Open Source Intelligence: Auf der Suche nach Nadeln im Heuhaufen
OSINT steht für Open Source Intelligence: die Kunst, Informationen aus offenen Quellen zu gewinnen, sie auszuwerten und zu verstehen. Jedermann darf das, aber nur wenige können es richtig.
In diesem Leitfaden zeigt Ihnen Samuel Lolagar Methoden und Tools für umfassende Recherchen. Sie lernen, wie Sie Informationen in Datenbanken, sozialen Netzwerken und anderen Quellen finden, sie verifizieren und zu Intelligence zusammensetzen. So entsteht ein umfassendes Bild, das echte Insights liefert. Damit Sie wirklich finden, was Sie suchen.
Aus dem Inhalt:
Was ist OSINT
Intelligence Gathering für Unternehmen, Sicherheitsorganisationen, im Journalismus und der Wissenschaft
Operational Security und der OPSEC Workflow
Die Arbeitsumgebung: Verschleierung und Sicherheit
Der rechtliche Rahmen und die Theorie
Von Daten über Informationen zur Intelligence: der Intelligence Cycle
Planung: Anforderung, Scope und Dokumentation
Sammlung: SOCMINT, WEBINT, Datenbanken und andere offene Quellen
Verarbeitung: Datenbereinigung und -transformation
Analyse: Kritisches Denken und Verifikation
Forensische Berichte erstellen
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Die Welt der frei verfügbaren Informationen
VolkerM am 08.03.2026
Bewertungsnummer: 3069443
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Samuel Lolagar ist ein ehemaliger Kriminalbeamter und seine langjährige Erfahrung in der digitalen Ermittlungsarbeit prägt jede Seite dieses Buches. Er hat die Möglichkeiten und Grenzen des Internets aus der Praxis heraus erfahren – oft, ohne den Begriff OSINT überhaupt zu kennen.
Open Source Intelligence, kurz OSINT, ist hierzulande noch wenig geläufig. Auch mir war die Bezeichnung neu. Gemeint ist die systematische Nutzung frei zugänglicher Informationen, um Daten zu sammeln, zu prüfen und daraus belastbare Erkenntnisse abzuleiten. Obwohl OSINT ursprünglich aus dem militärischen Nachrichtendienst stammt, ist es längst im zivilen Bereich angekommen: Unternehmen beobachten damit Märkte, Journalisten recherchieren Hintergründe, Wissenschaftler analysieren Entwicklungen, und Sicherheitsbehörden klären Straftaten auf. Lolagar räumt zudem mit dem verbreiteten Vorurteil auf, OSINT sei eine Form des Stalkings. Zwar ähneln sich manche Techniken, doch der entscheidende Unterschied liegt im Zweck: OSINT verfolgt ein legitimes, klar definiertes Ziel.
Nach der Einführung mit Begriffsklärung und Beschreibung der Anwendungsfelder widmet sich der Autor dem Kern des Buches – der professionellen Umsetzung. Er führt den Leser durch alle Phasen eines OSINT-Prozesses: von der präzisen Zieldefinition über die strukturierte Sammlung und Verarbeitung der Daten bis hin zur Analyse und abschließenden Präsentation. Besonders betont er, wie wichtig es ist, das Rechercheziel nicht aus den Augen zu verlieren, um sich nicht in der Fülle der Informationen zu verlieren.
Lolagar zeigt praxisnah, wie man geeignete Quellen auswählt, Suchmaschinen effizient nutzt und Recherchen zu Personen, Orten und Unternehmen durchführt. Hinweise zu sozialen Netzwerken, Webseitenanalysen und technischen Werkzeugen ergänzen das Handwerkszeug. Ich war immer wieder erstaunt, wie vielfältig die Welt der spezialisierten Suchmaschinen und Werkzeuge ist. Dazu gehören etwa Webmii für Personen, Epieos für Mailadressen und Telefonnummern, Face++ um Gesichter zu vergleichen oder auch Exoten wie MapChecking, das abschätzt, wie viele Menschen auf einem Platz stehen können.
Zeitgemäß geht er auf KI-Suchmaschinen und Chatbots wie ChatGPT oder Perplexity ein. Er warnt jedoch vor deren Tendenz zur Zustimmung und vor Halluzinationen, die zu falschen Fakten oder erfundenen Zitaten führen können – ein Risiko, das OSINT-Anwender stets im Blick behalten müssen.
Besonders gut hat mir die Darstellung der Analysephase gefallen, in der die gesammelten Daten kritisch geprüft, visuell aufbereitet und schließlich in Berichten oder Präsentationen zusammengeführt werden. Hier zeigt sich Lolagars Anspruch, nicht nur Informationen zu finden, sondern sie nachvollziehbar und belastbar zu machen.
Der Verlag bietet auf seiner Webseite auch ein Bundle aus Printausgabe und eBook an. Das ist praktisch, wenn man gerne im gedruckten Buch liest, für schnelle Recherchen jedoch die digitale Version nutzen möchte. Eine Volltextsuche ist schließlich immer leistungsfähiger als jedes Indexregister. Das zeigt sich exemplarisch am Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI): Im Register fehlt er, im Text selbst wird das Thema jedoch an vielen Stellen behandelt.
Wer professionell, rechtssicher und faktenbasiert im Internet recherchieren möchte, findet in diesem Buch eine fundierte und praxisorientierte Anleitung. Lolagar verbindet theoretische Grundlagen mit einer Fülle konkreter Tipps aus seinem Berufsalltag und vermittelt ein klares Verständnis dafür, wie OSINT verantwortungsvoll und effektiv eingesetzt wird. Doch auch Gelegenheitsrechercheure profitieren: Die zahlreichen praktischen Tipps lassen sich problemlos punktuell anwenden und erweitern das eigene Recherchewerkzeug sinnvoll.
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