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Produktbild: Allerseelen
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Allerseelen Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.10.2000

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

440

Maße (L/B/H)

17,5/10,5/3,3 cm

Gewicht

276 g

Auflage

9. Auflage

Originaltitel

Allerzielen

Übersetzt von

Helga van Beuningen

Sprache

Deutsch

EAN

2710001530700

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Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.10.2000

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

440

Maße (L/B/H)

17,5/10,5/3,3 cm

Gewicht

276 g

Auflage

9. Auflage

Originaltitel

Allerzielen

Übersetzt von

Helga van Beuningen

Sprache

Deutsch

EAN

2710001530700

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Ein Tableau

Polar aus Aachen am 03.09.2007

Bewertungsnummer: 566820

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jeder Mensch verarbeitet einen Verlust anders. Artur Daane benutzt seine Kamera dazu, Stimmungen, Bilder in einer verschneiten Stadt einzufangen, um so ein Abbild seines Innern zu erschaffen. Allerseelen trifft als Titel des Romans wie selten einer sonst die Gemütslage, die Cees Nooteboom beschreibt. Ein Feiertag, ein Tag, an dem man aussetzt, in sich kehrt, Gräber aufsucht, sich dem Vergangenen stellt. Es ist ein Sinnieren über den Tod ins Leben hinweg, ein Innehalten im ständigen Fluß des Alltags, eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, der Daane durch seinen Beruf ausgesetzt ist. Und doch bewahrt ihn der Rückzug nicht davor, einer Frau zu begegnen, die ihn wegen ihrer Geheimnisse fasziniert. Arthur Daane ist niemand, der sich auf Grund eines tragischen Schicksal aufgibt, er bleibt nur mitten in der Bewegung stehen, schaut sich um, schaut genauer hin und findet sich wieder, indem er verschüttete Gefühle freilegen kann. Fast ein Liebesroman, ein Roman, der den großen Fragen unserer Zeit nicht ausweicht. Zu Ende gelesen bedauert man es fast.

Ein Tableau

Polar aus Aachen am 03.09.2007
Bewertungsnummer: 566820
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jeder Mensch verarbeitet einen Verlust anders. Artur Daane benutzt seine Kamera dazu, Stimmungen, Bilder in einer verschneiten Stadt einzufangen, um so ein Abbild seines Innern zu erschaffen. Allerseelen trifft als Titel des Romans wie selten einer sonst die Gemütslage, die Cees Nooteboom beschreibt. Ein Feiertag, ein Tag, an dem man aussetzt, in sich kehrt, Gräber aufsucht, sich dem Vergangenen stellt. Es ist ein Sinnieren über den Tod ins Leben hinweg, ein Innehalten im ständigen Fluß des Alltags, eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, der Daane durch seinen Beruf ausgesetzt ist. Und doch bewahrt ihn der Rückzug nicht davor, einer Frau zu begegnen, die ihn wegen ihrer Geheimnisse fasziniert. Arthur Daane ist niemand, der sich auf Grund eines tragischen Schicksal aufgibt, er bleibt nur mitten in der Bewegung stehen, schaut sich um, schaut genauer hin und findet sich wieder, indem er verschüttete Gefühle freilegen kann. Fast ein Liebesroman, ein Roman, der den großen Fragen unserer Zeit nicht ausweicht. Zu Ende gelesen bedauert man es fast.

