Geboren im Jahr 1869, wuchs Anna als Bauerntochter inmitten des Emmentals zu einer aussergewöhnlichen jungen Frau heran. Einer Frau, die bald die Aufmerksamkeit von Paul auf sich zog. Sie gefiel ihm. Und er, er gefiel ihr. Eigentlich war vieles klar. Doch das Leben sah etwas anderes für sie vor. Sie war dabei, in der »Krone« von Zäziwil Köchin zu werden, als ein Schicksalsschlag alles veränderte: Von einem Moment auf den anderen wurde sie, erst fünfundzwanzig Jahre alt, zur Mutter von acht Kindern, zur Ehefrau des Wirts – und zur Gastgeberin. Anna fand sich in einer Realität wieder, die ihr Herz sich so nie ausgesucht hätte. Aber – sie arrangierte sich, wuchs an den Herausforderungen und wurde sogar glücklich. Der zweite Bruch in ihrem Leben erfolgte fast dreissig Jahre später. Ausgerechnet im Wonnemonat Mai. Wider alle Erwartungen wurde ihr die Möglichkeit geschenkt, ihrem Herzen doch noch zu folgen. Und zwar ans andere Ende der Welt. Das Buch »Anna« erzählt eine bezaubernde Geschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann – die Geschichte einer Frau, die aus dem, was war, das Beste machte und aus dem, was kam, das Schönste.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Esther N.
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
01.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es lohnt sich, den leisen Geschichten zuzuhören
Anna Rösti – Zuckerrohr und Liebe von Annina Keller ist ein historischer Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht und tief im Emmental verwurzelt ist. Das Buch verbindet eine berührende Lebensgeschichte mit regionaler Geschichte und einer grossen Portion Menschlichkeit.
Im Zentrum steht Anna Rösti, geboren 1869, eine Frau, die schon in jungen Jahren durch ihren Mut und ihre innere Stärke beeindruckt. Der Roman begleitet sie durch eine Zeit, in der Selbstbestimmung für Frauen alles andere als selbstverständlich war. Vor der Kulisse des Emmentals entfaltet sich eine Geschichte von Herkunft, Entscheidungen und Liebe, die leise, aber nachhaltig wirkt.
Besonders eindrücklich fand ich die Figur der Anna selbst. Sie wird feinfühlig und glaubwürdig gezeichnet, ohne verklärt zu wirken. Ihre Entschlossenheit und ihr Mut haben mich tief berührt. Die Sprache des Romans ist klar und zugänglich, das Buch liest sich sehr leicht und fliesst angenehm dahin. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Emotionen und historische Tiefe. Dass die Geschichte auf wahren Ereignissen aus dem Emmental basiert, hat mein Leseerlebnis zusätzlich intensiviert, da ich mich mit dieser Gegend sehr eng verbunden fühle.
Die Liebesgeschichte nimmt einen wichtigen Platz ein und hat mich stellenweise zu Tränen gerührt. Auch die liebevolle Gestaltung des Buches trägt dazu bei, dass man sich beim Lesen rundum aufgehoben fühlt.
Was sagen dir Verstand, Magen und Herz? Seite 137
Es lohnt sich, den leisen Geschichten zuzuhören … Seite 179
Insgesamt ist Anna Rösti – Zuckerrohr und Liebe ein bewegender Roman, den ich allen empfehle, die historische Stoffe, starke Frauenfiguren und emotional erzählte Lebensgeschichten schätzen.
Bewertung
5/5
27.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grossartig!
Annina Keller AK berichtet von den Stationen im einfachen Leben ihrer Ururgrossmutter Anna. Anna führte ein arbeitsreiches Leben im Emmental in der Schweiz – ein hartes Leben mit Schicksalsschlägen, aber auch mit wunderbaren Momenten. Sie war eine tapfere, sehr fleissige, liebevolle und mutige Frau. Man fühlt mit ihr mit und erhält spannende Einblicke in das Leben auf dem Land am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Annas bewegtes Leben, die ruhige und feine Sprache sowie der Schreibstil der Autorin, die im Buch eingestreuten Originalrezepte der Köchin und späteren Wirtin Anna und die über einen QR-Code abrufbaren Fotos ergeben zusammen ein sehr gelungenes Buch. Absolute Leseempfehlung!
Ich hatte zudem die Gelegenheit, die Autorin an der Buchvernissage kennenzulernen und zu erfahren, wie dieses berührende Werk über das Leben ihrer Ururgrossmutter entstanden ist.
Bewertung
aus St.Margarethen a.d.Sierning
5/5
26.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegende Geschichte
Annina Keller erzählt in diesem Roman die Geschichte ihrer Vorfahrin Anna, deren Leben vielleicht nicht ganz so verlaufen ist, wie sie es sich vorgestellt hat.
