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Der schonungslos ehrliche Erfahrungsbericht aus 15 Jahren Dienst bei der Bundespolizei
Als Beamter der Bundespolizei riskierte er für die Sicherheit der Gesellschaft Gesundheit und Leben, sah sich mit unzähligen Straftätern und zu vielen unlösbaren moralischen Konflikten konfrontiert. Täglich setzte er sich mit den Menschen auseinander, die unerlaubt nach Deutschland einreisten. Kein wirklicher Schutz für Schutzbedürftige, kein funktionierender Umgang mit den illegal Eingereisten, verzerrte Berichterstattung in der Presse und die frappierende Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und polizeilicher Realität: Die Folgen von Richtungslosigkeit und gravierenden Fehlern in der Migrations- und Integrationspolitik Deutschlands bestimmten seinen Alltag. Bis es zu viel wurde. Jan Solwyn quittierte nach 15 Jahren desillusioniert von der Politik den Dienst. Jetzt liefert er einen schonungslos ehrlichen Bericht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Leni
aus Luzern
5/5
27.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Tolles Buch ehrlich und authentisch !!
Sehr zum empfehlen wurde sachlich und inhaltlich sehr spannend mit einem klaren Faden aufgezeigt. Sollte mehr Reichweite bekommen.
Ist für alle Alterskategorien geeignet.
Ich würde dieses Buch immerwieder lesen und auch meinen Freunden und Bekannten weiterschenken.
Bewertung
aus Frontenhausen
5/5
20.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein ehrliches und absolut realistisches Buch
So wünscht man sich ein Buch. Von jemandem geschrieben, der die Realität selbst erlebt, durchlebt und auch miterlebt hat. Keine Schnörkel, keine Schönmalerei. Bitte mehr von solchen Büchern und gerne auch als Hörbuch für Pendler oder kleine Lesemuffel ;)
Bewertung
4/5
31.07.2026
Buch (Taschenbuch)
„Kein wirklicher Schutz für Schutzbedürftige“ – Wie die Politik an der Grenze versagt – ein Erfahrungsbericht.
Wer glaubt, die deutsche Migrationspolitik sei eine Erfolgsgeschichte, der wird nach der Lektüre von Jan Solwyns An der Grenze vermutlich verstummen. Ein Ex-Bundespolizist legt hier seine persönliche Abrechnung vor – und sie fällt vernichtend aus.
Man musste kein Prophet sein, um zu wissen, dass dieses Buch bei Erscheinen für Aufsehen sorgen würde. Ein Ex-Bundespolizist, der nach 15 Jahren Dienst den Beamtenstatus an den Nagel hängt, um ein Buch zu schreiben – das riecht nach Skandal, nach Abrechnung, nach dem, was man im Feuilleton gerne einen "Paukenschlag" nennt. Und ja, es ist all das. Aber es ist vor allem eines: ein erschütterndes, wütendes und manchmal auch bitterkomisches Zeitzeugnis eines Mannes, der nicht mehr länger schweigen kann.
Solwyns Weg führt uns durch die Abgründe des deutschen Grenzalltags – von der ersten Begegnung mit einer halb erfrorenen Somalierin am Dortmunder Hauptbahnhof über die Flüchtlingsdramen auf Lesbos bis hin zur letzten Zugfahrt als Beamter, in der er noch einmal hautnah erlebt, wovon er erzählt. Es sind nicht die großen politischen Reden oder die Sonntagsreden der Kanzlerin, die dieses Buch prägen. Es sind die kleinen, alltäglichen Momente der Ohnmacht. Der junge Afghane, den er in eine Unterkunft zurückbringen muss, in der er von anderen Bewohnern verprügelt wird. Die afghanische Frau auf Lesbos, deren Nichte auf dem Boot vergewaltigt wurde. Die Hunderte jungen Männer in Serbien, die ihm stolz Fotos von deutschen Frauen und Mietwagen auf ihren Handys zeigen – als Beweis, dass Deutschland sie erwartet.
