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Zwei Freunde: Einer von ihnen hat ein Geheimnis, der andere lebt eine Lüge. So beginnen sie ihre Reise auf dem Weg zurück zu sich selbst und zueinander – 184 Meilen entlang der Themse. Eine Reise, die die bittersüßen Höhen und Tiefen des Lebens widerspiegelt und die man nicht so schnell vergisst.
Theo lebt im Gartenschuppen seiner Eltern, wo er ein gebrochenes Herz und ein verletztes Ego pflegt, überzeugt, das Leben könne nicht noch schlimmer werden – bis er, ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag, zur Zwangsräumung aufgefordert wird. Tiefpunkt. Doch ein Neubeginn steht schon vor der Tür: sein Jugendfreund Joel, der ihn an ein Versprechen erinnert. Eine Wanderung auf dem Themsepfad, 184 Meilen, nur sie beide.
Joel scheint das Erwachsenwerden mustergültig gemeistert zu haben. Er schreibt erfolgreich Comedy-Shows und ist noch mit seiner Jugendliebe Amber zusammen. Doch nach einer fatalen Diagnose bricht alles um ihn herum auseinander. Aus dem Bedürfnis nach Wiedergutmachung beschließt Joel, sich mit seinem besten Freund Theo zu versöhnen. Nur dass Theo seit dreizehn Jahren nicht mit ihm gesprochen hat, seit dem furchtbaren Unfall …
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Ein Buch über die Freundschaft und das Erwachsen-werden
Bewertung aus Oberursel am 06.08.2022
Bewertungsnummer: 1762032
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Theo ist 30 und wohnt seit 2 Jahren im Gartenschuppen seiner Eltern. Just bevor die elterliche Räumungsklage kommt, erscheint sein alter Schulfreund Joel an der Tür. Joel ist alles, was Theo nicht ist: erfolgreicher Comedy Schreiber, gut situiert, in liebevoller Langzeitbeziehung lebend, mit Häuschen im noblen Londoner Hampstead. Seit 13 Jahren haben Joel und Theo nicht mehr miteinander gesprochen, seit einem schrecklichen Unfall, der Theos jüngere Schwester querschnittsgelähmt zurückgelassen hat….
Und nun erinnert Joel Theo an ein altes Versprechen, das die beiden sich im Teenageralter gegeben haben: mit 30 – also sozusagen als steinalte Greise – wollten sie den Themsepfad gemeinsam wandern. Der Themsepfad ist 184 Meilen lang, ein Fernwanderweg, der von der Themsequelle in Kemble in Gloucestershire, der Heimatstadt der beiden, bis nach London führt.
Theo hat eigentlich keinerlei Interesse an dieser Wanderung, aber er hat das Gefühl, etwas wieder gut machen zu müssen, und außerdem hat er sowieso ansonsten nichts wirklich Wichtiges zu tun, und erscheint am verabredeten Treffpunkt. Und so beginnt eine sehr denkwürdige Reise, bei der die beiden ihre Freundschaft Revue passieren lassen – und auch all die Dinge, die sie damals auseinanderdriften ließen.
Und beide haben auf dieser Wanderung so einiges neueren Datums zu verarbeiten. Joel leidet an einer tödlichen Krankheit, über die er mit niemanden sprechen kann, und Theo muss sein Leben wieder auf die Reihe kriegen. Der Klappentext sagt: „So beginnen sie ihre Reise entlang der Themse und auf dem Weg zurück zu sich selbst und zueinander.“
Im original heißt das Buch „When We Were Young“, und ich finde den englischen Titel irgendwie passender: vieles dreht sich um die Vergangenheit, die die beiden Männer wieder aufleben lassen. Um die guten und die weniger guten Dinge, die uns schließlich zu dem haben werden lassen, der wir sind.
Mir hat der Roman ausnahmslos gut gefallen. Richard Roper schreibt echt witzig, ich mag seinen Humor, ich hatte oft ein Grinsen im Gesicht, und trotz der eigentlich ernsten Thematik war das nie flapsig, sondern einfach echt. Echt liebevoll. Echt lustig. Echte Freundschaft.
Zusätzlich liebe ich das Wandern – also vom Setting her war das sowieso ein Buch für mich. Den Themsepfad werde ich mir mal merken. Es scheint zwar nicht der Spektakulärste aller Trails zu sein, aber muss wohl landschaftlich sehr reizvoll sein (ich musste es googeln; und diverse Hikingapps empfehlen den Weg ebenfalls). Also, das war jetzt ein persönliches Plus für mich; dieser Roman ist kein Wander- oder Pilgerroman, aber wer Affinität zum Wandern hat, wird das Buch zusätzlich mögen.
Ja, es geht um die großen Themen des Lebens: Freundschaft, Familie, Liebe, das Erwachsenwerden, geplatzte Erwartungen und Träume, das volle Programm. Mich hat es völlig abgeholt. Ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert und gelitten, und habe sie sehr gerne auf ihrem Weg begleitet. Das Buch regt zum Nachdenken an, und zaubert einem dann wieder ein Lachen ins Gesicht. Große Klasse, ich fands toll!