Ein sinnierender Flaneur Der…

Bories vom Berg aus München am 16.06.2015

Bewertungsnummer: 2708393

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein sinnierender Flaneur Der Prophet gilt wenig im eigenen Land, dem Schriftsteller geht es zuweilen ebenso. Cees Nooteboom ist so einer, auf den dies zutrifft, die Rezeption seines erzählerischen Werkes ist in Deutschland intensiver als in seiner holländischen Heimat. Neben dem Feuilleton ist dies vermutlich dem Engagement Siegfried Unselds für seinen Autor zu danken, «Allerseelen» hatte den berühmten Verleger, wie er schrieb, beim Lesen an die großen Flaneure des zwanzigsten Jahrhunderts erinnert. Der Handlungsort Berlin kurz nach der Wiedervereinigung erklärt zudem die besondere Beachtung dieses 1999 veröffentlichten Romans in Deutschland, er gilt als der beste Berlin-Roman der jüngeren Zeit. Arthur Daane, unverkennbar das Alter Ego des Autors, ist geradezu der Prototyp eines Flaneurs, ein 44jähriger niederländischer Filmemacher, der vor zehn Jahren bei einem Flugzeugunglück Frau und Kind verloren hat und inzwischen zum Einzelgänger geworden ist. Sein Beruf zwingt ihm eine unstetige Lebensweise auf, er ist viel auf Reisen und nirgendwo richtig zu Hause, es zieht ihn aber immer wieder nach Berlin, wo er gute Freunde hat. Da ist der deutsche Philosoph Arno Tieck, eine Romanfigur, die an Rüdiger Safranski erinnert, mit dem der Autor befreundet ist, ferner der holländische Bildhauer Victor und die russische Physikerin und Galeristin Zenobia, ein debattierfreudiges Dreigestirn, das sich regelmäßig in einem Pfälzer Weinlokal trifft. Seine älteste Freundin, die in Amsterdam lebende Erna, mit der er fast täglich telefoniert, stellt mit ihrer lebensklugen Art einen Anker für ihn dar, sie erdet ihn regelmäßig, wenn er mal wieder in höheren Sphären schwebt. Denn Arthur, der durch Berlin streift in den Wartezeiten zwischen seinen Filmprojekten, der nicht jeden Auftrag annimmt und nur soviel arbeitet, wie unbedingt sein muss, der Galerien, Ausstellungen, Museen, Bibliotheken besucht, regelmäßig in bestimmten Cafés und Restaurants anzutreffen ist, er betätigt sich auf seinen Streifzügen nicht nur physisch als Flaneur, er ist es auch psychisch. Permanent auf der Suche, ohne genau definieren zu können, was er denn sucht, hat er seine Kamera meistens dabei und filmt für seine private «Sammlung» speziell das, was kommerziell nicht verwertbar ist, unbedeutende Details und Fragmente zumeist, die er irgendwann zu einem großen Ganzen fügen will. In einem Café trifft er auf eine junge Frau, die extrem verschlossen ist und seltsam abweisend bleibt auch dann, als sie sich näher kommen. Sie arbeitet verbissen an einer Dissertation über eine nahezu vergessene spanische Königin, diskutiert lebhaft mit seinen Freunden, verschwindet aber immer wieder ganz abrupt und ohne Abschied. Als Arthur nach einem mehrwöchigen Filmauftrag aus Japan zurückkommt, ist sie wieder verschwunden, mühsam spürt er sie im Nationalarchiv in Madrid auf. Sie sei schwanger geworden, habe abtreiben lassen, - beide trennen sich im Streit. Als Arthur nach einem Raubüberfall aus dem Krankenhaus entlassen wird und erfährt, sie sei nach Santiago abgereist, widersteht er dem Impuls, ihr nachzureisen. Der Roman hat abgesehen von der kurzen eingelagerten Beziehungsgeschichte kaum Handlung, er stellt eine Kollage von Episoden, Reflexionen, Theorien über Geschichte, Nationen, Politik, städtische Kultur und vor allem über Kunst dar, von einem auktorialen Erzähler aus Arthurs Perspektive erzählt und von einem der Antike nachempfundenen «Chor» in kurzen Intermezzi kommentiert. Es ist der Kampf gegen das Vergessen, an «Allerseelen» als Gedenken an die Toten zelebriert, der Arthur umtreibt, ihn ausufernde philosophische Diskussionen führen lässt, der Chor aber resümiert am Ende: «Und wir? Ach wir …» Mit seiner Themenfülle und den vielen Bezügen und Querverweisen ist dieser ebenso kopflastige wie blutleere Roman eine Fundgrube für den philosophisch interessierten Leser, permanent zu einem Weiterdenken anregend, welches man kaum als kontemplativ bezeichnen kann.