Was Solwyns Bericht so brisant macht, ist nicht die Kritik an der Politik – die ist mittlerweile allgegenwärtig. Es ist die Art, wie er die Mechanismen des Versagens seziert: die systemimmanente Lüge, die sich durch alle Ebenen zieht. Die Kollegen, die beim NZG-Einsatz die Tasche mit dem Stiefel anstoßen, weil man ja sonst nie Feierabend macht. Die Vernehmungen, in denen offensichtlich gelogen wird – und die trotzdem mit einer Anlaufbescheinigung enden. Die politischen Sonntagsreden, die niemals Taten folgen lassen. Das System der Duldung, das nichts anderes ist als ein perfider Mechanismus, Menschen ohne legalen Status auf unbestimmte Zeit in der Schwebe zu halten – auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten des Rechtsstaats.
Solwyn schreibt so, wie er gearbeitet hat: ungeschönt, direkt, ohne Schnörkel. Er ist kein Akademiker, der hinter seinen Theorien verschwindet. Er ist einer, der sich mit Betrunkenen geprügelt, der unter Güterzüge geleuchtet und nächtelang auf verlassenen Straßen nach erfrorenen Flüchtlingen gesucht hat. Diese Authentizität ist das größte Kapital des Buches. Man spürt auf jeder Seite, dass hier jemand schreibt, der die Uniform nicht nur getragen, sondern gelebt hat. Dass er die Bundespolizei geliebt hat – und dass es ihn zerrissen hat, sie verlassen zu müssen.
Und dennoch: Es ist kein reines Traktat der Verzweiflung. Es gibt auch diese Momente stiller Menschlichkeit, die mich am meisten berührt haben. Meine Lieblingsszene ist die auf der nächtlichen Landstraße im Norden von Lesbos, als Solwyn und sein Kollege 35 halb erfrorene Afghanen in ihrem Dienstwagen unterbringen – Frauen, Babys, einen sterbenden alten Mann. Die Szene, in der er einem der Männer seine eigene Winterjacke gibt und dann, nur mit T-Shirt bekleidet, im eisigen Nordwind ausharrt, hat mir einen Kloß im Hals hinterlassen. Hier wird deutlich, was Solwyn selbst betont: dass er niemals etwas gegen Flüchtlinge hatte. Im Gegenteil. Sein Zorn richtet sich gegen ein System, das Menschen in die Irre führt, das falsche Hoffnungen nährt und am Ende alle scheitern lässt – die Flüchtlinge genauso wie diejenigen, die den Rechtsstaat aufrechterhalten sollen.
Gut unterhalten wurde ich übrigens bestens – so makaber das bei diesem Thema klingen mag. Solwyn schreibt so flüssig und packend, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Es ist diese Mischung aus Thriller-Erzähltempo und dokumentarischer Genauigkeit, die selbst die frustrierendsten Einsichten lesbar macht. Die Dialoge mit den Kollegen, der Galgenhumor im Wachraum, die absurden Begegnungen mit Betrunkenen und Selbstdarstellern – all das sorgt für eine Dynamik, die man bei einem politischen Sachbuch nicht erwarten würde. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Stoff eines Tages verfilmt wird – vielleicht als einstündige Reportage oder sogar als Serie à la Tatort, nur eben ohne Fiktion. Die Bilder, die Solwyn zeichnet, sind filmreif.
Wer auf eine ausgewogene, beide Seiten würdigende Abhandlung hofft, wird enttäuscht sein. Solwyns Perspektive ist eindeutig, sein Urteil vernichtend. Aber er hat diesen Ton redlich verdient. Wer als Polizist jahrelang die Frustration aushalten musste, während Politiker und Medien die Realität beschönigten, der hat das Recht, am Ende laut zu werden.
Ich gebe 4 von 5 Sternen – nicht, weil das Buch Schwächen hätte, sondern weil es bewusst nur eine Seite der Medaille zeigt. Es ist ein Essay, keine Enzyklopädie. Aber es ist ein essenzielles, mutiges und zutiefst ehrliches Buch, das jeder lesen sollte, der verstehen will, warum dieses Land an den Grenzen seiner politischen Fantasie angekommen ist. Der fehlende Stern? Er bleibt für die politische Debatte, die Solwyns Bericht hoffentlich entfachen wird – und für das, was danach kommt.
Weil dieses Buch die Debatte verdient, die es entfachen wird.
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