……Bloß das Titelbild hat es mit gar nicht angetan. Wenn ich nicht schon den Erstling des Autors „Das Beste kommt noch“ gefeiert hätte, wäre dieser Titel an mir vorbei gegangen. Also: Bitte nicht von dem eher drögen Cover abhalten lassen . Dieser Roman lohnt sich!!!
Der lange Weg zurück
hasirasi2 aus Dresden am 19.07.2022
Bewertungsnummer: 1750376
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Wenn ich meinen alten Freund dazu bringen wollte, über die Vergangenheit hinwegzusehen und mich wieder in sein Leben zu lassen, musste ich ihm seinen Traum auf einem Silbertablett servieren.“ (S. 38)
Ein großes Geheimnis, eine kleine Not- und eine richtig große Lüge führen Theo und Joel nach über 13 Jahren wieder zusammen. In ihrer Jugend waren sie beste Freunde, träumte von einer gemeinsamen Karriere als Autoren für Sitcoms, aber dann ist ein Unfall passiert und hat alles verändert.
Für Joel hat sich ihr Traum erfüllt. Aber Theo ist vor zwei Jahren beruflich und privat gescheitert und versteckt sich seitdem im Gartenhaus seiner Eltern vor dem Erwachsenwerden. Ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag werfen die ihn raus. „Je länger du hierbleibst, desto schwieriger wird es für dich, wieder den Anschluss zu finden.“ (S. 12) Da meldet sich Joel und erinnert ihn an ihren Plan, den 184 Meilen lange Themsepfad von ihrem Heimatort Kemble bis nach London zu laufen. Wann, wenn nicht jetzt? Tagsüber laufen, abends an ihrem alten Projekt arbeiten, das die BBC jetzt angeblich kaufen will, lockt er Theo. Doch wie schon damals, verschweigt Joel ihm auch heute etwas extrem Wichtiges. Den Grund, warum er sich mit ihm aussöhnen will.
„Zwei auf einem Weg“ ist ein außergewöhnlicher Roadtrip alter Freunde, die sich längst auseinandergelebt, aber nie ganz aus den Augen verloren haben.
Theo war früher schon irgendwie verschoben, trug die falschen Klamotten und die falsche Frisur und wurde in der Schule gemobbt. Joel kam damals neu in die Klasse und hat ihn vor den anderen beschützt, so wurden sie Freunde. Inzwischen ist Theo wieder eine verkappte Existenz, suhlt sich im Selbstmitleid, träumt von einem besseren Leben, aber nimmt es nicht allein in Angriff.
Joel ist ein Star in der Szene, kann sich vor Bekannten und Freunden kaum retten. Doch kaum jemand kennt seine dunkle Seite, dass er ohne seine Freundin Angstzustände bekommt, die er lange mit Alkohol und Drogen betäubt hat. Natürlich gab es Gerüchte, aber zum Glück blieben die zumindest in der Öffentlichkeit ohne Folgen.
Zusammen verfallen sie der Kontemplation des Laufens, schwelgen erst jeder für sich, dann miteinander in Erinnerungen und nähern sich vorsichtig wieder an. Nur was nicht so toll war und ist, wird auf Joels Wunsch hin ausgeklammert – auch wenn Theo immer wieder versucht, hinter sein Geheimnis zu kommen, weil er sieht, dass es ihm nicht gut geht. Und jeder Schritt, den sie in Richtung London gehen, bringt sie auch menschlich wieder näher. Bis zum erneuten großen Knall.
Richard Roper schreibt über eine Jungenfreundschaft in der Kleinstadt, die eigentlich ein Leben lang hätte halten können. Er erzählt von geplatzten Erwartungen und Träumen, von dunklen Geheimnissen und wie schwer es ist, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Joel musste das schon viel zu früh, während Theo sich immer noch vor seinem Leben bei seiner Familie versteckt. Joel bringt ihn jetzt auf eine Reise, die ihm endlich den Sinn seines Lebens und ein Ziel zeigt, auf dass er zielstrebig zusteuert.
Richard Roper erzählt aber auch vom Wandern, von den Begegnungen mit Menschen und Tieren, von der Ruhe und Natur, und wie entschleunigend so eine Pilgerreise sein kann.
Es ist ein sehr besonderes und emotionales Buch, das mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken anregt hat. Ein echtes Lesehighlight.
Meinung aus der Buchhandlung
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Theo und Joel stehen einander bei während der schlimmen Jahre als Teenager, sie lachen miteinander und ihre Freundschaft lenkt sie von den Problemen des Alltags ab.
Ein schlimmer Unfall zerstört ihre Freundschaft, und auch ihr Unvermögen, offen über alles zu reden.
An Theos 30. Geburtstag steht Joel vor der Tür und bittet um die Einlösung eines Versprechens, das die Beiden sich früher gaben: Gemeinsam entlang der Themse zu wandern von der Quelle bis nach London.
Es war oft bitter zu lesen, wie die Beiden miteinander umgegangen sind und wie das Leben - manchmal gut und manchmal schlecht- seine Finger im Spiel hatte. Und es hat mich oft direkt ins Herz getroffen.
Wahrhaftig und wunderschön!!!
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