Im zweiten Band der Trilogie wird der Nachwuchs von Henry Wohlgeborn in Sitka (Alaska) in einen Familienkonflikt hineingezogen, dessen Ursprünge im ersten Band liegen. Damit verwoben wird das Verhältnis zwischen den Tlingit zu den einstigen russischen Kolonisten erörtert. Zentrales Motiv des zweiten Teils ist der Umgang mit einem belastenden Erbe sowohl im privaten als auch im historischen Kontext. Überschneidungen von Beweggründen verstellen allen Beteiligten den klaren Blick auf die Ereignisse. Die Romanhandlung zeigt, wie menschliches Handeln und Bewerten durch die subjektive Perspektive bestimmt wird, gerade wenn man sich auf das Allgemeinwohl beruft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Glauchau
5/5
27.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Wenn die Vergangenheit die Fäden zieht...
„...Was unsere Väter miteinander zu tun hatten, geht uns nichts an. Verantwortung vererbt sich nicht...“
So einfach, wie Senja sich das vorstellt, ist es aber leider nicht. Das bekommen sie und Henry Jr. bald zu spüren.
Der Autor hat eine spannende Fortsetzung seiner historischen Romanreihe geschrieben. Obwohl ich den ersten Teil nicht kenne, hatte ich kein Problem, der Handlung zu folgen. Wesentliche Fakten aus der Vergangenheit sind geschickt in der Handlung integriert.Was wie eine moderne Version des Dramas um Romeo und Julia beginnt, erweist sich als tiefgründige Erzählung.
Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die gesellschaftlichen Probleme auf den Punkt und beleuchtet in vielen Dialogen die komplexen Beziehungen der Protagonisten.
Die Geschichte spielt in Alaska. Im folgenden Zitat schwingt eine Prise Sarkasmus mit.
„...Was hatte man damals im Kongress geätzt, man habe sich den teuersten Eiswürfel der Welt andrehen lassen. Zu Recht hätten die Russen den Standort am Ende der Welt verscherbelt...“
Im Mittelpunkt stehen drei Familien. Das ist zum einen die Familie Wohlgeborn, zu der Henry gehört, zum anderen Senjas Familie namens Hrosenko. Zu Familie Erikson gehört als Mutter Mina, die aus dem Stamme der Tlingit kommt.
Neben den privaten Problemen entwickelt sich auch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung im Ort. Es wird dringend ein neuer Hafen benötigt. Der aber soll genau an der Stelle gebaut werden, wo sich eine heilige Stätte der Tlingit befindet.
„...Vor drei Generationen stand genau an dieser Stelle ein befestigte Siedlung der Tlingit. […] Nun die Pfähle sind so etwas wie ein Stammbaum und erzäeeln davon, zu welchem Clan die Bewohner eines Gemeinschaftshauses gehört haben...“
Die Meinungen prallen hart aufeinander. Ist es richtig, die Angehörigen der Tlingit zu brüskieren? Gibt es nicht vernünftige Alternativen?
Unter den Jugendlichen kommt es derweil zu Intrigen, Verleumdungen und Eifersüchteleien. Die Grenzen sind nicht klar auszumachen. Sie gehen zum Teil mitten durch die Familien.
Gut gefällt mir, wie nicht nur historische Aspekte der Besetzung von Alaska, sondern auch die Sagen und Legenden der Tlingit in das Geschehen integriert werden.
Am Ende bleibt zwar die eine oder andere Frage offen. Das aber deutet auf eine Fortsetzung der Geschichte hin.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Neben den offensichtlichen Zwistigkeiten wird deutlich herausgearbeitet, dass Krieg und Kampf nie die Lösung der Probleme sein können.
Ines Zappen
aus Genthin
4/5
21.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine interessante historische Romanreihe Band 2.
✍️ Eine interessante historische Romanreihe Band 2. Im 2.Band der Wohlgeborn-Trilogie wird der Nachwuchs von Henry Wohlgeborn in den Familienzwist mit hineingezogen. Der älteste Sohn Henry Wohlgeborn JR verliebt sich ausgerechnet in die Tochter Senja Hrosenko des auf Rache sinnenden ehemaligen Arbeitskollegen. Der private Konflikt mischt sich mit der Auseinandersetzung zwischen den einstigen russischen Kolonisten und den Tlingit in Sitka (Alaska). Gelingt dem Städtchen und den Familien die Befreiung vom belastenden Erbe? Wenn die Vergangenheit die Fäden zieht. Ich kenne den 1.Band nicht, trotzdem konnte ich der Handlung gut folgen. Alles wichtige aus der Vergangenheit wurde geschickt in die Handlung integriert. Im Mittelpunkt stehen 3 Familien, die Familie Wohlgeborn, die Familie Hrosenko und die Familie Erikson. Die Mutter Mina Erikson kommt aus dem Stamme der Tlingit. Die privaten Probleme aber auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung im Ort spitzt sich zu, denn es wird ein neuer Hafen benötigt, der aber genau an der Stelle gebaut werden soll, wo sich eine heilige Stätte der Tlingit befindet. Vor 3 Generationen stand dort die Siedlung der Tlingit. Die Pfähle sind der Stammbaum und diese erzählen von welchem Clan die Bewohner eines Gemeinschaftshauses gehört hatten. Gibt es eine Alternative? Werden sie sich einig? Zwischen den 3 Familien und deren Kindern bzw. Jugendlichen kommt es zu Eifersüchteleien, Verleumdungen und Intrigen. Eine historische Geschichte um eine private Fehde, die nicht nur zu Lasten der Familie geht. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet und bringt die gesellschaftlichen Probleme gut rüber. Dieser Roman bringt uns Leser die Geschichte Alaskas näher.
Bewertung
4/5
28.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Alaska`s Geschichte
Die Wohlgeborn Triologie geht weiter! Ich habe mir den 1. Teil der Triologie auch gekauft um besser in die Geschichte hineinzufinden. In Alaska fühlt sich die Familie recht wohl, doch es sind immer wieder Entscheidungen zu treffen die, die Frage aufwerfen ob man richtig handelt. Das Verhältnis zwischen den Tlingit und den russischen Kolonisten ist angespannt. Dieses Buch bringt uns die Geschichte Alaskas näher. Ein gelungener Roman, für Leser die Geschichtsinteressiert sind.
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