EINE GROßE LIEBE ERHELLT DIE FINSTERNIS
2024
Bei der Sanierung ihrer Berliner Altbauwohnung stößt Frederike auf ein Kästchen mit alten Fotos und Dokumenten. Gefesselt von ihrem Fund taucht sie in eine Liebesgeschichte zur NS-Zeit ein:
Hier kreuzen sich 1934 die Wege der Direktrice Hildegard und des jüdischen Modevertreters Robin. Aus einer stillen Zuneigung wird eine Liebe, die das Paar in Gefahr bringt. Denn sie gilt als "Rassenschande".
Als die beiden an die Gestapo verraten werden, geht es um mehr als eine gemeinsame Zukunft - es geht ums Überleben.
Ein berührender Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
20.04.2026
eBook (ePUB)
Bewegende Familiengeschichte
Hilde und Robin lernen sich in der Vorkriegszeit kennen. Beide arbeiten in der Modebranche. Robin verdient gut und kann somit seine verwitwete Mutter und seine Brüder ernähren und unterstützen. In Frankreich sehen sich beide öfter, doch Robin traut sich nicht Hilde anzusprechen. Da Hilde nach Hause musste, ihr Vater ist krank geworden, treffen sich beide in Deutschland wieder. Und langsam beginnen sie sich anzunähern und zu verlieben. Das ist aber zu der Zeit schwierig geworden, da Robin Jude ist. Doch beide wollen trotzdem zusammen bleiben. Als es immer schwieriger wird, Robin und Hilde wurden sogar verhaftet, beschließen beide das Land zu verlassen. Sie fliehen gemeinsam in das bis dahin neutrale Belgien. Dort treffen sie sogar mehrere jüdische Menschen, sie kämpfen auch um ihr Leben und die Freiheit. Beide können endlich heiraten und beziehen eine eigene Wohnung. Leider ist damit nicht alles gut. Durch den Anschluss an Deutschland werden die Jüdischen Männer festgenommen und in ein Lager verschleppt.
Da dies das zweite Buch über die Familie von R. Soost ist, habe ich es auch gern gelesen. Mir hat es sehr gut gefallen. besonders das die Kriegsjahre mit der Neuzeit gemischt wurden. Sören und Frederike haben der Geschichte immer etwas Ruhe gegeben. Und sehr gut fand ich die Nachforschungen der beiden. Dieses Buch ist eine perfekte Ergänzung zum ersten Buch. Nun warte ich geduldig auf Buch Nummer 3.
Bettina Hertz Lesehertzen
aus Brandenburg
5/5
18.01.2026
eBook (ePUB)
Zwischen Hoffnung und Verfolgung - Die Geschichte von Hilde und Robin
In „Hilde und Robin“ erzählt Rachel Soost die vergessene Geschichte einer jüdischen Familie – basierend auf wahren Begebenheiten. Seit zwölf Jahren erforscht die Autorin die Geschichte ihrer jüdischen Vorfahren, ausgehend von den Namen ihrer Großeltern. Während der erste Band die Geschichte von Bernie (Robins Bruder) und Luise erzählte, steht hier das Schicksal von Robin und Hilde im Mittelpunkt.
Robin ist der älteste Bruder der Fam. Smedresman. Durch den frühen Tod seines Vaters übernimmt er die Verantwortung für die Familie. Im Berlin des Jahres 1934 arbeitet er als Außenvertreter in der Modebranche und begegnet dabei Hilde in einem Modeatelier. Beide verlieben sich und werden trotz aller Repressalien ein Paar. Doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern, denn sie gilt im nationalsozialistischen Deutschland als „Rassenschande“. Dies bekommen sie deutlich zu spüren, als sie von der Gestapo verhaftet werden. Zwar kommen sie dank guter Verbindungen ihrer Familien frei, doch ihnen wird schnell klar: Um zu überleben, müssen sie Deutschland verlassen.
Der Schreibstil ist auch hier wieder sehr gefühlvoll, bildhaft und fesselnd. Trotz aller Dramatik und tragischer Szenen ist oft eine Prise Humor beigefügt.
Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Vergangenheit begleiten wir Hilde und Robin, in der Gegenwart Rieke und Sören. Letztere haben eine Berliner Altbauwohnung gekauft, in der Rieke auf alte Fotos und Tagebücher von Hilde stößt. Neugierig beginnt sie, die Vergangenheit zu erforschen…
Beide Erzählstränge haben mir sehr gut gefallen. Die Vergangenheit ist geprägt von Angst, Verzweiflung und Verlust, aber auch von schönen Momenten, wie dem Kennenlernen von Hilde und Robin, ihrer Zeit in Belgien oder ihrer Hochzeit. Gleichzeitig spürt man die pure Ausweglosigkeit der damaligen Situation für Juden in der NS-Zeit. Dahingehend bieten die Passagen in der Gegenwart kurze Ruhepunkte, um das Gelesene aus der Vergangenheit zu verarbeiten. Die Autorin hat hier richtig gut die fiktiven Elemente mit den reellen Fakten verwebt.
Die Figuren sind lebendig und glaubwürdig gezeichnet. Robyn ist mir im ersten Band fast unnahbar erschienen, seine ruhige besonnene Art rührt eher aus der Verantwortung für seine gesamte Familie her. Im Laufe der Geschichte ist er mir sehr ans Herz gewachsen – ebenso wie Hilde, die nie aufhört, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben. Auch die Nebenfiguren, die Hilde und Robyn auf ihren Weg kreuzen, sind perfekt in die Handlung eingebaut.
Rieke und Sören sind fiktive Figuren, überaus sympathisch und bilden hier das Bindeglied zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Auch dieser Band ist mir richtig unter die Haut gegangen. Das Schicksal der Familie Smedresman ist gleichermaßen tragisch wie bewegend. Zudem erfahren wir weitere Eckpunkte über Bernie und Luise, aber ich möchte nicht zu viel verraten, lest es unbedingt selbst.
Im Nachwort liefert die Autorin spannende zusätzliche Informationen und weist auf einen weiteren Band hin, der sich mit Fredsy (Alfred - jüngster Sohn der Smedresmans) und Magdalena beschäftigt, die ebenfalls aus Deutschland fliehen mussten.
Fazit: Ein unglaublich berührendes Zeitzeugnis – ehrlich, schicksalhaft und mit einer klaren Botschaft: Nie wieder darf sich ein solcher, verheerender Krieg wiederholen. Eine RIESEN Leseempfehlung und fünf Sterne plus.
Ursula Inamaka
aus Vöhringen
5/5
22.12.2025
eBook (ePUB)
Sehr berührend
Diese Geschichte beginnt ganz anders als der erste Band. Aber ich fand den Wechsel der Zeiten und wie die Verbindung aufgebaut wird, sehr gut. Und wieder kann man nur immer wieder den Kopf schütteln, was in der Vorkriegszeit schon alles passiert ist. Wie mit den Menschen umgegangen wurde.
Auch wenn es um Hilde und Robin langsamer beginnt, hatte ich bald oft Tränen in den Augen. Irgendwann kamen auch wieder die Beklommenheit und die Angst, die so spürbar war. Aber das Buch lebt auch durch die große Liebe und die wiederkehrende, liebevolle Art bei Rieke und ihrem Mann. Die Wechsel zum Jahr 2024 hat das Schreckliche etwas aufgelockert und man konnte zwischendurch mal aufatmen. Das finde ich persönlich sehr gut.
Irgendwie kam das Ende ziemlich abrupt und im ersten Moment dachte ich, dass mir da noch was fehlt. Aber beim Nachwirken wurde mir klar, dass das nicht so ist. Weil es manchmal einfach keine Auflösung gibt. Weil viele nicht wussten/wissen was aus ihren Angehörigen geworden ist. Weil es manchmal einfach kein Ende gibt, aber auch nichts mehr zu erzählen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf Band 3.
