Die 26-jährige Jule flüchtet nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung. Niemals hätte geschehen dürfen, was geschehen ist. Bei ihren Eltern will sie in Ruhe entscheiden, wie es weitergehen soll. Dann trifft die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter ein, und damit tun sich Abgründe auf. Warum hat Jules Mutter nie von ihr oder der eigenen Kindheit erzählt? Als sie gemeinsam den Nachlass der Großmutter in dem Haus am Waldrand ordnen, findet Jule Spuren lang zurückliegender Ereignisse, die bis in die Gegenwart hinein ihre zerstörerische Macht entfalten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Fredhel
5/5
03.08.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Gewalt
Dies ist ein Roman, der sich um häusliche Gewalt dreht, um einen Mann, der durch körperliche Gewalt Frau und Töchter tyrannisiert.
Erzählt wird die Geschichte dieser Familie aus der Sicht der jüngeren Tochter, Maja. Die Erzählweise der Autorin passt sich einfühlsam der kindlichen Gefühlswelt an.
Es gibt aber auch einen Handlungsstrang der Gegenwart, der von der Tochter von Majas großer Schwester, erzählt wird. Sie flüchtet zu ihren Eltern, nachdem sie ihren Freund auch zum ersten Mal gewalttätig erlebt hat und er sie nun mit Entschuldigungen, Erklärungen und Versprechungen zurückgewinnen möchte.
Das Buch zeigt zwei Seiten dieser toxischen Konstellationen. Maja zeigt deutlich, wie verloren und hilflos sich eine Kinderseele in so einer unberechenbaren Familiensituation fühlen muss.
Jule als erwachsene Frau zeigt anschaulich, wie sehr man sich danach sehnen kann, einem geliebten Menschen zu glauben und ihm zu verzeihen. Wie so eine Entscheidung einen zerreißen kann und wie man damit fertig wird.
Das Thema des Buches geht unter die Haut. Die Sprecherin versteht es, mit dem Text einfühlsam umzugehen.
Bewertung
aus Stadthagen
5/5
01.08.2025
Hörbuch-Download (MP3)
ein wichtiger, schweres auszuhaltender Roman
Kira Mohn schafft es, ein schwieriges Thema in einem wunderbaren Stil zu transportieren. Es ist emotional, tiefgründig und teilweise schwer zu ertragen. Das Thema Gewalt in der Familie sowie dessen Auswirkungen sind eines, das so eine weitere, wichtige Stimme bekommt. Auch wenn es für mich als Leserin teilweise sehr schwer war, hat es mich gepackt - die zwei Perspektiven und der Erzählstil übten einen Sog aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Auch sehr empfehlenswert ist das Hörbuch, welches noch einmal mehr berührt.
Lena
aus Essen
5/5
31.07.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Eine aufwühlende Geschichte über häusliche Gewalt
Der Roman "Die Nacht der Bärin" von Kira Mohn handelt über häusliche Gewalt. Man sollte sich jedoch nicht davon abschrecken lassen. Denn die Geschichte wird sehr feinfühlig und emotional erzählt. Ich hatte am Ende des Hörbuches eine Gänsehaut!
Die Protagonistin Jule fährt zu ihren Eltern, da sie sich mit ihrem Freund gestritten hat. Sie will noch nicht wahrhaben, was passiert ist. Doch dann erfährt sie dort von dem Tod ihrer Großmutter. Zusammen mit ihrer Mutter fährt sie zum alten Haus, wo sich Schlimmes in der Vergangenheit abgespielt hatte.
Der packende und tiefgründige Schreibstil hat mich sofort gefesselt. Man erfährt nach und nach, was bei dem schlimmen Streit mit Jule passiert ist. Ich konnte mich gut in sie hineinfühlen.
Dann gibt es eine weitere Erzählperspektive von zwei Mädchen, die zu Hause sehr viel Angst haben. Man weiß am Anfang erstmal nicht, wer diese Mädchen sind. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich schwer und die Geschichte von den beiden geht ans Herz.
Das Hörbuch wird von Anne Sofie Schietzold gelesen. Ihre Stimme passt perfekt zu dieser Geschichte. Sie liest an den richtigen Stellen emotional und einfühlsam und man kann die Perspektiven unterscheiden. Durch ihre Art des Lesens konnte mich das Buch noch mehr berühren, da es sehr lebhaft wirkte. Mir kamen öfters die Tränen.
Fazit: Als Hörbuch wird die Geschichte noch lebendiger. Der Roman hat mich sehr aufgewühlt und gefesselt. Zu der Thematik hat Kira Mohn noch ein berührendes Nachwort geschrieben. Eine große Empfehlung!
Esther N.
Book Circle Community
5/5
23.07.2025
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Zwischen Schweigen und Wahrheit
Kira Mohns “Die Nacht der Bärin” ist ein tief bewegender Roman über familiäre Gewalt, generationsübergreifende Traumata und den schwierigen Weg zur Selbstermächtigung. Die Autorin greift ein sensibles Thema mit grosser Empathie und erzählerischer Kraft auf.
Im Mittelpunkt steht Jule, die nach einem gewalttätigen Vorfall mit ihrem Partner Zuflucht bei ihren Eltern sucht. Dort wird sie Zeugin eines seltsamen Moments: Ihre Mutter erhält die Nachricht vom Tod ihrer eigenen Mutter – und reagiert auffallend emotionslos. Jule beginnt nachzuforschen und stösst auf ein dunkles Familiengeheimnis, das weit in die Vergangenheit reicht.
