Jedes Mädchen hat ein schmutziges Geheimnis. Jedes. Auch du.
Doch was würdest du tun, wenn dein Geheimnis eigentlich meins wäre, und nur ich, nicht du, die Wahrheit kenne?
Einst waren Femke und Anouk beste Freundinnen, bis ein Verrat die beiden entzweite. Was blieb, war die Hassliebe zweier Mädchen, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Doch als Femke eines Tages Anouk um Hilfe bittet, kommt es zu einem schrecklichen Unfall, der Anouks Leben für immer verändert.
Von hässlichen Erinnerungsfetzen geplagt, versucht Anouk herauszufinden, was Femke widerfahren ist, und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Und auch die Zeit arbeitet gegen sie, als Anouk die Hauptverdächtige eines Verbrechens wird, das sie nicht begangen hat …
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Triggerwarnung: Dieses Buch enthält mögliche Auslösereize, die bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung zu einer Verschlechterung ihrer Symptome führen können.
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Erschreckend ehrlich und brutal verstörend
KittyCatina am 09.01.2019
Bewertungsnummer: 1162664
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Anouk und Femke waren die besten Freundinnen, die man sich vorstellen kann, bis Femke einen Fehler begangen hat, den ihr Anouk nicht vergeben konnte. Seit dem gehen die beiden getrennte Wege. Mehr als drei Jahre später steht Femke plötzlich wieder vor Anouk und bittet sie um Hilfe. Doch es kommt zu einem furchtbaren Unfall, in dessen Folge Anouk herauszufinden versucht, was in den letzten Jahren mit ihrer ehemals besten Freundin geschehen ist. Dabei stößt sie auf unaussprechliches Unrecht und ihr wird klar, dass nichts so ist, wie es einst schien.
Dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und dennoch ist es wahnsinnig wichtig, dass es geschrieben wurde, auch wenn die Geschichte rund um Anouk und Femke auf eine offene Art so brutal ist, dass es selbst beim Lesen schon weh tut.
Kerstin Ruhkieck hat einen recht einfach und leicht lesbaren Schreibstil, wobei gerade anfangs noch ein gewisser Sarkasmus die sehr ernste Handlung auflockert. Dabei nimmt sie aber auch kein Blatt vor den Mund. Jedenfalls bin ich, so ich zum Lesen kam, direkt durch die Seiten geflogen.
Richtig beeindruckt hat mich aber die Handlung an sich. Diese ist anfangs zwar noch sehr verwirrend, entwickelt sich aber von Seite zu Seite immer mehr zu einem wahnsinnig spannenden und mitreißenden Horrortrip. Was hier mit der Protagonistin geschieht, ist kaum auszuhalten und doch muss man einfach weiter lesen, wobei immer mehr schreckliche Geheimnisse ans Tageslicht treten, immer genau richtig portioniert. So fiel es mir immer schwerer, dieses Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Allerdings sollte man nicht unbedingt mit einer typischen Freundschaftsgeschichte rechnen, denn die Freundschaft zwischen Anouk und Femke ist zwar wichtig für die Handlung, aber meiner Meinung nach, nicht das Hauptthema. Nur will ich dazu nicht zu viel verraten. Was ich jedoch sagen kann ist, dass diese Geschichte wahnsinnig viele Facetten zu bieten hat. So gibt es viel Drama, ein bisschen Freundschaft, aber auch Liebe. Im Mittelpunkt steht aber ein Thema, welches jeden etwas angeht und welches nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte und welches die Autorin mit einer solchen Intensität und Ernsthaftigkeit beschreibt, dass es dem Leser unter die Haut gehen muss. Was die Auflösungen der zahlreichen Fragen angeht, die die Handlung immer wieder aufwirft, so muss ich sagen, dass ich des öfteren eine Vermutung hatte, in welche Richtung es gehen könnte, aber nie zu einhundert Prozent richtig lag. Das Ende dann hat mich zerstört und ich weiß noch immer nicht so richtig, was ich davon halten soll.
Was ich von den Charakteren halten soll, so bin ich mir allerdings sicher, denn die sind alle so gut geschrieben, dass sie mir von Anfang an ausgesprochen realistisch und lebendig vorkamen. Dabei habe ich gerade mit Anouk und Femke sehr mitgelitten und war davon, wie die beiden, als Einheit, aber auch als eigenständige Persönlichkeiten, geschrieben wurden, sehr beeindruckt. Aber auch alle anderen Charaktere fand ich extrem ausdrucksstark und fassbar.