Bewertung
aus Stadthagen
5/5
10.12.2025
eBook (ePUB)
Eine große Liebe
Rachel Soost geht weiter ihrer Familiengeschichte nach und erzählt uns die große Liebe zwischen ihrem Großonkel Robin und Hilde. Hilde ist eine sehr emanzipierte, selbständige Frau, die weiß, was und wen sie will. Robin ist allerdings Jude und dementsprechend steht ihre Liebe in Zeiten des Nationalsozialismus unter keinem guten Stern. Auch, wenn man das großartige Bernie und Luise, den ersten Band, nicht kennt, kann man Hilde und Robin lesen. Akribische Recherche, authentische Schilderung und ein fesselnder Stil verbindet beide. Um den Lesenden ein paar Atempausen während der wirklich spannenden - manchmal schwer zu ertragenden -Handlung zu verschaffen, gibt es bei Hilde und Robin einen in der Gegenwart spielenden Handlungsstrang. Ein Roman, der bewegt und nachhallt und den ich nicht aus der Hand legen konnte, bis ich ihn in einem Rutsch durchgelesen hatte. Wie auch Band 1 eine große Empfehlung verbunden mit dem Dank an die Autorin, diese Familiengeschichten mit uns Lesenden zu teilen.
Bewertung
aus Quickborn
5/5
06.12.2025
eBook (ePUB)
Spannende Spurensuche – ergreifende Schicksale
Vor knapp einem Jahr habe ich den ersten Roman der freien Autorin Rachel Soost gelesen und unter dem Titel „Eine unvergessliche Liebesgeschichte“ rezensiert, schon damals war die Geschichte von „Bernie und Luise“ für mich eine besondere Entdeckung. Schon Monate vor dem langersehnten Veröffentlichungstermin am 27. November 2025 verfolgte ich die Entstehungsgeschichte des zweiten Teils der geplanten Trilogie auf dem Instagram-Account @SchwarzGrauBunt und in persönlichen Mails. Denn seit dem ersten Buch hat sich eine liebevolle Brieffreundschaft entwickelt, die ich sehr schätze. Jetzt die Rezension zur Geschichte von „Hilde und Robin“ zu schreiben, fällt mir gar nicht so leicht. Ich bin auch von diesem Buch wieder begeistert, nun könnte ich viele Absätze der ersten Rezension noch einmal schreiben oder einfach hier hineinkopieren. Das werde ich aber nicht tun, sondern einige neue Gedanken äußern.
Ich habe seit dem 7. Oktober 2023 immer mehr das Gefühl, dass sich gerade jüdische oder jüdischstämmige, sich vollkommen fremde Menschen sehr viel näherkommen, als das vor einigen Jahren noch der Fall war. Ich glaube, es gibt eine innere Verbundenheit, die nun nicht mehr nur durch den Holocaust, sondern auch durch das Hamas-Massaker und die Folgen im täglichen Leben ständig weiterentwickelt und wieder erneuert wird.
In diese Situation hinein ist der Roman geschrieben, er vermittelt aufs Eindringlichste jene oben genannte Verbundenheit, aber auch die Solidarität von nichtjüdischen Personen, die ungeachtet der Gefahren zu helfen bereit waren und auch heute sind.
Robin, er ist das Glückskind der Familie Smedresman, er ist derjenige, der gutes Geld verdient als Vertreter in der Modebranche, und der in der Lage ist, seiner Mutter Chana ein sorgenfreies Leben in einer Genossenschaftswohnung zu ermöglichen. Robin, er ist derjenige, der am längsten zögert, Deutschland zu verlassen, der gern die Augen verschließen möchte vor dem Nationalsozialismus nach der Machtübernahme, der seinen Bruder Bernie und dessen Frau bei der Auswanderung schon 1935 unterstützt, daraus aber nicht die richtigen Schlüsse zieht. Robin lernt Hildegard kennen zu einer Zeit, als der Judenhass noch lange nicht seinen Gipfel erreicht hat. Hildegard, aus gutem, aus protestantischem Hause, wird seine große Liebe. Als die Nürnberger Gesetze normales jüdischen Leben fast vollkommen verhindern, begreift auch er langsam, dass er in Deutschland nicht mehr sicher ist. Und dass sein Traum von der Hochzeit mit Hilde in Deutschland geplatzt ist. Wie viele andere Juden hofft auch Robin immer noch, dass sich alles wieder zum Guten wenden wird. Ein fataler, ja tödlicher Irrtum.
