Janet ist mit dem Werftbesitzer Thomas Coombe verheiratet, sie leben mit ihren Kindern scheinbar glücklich in dem beschaulichen kornischen Hafenstädtchen Plyn. Doch Janet ist ruhelos – immer wieder zieht es sie an die Klippen, und sie träumt davon, ein Mann und frei zu sein und um die Welt zu segeln. Diesen Drang und die unstillbare Liebe zum Meer gibt sie an ihren Sohn Joseph weiter – und als er, wild und ungebärdig, auf einem Schiff anheuert und sein Glück in der Ferne sucht, ist es, als würden ihre Träume wahr. Doch die Rivalität zwischen Joseph und seinem Bruder Philip droht die Familie zu zerreißen …
Daphne du Mauriers umjubeltes literarisches Debüt, das auf Anhieb zum Bestseller wurde und ihren Ruf als eine der besten Schriftstellerinnen ihrer Generation begründete, führt uns tief in die inneren Welten ihrer Protagonistinnen und lässt das raue, romantische Cornwall lebendig werden – eine dramatische Familiensaga über Leidenschaft, dunkle Geheimnisse, Intrigen und eine Liebe, die stärker ist als der Tod.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Evaki
5/5
26.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Vom Familiendrama bis zur Lovestory
Wer kennt ihn nicht, den wohlklingenden Namen der Autorin Daphne du Maurier? Der Titel ihres nun neu, von Brigitte Heinrch, übersetzten Romans "Die Frauen von Cornwall" lassen Verschiedenes vermuten. Zuerst dachte ich, es wäre eine Art Frauenvereinigung oder ein Geheimbund, aber da lag ich ganz daneben. Zuerst einmal taucht man in diesem Buch in die herrliche englische Küstenlandschaft vor Cornwall ein und zwar so intensiv, dass man sich selbst schon an den steinigen Steilküste sieht, spürt, wie einem der Wind durchs Haar fährt und die salzige Meeresbrise riecht und schmeckt. Neben dem harten Leben in diesem Landstrich lernt man viel über die dort ansässigen Bewohner. Besonders über deren Leben mit und auf dem Meer. Wir werden in eine Familiensaga hineingezogen, wie sie so oder ähnlich existiert haben könnte. Dank der guten Neuübersetzung findet der Leser leichter in den Roman. Sicherlich muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass der Roman zu einer Zeit geschrieben wurde, als das Leben, besonders das der Frauen, ein anderes war. 500 Seiten volle Spannung ist jedem Leser gewiss.
Rosi
aus Neuendettelsau
5/5
04.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Spannende Entwicklung der Frauen innerhalb einer Generation
MEINE MEINUNG
Janet wollte nichts lieber als ein Junge sein und doch gab sie im Jahr 1830 ihr Ja-Wort ihrem Cousin Thomas Coombe aus Plyn. Sie wollte ihm eine gute Frau sein.
Als der erste Sohn, ihr Samuel geboren wurde, waren beide sehr glücklich. Thomas ist über vorsorglich, er sorgt sich immer um seine geliebte Frau.
Das alles ist so ausdrucksstark emotional, gefühlvoll und auch poetisch geschrieben. Man erlebt das Familienleben fast mit, durch die Schreibweise von der Autorin. Die Worte sind hier gut gesetzt und es passt immer zur jeweiligen Situation. Man fühlt dieses Leben und auch die Turbulenzen, die es hier durchaus immer wieder gibt.
Thomas und Janet bekamen noch viele Kinder und Joseph war der wildeste von allen. Die Liebe zu seiner Mutter ging über den Tod hinaus, denn sie war viel zu groß um zu enden. Er vergötterte sie und auch umgekehrt war das so. die beiden hatten eine starke Bindung, denn sie waren Seelenverwandt und sie haben sich ohne Worte verstanden.
Die Autorin hat hier eine sehr aufregende und berührende Geschichte für uns verfasst. Der Hintergrund über dieses Buch macht es dann noch viel emotionaler.
Das Buch ist in 3 Abschnitte eingeteilt und jedes Buch berichtet von einer anderen Person aus dieser Familie. Das Schicksal schlägt hier bei der Familie Coombe unerbittlich zu und jeder hat damit zu kämpfen.
