Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
11.11.2025
Verlag
Atlantis LiteraturSeitenzahl
224
Maße (L/B/H)
20,2/12,5/2 cm
Gewicht
687 g
Farbe
Ozeanblau
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-7152-5812-6
Nach dem Tod der Mutter findet der Erzähler in einer Schublade ein Album mit Fotos seiner frühen Kindheit, die er auf der Karibikinsel Trinidad und Tobago verbracht hat. Als junge Frau hatte sich die Tochter von »Stumpenarbeitern« aus dem Aargau in ein Abenteuer mit einem Tunichtgut der westindischen Oberschicht gestürzt und ein Kind bekommen. Während die übrige Familie bemüht ist, das Gedächtnis an die Jahre der Mutter bei den »Wilden« auszulöschen, macht sich der Erzähler auf, diese Geschichte, die auch seine eigene ist, zu retten.
Tabak und Schokolade führt in den tropischen Dschungel einer britischen Kronkolonie der fünfziger und sechziger Jahre. Indem der Erzähler immer weiter zu seinen indischen Vorfahren, die als Kontraktarbeiter in die Karibik verschifft wurden, vordringt, legt er nicht nur einen Familienstammbaum, sondern auch ein Stück Kolonialgeschichte frei. Dem gegenüber wird die Erinnerung an das Aufwachsen im »Tabakhaus« der Großeltern im Aargau gestellt und die Annäherung an eine Mutter, die zu Lebzeiten stets unnahbar erschien.
Tabak und Schokolade führt in den tropischen Dschungel einer britischen Kronkolonie der fünfziger und sechziger Jahre. Indem der Erzähler immer weiter zu seinen indischen Vorfahren, die als Kontraktarbeiter in die Karibik verschifft wurden, vordringt, legt er nicht nur einen Familienstammbaum, sondern auch ein Stück Kolonialgeschichte frei. Dem gegenüber wird die Erinnerung an das Aufwachsen im »Tabakhaus« der Großeltern im Aargau gestellt und die Annäherung an eine Mutter, die zu Lebzeiten stets unnahbar erschien.
Kundinnen und Kunden meinen
Eine Identitätssuche ohne grossen Spannungsbogen
Esther N. (Mitglied der Book Circle Community) am 04.02.2026
Bewertungsnummer: 3035941
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In Tabak und Schokolade begibt sich der Schweizer Autor Martin R. Dean auf eine sehr persönliche Spurensuche. Als Kind einer Schweizer Mutter und eines indischen Vaters, das seine frühen Jahre in Trinidad verbracht hat, erzählt er von seiner Herkunft zwischen drei Welten: Schweiz, Trinidad und Indien. Das Buch ist weniger ein klassischer Roman als eine autobiografisch geprägte Annäherung an die eigene Geschichte und Identität.
Im Zentrum stehen vor allem Deans Kindheitserinnerungen und später seine Recherchen zu Familienangehörigen, zu denen der Kontakt abgebrochen ist. Er rekonstruiert Lebenswege, fragt nach den Gründen für Entfremdung und Distanz und versucht, die verstreuten Teile seiner Biografie zu einem Ganzen zu fügen. Immer wieder kehrt er zu der Frage zurück, wo er eigentlich hingehört – geografisch, kulturell und emotional.
Stilistisch schreibt Dean sorgfältig und reflektiert. Seine Sprache ist überlegt und ruhig. Er nimmt sich Zeit für innere Zustände und gedankliche Zwischentöne. Die Erzählperspektive bleibt sehr subjektiv und stark von der Selbstbefragung des Autors geprägt. Die Handlung im klassischen Sinn tritt deutlich in den Hintergrund.
Genau darin liegt in meinen Augen die Schwäche des Buches – zumindest für Leserinnen und Leser, die sich eine mitreissende Geschichte erhoffen. Die Spannung entsteht nicht aus dramatischen Wendungen, sondern aus der inneren Bewegung des Autors. Wenn einen diese Form der Selbstreflexion nicht dauerhaft fesselt, verliert man leicht die Motivation weiterzulesen. So ging es auch mir: Ich konnte die persönliche Bedeutung dieser Spurensuche für den Autor gut nachvollziehen, aber seine Schilderungen vermochten mein Interesse nur stellenweise wirklich zu packen.
Insgesamt ist Tabak und Schokolade ein Buch für Leserinnen und Leser, die sich für Fragen der kulturellen Identität und familiären Herkunft interessieren und bereit sind, einem nach innen gerichteten Erzählton zu folgen. Wer hingegen eine spannende, mitreissend erzählte Geschichte sucht, wird hier voraussichtlich nicht ganz auf seine Kosten kommen.
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