Wir bleiben hier. Wir bleiben schwierig.
Musik hält Samuel am Leben. Gabriel sehnt sich nach Rettung. Kit und Ink sprengen sich aus dem Schrank. Ein Mädchen lernt, seinen Glaubenssätzen zu entwachsen.
Wie werden Wunden zu Worten? Wie bezwingt mensch die erlebte Gewalt? Und können wir aus Scherben wirklich Träume bauen oder spiegelt sich darin doch nur die Vergangenheit?
In diesem Buch begleiten wir fünf Herzen, die verzweifelt nach Antworten suchen, nur um sich am Ende die immergleiche Frage zu stellen:
Wie überleben?
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Weil Fallen nicht Liegenbleiben ist.
Franci aus Ilmenau am 25.05.2026
Bewertungsnummer: 3148611
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„(...) denn ich bin meine Kunst und sie lebt mich.“
„Wunden wie Kronen“ ist literarisch und emotional anspruchsvoll, nutzt Sara Fabian die Kraft ihrer Worte doch dazu, um ihr Innerstes zu entblößen und uns einzulassen. Um auf poetische Art ihre – und unsere – Wunden, Traumata, Unsicherheiten und Ängste sichtbar werden zu lassen. Verwinkelte, metaphorische Wahrheiten voller Leid und Trauer, blutender und verkrusteter Narben, alltäglicher Gräuel und Gewalt – und mittendrin der Versuch, sich selbst nicht zu verlieren; an der Kreativität, die auffängt und Freund, gar Liebe ist, festzuhalten. Zu verhindern, dass all die Wünsche, Träume und Hoffnungen, jeder Funke Individualität im tristen Grau des Erwachsenwerdens verblassen.
In diesem autobiografischen Werk finden sich fünf Kurzgeschichten, die nichts und alles gemein haben – den Schmerz, die Melancholie, die Wehmut und zwischendrin auch das Mutigsein, den Kampfeswillen. Das Loslassen und die Reflexion. So berührend, echt und schonungslos die Texte sind, so viel Hoffnung schwingt auch – irgendwo – in den Zeilen mit. Fabian bringt zum Nachdenken, erzeugt anhaltende Gänsehaut, schenkt den Eindruck, gesehen zu werden, nicht allein zu sein, und krallt sich fest. In das Verdrängte.
Ich glaube, dieses Buch ist eines, das zur Verletzlichkeit animiert. Das Erinnerungen und Schränke öffnet, denen mensch sich blind und viel zu oft verwehrt. Sich sträubt, nochmal und wieder hinzufühlen. Zu erschöpft.
Gesellschaftliche Normen und Contenance, „darüber spricht man nicht“ und „Familienangelegenheit“ werden ausradiert, werden zu einem unsinnigen, selbstzerstörerischen Konstrukt degradiert. Und wie wundervoll mutig und stark ist das bitte?!
Am Ende wollen wir alle doch einfach leben ohne das ÜBER.
Zusätzlich möchte ich das Cover erwähnen, das hervorragend passt, sowie die sich im Inneren befindenden Letterings.
„Wunden wie Kronen“ ist durch und durch ein kraftvolles, ehrliches und ergreifendes Werk, das sich sehen und (nach)spüren lassen kann.
Eine Krone für dieses Buch!
Bewertung am 04.03.2026
Bewertungsnummer: 3065146
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich weiß nicht, wann mich ein Buch zuletzt so auseinandergenommen hat – auf eine gute Weise, denn alles daran ist heilsam. In fünf Geschichten schreibt Sara Fabian poetisch, eindringlich und in einer einzigartigen Klarheit über große Träume und wie die Welt uns davon abhalten will, sie wahrzumachen. Ihre Figuren brechen aus Schränken aus und stellen sich ihren Glaubenssätzen, sie überleben Gewalt und sprengen sich aus fremden Erwartungen frei. Das ist mitunter schmerzhaft, weil die Autorin nicht davor zurückschreckt, Tabus auf die Bühne zu zerren. Doch zwischen all den Narben, die aufgebrochen werden, beginnen die Figuren zu leuchten, und ich als Leserin gleich mit. Dieses Buch ist wie die beste Freundin, die dich anfeuert, während ihr gemeinsam stolpert, es rebelliert gegen eine Gesellschaft, die uns abhärten will, und ist ein absolutes Must-read für alle, die sich sagen „Irgendwann werde ich vielleicht …“ – denn du brauchst keine Erlaubnis, um du selbst sein zu dürfen.
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