Ein sinnierender Flaneur Der…

Bories vom Berg aus München am 16.06.2015
Bewertungsnummer: 2708393
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein sinnierender Flaneur Der Prophet gilt wenig im eigenen Land, dem Schriftsteller geht es zuweilen ebenso. Cees Nooteboom ist so einer, auf den dies zutrifft, die Rezeption seines erzählerischen Werkes ist in Deutschland intensiver als in seiner holländischen Heimat. Neben dem Feuilleton ist dies vermutlich dem Engagement Siegfried Unselds für seinen Autor zu danken, «Allerseelen» hatte den berühmten Verleger, wie er schrieb, beim Lesen an die großen Flaneure des zwanzigsten Jahrhunderts erinnert. Der Handlungsort Berlin kurz nach der Wiedervereinigung erklärt zudem die besondere Beachtung dieses 1999 veröffentlichten Romans in Deutschland, er gilt als der beste Berlin-Roman der jüngeren Zeit. Arthur Daane, unverkennbar das Alter Ego des Autors, ist geradezu der Prototyp eines Flaneurs, ein 44jähriger niederländischer Filmemacher, der vor zehn Jahren bei einem Flugzeugunglück Frau und Kind verloren hat und inzwischen zum Einzelgänger geworden ist. Sein Beruf zwingt ihm eine unstetige Lebensweise auf, er ist viel auf Reisen und nirgendwo richtig zu Hause, es zieht ihn aber immer wieder nach Berlin, wo er gute Freunde hat. Da ist der deutsche Philosoph Arno Tieck, eine Romanfigur, die an Rüdiger Safranski erinnert, mit dem der Autor befreundet ist, ferner der holländische Bildhauer Victor und die russische Physikerin und Galeristin Zenobia, ein debattierfreudiges Dreigestirn, das sich regelmäßig in einem Pfälzer Weinlokal trifft. Seine älteste Freundin, die in Amsterdam lebende Erna, mit der er fast täglich telefoniert, stellt mit ihrer lebensklugen Art einen Anker für ihn dar, sie erdet ihn regelmäßig, wenn er mal wieder in höheren Sphären schwebt. Denn Arthur, der durch Berlin streift in den Wartezeiten zwischen seinen Filmprojekten, der nicht jeden Auftrag annimmt und nur soviel arbeitet, wie unbedingt sein muss, der Galerien, Ausstellungen, Museen, Bibliotheken besucht, regelmäßig in bestimmten Cafés und Restaurants anzutreffen ist, er betätigt sich auf seinen Streifzügen nicht nur physisch als Flaneur, er ist es auch psychisch. Permanent auf der Suche, ohne genau definieren zu können, was er denn sucht, hat er seine Kamera meistens dabei und filmt für seine private «Sammlung» speziell das, was kommerziell nicht verwertbar ist, unbedeutende Details und Fragmente zumeist, die er irgendwann zu einem großen Ganzen fügen will. In einem Café trifft er auf eine junge Frau, die extrem verschlossen ist und seltsam abweisend bleibt auch dann, als sie sich näher kommen. Sie arbeitet verbissen an einer Dissertation über eine nahezu vergessene spanische Königin, diskutiert lebhaft mit seinen Freunden, verschwindet aber immer wieder ganz abrupt und ohne Abschied. Als Arthur nach einem mehrwöchigen Filmauftrag aus Japan zurückkommt, ist sie wieder verschwunden, mühsam spürt er sie im Nationalarchiv in Madrid auf. Sie sei schwanger geworden, habe abtreiben lassen, - beide trennen sich im Streit. Als Arthur nach einem Raubüberfall aus dem Krankenhaus entlassen wird und erfährt, sie sei nach Santiago abgereist, widersteht er dem Impuls, ihr nachzureisen. Der Roman hat abgesehen von der kurzen eingelagerten Beziehungsgeschichte kaum Handlung, er stellt eine Kollage von Episoden, Reflexionen, Theorien über Geschichte, Nationen, Politik, städtische Kultur und vor allem über Kunst dar, von einem auktorialen Erzähler aus Arthurs Perspektive erzählt und von einem der Antike nachempfundenen «Chor» in kurzen Intermezzi kommentiert. Es ist der Kampf gegen das Vergessen, an «Allerseelen» als Gedenken an die Toten zelebriert, der Arthur umtreibt, ihn ausufernde philosophische Diskussionen führen lässt, der Chor aber resümiert am Ende: «Und wir? Ach wir …» Mit seiner Themenfülle und den vielen Bezügen und Querverweisen ist dieser ebenso kopflastige wie blutleere Roman eine Fundgrube für den philosophisch interessierten Leser, permanent zu einem Weiterdenken anregend, welches man kaum als kontemplativ bezeichnen kann.

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