Nur wenige Dinge sind so privat und so öffentlich, so zelebriert oder verheimlicht, so omnipräsent und zugleich verdrängt wie die Speisen, die wir zu uns nehmen. Jeder könnte ein Buch über Essen schreiben, das genauso einzigartig wäre wie sein Fingerabdruck, behauptet Alina Bronsky, und schreibt nun ihres: eine höchst subjektive Erzählung über ihre persönliche Beziehung zu Porridge, Schokolade, Butterbrot, Borschtsch oder der Vogelmilchtorte. Denn für sie sind diese Speisen nicht einfach nur Nahrung, sondern ein Mittel der Fürsorge, Emanzipation, emotionalen Erpressung, das mal nach Heimat schmeckt, mal nach Liebe, Hemmungslosigkeit oder Askese. Ein bittersüßes kulinarisches Hörvergnügen: manchmal komisch und manchmal melancholisch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
05.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Prädikat wertvoll
Danke für diesen unterhaltsamen Beitrag zu dieser Serie. Ist ganz vorne dabei. Vor allem mag es vielleicht das erste Buch sein, das ich von der Autorin lese, aber das macht Lust auf mehr.
Bewertung
aus Dortmund
5/5
16.04.2026
eBook (ePUB)
Sehr persönlich und unterhaltsam
Ich hätte nie gedacht, daß mir ein Buch über das Essen so viel Freude machen würde.
Alena Bronsky schreibt sehr persönlich mit vielen Kindheitserinnrungen, und das hat mir nicht nur manchen Aha-Moment beschert, sondern mich auch in meine eigene Kindheit mit den ganz eigenen Erinnerungen entführt.
Ein sehr entspannendes und unterhaltsames Buch!
ancla_books4life
aus Schwerte
5/5
16.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit Bronskys Witz rund ums Leben: ein Highlight!
**** Mein Eindruck ****
Eine wirklich geniale Idee, die mit Bronskys Witz zur besten Unterhaltung wird, zum Nachdenken anregt und eigene Erinnerungen hervorbringt, die das Herz zum Lächeln bringen. Trotzdem hat das Buch auch einen gewissen Ernst und erzählt von einer Einwanderungsgeschichte, die Unterschiede hervorhebt und zugleich ein Miteinander durch die Gemeinsamkeit „Essen“ vermittelt. Das Kapitel mit Frau Müller war mir besonders sympathisch und löste auch Wehmut in mir aus. Insgesamt habe ich immer wieder herzlich gelacht. Trockener Humor ist doch immer noch der beste Humor – Bronsky ist für mich hierbei eine absolute Meisterin. Beim Lesen dachte ich immer wieder: „Oh nein, das geht ja gar nicht!“ vor Mitgefühl und „Ja genau, das kenne ich!“ aufgrund von Selbsterkenntnis. Aber insgesamt geht es in Essen vor allem um die Gedanken, die einen umgeben, und um das Leben, das uns prägt – und ja, das Essen ist hierbei ein elementarer Teil davon. So war ich Teil des Buches und musste immer wieder denken: Was für eine Idee – einfach genial!
**** Empfehlung? ****
Das Buch ist autobiografisch geprägt und macht besonders Freude, wenn man bereits andere Werke der Autorin kennt. Dennoch steht es auch für sich allein und wird viele Leser*innen begeistern, die sich gerne mit Humor und dem Leben beschäftigen.
Bewertung
5/5
05.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kurzweilige Lektüre zum Thema Essen
Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens (Altern, Streiten, Lieben, Schlafen, Arbeiten, Wohnen, etc.) zu machen. Nachdem ich bereits Elke Heidenreichs „Alter“ und Doris Dörries „Wohnen“ sehr gern gelesen habe, war nun Alina Bronskys „Essen“ an der Reihe.
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges. Erst als Jugendliche kam sie nach Deutschland und fand die deutsche Küche durchaus gewöhnungsbedürftig: statt nahrhaftem Haferbrei zum Frühstück nur mehlstäubende Brötchen mit Marmelade, Käse oder Aufschnitt, das ist doch kein Essen! Nur warme Mahlzeiten sind ein richtiges Essen, da mutet auch das deutsche „Abendbrot“ recht seltsam an, schon wieder nur Brot (wenn auch unendlich viele Sorten) mit Käse, Aufschnitt, etc.
„Essen“ ist ein Buch mit kleinen Geschichten aus Bronskys Leben, eine sehr subjektive Erzählung über ihre persönliche Beziehung zu Haferbrei und Co. Sie erzählt über Familie und Freunde, über ihre Kindheit und Erwachsenwerden und stellt die Gerichte vor, die für sie damit verbunden sind. Neben dem erwähnten Haferbrei gehören u.a. auch Frikadellen, Borschtsch und Quarkauflauf dazu, einfach zuzubereitende Gerichte ohne Schnickschnack oder ausgefallene Zutaten.
Alina Bronsky schreibt humorvoll und amüsant, die kleinen Geschichten sind manchmal heiter, manchmal sentimental.
„Essen“ ist ein lebendig und kurzweilig geschriebenes Buch, das ich mit Vergnügen gelesen habe.
stefanb
5/5
19.09.2025
eBook (ePUB)
Eiswürfel abkochen
"Ich feiere den Genitiv. Lieber würde ich im Clownskostüm zu meiner eigenen Lesung kommen, als 'das' und 'dass' zu verwechseln. (…) Auf die Bach. (…) Hessen hatte sich nicht nur in meiner Sprache breitgemacht. Es hatte sich auch in meine Identität geschlichen." [46]
In ihrem neuesten Werk, welches im Hanser Verlag erschienen ist, schreibt Autorin Alina Bronsky über das "Essen". Dies ist dann zugleich auch schon der Titel. Von ihr habe ich schon mehrere Bücher gelesen und war bis jetzt immer begeistert. "Essen" klang erstmal nicht nach einem Buch für mich. Jedoch liest sich der Roman so unterhaltsam und Bronsky schreibt so pointiert, dass es eine Freude ist, mit ihr durch die verschiedenen Rezepte zu springen. Es ist in der Tat ein kulinarisches Highlight ihren Gedanken zu folgen. An vielen Stellen darf man schmunzeln. Die Erzählungen aus den Stationen ihres Lebens lassen sich sehr gut lesen.
"Essen" ist ein Roman, der sich aus der Masse abhebt und schön abwechslungsreich geschrieben ist und amüsante Lesestunden verspricht. Auch der Aufbau des Buches ist durchdacht. Das Schlusswort ist dann eine Art Nachspeise.
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