n ihrem neuen Roman erzählt Theres Roth-Hunkeler die Geschichte des „Damenprogramm“ (2023) weiter. Dabei zielt sie aufs Ganze und stellt sieben Frauen ins Zentrum einer ungeschminkten Refelxion über das Altern. Sehr klug, sehr nah und aufregend ehrlich.
Die Freundinnen Anna und Ruth haben ein spezielles Programm auf die Beine gestellt und nun treffen die ersten „Damen“ in Ruths Tessiner Anwesen ein: Fünf Frauen in den vielleicht „besten Jahren“, alle so individuell wie ihre Lebensgeschichten, wollen sich produktiv und provokativ mit dem Alter auseinandersetzen. Dabei schwanken sie zwischen Aufatmen und Bedauern, dass die „jungen Jahre“ längst vorbei sind verabschieden nach und nach Klischees und Mythen über ältere Frauen. Und während ihre Vorhaben Gestalt annehmen, entwickeln sich Freundschaften und ein überraschend humorvolles Miteinander, aber auch Konflikte, die gelöst werden wollen. Als die Frauen drei Monate später Ruths Anwesen verlassen, ist rein gar nichts mehr wie zuvor. „Damenprogramm“ und „Damentour“, zwei starke Romane, die auch unabhängig voneinander gelesen werden können.
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Wie altern Frauen?
Bewertung aus Claußnitz am 18.10.2025
Bewertungsnummer: 2629238
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr ehrliches Buch über das Altern von Frauen. Die Freundinnen Anna und Ruth testen ein spezielles Programm für fünf Frauen in den „besten Jahren“. Lerne Vera, Hella, Claudia, Louise und Mathilde kennen. Zum Beispiel Louise, die schüchterne Glücksforscherin und Mathilde, die mit großer Leidenschaft kocht. Ihre Lebensgeschichten sind individuell und ihre Charaktere total unterschiedlich. Jede der Frauen bringt natürlich ihre eigenen Meinungen, Ansichten und Erlebnisse mit. Wie werden sie sich in den drei Monaten weiterentwickeln? Wird es Konflikte geben? Selbstfindung und Freundschaft im späten Lebensabschnitt entwickeln sich Schritt für Schritt bei den Frauen. Wunderbare Alltagssituationen und zwischenmenschliche Probleme regen zum Nachdenken an. Die mundartlichen Begriffe am Ende des Buches vervollständigen es.
Wie fühlt man, was denkt man,…
Bewertung aus Marl am 28.11.2025
Bewertungsnummer: 3017856
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie fühlt man, was denkt man, nach so vielen gelebten Jahren, Auseinandersetzung und Aufarbeitung zugleich Ruth und ihre Freundin Anna planen, eine ganz eigene Konstellation zu schaffen, eine Zusammenkunft einer Gruppe von Frauen, aufs Ruths Anwesen. Die Fünf, die dann anreisen, sind sehr verschieden, was ja eigentlich auch nicht anders sein kann, denn alle sind schon ein paar Jahre mehr auf dieser Welt und haben ihren Anteil am Dasein erlebt. Das hat aus jeder Einzelnen der Protagonistinnen etwas gemacht und nun sind sie hier, um sich in diesem schönen Ambiente auseinanderzusetzen, mit dem Älterwerden, ja eigentlich dem Ältersein. Man geht in sich, soweit man das aushalten kann. Aber der Hauptaugenmerk ist auf ein Aufarbeiten in der Gemeinschaft, miteinander und manchmal auch in Konfrontation, ausgerichtet. Das ist spannungsreich und freundschaftlich zugleich, gespickt mit Wahrheiten, in allen Varianten, nicht immer schön und auch nicht immer sympathisch. Und beim Betrachter, dem Leser, der hier eingeladen wird, teilzuhaben, kommen nicht nur positive Gefühle auf. Aber das ist auch nicht gewollt. Denn hier soll sich niemand fügen, sich positiv verkaufen, sich nicht so verhalten, Altersentsprechend, den Erwartungen der Gesellschaft angepasst. Hier geht es um jeden Einzelnen als Mensch und noch ist das Leben nicht vorbei, nein, ist es nicht. Und als es zu Ende ist, dieses dreimonatige 'Experiment', ist viel geschehen, in jedem drin. Und für alle wird es nun, bewusst und fokussiert, weitergehen, selbstgewählt, hin zu einem selbstbestimmtes Sein. Diese Geschichte, sie zu lesen, war interessant und spannend, gerade weil gleichzeitig nichts und doch so viel passiert. Und man bleibt zurück, nimmt 'sein ganz eigenes Ding davon mit', mit vielen Denkanstößen und Gelegenheit zur Selbstreflexion. Es geht gar nicht anders.
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