vielleicht erst so ab Seite 100, bis dahin muss man einfach durch (ist aber nicht langweilig) – doch dann geht die Post ab. So richtig. Ein Märchen, eine Geistergeschichte, eine Horrorgeschichte, ein Fantasyroman, ein Drama. Vor allem eins: ein schlaues Buch über den Wunsch der Selbstverwirklichung entgegen allen Steinen, Felsen und Gebirgen, die einem so in den Weg gelegt werden. Hervorzuheben ist natürlich auch die Übersetzung von Cornelius Hartz.
Illustrationen des Autors ergänzen die Handlung in angemessener Weise.
Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für diesen höchst außergewöhnlichen Roman.
MarcoL
aus Füssen
5/5
29.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Genial aufgebauter Spannungsro…
Genial aufgebauter Spannungsroman über ein Mädchen in einem alten Theater. Geister! Märchen! Fantasy! Große Leseempfehlung! Edith Holler ist ein zwölfjähriges Mädchen, abgeschirmt von der Außenwelt. Sie lebt in einem Theater in Norwich, welches ihr Vater leitet. Sie hat zwar genug Kontakte zu all den Mitarbeitern im Haus – die meisten sind Tanten und Onkels. Aber sie darf die Straße vor der Türe nicht betreten, sonst stürzt das Gebäude ein und das letzte verbliebene Theater in Norwich – man schreibt das Jahr 1901 – würde verschwinden. Ein schwerwiegender Fluch liegt auf Edith. Edith hat sich so gut es geht eingerichtet. Sie schreibt sogar ein dramatisches Stück über die Geschichte der Stadt. Denn in der Marmeladenfabrik geschehen furchtbare Dinge, und laufend verschwinden Kinder. Edith glaubt, dem Geheimnis auf die Spur gekommen zu sein … eine sehr grausame Entdeckung will sie in dem Stück enthüllen. Und dann will just ihr geliebter Vater die Besitzerin der Käfermarmeladenfabrik heiraten (vor allem des Geldes wegen um das Theater zu erhalten). In Ediths Drama, welches schon fleißig einstudiert wird, sitzt das Böse aber genau dort. Ein Konflikt … ein großer, böser Konflikt ... spannend, sage ich euch! Der ganze Roman, der anfänglich für mich etwas Anlaufschwierigkeiten ob der ausschweifenden Erzählungen rund um Ediths Alltag mit all ihren Verwandten hatte, entpuppt sich als genial gestrickte Spannungslektüre mit so vielen unterschiedlichen Genreelementen. Fantasy, Horror, Geistergeschichte. Sogar etwas Gothic schwebt zwischen den Zeilen herum. Es darf ein wenig versteckte Gesellschaftskritik auch nicht fehlen, die leider Tag für Tag aktueller wird. Stichwort: Geld gegen Bildung. Und das ganz tolle dabei: So realistisch das komplette Setting rund um Edith ist, und man glaubt wirklich an all die Geister, kommen einem doch wieder Zweifel, ob das nicht alles nur eine Ausgeburt von Ediths überbordender Fantasie ist, oder gar Wahnvorstellungen sind. Der Autor versteht es hier perfekt, die Wahrheit versteckt zu halten und die Leser*innen selbst entscheiden zu lassen. Es gibt natürlich eine Auflösung in einem tollen Showdown, die hier natürlich nicht verraten wird. Der Roman von Edward Carey ist ein sehr klug aufgebauter Pageturner – ok, das mit dem pageturnen beginnt vielleicht erst so ab Seite 100, bis dahin muss man einfach durch (ist aber nicht langweilig) – doch dann geht die Post ab. So richtig. Ein Märchen, eine Geistergeschichte, eine Horrorgeschichte, ein Fantasyroman, ein Drama. Vor allem eins: ein schlaues Buch über den Wunsch der Selbstverwirklichung entgegen allen Steinen, Felsen und Gebirgen, die einem so in den Weg gelegt werden. Hervorzuheben ist natürlich auch die Übersetzung von Cornelius Hartz. Illustrationen des Autors ergänzen die Handlung in angemessener Weise. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für diesen höchst außergewöhnlichen Roman.
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