Man sieht hier, wie die Frauen damals zu kämpfen hatten, denn sie waren „nur“ Frauen. Aber die Frauen waren stark und sie kämpfen um ihrer Willen. Jede hier auf ihre eigene Art. Das macht das Buch dann auch so aufregend, denn man sieht, wie die Generationen wachsen und andere Probleme zu bewältigen haben.
Also von mir gibt es hier auf jeden Fall die vollen 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
02.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Familienmuster und alte Rechnungen
Daphne Du Mauriers Debütroman, im englischsprachigen Original mit dem Titel "The loving spirit", wurde nun von Brigitte Heinrich neu ins Deutsche übersetzt und vom Insel Verlag herausgebracht, diesmal unter dem Titel "Die Frauen von Cornwall". Als großer Fan von "Rebecca", Daphne Du Mauriers bekanntestem Werk, zu dem es auch das gleichnamige Musical gibt, war ich sehr gespannt auf dieses Buch und habe mich auf eine vielschichtige Familiengeschichte mit einem Hauch Mystik gefreut.
Diese Erwartung hat das Buch auch durchaus erfüllt und ich habe es sehr gerne gelesen. Es ist ein umfangreiches Werk, für das man sich Zeit nehmen sollte: nicht nur ist es fast 500 Seiten lang, sondern es ist auch auf eine Art und Weise geschrieben, die mich dazu eingeladen hat, länger bei manchen Kapiteln zu verweilen und so habe ich für die Lektüre dieses Buches deutlich länger gebraucht als sonst für ein Werk in diesem Umfang. Das heißt aber nicht, dass es langweilig zu lesen gewesen wäre - das war es überwiegend nicht und ich bin gerne den Geschichten der verschiedenen Familienmitglieder gefolgt.
Das Buch ist in vier große Teile geteilt, die jeweils ein Familienmitglied der Familie Coombe in den Mittelpunkt stellen: es beginnt mit Janet Coombe, geht weiter mit deren Sohn Joseph Coombe, danach folgt dessen Sohn Christopher Coombe und schließlich dessen Tochter Jennifer Coombe. Damit wird insgesamt eine Zeitspanne von 1830 (Beginn Janet) bis 1930 (Ende Jennifer) abgedeckt und somit genau ein Jahrhundert.
Janet ist ein Freigeist und träumt davon, zur See zu fahren, doch im frühen 19. Jahrhundert ist das für eine Frau undenkbar, und so verbringt sie ihr Leben damit, sich nach einem freieren Leben zu sehnen und sich zu wünschen, sie wäre ein Mann und könnte so leben, wie sie sich das wünscht, auch wenn ein Teil von ihr sich durchaus auch nach einer Liebesbeziehung sehnt.
Dieses Zitat zeigt ihre innere Zerrissenheit zu diesem Thema: "Janet war immer noch auf dem Hügel und blickte aufs Meer, und es hatte den Anschein, als gebe es zwei Seiten ihr; eine, die Ehefrau eines Mannes sein, ihn umsorgen und zärtlich lieben wollte, und eine andere, die sich einzig und allein danach sehnte, Teil eines Schiffs zu sein, Teil des Meeres und des Himmels, mit dem frohen, freien Leben einer Möwe." (S. 18)
Janet heiratet schlussendlich und bringt sechs Kinder zur Welt, eines davon ihr Sohn Joseph, dem sie sich am nächsten verbunden fühlt, in dem sie sich wiedererkennt und der ihre Sehnsucht nach dem Meer mit ihr teilt und schließlich Kapitän wird, auf dem nach ihr benannten Schiff "Janet Coombe", das in der familieneigenen Werft gebaut wurde.
Joseph verbringt sein Leben auf See, doch auch er ist ein unruhiger Geist und die berufliche Erfüllung macht ihn nicht glücklich, er wird sich zeitlebens nach der engen Verbindung mit seiner Mutter zurücksehnen und sich trotz vieler Affären und mehrerer Ehen auf keine Frau wirklich einlassen können. Dennoch hofft er, dass sein Sohn Christopher seinen Weg als Seemann fortsetzt.
Doch Christopher fühlt sich am Meer gar nicht wohl und zu einem anderen Leben berufen. Lange hadert er mit dem Erwartungsdruck seines Vaters, versucht, diesen zu erfüllen, scheitert daran und bricht aus diesem vorgeplanten Leben aus und flieht nach London. Doch dafür zahlt er einen hohen Preis: es kommt zum Bruch mit dem Vater.
