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Die vierzehnjährige Edie Mather lebt mit ihrer Familie auf Wych Farm, wo die Nachwehen des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise noch zu spüren sind. Es ist die Zeit der traditionellen Landwirtschaft: Die Farm wird noch mit Pferdestärken betrieben, und das Leben auf dem Land ist hart. Edie ist »ein seltsames Kind«, das die Gesellschaft von Büchern anderen Spielkameraden vorzieht.
Als die Journalistin Constance FitzAllen aus London anreist, um über das Landleben zu schreiben, empfindet Edie von Anfang an Bewunderung für die extrovertierte Frau in Männerhosen. Charmant und glamourös scheint Constance zunächst die ideale Freundin und Mentorin für Edie zu sein. Doch die junge Frau aus der Großstadt will nicht nur dokumentieren – sie will missionieren. Und sie bringt politische Ideen mit, die bald zu einem Flächenbrand in ganz Europa führen
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Lesepartie
aus Bielefeld
5/5
24.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein berührender, poetischer Roman
Eine wirklich berührende Geschichte, die sich langsam, fast zögernd entfaltet. Ich bin regelrecht eingetaucht in eine längst vergangene Zeit, in der die Pferde noch den Pflug zogen und Wäsche waschen noch Schwerstarbeit war. Der Roman erzählt von den arbeitsreichen Tagen auf dem Land, von der Abhängigkeit vom Wetter und den begrenzten Möglichkeiten junger Frauen zur damaligen Zeit.
Edie ist belesen und interessiert an ganz anderen Dingen, als an der Landwirtschaft. Sie erfüllt ihre Aufgaben, weil sie nichts anderes kennt, doch merkt der Leser schnell, dass das junge Mädchen nicht auf einen Bauernhof gehört. Nur ihre alte Lehrerin hat Edies Talent erkannt und versucht ihr eine Stelle zu vermitteln, aber Edie fehlt es an Selbstvertrauen, um allein in die Welt hinaus zu gehen.
Da trifft es sich gut, dass sie Freundschaft mit der Londoner Journalistin schließt, die zunächst einen guten Einfluss zu haben scheint. Bis Edie etwas schreckliches widerfährt. Es zeigt, wie die damalige, ländliche Gesellschaft funktioniert. Die Männer haben die Macht, die Frauen haben sich um Haushalt und Kinder zu kümmern. Eine Frau, die etwas anderes vom Leben verlangt, gilt als exotisch.
Die anfängliche ländliche Idylle bekommt schnell Risse. Der Autorin gelingt es mit ihrem ruhigen, präzisen Schreibstil ihrer Geschichte Tiefe zu verleihen. Allmählich setzten sich die einzelnen Teile zu einem Bild zusammen. Jede der Romanfiguren hat ihren Platz, der wohlüberlegt gewählt ist. Das habe ich erst zum Ende des Buches wirklich erkannt.
Es ist ein außergewöhnlicher Roman, der sich mit diversen Themen beschäftigt und dessen Ende mich auf eine seltsame Art mit einem Gefühl der Zufriedenheit zurückgelassen hat.
Ein besondere Roman, mit leisen Zwischentönen, die man nicht überhört.
Bewertung
5/5
31.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Prächtige Natur und hartes Landleben
Ein Sommer in England 1933. Es ist Ediths- Edies - Sommer des Erwachsenwerdens. Sie ist gerade 13 und lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in Suffolk.
Die Bauern mühen sich auf gepachteten Land ab, alles ist Handarbeit bzw geschieht mit Pferdekraft, die Pferde sind sehr wichtig. die Natur ist wunderschön und unerbittlich.
Als die Journalistin Constance Fitz Allen - in Männerhosen! - auftaucht, um eine Kolumne über das auch so schöne Landleben zu schreiben, ist Edie fasziniert und ein bißchen verliebt.
Ein wunderschönes atmosphärisches Buch nah an der Realität des bäuerlichen Lebens aus der Sicht einer Heranwachsenden erzählt.
Hyperventilea
5/5
27.02.2022
eBook (ePUB)
Atmosphärisch und poetisch und gleichzeitig schonungslos und brutal
„Wenn man jung ist, ist es schwer zu begreifen, dass die Welt anders sein könnte, als man sie kennt, besteht die Normalität doch aus Dingen, wie man sie erlebt. Erst mit der Zeit lernt man, dass die eigene Kindheit auch anders hätte aussehen können.“
Die vierzehnjährige Edith Mather lebt im England der 30er Jahre in ärmlichen, einfachen Verhältnissen auf einer Farm. An die tägliche harte Arbeit, die das Landleben mit sich bringt, ist sie gewöhnt. Aber Edith ist anders als ihre Nachbarn, sie flüchtet sich in Bücher, fühlt sich manchmal unverstanden und hat sich längst ans Alleinsein gewöhnt. Doch das soll sich ändern. Die Londoner Journalistin Constance FitzAllen verbringt Zeit in der Umgebung, um eine Artikelserie über das Landleben zu verfassen. Sie freundet sich mit Edith an, Edith fasst Vertrauen zu ihr. Doch Constance ist nicht die Frau, die sie zu sein scheint. Hinter ihrer offen zur Schau getragenen Begeisterung für das Landleben steckt etwas ganz anderes….
