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Am Ufer Roman. Premio Nacional de Narrativa 2014

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

56146

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.01.2014

Verlag

Kunstmann, A

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

21,6/14,9/4,2 cm

Gewicht

674 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

En la orilla

Übersetzt von

Dagmar Ploetz

Sprache

Deutsch

EAN

2710001568604

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

56146

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.01.2014

Verlag

Kunstmann, A

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

21,6/14,9/4,2 cm

Gewicht

674 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

En la orilla

Übersetzt von

Dagmar Ploetz

Sprache

Deutsch

EAN

2710001568604

Herstelleradresse

Kunstmann, Antje, GmbH, Verlag
Zweigstr. 10, Rgb
80336 München
Deutschland
Email: info@kunstmann.de
Url: www.kunstmann.de
Telephone: +49 89 1211930
Fax: +49 89 12119320

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Große Literatur, ein Genuss zu lesen

Bewertung am 13.05.2021

Bewertungsnummer: 842394

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der siebzigjährige Tischler Esteban hat seine Ersparnisse und eine aufgenommenen Hypothek auf Haus und Betrieb in ein windiges Immobilienprojekt seines Freundes Pedrós gesteckt. Das Projekt ist pleite, Pedro abgehauen. Die Zwangsvollstreckung steht bevor, die Angestellten sind gekündigt. In einem Rückblick berichtet Esteban über seine Familie in den fiktiven Orten Olba und Misent, bis hin zur Francozeit. Die Landschaft erinnert in der Beschreibung an die Dénia bei Alicante (Residenz des Autors). Er beschreibt eine zerrissene Landschaft voll von Bauruinen zwischen Meer und Sumpf, beschreibt arbeitslose Menschen, osteuropäische Nutten, schwelender Hass auf Migranten. Die Köpfe der Spekulanten haben mit dem Platzen der Immobilienblase das Land verlassen, nicht vergessen, ihr Vermögen mitzunehmen. Chirbes analysiert die Entwicklung Spaniens in den letzten Jahrzehnten. Ein Bauernstaat, der ganze Landstriche verkaufte, bebaute, selbst die spanische Seele verhökerte. Er beschreibt den Traum vom Häuschen für Jedermann, vom Leben im Luxus, ein Traum, der einer ganzen Generation verkauft wurde. Ein Protagonist berichtet, früher war man froh, eine Arbeit als Orangenpflücker zu haben, das war eine anständige Arbeit. Das würde heute keinem Jugendlichen genügen. Dafür gibt es die Marokkaner. Er selbst habe auch seinen Job verloren, aber er sei froh, wenigstens als Straßenkehrer etwas gefunden zu haben. Rohbauten im Höhenrausch, eine verbaute Küste und in der Hinterhand der morastige Sumpf. Der Sumpf steht für die Gesellschaft, die im Morast erstickt. In gut 400 Seiten versucht Rafael Chirbes (aus Valencia stammend) aus der Sicht verschiedener Protagonisten zu erklären, wie es zu der Krise kam. Esteban spielt Karten mit einem Teerpappenfabrikanten, einen Mann, der Flüchtlinge aus Afrika schleust, den Leiter der Sparkasse und einen Weinkritiker, die alle zu Wort kommen, ebenso die Südamerikanerin, die Esteban bei der Pflege des dementen Vaters hilft und mit der er ein Verhältnis hat und sein marokkanischer Freund. Ein Land in der Krise, in dem Migranten keinen Platz mehr haben, weil viele arme Spanier nicht mehr wissen „wie der Kühlschrank zu füllen ist“. Krise an allen Ecken: die Krise in der Familie, die Krise die Esteban in sich selbst trägt, der alles im Leben falsch machte, Sinneskrise bei den Menschen, die gierig nach mehr trachteten, Baukrise, politische Krise, Wirtschaftskrise. Schnelles Geld führt zu nichts. Man sollte als Hintergrundwissen immer bedenken, dass Chirbes Kommunist ist. Er zeigt die Entwicklung Spaniens in den letzten 70 Jahren auf, schonungslos mit kräftigen Worten. Er ist weder besserwisserisch noch zukunftsweisend. Große Literatur, ein Genuss zu lesen, allerdings nicht ohne Beklemmung. Ein Roman, der lange nachhallt und im Leser weiterklingt.

