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Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt.
Jeder kennt ihn: den Wunsch zu fliehen, den Gedanken, das alte Leben abzulegen, ein anderer sein zu können, vielleicht man selbst. Peter Stamm ist ein Meister im Erzählen jener Träume, die zugleich locken und erschrecken, die zugleich die schönste Möglichkeit und den furchtbarsten Verlust bedeuten. »Weit über das Land« ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: die nach dem eigenen Leben.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
aus Basel
5/5
13.01.2021
eBook (ePUB 3)
Philosophisch angehauchter Roman
Der Familienvater Thomas verlässt von der einen auf die andere Sekunde seine Frau und seine zwei Kinder und macht sich auf den Weg. Er hat kein bestimmtes Ziel, sondern läuft einfach durch die Wälder, über Berge und möchte für sich sein und die Natur geniessen, denn der routinierte Alltag wurde ihm zu viel er ist ausgebrochen und auf unbestimmte Zeit unterwegs.
Seine Frau erfindet derweil Geschichten, um sein Fernbleiben bei der Arbeit und vor allem bei seinen Kindern zu rechtfertigen. Bis sie nicht mehr lügen kann und zur Polizei geht und eine Vermisstenmeldung aufgibt.
Meine Meinung:
Ich bin verwirrt, denn der Roman wurde zum Schluss sehr 'verschwommen'. Mehr möchte ich nicht verraten, denn sonst gebe ich zu viel Preis.
Bewertung
5/5
29.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leise, eigenartig faszinierend...
Leise, eigenartig faszinierend und existenziell!
Bewertung
5/5
28.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von der Sehnsucht, noch einmal...
Von der Sehnsucht, noch einmal ganz von vorne zu Beginnen. Und dem Versuch, alles ganz normal erscheinen zu lassen.
Jenny Vogler
5/5
24.10.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der lange Weg zurück auf Null
"Nicht alles, was man tut, hat einen Grund. Es war kein großer Entschluss gewesen, eher eine Reihe kleiner, zielloser Entscheidungen, Nachlässigkeit vielleicht, ein Nachgeben."
Inhalt
Eines Abends, kurz nach der Rückreise aus dem gelungenen Sommerurlaub, beschließt Thomas, nicht nach drinnen ins Bett zu gehen, sondern hinaus in die Welt. Er läuft los, ohne ein Wort des Abschieds und verlässt nicht nur Frau und Kinder sondern auch sein gesamtes bisheriges Leben. Für die Hinterbliebenen bleibt nur Ursachenforschung und gähnende Leere, denn gerade Astrid, seine Frau findet keine Erklärung für sein Verhalten und kann es dennoch tief im Inneren nachvollziehen. Als er offiziell für tot erklärt wird, mag sie nicht daran glauben und behält Thomas auf eigene Art und Weise in ihrem Herzen.
Meinung
Dieses Buch habe ich ohne besondere Erwartungshaltung begonnen, da ich weder den Autor kannte, noch ein Augenmerk auf den Deutschen Buchpreis hatte. Einzig die Geschichte an sich, so wie sie der Klappentext verspricht, reizte mich ungemein. Insbesondere die Aussage "Ein Roman über den einen Moment, der unser Leben in Frage stellt", weckte meine Neugier. Denn ich spekuliere sehr gerne über das Für und Wider einer Entscheidung und genau das, kann man hier tatsächlich.
Auf recht wenigen Seiten entwirft Peter Stamm ein derart greifbares Szenario in einer schockierenden, lebensverändernden Situation, so dass ich zwischen Mitleid, Verzweiflung und Unverständnis hin und herpendelte. Gerade die durchaus banale Entscheidung, einfach aus der Tür zu gehen und niemals wieder zurückzukehren, entfacht eine unmittelbare Kettenreaktion, die gerade die Angehörigen nachhaltig und bitter beeinflusst.
Beim Lesen habe ich immer wieder innegehalten und versucht, die Beweggründe der Protagonisten nachzuvollziehen, doch das ist mir nicht gelungen. Sowohl der entschlossene, doch unzufriedene Thomas als auch die patente, doch zurückgelassene Astrid blieben mir immer recht fremd, dennoch hat mich dieser Abstand nicht gestört, denn die Hauptcharaktere handeln schlüssig und werfen mit ihren Handlungen immer neue Fragen auf, denen man nur zu gern nachgehen würde. Auf Grund dieses Aspektes sehe ich auch eine Berechtigung darin, diesen Roman beispielsweise als Unterrichtslektüre zu wählen, denn kontroverse Diskussionen werden sich fast zwangsläufig ergeben.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits sind die ausufernden Landschaftsbeschreibungen, die gerade bei der geringen Seitenanzahl des Buches manchmal zu viel Raum einnehmen und den Blick auf die Gefühle und Gedanken der Protagonisten schmälern.
Fazit
Ich vergebe 5 Lesesterne und eine Leseempfehlung, für alle die sich gern mit unliebsamen Entscheidungen, einem aufgezwungenen Schicksal und der Möglichkeit, das eigene Leben radikal zu verändern, beschäftigen möchten.
Es fällt schwer die Situation objektiv zu betrachten, selbst wenn Peter Stamm sehr distanziert und korrekt schreibt. Immer wieder fällt der Leser in eine Rolle hinein - in die des sinnsuchenden Vaters, der verlassenen Ehefrau, der enttäuschten Kinder und letztlich bleibt er hängen an der Tatsache, dass nicht alles im Leben einen Sinn haben muss. Und selbst wenn man keine müde Mark auf diese Aussage setzt, wird man hier gezwungen, darüber nachzudenken, was sein könnte, was wirklich ist und was niemals geschehen wird. Dieses Dilemma verkörpert "Weit über das Land" und wird mir damit lange und nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Nicole
5/5
09.05.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein seltsames Gefühl bleibt zurück
Gepackt hat mich diese Lektüre von der ersten Seite an. Denn das Thema "Neuanfang* beschäftigt mich aktuell, bzw. betrifft meinen Mann. Schon allein deshalb habe ich mich begierig auf die 223 Seiten eingelassen.
Gerne hätte ich mehr erfahren, mehr vom Protagonisten Thomas, über seine Gefühle und Gedanken die er hegte, während er sich auf und davon machte und allem, was ihm bisher lieb war, den Rücken kehrte; seinem Job, seinem Hobby, dem Volleyball und natürlich seiner geliebten Familie. Die Frage bleibt allerdings; wie SEHR hat er sein Leben- oder viel mehr seine Familie wirklich geliebt? Wenn man mir nichts, dir nichts, auf und davon marschiert und alles so einfach zurück lässt?
Mich hat die Geschichte irritiert und auch traurig zurückgelassen.
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