Melissa Harrison erzählt sehr anschaulich und in klarer Sprache aus Ediths Sicht in Ich-Form. Ihre bildhaften Naturbeschreibungen sind fast poetisch und voller Schönheit, wie folgende Passage beweist: „In der Morgendämmerung versilberte Tau die Spinnenfäden zwischen den Grashalmen, sodass die Pferde Pfade auf den Weiden hinterließen wie langsame Boote auf stehendem Wasser.“ Dazu passt das Cover, ein gemaltes Landschaftsbild, auf dem Schwalben vor einem Feld fliegen und das Ende des Sommers verkünden.
Edith ist ein recht „seltsames“ Mädchen. Sie kann nicht anders, als ihre „Zeit mit Bücherlesen zu verschwenden“. Edith liebt Tiere und die Natur. Ihre Welt orientiert sich an „Fixpunkten“ und „Sicherheiten“. Sie kennt nichts anderes als die Heimat, die idyllische Landschaft, in der sie sich manchmal so fremd fühlt. Sich selbst hält Edith für einen „Tugenbold“, da für sie die Einhaltung von Gesetzen außer Frage steht. Edith wird sehr authentisch dargestellt, die Leser nehmen die Entwicklungen aus Ediths Perspektive wahr, sehen die Welt durch ihre Augen.
Journalistin Charlotte ist für Edith zunächst fremd und faszinierend. Dass sie sich für Edith und ihre Ansichten interessiert, nimmt Edith rasch für sie ein. Constance nennt Edith „wunderbar“ und gibt ihr das Gefühl, genau richtig zu sein, wie sie ist und sich nicht vergleichen zu müssen. Auch Constance ist anders als andere, sie gibt Edith Rätsel auf. Hinter Constances netter, verständnisvoller Art, ihrer Schwärmerei für das Landleben verbergen sich allerdings Hintergedanken. Mit Freundlichkeit lässt sich trefflich manipulieren und durchaus auch Zwietracht säen.
Die Geschichte scheint zunächst harmlos. Wirkt die Landschaft so zauberhaft und magisch, das Landleben zwar hart, aber echt, ehrlich und berechenbar, brodeln unter der Oberfläche zahlreiche Konflikte. Die vordergründige Idylle und die besondere Atmosphäre, die die Autorin schafft, täuschen.
Melissa Harrison hat mich mit ihrem Roman sofort gefesselt, sie weckt gerade zu Beginn Sehnsucht nach früheren, einfacheren Zeiten. Doch das Leben ist zu keiner Zeit einfach und ohne Probleme, vor allem nicht im England der Dreißiger, das wird schnell offensichtlich. Kommende schreckliche Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus. „Vom Ende eines Sommers“ stellt die damalige Gesellschaft mit ihren Problemen sehr anschaulich und überzeugend dar. Letztendlich muss die verträumte Edith, die manchmal fast der Welt entrückt scheint, sich der brutalen, harten Realität stellen und die Leser, die ihre Perspektive der Geschichte teilen, ebenso. Der Aufprall in der Wirklichkeit ist schmerzlich, das Finale ließ mich ziemlich bedrückt zurück.
Was für ein Roman voller Kontraste! So idyllisch-schön und stimmungsvoll einerseits und gleichzeitig so knallhart, schonungslos, brutal und erschütternd. Für mich ein absolut lesenswertes, vielschichtiges, herausforderndes Buch: Ein Roman, der wie ein Wolf im Schafspelz daherkommt und gerade wegen seiner vermeintlichen Schönheit aufrührt und Spuren hinterlässt.
