Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Wirtschaftsspionin Eliza Roth-Schild hat sich nach New York abgesetzt – und ihr treuer Chauffeur, der Taxifahrer und Hobby-Detektiv Herr Wälti, ist geknickt. Doch dann kommt er zufällig an einen eher skurrilen Fall: Im Nobelhotel Castello Cavallo stiehlt jemand große Mengen Toilettenpapier, aber nicht irgendein beliebiges, sondern das luxuriöse mit Goldrand.
Wälti soll den Dieb finden. Als Taxifahrer ist er schließlich Beichtvater, Lebensberater und Seelentröster in einem, schweigsam und diskret. Hilfe bekommt er bei diesem lächerlich scheinenden Latrinen-Auftrag von der neuen Mitarbeiterin in der Taxizentrale. Evita Mosimann ist jung, schräg, frech, hat ein Händchen für Computer, eine mysteriöse Vergangenheit und einige rätselhafte Angewohnheiten. Wälti und Evita suchen den Dieb und kommen dabei einer Verschwörung auf die Spur, die den Verlauf der Weltgeschichte verändern könnte.
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witzig und spannend!
Bewertung aus Oberursel am 26.01.2026
Bewertungsnummer: 3026024
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dies hier ist zwar der erste Fall für Herrn Wälti, also ich steige mal mit Band 1 in eine neue Krimi-Reihe ein, aber Fans des Autors ist der Herr Wälti schon bekannt, denn er ist eine Nebenfigur in den Krimis um die Detektivin Eliza Roth-Schild. Nun, so sagt es der Verlag, traut sich Herr Wälti „aus Eliza Roth-Schilds Schatten und steht selbst im Mittelpunkt.“.
Ich kenne weder noch :-), für mich ist alles neu, ich habe mich überraschen lassen, und bin gerade ziemlich begeistert :-)
Also, wir haben hier einen mit 250 Seiten relativen kurzen Krimi, den ich so als Mix zwischen „normalem Krimi“, cozy crime und ja, durchaus, aus Satire eingruppieren würde, denn wir haben hier jede Menge teils schwarzen Humor, Witz und auch Überzeichnung.
Hierum geht es: der Herr Wälti ist seit über 45 Jahren Taxifahrer aus Passion bei einem alteingesessenem schweizer Taxiunternehmen. Er betreut viele Stammkunden, und hat sich im Laufe seines Berufslebens auch viel Menschenkenntnis angeeignet. In den letzten Jahren hat das dazu beigetragen, dass er als eine Art ehrenamtlicher Helfer bei Eliza Roth-Schilds Privatermittlungen zugange war, und nun, wo Eliza nicht mehr im Lande ist, fehlt dem Herrn Wälti irgendwie der Thrill. So kommt es, dass er aus einer spontanen Laune heraus sich als Ermittler bei einem Kunden anbietet – und zwar ausgerechnet beim Security Chef des lokalen Nobelhotels Castello Cavallo. Der erste Auftrag: Im Hotel werden vergoldete Toilettenrollen in großem Stil gestohlen, und die Security kann sich nicht um alles kümmern – also dann: freie Fahrt für das soeben neu gegründete Unternehmen ÜberWÄLTIgend . „Sauglatt, die Idee mit dem Firmennamen“ kommentiert der Securitychef die brandneue Visitenkarte. „Ja, gelled Sie, den meisten meiner Klienten gefällt das“ sagte Wälti zu seinem allerersten Kunden. / S. 61. Hehehe, genau mein Humor :-)
Als neue „Partnerin in Crime“ wird aus der Not geboren die neue Disponentin der Taxizentrale engagiert. Evita Mosimann ist jung, exaltiert, eine brillante IT-Spezialistin aka Hackerin par Excellence, und, nun ja, frech bis mental speziell. Gemeinsam mit Herrn Wälti bilden die beiden ein sehr exzentrisches Ermittlerteam, das sich gegenseitig in teils witzigen, teils aber auch tiefgründigen Dialogen die Bälle zuspielt, dass es eine Freude ist, hier dabei zu sein :-) Mir zumindest gefallen die spitzen Unterhaltungen, auch wenn sie teils sehr überzeichnet sind. Gemeinsam machen sich die zwei Kollegen also an die Arbeit, und der so seicht erscheinende Auftrag zieht schon sehr bald unglaubliche Kreise und internationale politische Verstrickungen und Krisen drohen….