Geboren am Ende des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Ort in der Schweiz, verliebt in Paul, in einer Koch-Lehre beim Wirten im Ort. Gerade als sie mit dem Heiratsantrag von Paul rechnet, kommt ihr das leben in die Quere: Der Wirt/Chef bietet sie, seine Frau und Mutter seiner acht Kinder zu werden. Pflicht? Liebe?
Die Autorin berichtet von den Stationen des einfachen Lebens, bei der sie nie vergessen hat, dankbar für alles zu sein. Sehr guter Sprachstil. Hat mir sehr gut gefallen.
Bewertung
5/5
22.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leben zwischen Tradition und Aufbruch
Ein unglaubliches Leben an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Das Buch «Anna, Rösti, Zuckerrohr und Liebe» zeichnet die Stationen eines aussergewöhnlichen Lebens zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Heimat und Ferne. Ein berührendes Stück Familien- und Zeitgeschichte – absolut lesenswert. Unglaublich ist die Quellenvielfalt, welche der Autorin zur Verfügung gestanden haben. Diese sind über ein QR-Code im Buch über eine Weseite auch teilweise zugänglich.
peedee
Book Circle Community
5/5
21.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grossartig!
Annas Weg als Bauerntochter im Emmental, geboren im Jahr 1869, war vorbestimmt, wie für viele junge Frauen in der damaligen Zeit: Einen Mann finden, heiraten, Kinder kriegen, hart arbeiten. Anna konnte sich dies durchaus vorstellen, und zwar mit Paul, für den ihr Herz schneller schlug. Dann durchkreuzte das Leben ihre Träume, denn der Wirt der „Krone“ in Zäziwil, wo sie arbeitete, verlor seine Frau und stand allein mit den Kindern und dem Gasthaus da. Er bat Anna, von der Küche in die Stube zu wechseln. Anna liess ihr Pflichtbewusstsein über das Herz entscheiden und wurde sodann mit 25 Jahren Ehefrau, Mutter von acht Kindern und Wirtin. Paul war zutiefst enttäuscht und verliess die Schweiz. Es kam erst Jahrzehnte später zu einem Wiedersehen…
Erster Eindruck: Auf dem Cover eine Frau in einer Berner Tracht – gefällt mir. Der Buchtitel mit einem gespiegelten „N“ ist überraschend.
Die Autorin erzählt die Geschichte von ihrer Ururgrossmutter Anna, beginnend im Jahr 1894. Anna war eine starke Frau, die sich immer darin schickte, aus dem Vorhandenen das Beste zu machen. Auch wenn es nicht zu ihren eigenen Gunsten war. Es ist aus heutiger Sicht sehr schwer vorstellbar, den Weg, den Anna eingeschlagen hat, nachzugehen. Als 25-jährige Frau einen achtfachen Vater zu heiraten und somit von jetzt auf gleich Mutter zu sein? Das nenne ich mal ins kalte Wasser springen! Mir hat schier das Herz geblutet, als sie Paul ihre Entscheidung mitteilte – mir taten beide so leid!
„Am liebsten würde er das Leben verfluchen, Fritz eine reinhauen und Anna trotz allem heiraten. Seine liebe Anna.“
Sie schickt sich in ihr neues Leben und wächst an den Herausforderungen. Das Leben mit Fritz ist gut, doch denkt sie trotzdem immer wieder mal an Paul. Es hat sie traurig gemacht, dass er die Schweiz wegen ihr verlassen hat. Aber mit dem Schicksal zu hadern, nützt auch nichts. So vergehen die Jahre. Als Fritz verstirbt, steht plötzlich Paul wieder in der „Krone“ – was will er hier? Er sieht immer noch gut aus; die Jahre im Ausland scheinen ihm nicht geschadet zu haben…
Ich habe das Buch als E-Book gelesen. Dabei hat es einen QR-Code zu einer Website, wo zig Bilder über Anna und ihre Lieben abgebildet sind. Es lohnt sich absolut, diese anzusehen, denn so werden die Protagonisten lebendiger. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und ich sah das Ganze wie eine Gotthelf-Verfilmung vor meinem inneren Auge ablaufen. Ich habe das eine oder andere Mal tief geseufzt, kurz innegehalten, den Kopf geschüttelt oder ein Tränchen unterdrückt und dann schnell weitergelesen. Ich würde wahnsinnig gerne noch viel über Annas Leben, ihre Entscheidungen, ihre Liebe und auch ihren Mut erzählen, aber ich will nicht spoilern. Daher: unbedingt lesen! Von mir gibt es 5 Sterne.
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