Glüxklaus
aus Franken
5/5
27.02.2022
eBook (ePUB)
Atmosphärisch und poetisch…
Atmosphärisch und poetisch und gleichzeitig schonungslos und brutal „Wenn man jung ist, ist es schwer zu begreifen, dass die Welt anders sein könnte, als man sie kennt, besteht die Normalität doch aus Dingen, wie man sie erlebt. Erst mit der Zeit lernt man, dass die eigene Kindheit auch anders hätte aussehen können.“ Die vierzehnjährige Edith Mather lebt im England der 30er Jahre in ärmlichen, einfachen Verhältnissen auf einer Farm. An die tägliche harte Arbeit, die das Landleben mit sich bringt, ist sie gewöhnt. Aber Edith ist anders als ihre Nachbarn, sie flüchtet sich in Bücher, fühlt sich manchmal unverstanden und hat sich längst ans Alleinsein gewöhnt. Doch das soll sich ändern. Die Londoner Journalistin Constance FitzAllen verbringt Zeit in der Umgebung, um eine Artikelserie über das Landleben zu verfassen. Sie freundet sich mit Edith an, Edith fasst Vertrauen zu ihr. Doch Constance ist nicht die Frau, die sie zu sein scheint. Hinter ihrer offen zur Schau getragenen Begeisterung für das Landleben steckt etwas ganz anderes…. Melissa Harrison erzählt sehr anschaulich und in klarer Sprache aus Ediths Sicht in Ich-Form. Ihre bildhaften Naturbeschreibungen sind fast poetisch und voller Schönheit, wie folgende Passage beweist: „In der Morgendämmerung versilberte Tau die Spinnenfäden zwischen den Grashalmen, sodass die Pferde Pfade auf den Weiden hinterließen wie langsame Boote auf stehendem Wasser.“ Dazu passt das Cover, ein gemaltes Landschaftsbild, auf dem Schwalben vor einem Feld fliegen und das Ende des Sommers verkünden. Edith ist ein recht „seltsames“ Mädchen. Sie kann nicht anders, als ihre „Zeit mit Bücherlesen zu verschwenden“. Edith liebt Tiere und die Natur. Ihre Welt orientiert sich an „Fixpunkten“ und „Sicherheiten“. Sie kennt nichts anderes als die Heimat, die idyllische Landschaft, in der sie sich manchmal so fremd fühlt. Sich selbst hält Edith für einen „Tugenbold“, da für sie die Einhaltung von Gesetzen außer Frage steht. Edith wird sehr authentisch dargestellt, die Leser nehmen die Entwicklungen aus Ediths Perspektive wahr, sehen die Welt durch ihre Augen. Journalistin Charlotte ist für Edith zunächst fremd und faszinierend. Dass sie sich für Edith und ihre Ansichten interessiert, nimmt Edith rasch für sie ein. Constance nennt Edith „wunderbar“ und gibt ihr das Gefühl, genau richtig zu sein, wie sie ist und sich nicht vergleichen zu müssen. Auch Constance ist anders als andere, sie gibt Edith Rätsel auf. Hinter Constances netter, verständnisvoller Art, ihrer Schwärmerei für das Landleben verbergen sich allerdings Hintergedanken. Mit Freundlichkeit lässt sich trefflich manipulieren und durchaus auch Zwietracht säen. Die Geschichte scheint zunächst harmlos. Wirkt die Landschaft so zauberhaft und magisch, das Landleben zwar hart, aber echt, ehrlich und berechenbar, brodeln unter der Oberfläche zahlreiche Konflikte. Die vordergründige Idylle und die besondere Atmosphäre, die die Autorin schafft, täuschen. Melissa Harrison hat mich mit ihrem Roman sofort gefesselt, sie weckt gerade zu Beginn Sehnsucht nach früheren, einfacheren Zeiten. Doch das Leben ist zu keiner Zeit einfach und ohne Probleme, vor allem nicht im England der Dreißiger, das wird schnell offensichtlich. Kommende schreckliche Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus. „Vom Ende eines Sommers“ stellt die damalige Gesellschaft mit ihren Problemen sehr anschaulich und überzeugend dar. Letztendlich muss die verträumte Edith, die manchmal fast der Welt entrückt scheint, sich der brutalen, harten Realität stellen und die Leser, die ihre Perspektive der Geschichte teilen, ebenso. Der Aufprall in der Wirklichkeit ist schmerzlich, das Finale ließ mich ziemlich bedrückt zurück. Was für ein Roman voller Kontraste! So idyllisch-schön und stimmungsvoll einerseits und gleichzeitig so knallhart, schonungslos, brutal und erschütternd. Für mich ein absolut lesenswertes, vielschichtiges, herausforderndes Buch: Ein Roman, der wie ein Wolf im
Bewertung
5/5
19.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schönheit des Landlebens?
Fängt langsam an, man gewinnt anfangs den Eindruck, es ginge um die Schönheit des Landlebens. Doch mehr und mehr fächern sich neue Schichten auf und es wird immer spannender. Der Vater, der seine Frau schlägt und heimlich trinkt; Connie, die aus der Stadt kommt und sich für das Landleben interessiert, aber nicht nur auf unschuldige Art und Weise; Edie, die mit ihren 16 Jahren nicht weiß, wohin mit ihrem Leben. Zum Schmökern, Mitfiebern und genießen. Ein Lieblingsbuch für mich.
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