Jennifer wiederum, Christophers jüngstes Kind und einzige Tochter, liebt ihren Vater auch sehr, wird ihn aber leider nur kurz in ihrem Leben haben. Sie wächst als kleines Kind teilweise in der alten Familiengegend im Cornwall auf, wird sich ihre ganze Jugend, die sie dann in London verbringen muss, danach zurücksehnen, und schließlich zurückkehren, um ihre Seelenruhe zu finden, aber auch, um eine alte familiäre Rechnung zu begleichen.
Die Figuren sind liebevoll und tiefgründig gezeichnet und ich habe insbesondere deren Entwicklung über das Jahrhundert sehr spannend gefunden: alle sehnen sie sich auf ihre Art nach Freiheit und Selbstverwirklichung, eigentlich ein sehr modernes Thema. Und alle haben sie ihre Begrenzungen darin, wie sie damit umgehen und was für sie im Leben möglich ist, welche Hoffnungen und Träume sich erfüllen und welche enttäuscht bleiben... doch insgesamt ist über die vier Figuren eine Entwicklung hin zur Moderne und hin zu freieren, selbstbestimmteren Menschen sichtbar. Das zeigt sich am allerstärksten im Vergleich von Jennifer mit ihrer Urgroßmutter Janet.
Das Buch ist somit nicht nur ein lesenswerter Klassiker, sondern auch ein durchaus aktuelles Werk, das auch für die heutige Zeit wertvolle Fragen stellt und zum Nachdenken anregt.
Schade finde ich allerdings, dass der Verlag sich dazu entschieden hat, es dermaßen stark als "Frauenbuch" zu positionieren: ein Titelbild mit rosa Wölkchen im Hintergrund, und dazu der unpassende Titel "Die Frauen von Cornwall", während das Buch bekanntlich zwei Männer und zwei Frauen, also ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, mit ihren Lebensgeschichten thematisiert, und keineswegs ausschließlich oder überwiegend Frauen.
Ich finde es bedauernswert, dass mit dieser Positionierung wohl noch mehr als ohnehin schon ein weibliches Lesepublikum angesprochen und Männer eher abgeschreckt werden und damit der schon vorhandene Trend, dass viele Frauen "alles" lesen, also Bücher weiblicher und männlicher Autoren, aber die Werke von Frauen oft als "Frauenliteratur" positioniert und nur von einem Geschlecht gelesen werden, verstärkt wird - das hätte ich mir im Jahr 2025 anders gewünscht, und das hat dieses hervorragende Werk so nicht verdient.
Für diese Positionierung kann dieses tolle Werk aber nichts und ich kann es ansonsten allen, die sich für Klassiker und tiefgründige Familiensagas interessieren, sehr empfehlen.
Sonne63
5/5
29.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Janet Coombe – Eine Frau, deren Spuren über Generationen sichtbar sind
Ich war sehr gespannt auf diesen Debut-Roman von Daphne du Maurier, der im Original unter dem Titel „The Loving Spirit“ bereits 1931 erschien. Ich kannte bisher nur ein paar Kurzgeschichten und natürlich den Bestseller „Rebecca“ von ihr.
Das Cover zeigt die typische Küstenlandschaft Cornwalls. Ruhige, eher blass gehaltene Farben gaukeln Ruhe und Frieden vor, Meer und Strand laden zum Verweilen ein. Doch schnell könnte sich dieses Bild ändern, ein Sturm aufziehen und die Szene würde dunkel und bedrohlich erscheinen. So stelle ich mir den Inhalt des Buches vor, das als Familiensaga angekündigt wurde. Familie kann Ruhe und Frieden bedeuten, aber manchmal schlagen die Wellen eben auch hoch.
Ich wurde nicht enttäuscht. Die Ausdrucksweise erscheint stellenweise etwas ungewöhnlich, was der Entstehungszeit des Romans zuzuordnen ist. Damals drückte man sich teilweise etwas anders aus als heute. Doch das schmälert das Lesevergnügen in keinster Weise. Ich bin total fasziniert, wie detailliert und formvollendet die Autorin Szenen und Emotionen beschreibt. Der Erzählstil ist eher ruhig gehalten, was in meinen Augen sehr gut passt. Es ist, als würde ein älterer Verwandter seinen Nachkommen die Familiengeschichte erzählen. Die Protagonisten erleben Höhen und noch mehr Tiefen. Da gibt es die große Liebe, an anderer Stelle wird die Liebe nie gefunden. Freundschaften und Familienbande spielen eine Rolle. Aber genauso Intrigen und unerfüllte Träume. Am Ende ist man erstaunt, wie viele Parallelen zur heutigen Gesellschaft in der Handlung entdeckt werden kann.