Sei zum Schluss nur noch zu sagen, dass ich diesen Jugendthriller, der aber auch gut und gerne von Erwachsenen gelesen werden sollte, nur weiter empfehlen kann. Jedoch sollte man auch wissen, dass man sich hiermit auf eine Geschichte einlässt, die extrem triggern könnte, gerade wenn man selbst schon Gewalt in jeglicher Art erfahren hat.
verstörend und beängstigend, ein wahres Meisterwerk
Nicky Mohini (Mohini & Grey's Bookdreams) aus Dresden am 08.01.2019
Bewertungsnummer: 1162392
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Triggerwarnung: Das Buch kann bei Menschen mit psychischen Krankheiten zu einer Verschlechterung der Symptome führen! Bitte nehmt diese Warnung ernst, lasst Euch davon aber nicht abschrecken.
"Was geschah mit Femke Star" ist ein aufwühlendes und spannendes Buch, das mich absolut nicht mehr loslässt.
Geheimnisse. Jeder von uns hat sie. Und einige davon sind schmutzige Geheimnisse, das kann man nicht leugnen. Einige Geheimnisse betreffen nicht nur uns, sondern auch andere Menschen. Und wer kennt die Wahrheit? Meistens sind das nicht nur wir selbst, sondern auch andere.
Beste Freundinnen für immer - das haben Anouk und Femke sich geschworen. Zu diesem Zeitpunkt hat keine der Beiden daran gedacht, dass ein Verrat die beiden voneinander trennen und die Freundschaft daran zerbrechen würde. Beide haben nun ihr eigenes Leben gelebt, sich entwickelt und weiterentwickelt. Und dann geschieht das schier Unmögliche: Femke benötigt die Hilfe ihrer einst besten Freundin, doch es kommt anders als gedacht: Ein furchtbarer Unfall verändert das Leben von Anouk für immer. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, was mit Femke geschehen ist und was ihr passiert ist. Sie erhält immer wieder Erinnerungsfetzen, die keinen Sinn ergeben und auf Rückfragen reagiert einfach niemand. Doch Anouk bleibt nicht mehr viel Zeit um die Wahrheit zu erfahren, denn sie wird eines Verbrechens beschuldigt, welches sie nicht begangen hat.
Das Cover zeigt links und rechts die Gesichtshälften zweier Mädchen, Femke und Anouk, die leicht im dunklen liegen. Beide wirken ruhig, aber achtsam. Sie sehen ein wenig neben der Spur aus. Das Mädchen rechts scheint auf das Mädchen links zu schauen. In der Mitte sieht man den Rücken eines Mädchens, der sehr mager und zerschunden wirkt. Sie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, ein Akt der Verzweiflung. Insgesamt wirkt es sehr verstörend und düster, weshalb es sehr gut zur Geschichte passt.
Anouk ist ein eher ruhiger und zurückhaltender Charakter, der nicht gerne auffällt. Rückhalt findet sie bei ihren Freundinnen, die sie unterstützen und wertschätzen. Der Streit mit Femke hat ihr damals sehr zugesetzt, doch mittlerweile scheint sie darüber hinweg zu sein, denn als Femke ihre Hilfe benötigt, ist sie total verwirrt. Dies ändert sich auch nicht nach dem tragischen Unfall, denn Anouk will alles über Femke erfahren, was sich alles andere als leicht herausstellt. Bei ihrer Suche scheint Anouk sich Femke wieder anzunähern, wenn auch nur minimal.
Femke war immer sehr beliebt, fidel und aufgeschlossen. Sie hat eine furchtlose Ausstrahlung, die andere allein bei ihrem Anblick in die Knie zwingt. Nach dem Zerwürfnis mit Anouk hat sie niemanden an sich herangelassen und war eher distanziert. Sie kann anderen gegenüber sehr kalt und herablassen wirken, doch hinter ihrer Fassade steckt ein zerbrechliches, sanftes Mädchen.
"Was geschah mit Femke Star" ist ein verstörender, beängstigender Jugendthriller, den man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Der Schreibstil ist sehr fesselnd, die Geschichte selbst unglaublich einnehmend. Die Autorin Kerstin Ruhkieck spricht ein extrem wichtiges Thema an, welches in der heutigen Zeit leider noch viel zu wenig Beachtung bekommt oder gar totgeschwiegen wird. Umso wichtiger finde ich es, dass man darüber spricht, liest und sich damit beschäftigt, denn es kann einfach jeden treffen - einen selbst, Freunde, Verwandte, Bekannte. Daher möchte ich Euch meine absolute Leseempfehlung aussprechen, denn "Was geschah mit Femke Star" ist ein Buch, welches man gelesen haben sollte.
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