In eindrucksvollen Rückblenden wird die Kindheit von Jules Mutter erzählt. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester erschuf sie sich eine Fantasiewelt, um der Gewalt des Vaters zu entkommen. Die Szenen häuslicher Gewalt sind erschütternd, besonders weil die Mutter der Mädchen tatenlos zusieht. Die Schwestern versuchen, sich gegenseitig Halt zu geben – ein stiller, aber kraftvoller Akt der Solidarität.
Besonders hervorheben möchte ich die Sprecherin Anne Sofie Schietzold, die mit ihrer ruhigen, eindringlichen Stimme eine dichte, atmosphärische Stimmung schafft. Sie verleiht den Figuren Tiefe und bringt die Emotionen der Geschichte auf sehr authentische Weise zum Ausdruck. Ihre Interpretation hat das Hörerlebnis für mich noch intensiver gemacht.
Das Nachwort hat mich besonders bewegt – es wirkte so persönlich und eindringlich, dass ich mich fragte, ob die Autorin selbst Erfahrungen mit dem Thema gemacht hat oder aus dem Umfeld berichtet. In jedem Fall gelingt es ihr, die Dynamik häuslicher Gewalt mit grosser Sensibilität und Tiefe darzustellen. Kira Mohn beschreibt darin, wie häusliche Gewalt oft schleichend beginnt – nach einer Phase der Verliebtheit, fast unmerklich. Sie macht deutlich, wie sehr sich Betroffene schämen und versuchen, das Erlebte zu verbergen – oft aus Angst oder dem Wunsch, ihre Kinder zu schützen.
Newspaper
aus Wachtendonk
5/5
15.07.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Wenn Schweigen Wunden reißt
In „Die Nacht der Bärin“ entführt Kira Mohn die Hörer:innen auf eine stille, aber tief erschütternde Reise irgendwo zwischen Wald, Wirklichkeit und Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht Jule, 26 Jahre alt, die nach einem handfesten Streit mit ihrem Freund plötzlich erkennen muss: Das, was sie erlebt, war Gewalt. Sie zieht sich zurück, sucht Zuflucht bei ihren Eltern und wird dort mit dem Tod ihrer Großmutter konfrontiert, einer Frau, zu der nie eine echte Beziehung bestand. Doch als Jule gemeinsam mit ihrer Mutter das alte Haus der Großmutter aufräumt, kommen Dinge ans Licht, die das Bild der Familie für immer verändern.
Mohn erzählt ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen: Während wir Jule in der Ich-Perspektive durch die Gegenwart begleiten, entfaltet sich parallel die Kindheitsgeschichte ihrer Mutter und Tante – erzählt in einer stillen, fast märchenhaft entrückten Rückblende. In dieser Vergangenheit steckt viel Dunkelheit: emotionale Kälte, häusliche Gewalt und die stille Not von Kindern, die sich in Fantasiegeschichten flüchten, weil die Realität keinen Schutz bietet. Das Schöne an dieser Konstruktion ist, dass beide Erzählstränge nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich gegenseitig kommentieren, spiegeln und vertiefen.
Als Hörbuch funktioniert dieser Wechsel besonders gut. Die einfühlsame Stimme von Anne Sofie Schietzold verleiht Jules Perspektive etwas Warmes, etwas Verletzliches – ohne jemals sentimental zu klingen. Der Text selbst bleibt klar und zurückhaltend, ohne große Dramen, aber mit einer leisen Wucht, die sich Kapitel für Kapitel verstärkt. Besonders eindrucksvoll sind die kurzen Einschübe: einzelne Sätze, Gedanken oder Erinnerungsfetzen die sich wie Splitter zwischen die Erzählung schieben und das emotionale Gewicht verdichten.
Trotz des schweren Themas gelingt es der Autorin, die Geschichte zugänglich zu halten. Sie schreibt nie plakativ oder dramatisierend, sondern mit viel Gespür für Zwischentöne. Die Art, wie sie von familiärem Schweigen, alten Verletzungen und dem Erkennen von Mustern erzählt, ist sensibel und respektvoll. Am Ende ist es eine Geschichte über Befreiung, über die Kraft des Hinschauens und die Hoffnung, dass Schmerz nicht für immer weitergegeben werden muss.
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5/5
13.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch das nachhallt...
Jule flüchtet nach einem tatkräftigen Streit mit ihrem Freund zu ihren Eltern. Um Nachzudenken, Abstand zu kriegen, über das was geschehen ist. Doch dann erreicht sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter und ihre sonst so souveröne und stabile Mutter läßt kurz hinter ihre Maske blicken. Was war da früher? Warum hatten sie keinen Kontakt mehr, ist sie so emotionslos und distanziert, was ist damals passiert?
In zwei Erzählsträngen verwebt sich Jules Suche im Jetzt nach Antworten, die ihr ihre Mutter nicht geben kann oder will, mit der kindlich-naiven Darstellung der familiären Situation von Maja und ihrer älteren Schwester Anna (Jules Mutter): Um die häusliche Gewalt der sie ausgesetzt waren, deren emotionalen Selbstschutz und der Nacht als die Bärin auftauchte...
Ein eindrückliches und wichtiges Buch, das nachhallt und einen auch danach nicht loslässt...
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4/5
14.02.2026
eBook (ePUB)
Thema:Häusliche Gewalt
Auch dieser Roman von Kira Mohn ist sehr emotional und macht einen sprachlos. Das Thema "häusliche Gewalt" kommt leider in unserer Gesellschaft so häufig vor und manche Stellen des Buches gehen einem doch sehr nahe... Aber leider ist dies die Realität. Sehr gut geschrieben!
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