Große Literatur, ein Genuss zu lesen

Bewertung am 13.05.2021
Bewertungsnummer: 842394
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der siebzigjährige Tischler Esteban hat seine Ersparnisse und eine aufgenommenen Hypothek auf Haus und Betrieb in ein windiges Immobilienprojekt seines Freundes Pedrós gesteckt. Das Projekt ist pleite, Pedro abgehauen. Die Zwangsvollstreckung steht bevor, die Angestellten sind gekündigt. In einem Rückblick berichtet Esteban über seine Familie in den fiktiven Orten Olba und Misent, bis hin zur Francozeit. Die Landschaft erinnert in der Beschreibung an die Dénia bei Alicante (Residenz des Autors). Er beschreibt eine zerrissene Landschaft voll von Bauruinen zwischen Meer und Sumpf, beschreibt arbeitslose Menschen, osteuropäische Nutten, schwelender Hass auf Migranten. Die Köpfe der Spekulanten haben mit dem Platzen der Immobilienblase das Land verlassen, nicht vergessen, ihr Vermögen mitzunehmen. Chirbes analysiert die Entwicklung Spaniens in den letzten Jahrzehnten. Ein Bauernstaat, der ganze Landstriche verkaufte, bebaute, selbst die spanische Seele verhökerte. Er beschreibt den Traum vom Häuschen für Jedermann, vom Leben im Luxus, ein Traum, der einer ganzen Generation verkauft wurde. Ein Protagonist berichtet, früher war man froh, eine Arbeit als Orangenpflücker zu haben, das war eine anständige Arbeit. Das würde heute keinem Jugendlichen genügen. Dafür gibt es die Marokkaner. Er selbst habe auch seinen Job verloren, aber er sei froh, wenigstens als Straßenkehrer etwas gefunden zu haben. Rohbauten im Höhenrausch, eine verbaute Küste und in der Hinterhand der morastige Sumpf. Der Sumpf steht für die Gesellschaft, die im Morast erstickt. In gut 400 Seiten versucht Rafael Chirbes (aus Valencia stammend) aus der Sicht verschiedener Protagonisten zu erklären, wie es zu der Krise kam. Esteban spielt Karten mit einem Teerpappenfabrikanten, einen Mann, der Flüchtlinge aus Afrika schleust, den Leiter der Sparkasse und einen Weinkritiker, die alle zu Wort kommen, ebenso die Südamerikanerin, die Esteban bei der Pflege des dementen Vaters hilft und mit der er ein Verhältnis hat und sein marokkanischer Freund. Ein Land in der Krise, in dem Migranten keinen Platz mehr haben, weil viele arme Spanier nicht mehr wissen „wie der Kühlschrank zu füllen ist“. Krise an allen Ecken: die Krise in der Familie, die Krise die Esteban in sich selbst trägt, der alles im Leben falsch machte, Sinneskrise bei den Menschen, die gierig nach mehr trachteten, Baukrise, politische Krise, Wirtschaftskrise. Schnelles Geld führt zu nichts. Man sollte als Hintergrundwissen immer bedenken, dass Chirbes Kommunist ist. Er zeigt die Entwicklung Spaniens in den letzten 70 Jahren auf, schonungslos mit kräftigen Worten. Er ist weder besserwisserisch noch zukunftsweisend. Große Literatur, ein Genuss zu lesen, allerdings nicht ohne Beklemmung. Ein Roman, der lange nachhallt und im Leser weiterklingt.

keine leichte Kost

Bewertung aus Feuerthalen am 19.07.2016

Bewertungsnummer: 962210

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

An Raphael Chirbes liebe ich seine dichte Sprache, seine Gedanken und Assoziationen, die sich erst allmählich zu einem grösseren Bild verdichten. Dieses Buch ist eine Geschichte ohne eigentliche Chronologie, aber trotzdem mit einem roten Faden. Eine Geschichte über das Leben und Sterben, über all die Kleinigkeiten die das Glück oder auch das Leid ausmachen. Definitiv keine leichte Unterhaltung, ein politisches und dabei zutiefst menschliches Werk, das man verdauen muss.

keine leichte Kost

Bewertung aus Feuerthalen am 19.07.2016
Bewertungsnummer: 962210
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

An Raphael Chirbes liebe ich seine dichte Sprache, seine Gedanken und Assoziationen, die sich erst allmählich zu einem grösseren Bild verdichten. Dieses Buch ist eine Geschichte ohne eigentliche Chronologie, aber trotzdem mit einem roten Faden. Eine Geschichte über das Leben und Sterben, über all die Kleinigkeiten die das Glück oder auch das Leid ausmachen. Definitiv keine leichte Unterhaltung, ein politisches und dabei zutiefst menschliches Werk, das man verdauen muss.

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