Die Compliance als eigener Unternehmensbereich ist bei weitem nicht der Teil, der einem Unternehmensführer die höchsten Lustgefühle entlocken wird.
In Zeiten, in denen man sich als Gestalter, Entscheider und Innovator mehr Handlungsspielraum, mehr Durchschlagskraft oder mehr Effizienz erhofft, sind Themen rund um Regulatorien, Audits, Einhaltung von Sorgfaltspflichten und mehr zwar ein Thema, aber erst dann, wenn man diese nicht mehr umgehen oder vermeiden kann.
Dieser Leitfaden zeigt anhand der operativ am öftesten anzutreffenden Compliance-Frameworks, wie man diese aufbaut, implementiert, automatisiert und für die Unternehmensführung auch im operativen Tagesgeschäft so nutzbar macht, dass der Terminus Compliance nicht nur mit dem "belasteten" Begriff Audit in Verbindung gebracht werden muss.
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Audits sind nicht die Heilige Inquisition
Bewertung am 24.07.2025
Bewertungsnummer: 2548405
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dr. Helmut Steigele ist in der digitalen Welt ein international gefragter Berater – mit seinem neuen Leitfaden zum Automatisieren von Compliance-Aufgaben macht er auch kurzen Prozess mit fahrlässig kolportierten Legenden der Compliance-Welt.
Abermals gelingt dem Autor, Dr. Helmut Steigele, ein Kunstwerk: er schafft es, Leser, die ansonsten mit der Materie (noch) nicht so vertraut sind, für die Sache zu begeistern. Steigele ist ein disziplinierter Geistesarbeiter und publiziert regelmäßig und punktgenau zu bestimmten Themen der, sagen wir mal – grosso modo –: digitalen Welt.
Im gegenständlichen Fall geht es um das Automatisieren von Compliance-Aufgaben – der Leitfaden versteht sich angewandt auf die ISO-Normenwelt. Letztere wird im Anhang umfassend abgebildet, auch die Hinweise zu Blogs, Newslettern und dergleichen sind für die weiterführende Beschäftigung sehr hilfreich.
Exzellente Definition von Audits
An zentraler Stelle gibt Steigele ein sehr plastisches Bild, wie Audits als solche im idealtypischen Fall zu verstehen wären – eine recht poetische Definition: „Wer sich um die Kultivierung der kleinen Tugenden kümmert, und diese internalisiert, wird im Ernstfall selbst dann tugendhaft aussehen, wenn ihm Sünden nachgewiesen wurde.“ Steigele präzisiert: „Es geht bei Audits nämlich nie darum, ohne Sünde zu sein. Es geht darum, nachzuweisen, sein eigenes Handeln, Denken und seine Ergebnisse so zu erstellen, dass das Vertrauen der anderen in Dich (also auch in die eigene Lernfähigkeit) nicht nur gerechtfertigt, sondern nachgewiesen ist.“ Schön.
Bei genauerem Hinsehen werde selbst der hartgesottenste Unternehmensführer eines erkennen müssen: Der Sinn von Regularien und Compliance sei „das Verhindern böser Überraschungen“, so Steigele, der sich als Trainer und Berater für die Gestaltung, Optimierung und Automatisierung von digitalen Diensten und Produkten mit digitalen Dienstleistungselementen im europäischen Raum etabliert hat.
Ein gefragter Berater
Womit es selbst „in der Welt des digitalen Gestürmes“ dann eine Konstante gibt: Wer es in einem heftigen Umfeld schafft, bei seinen Konsumenten ausreichend Kontinuität und „Vertrauenskapital“ aufzubauen, überlebt als Provider länger und mit nachhaltigeren Margen, als jene, die mit immer wieder wechselnden Unique Selling Propositions irgendwann den Wettlauf ums Überleben verlieren werden.
Steigele hat sich durch fortlaufende Blogs und Beiträgen auf Social Media einen Namen gemacht – in den Bereichen Risiko- und Krisenmanagement und im Einsatz von Künstlicher Intelligenz (zu Zwecken der Frühwarnung bzw. Risikosimulation etwa) ist der Autor global tätig, und sehr gefragt im Service- und Industriesegment insbesondere innerhalb Europas, und darüber hinaus wird er auch von den USA bis nach Singapur angefordert.
Alle mit ins Boot holen
Es bleibe schließlich die Frage, „auf welchen Grundlagen man die Einführung eines Managementsystems in einem Projekt so aufsetzt, dass die Anzahl der passiv agierenden U-Boote, die unerwarteten Saboteure und die – durchaus positiv zu sehenden, aber kraftzehrenden – Nörgler ihre Aufmerksamkeit bekommen, gleichzeitig aber die Promoteure, Motivatoren und Überzeugungstäter dabei nicht auf der Strecke bleiben“.
Steigele: „Suchen Sie sich also, wenn Sie auf Berater setzen, jene, die schon in der Angebotsphase Zurechtschneidern auf Ihre Unternehmens-Situation beherrschen.“ Und weiters: „Messen Sie Verbesserungen schon innerhalb der Implementierungszeit und nicht erst am Ende.“
Zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben: Abschließend gibt Dr. Helmut Steigele augenzwinkernd den Tipp: „Mir Verfasser dieses Buches treibt’s immer den Blutdruck hoch, wenn wir hören, dass man sich ISO-konform verhält. Gedanklich habe ich hier immer die Lustlosigkeit und die Schrecken der päpstlichen Inquisition und den Auditor – winkend mit dem Ablassbrief – vor Augen. Dabei sind just die Managementsysteme nach ISO eine Fundgrube guter Ideen und Anregungen.“
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