Ich litt teilweise sehr mit den Figuren mit, hatte ich doch die Szenerie bildlich vor Augen. Ich konnte das tosende Meer nahezu riechen, fühlte beinahe die schäumende Gischt auf der Haut. Die Erlebnisse der Figuren stimmten mich sehr nachdenklich. So manche Szene schwang noch tagelang in mir nach.
Fazit:
Obwohl das Buch in einem ganz anderen Schreibstil als „Rebecca“ verfasst wurde, haben mich Handlung, Schreibstil und Szenerie absolut fasziniert. Ich habe dieses Buch deshalb auch nicht „verschlungen“, sondern in voller Absicht langsam und konzentriert Kapitel für Kapitel gelesen und auf mich wirken lassen. Die Menschen von damals hatten Probleme miteinander, wie wir es heute auch kennen. Von mir gibt es auf jeden Fall für dieses tolle Buch die Höchstpunktzahl.
sonne63
aus Blumberg
5/5
29.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Janet Coombe – Eine Frau,…
Janet Coombe – Eine Frau, deren Spuren über Generationen sichtbar sind Ich war sehr gespannt auf diesen Debut-Roman von Daphne du Maurier, der im Original unter dem Titel „The Loving Spirit“ bereits 1931 erschien. Ich kannte bisher nur ein paar Kurzgeschichten und natürlich den Bestseller „Rebecca“ von ihr. Das Cover zeigt die typische Küstenlandschaft Cornwalls. Ruhige, eher blass gehaltene Farben gaukeln Ruhe und Frieden vor, Meer und Strand laden zum Verweilen ein. Doch schnell könnte sich dieses Bild ändern, ein Sturm aufziehen und die Szene würde dunkel und bedrohlich erscheinen. So stelle ich mir den Inhalt des Buches vor, das als Familiensaga angekündigt wurde. Familie kann Ruhe und Frieden bedeuten, aber manchmal schlagen die Wellen eben auch hoch. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Ausdrucksweise erscheint stellenweise etwas ungewöhnlich, was der Entstehungszeit des Romans zuzuordnen ist. Damals drückte man sich teilweise etwas anders aus als heute. Doch das schmälert das Lesevergnügen in keinster Weise. Ich bin total fasziniert, wie detailliert und formvollendet die Autorin Szenen und Emotionen beschreibt. Der Erzählstil ist eher ruhig gehalten, was in meinen Augen sehr gut passt. Es ist, als würde ein älterer Verwandter seinen Nachkommen die Familiengeschichte erzählen. Die Protagonisten erleben Höhen und noch mehr Tiefen. Da gibt es die große Liebe, an anderer Stelle wird die Liebe nie gefunden. Freundschaften und Familienbande spielen eine Rolle. Aber genauso Intrigen und unerfüllte Träume. Am Ende ist man erstaunt, wie viele Parallelen zur heutigen Gesellschaft in der Handlung entdeckt werden kann. Ich litt teilweise sehr mit den Figuren mit, hatte ich doch die Szenerie bildlich vor Augen. Ich konnte das tosende Meer nahezu riechen, fühlte beinahe die schäumende Gischt auf der Haut. Die Erlebnisse der Figuren stimmten mich sehr nachdenklich. So manche Szene schwang noch tagelang in mir nach. Fazit: Obwohl das Buch in einem ganz anderen Schreibstil als „Rebecca“ verfasst wurde, haben mich Handlung, Schreibstil und Szenerie absolut fasziniert. Ich habe dieses Buch deshalb auch nicht „verschlungen“, sondern in voller Absicht langsam und konzentriert Kapitel für Kapitel gelesen und auf mich wirken lassen. Die Menschen von damals hatten Probleme miteinander, wie wir es heute auch kennen. Von mir gibt es auf jeden Fall für dieses tolle Buch die Höchstpunktzahl.
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