Der Berliner Politologe Vetrov erhält einen Forschungsauftrag in Lissabon, ein Dossier über den Ukraine-Krieg soll er schreiben. Dort trifft er auf einen alten Bekannten, einen russischen General. Ist es Zufall? Und ist es nur eine nette Geste, dass der ihm sein Ticket für eine Reise über den Atlantik überlässt? Als auf hoher See ein Helicopter auf dem Kreuzfahrtschiff landet, ist Vetrov klar, dass er vom kundigen Beobachter zum Akteur geworden ist. – Die spannende und weitverwobene Geschichte schlägt den Bogen von der Kiewer Rus über falsche Zaren, Sowjetimperium und Kalten Krieg bis zur gegenwärtigen Politik, wie sie sich in Brüssel und Berlin, Kiew und Moskau auf großer Bühne abspielt, während sich in Hinterzimmern obskure Vordenker, Doppelagenten, NGOs, Medienmacher, Grenzwissenschaftler und Digital-Experten treffen. Ein Thriller, der sich in Anknüpfung an Dostojewski »neuen Dämonen« zuwendet und dezidiert die Frage nach Zeitenwende und Zukunft stellt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Gisela.1318
5/5
17.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
hochspannendes, packendes Buch
Ein kluger und spannender Politthriller, der Realität und Fiktion meisterhaft verwebt. Alexander Rahr öffnet mit „Das goldene Tor von Kiew“ den Blick auf Geschichte, Macht und die Zukunft Europas – tiefgründig, visionär und fesselnd bis zur letzten Seite.
j.h.
aus Berlin
5/5
11.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
DAS GOLDENE TOR VON KIEW – Lesenswerte Kombination von Politthriller und Sachbuch
„Die Annahme, dass internationale Organisationen wie die NATO und die EU weiterhin als unbestrittene Führer in der globalen Politik agieren könnten, ohne die Veränderung von Machtverhältnissen oder den Aufstieg anderer globaler Akteure wie der BRICS zu berücksichtigen, ist ein weiteres Beispiel für die Hybris. Der Triumphalismus, dass der Westen nach dem Kalten Krieg unbestritten allen anderen überlegen war, ignorierte die Ressourcen und Strategien, die Länder wie die BRICS-Staaten entwickelten, um die westliche Hegemonie zu kontestieren. Die triumphalistische Sichtweise erschwert es dem Westen, flexibel auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, pandemische Bedrohungen und Migration zu reagieren und führt zu der Überzeugung, dass der Neoliberalismus die einzig legitime Form der Regierung darstellt. Viele westliche Führungspersönlichkeiten und Medien propagieren die Idee, dass alle Nationen, die nicht dem westlichen Modell folgen, zwangsläufig scheitern. Diese Sichtweise ignoriert die vielfältigen historischen, kulturellen und sozialen Kontexte anderer Völker. Die westliche Medienberichterstattung neigt dazu, kritisch über andere Regierungen und Gesellschaften zu urteilen, ohne deren Sichtweisen und Kontexte zu analysieren. Diese selbstgefällige Berichterstattung fördert ein verzerrtes Bild des globalen Geschehens und trägt zur Schaffung eines Narrativs bei, das den Westen heroisiert und andere Kulturen und Regierungen abwertet. Die Medien verfahren nach dem Glaubenssatz: was nicht sein darf, kann nicht sein. Dieser Haltungsjournalismus, ein Auswuchern des Triumphalismus, führte dazu, dass sich die vierte Macht als Ankläger, Richter und Henker zugleich begreift.“ (S. 131 f.)
Mit diesen Sätzen umreißt der Politologe Alexander Rahr (*1959) treffend die geistige Enge im Europa – und insbesondere Deutschland – des Jahres 2025. Das als Politthriller eingeordnete Buch DAS GOLDENE TOR VON KIEW ist deutlich mehr ein Hybrid von Thriller und Sachbuch. Vor dem Hintergrund des nunmehr 3 Jahre andauernden Ukraine-Konflikts lässt Rahr Akteure mit sehr unterschiedlichen Zielen mit ihren Narrativen aufeinandertreffen. Dabei wird der Bogen von der Kiewer Rus (als Ansatzpunkt des ethnischen Konflikts), Sowjetunion im Kalten Krieg bis in die Gegenwart gespannt, in der der Berliner Politologe Georgi Vetrov in Lissabon ein Dossier über den Ukraine-Krieg schreiben soll und dort auf einen geheimnisvollen russischen General trifft. Das in die nahe Zukunft verlegte Ende ist eine beängstigende Dystopie, die – unabhängig von den aktuell handelnden Personen – durchaus im Bereich des Möglichen angesiedelt ist.
Das im Verlag DAS NEUE BERLIN veröffentlichte Buch von Alexander Rahr bietet spannende Unterhaltung und gleichzeitig – anhand der gegenübergestellten westlichen und östlichen Narrative - zahlreiche Ansatzpunkte zum Nachdenken und Diskutieren. Die eingeflochtenen ausführlichen Exkurse in die russische Historie bis zu Iwan dem Schrecklichen und Boris Godunow verlangen allerdings überdurchschnittliche Kenntnisse der Geschichte.
Manuela404
5/5
15.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe jede Seite verschlungen
Dieses Buch hat mich richtig erwischt. Ehe man sich versieht, steckt man mittendrin in Intrigen, geheimen Deals und einer großen Geschichte, die von der Kiewer Rus bis in die heutige Weltpolitik reicht.
Was mich so begeistert hat: Es ist spannend wie ein Thriller, aber gleichzeitig tiefgründig und nah an dem, was uns gerade tatsächlich beschäftigt. Ich konnte es nicht weglegen und hab danach noch lange darüber nachgedacht.
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