Mein Lesefazit: ich fand es klasse, eben weil es meinen Humor komplett getroffen hat. Ich hab gesehen, die Meinungen anderer Rezensenten driften hier durchaus ziemlich auseinander. Aber wie gesagt, ich mag Überzeichnungen und satirischen Witz sehr gerne, und das Buch ließ sich sehr flüssig lesen. Weiterer Pluspunkt: Das hier ist durchaus nicht nur lustig und bissig, hier haben wir auch einen ziemlich gut geplotteten Kriminalfall, und als Nebenerzählstrang eine Story über eine Geiselnahme durch Guerillas im kolumbianischem Dschungel, und in diesem Nebenstrang kommt der Autor ohne Witz und Karikatur aus …. beide Erzählungen kommen natürlich am Ende zusammen, und das fand ich wiederum sehr spannend, tiefgründig und zeigt: der Autor kann auch „nicht lustig“.
Für mich hat das alles wunderbar gepasst und mich bestens unterhalten.
Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Band 2; diese Reihe empfehle ich sehr gerne weiter!
Genialer neuer Roman des genialen Schweizer Autors mit genialen Protagonisten
Renas Wortwelt am 26.03.2025
Bewertungsnummer: 2449204
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nicht immer funktioniert es, wenn Autoren aus ihren bisherigen Erfolgen eine Nebenfigur zum Protagonisten einer neuen Reihe machen. Dass es diesem Autor, dessen großer Fan ich bin, gelingen würde, ist hingegen keine Überraschung.
Er macht aus dem Taxifahrer Wälti, der in der Reihe um die Privatermittlerin Eliza Roth-Schild diese zu ihren Einsätzen fuhr und ihr auch stets zur Seite stand, hier nun die Hauptfigur. Wälti, der aus seinem Vornamen ein großes Geheimnis macht – was für einen witzigen running gag sorgt – trauert Eliza hinterher, die zu ihrem Lebensgefährten nach New York zieht (sich eine Rückkehr in die Schweiz aber zum Glück offen hält).
Aus dieser Traurigkeit heraus, auch aus dem Gefühl des Verlustes an Bedeutung vermutlich, dient er sich dem Sicherheitschef eines großen Hotels, in welchem gerade diverse wichtige politische Konferenzen und Verhandlungen stattfinden, als Privatdetektiv an. Sein erster Fall: Den Diebstahl von Unmengen goldgerändertem Toilettenpapier aufklären.
Nun ist das eine eher weniger spektakuläre Aufgabe, dennoch sieht sich Wälti recht bald erheblichen Schwierigkeiten gegenüber. Schwierigkeiten technischer Art, bei denen ihm jedoch schnell Hilfe zuteilwird, in Gestalt seiner neuen Kollegin in der Taxizentrale, Evita Mosimann.
Das ist eine wirklich genial gezeichnete Figur, mit vielen Ecken und Kanten, mit dramatischer Vergangenheit – die man erst im Laufe des Romans kennenlernt und begreift – und mit einer herrlich witzigen und Wälti immer wieder aus der Fassung bringenden frechen Sprache.
Beide zusammen finden recht bald heraus, dass es um wesentlich mehr geht als gestohlenes Toilettenpapier. Nach und nach entwirren sich die Fäden, während sowohl Wältis besonnene, immer besorgte Art, seine in Evitas Augen altertümliche Auffassung vom Umgang miteinander wie auch Evitas forsches Auftreten, ihre immensen Kenntnisse von Computern und ihre Unverfrorenheit dazu beitragen, dass sie natürlich am Ende alles erfolgreich aufklären.
Dabei wird es durchaus gefährlich, für andere und auch für die Beiden. Wozu auch Evitas Vergangenheit beiträgt. Worum es dabei geht, kann ich in einer Rezension nicht erzählen, sonst wäre der eigentliche Clou des Romans verdorben. Aber dass es geradezu genial konstruiert ist von Marcel Huwyler, so dass man bei der Lektüre lange keinerlei Ahnung hat, worauf das hinaus läuft, allein das macht diesen Roman zu etwas ganz besonderem.
Dazu die gelungen gestalteten Figuren, die geschickt gelegten falschen und richtigen Spuren, die genial konstruierte Handlung, die sich perfekt nach und nach steigernde Spannung und nicht zuletzt die herrlich witzigen, manchmal absurden, manchmal unterschwellig berührenden Dialoge. Und natürlich, wie stets in Huwylers Romanen, dieser außergewöhnliche Wortwitz, seine Wortspiele, seine Wortschöpfungen. All das zusammen ergibt diesen wunderbaren Roman, der hoffentlich noch viele Fortsetzungen nach sich zieht.
Ohne allerdings, dass wir auf Fortsetzungen der Violetta Morgenstern Reihe verzichten müssen. Hier hoffe ich auf baldige neue Folgen.
Marcel Huwyler - Der Herr Wälti
Atlantis, Februar 2025
Taschenbuch, 254 Seiten, 19,90 €
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