Rachel Soost hat ihren Roman mit einem literarischen Kunstgriff zu einem heutigen Ereignis gemacht. Ihre erfundenen Protagonisten Frederike und Sören sind die Spurensucher in der Gegenwart, ihre Eheprobleme treten in den Hintergrund und beide recherchieren mal allein, mal gemeinsam, nachdem Frederike versteckte Dokumente von Hilde entdeckt hat. Diese Art der Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart hat mir sehr gut gefallen, auch lässt sich dadurch ein wenig die Recherche der Autorin, oft begleitet von ihrem Mann, nachvollziehen. Mein Mann wäre auf jeden Fall auch mit mir nach Belgien oder Frankreich gefahren, um Originalschauplätze zu sehen, dieser Gedanke verbindet mich noch mehr mit der Autorin. Die Besuche von Frederike und Sören auf den beiden jüdischen Friedhöfen erinnerte mich jedenfalls sehr an meine eigenen Erlebnisse, einschließlich der Befreiung eines fast unsichtbaren Grabsteins aus dem Gestrüpp. Vieles bei uns verläuft und verlief ähnlich bei der Familienforschung wie bei der Autorin.
Hilde wird in diesem Roman die eigentliche Hauptfigur, sie ist diejenige mit dem stärksten Willen, sie lässt sich durch nichts und niemanden von ihrer Liebe zu Robin abbringen. Was sie alles durchzustehen hat, das muss jeder selbst lesen. Ich will das Ende nicht schon vorwegnehmen.
Der Roman liest sich gut, die Kapitel sind nicht zu lang und die Klammer der Recherchen von Frederike und Sören hält das Geschehen gut zusammen. Für mich war es trotzdem schwer, den Roman unbefangen zu lesen, ich wusste schon vorher zu viel, dabei hatte ich es aber tatsächlich vermieden, bereits erschienene Rezensionen zu lesen, um zumindest unbeeinflusst für mich selbst sprechen zu können. Das war auch ein Härtetest. Auch den Beitrag der Wohnungsbaugesellschaft im Mitgliederheft „Charlotte07“ habe ich nur zur Hälfte gelesen, Robins Schicksal, dort noch einmal dokumentiert, habe ich mir aufgehoben. Die Stolpersteinverlegung ist jedenfalls aus meiner Sicht ein Höhepunkt der Recherchearbeit der Autorin. Ich weiß, wie emotional das ist, freue mich gleichzeitig darüber.
Besonders gut gelingen der Autorin im Übrigen Dialoge, diese erscheinen sehr natürlich und bringen dem Leser die Situationen sehr anschaulich nahe. Das offene Ende bahnt nun den Weg zu Bernhards und Robins Bruder Alfred, genannt Freddy, und seiner Frau Helene, die man beide in diesem Roman schon etwas mehr kennenlernt. Ich werde mir auch den dritten Band der Trilogie nicht entgehen lassen, freue mich auf die Fortschritte, die ich vielleicht mitverfolgen kann auf Instagram.
Wie schon beim ersten Teil ist das Cover aus meiner Sicht viel romantischer als der Inhalt, im Roman hatte ich nur einmal das Gefühl, dass eine Situation etwas zu pathetisch geschildert wurde. Ich würde wahrscheinlich im Buchladen nicht auf den Gedanken kommen, zuzugreifen, es sei denn, ich hätte den Untertitel gelesen: Die vergessene Geschichte einer jüdischen Familie. So kann man sich also auch täuschen, wenn man nur oberflächlich hinschaut.
Fazit: wer sich für jüdische Lebensgeschichten und Familiengeschichten im Allgemeinen interessiert, wer die deutsche Geschichte aus einem persönlichen Blickwinkel miterleben will, dem empfehle ich diesen Roman sehr.
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