Ausgerechnet am Güdelmontag wird auf dem Klosterplatz in Einsiedeln die schlimm
zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Valérie Lehmann und ihr Team stehen vor einem Rätsel, denn niemand vermisst das Todesopfer. Als man einen Tag später in unmittelbarer Nähe des Sicherheitsstützpunkts der Schwyzer Polizei eine weitere Leiche aus der Alp birgt, gerät Valéries Leben aus den Fugen. Fast zur selben Zeit schlägt das Schicksal um ihren Sohn Colin erbarmungslos zu. Wird es Valérie gelingen, einen kühlen Kopf zu bewahren, oder gibt sie den Kampf auf?
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Fesselnder, aber auch herausfordernder Krimi
EriSch (Mitglied der Book Circle Community) am 02.12.2025
Bewertungsnummer: 2668549
Bewertet: eBook (ePUB)
Herausfordernde Zeiten für Valérie. Sie beschäftigt nicht nur eine tragische Mordserie, sondern auch ein tragischer Unfall ihres Sohnes. Doch der Reihe nach. Am Sühudiumzug in Einsiedeln wird in einem Fasnachtswagen die Leiche einer jungen Frau gefunden. Niemand kann sich erklären wie sie dahin kam und niemand kennt sie. Valérie und ihr Team starten mit den Ermittlungen und versuchen die unbekannte Tote zu identifizieren. Valérie’s Polizistenberuf hat auf ihren Sohn abgefärbt. Er befindet sich aktuell in der Ausbildung am IHZ in Hitzkirch und verfolgt denselben Berufswunsch wie seine Mutter. An seinem freien Tag wird er von seinem Mentor Hubi zuerst zu einem Barber-Shop in Schwyz geschickt und am Abend wird er nach Wollerau beordert. Hubi scheint da einem Verbrechen auf der Spur zu sein und möchte dass Colin ihn dabei unterstützt. Dabei kommt es zu einer Schiesserei, welche für Colin tragisch endet. Er liegt mit einem Kopfschuss im Universitätsspital und keiner weiss ob er durchkommt und welche Schäden er davon trägt. Wer nun aber denkt, das sich Valérie aus den Ermittlungen zu ihrem aktuellen Fall zurückzieht, der liegt falsch. Sie versucht stark zu sein, um den Mörder der jungen Dame zu finden. Als wäre dies nicht schon genügend Arbeit, wird nahe des Polizeistützpunktes in Biberbrugg eine weitere Leiche gefunden. Verbindung der beiden Leichen ist, dass beide schwer krank waren und nicht mehr lange zu leben hatte. Doch was steckt hinter den Mordfällen?
‘Biberbrugg’ ist nicht nur für die Ermittler eine herausfordernde Situation, sie bringt auch den Leser an seine Grenzen. Zum einen begleitet man voller Spannung die Ermittlungen in den Mordfällen und zum einen beschäftigt den Leser natürlich auch die Geschichte rund um Valérie’s Sohn Colin. Beide Stränge sind gut miteinander kombiniert und lassen den Leser das Buch nicht mehr zur Seite legen. Wie in all ihren Krimis baut Silvia Götschi auch hier die lokalen Bräuche und Begebenheiten gekonnt ein.
In diesem Buch wird Valérie nochmals persönlicher dargestellt. Sie versucht die Starke zu spielen, kommt dabei aber immer mehr an ihre Grenzen. Schade finde ich, dass in dieser Situation nicht ihr Sohn an erster Stelle steht, sondern der Ermittlungserfolg. Dies lässt sie manchmal eher unsympathisch rüberkommen, obwohl dies vermutlich ihrem Verdrängungsprozess geschuldet ist. Ihre beiden Ermittler Louis und Fabia versuchen sie bestmöglich zu unterstützen, aber auch sie kommen emotional an ihre Grenzen.
Ein emotionaler Krimi, welcher auch den Leser an seine Grenzen bringt und ihn nur so durch die Seiten fliegen lässt.
Einblick in menschliche Abgründe
Gertie G. aus Wien am 08.12.2024
Bewertungsnummer: 2359700
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Als ein Brüderpaar am Güdelmontag, der dem Rosenmontag in Deutschland entspricht, auf seinem geschmückten Umzugswagen die Leiche einer jungen Frau findet, weiß Valérie Lehmann von der Kantonspolizei noch nicht, dass dies der Auftakt zu einer Reihe von Ereignissen führen wird, die ihr alles abverlangen wird. Zunächst versucht man die Identität der Toten ausfindig zu machen, doch niemand scheint sie zu vermissen.
Nur einen Tag später wird, nahe dem Sicherheitszentrum der Schwyzer Polizei eine weitere unbekannte Leiche aus dem Fluss Alp geborgen. Noch in der Gerichtsmedizin erhält Lehmann die Nachricht, dass ihr Sohn Colin, der jüngst Vater geworden ist und aktuell die Ausbildung zum Polizisten absolviert, auf einem Parkplatz mit einem Kopfschuss aufgefunden worden ist. Niemand weiß, ob Colin überleben wird und warum er sich ausgerechnet an seinem freien Tag dort befunden hat.
Lehmanns Team ermittelt akribisch und versucht die Chefin zu entlasten. Bald stellt sich heraus, dass es neben den beiden Toten, die sterbenskrank waren, noch eine Frau, ebenfalls todkrank, vermisst wird. Endlich findet sich eine vielversprechende Spur, denn alle waren in ein und derselben Klinik eingecheckt.
Obwohl sie mit den beiden Toten genug zu tun hat und im Fall ihres Sohnes wegen Befangenheit nicht ermitteln darf, kann Valérie es nicht lassen, den einen oder anderen Faden zu ziehen bzw. unangenehme Fragen zu stellen. Dann taucht ein Name aus ihrer Vergangenheit auf. Will sich da jemand an Valérie rächen?
Meine Meinung:
Silvia Götschi gilt als Grande Dame des Schweizer Kriminalromanes.
Wie schon in der Vorgängern gönnt Silvia Götschi weder den Lesern noch den Ermittlern eine Verschnaufpause. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden gerade zu „inhaliert“. Als passionierte Krimileserin kenne ich schon zahlreiche Abgründe der menschlichen Natur, doch in diesem hier stößt der Voyeurismus und Zynismus doch ein wenig ab. Der Autorin gelingt es, die verstörenden Szenen, die auch bei den Ermittlern für Kopfschütteln sorgen, sehr gut aufzubereiten.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Die Ermittler haben alle ihre Ecken und Kanten und sind nicht immer vom bisherigen Leben verwöhnt worden, was besonders auf Valérie zutrifft. Nach langem Zögern hat sie nun das Tagebuch ihrer Mutter gelesen, das es ebenfalls in sich hat. Es scheint, als laufe ihr Leben komplett aus dem Ruder. Dass sie daran denkt, ihren Beruf an den Nagel zu hängen, weil sie die Grausamkeiten der Täter kaum mehr ertragen kann, ist nachvollziehbar. Nur, wird sie es auch tun oder nimmt sie „nur“ ein Sabbatical?
Fazit:
Diesem komplexen Krimi, der nichts für schwache Nerven ist, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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