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Kikuko Tsumura

1. Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Ann-Kathrin Hinz

Spieldauer

9 Stunden und 3 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.10.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

172

Verlag

Lübbe Audio

Übersetzt von

Katja Busson

Sprache

Deutsch

EAN

9783754020074

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Ann-Kathrin Hinz

Spieldauer

9 Stunden und 3 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.10.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

172

Verlag

Lübbe Audio

Übersetzt von

Katja Busson

Sprache

Deutsch

EAN

9783754020074

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    04.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    In dieser Welt gibt es keinen leichten Job

    Die namenlose Protagonistin in Kikuko Tsumuras Roman funktioniert. Jahrelang hat sie in einem fordernden Beruf gearbeitet, bis ihr Körper und ihr Inneres nicht mehr mitspielen. Danach hangelt sie sich von einem befristeten Job zum nächsten: fünf Tätigkeiten, fünf Arbeitswelten, fünf Versuche, irgendwo anzukommen – oder zumindest nicht weiter zu zerbrechen. Jedes Kapitel öffnet einen eigenen Mikrokosmos. Tsumura macht sichtbar, wie Verantwortung, Zugehörigkeit, Autonomie und Fremdbestimmung ineinandergreifen. Die Tätigkeiten wirken banal oder absurd, doch gerade darin liegt ihre Kraft: Sie zeigen, wie stark Arbeit Wahrnehmung prägt – und wie schnell man beginnt, an sich selbst zu zweifeln, wenn sich Routinen, Regeln oder Erwartungen unmerklich verschieben. Auffällig ist das ständige Funktionieren müssen. Entscheidungen entstehen selten aus Überzeugung, sondern aus Erschöpfung. Selbst bei einfachen, fast meditativen Arbeiten bleibt eine innere Alarmbereitschaft – als könne jederzeit etwas kippen. Psychische Überlastung, Zweifel an der eigenen Wahrnehmung und das Gefühl des Verlorengehens speisen sich aus Beobachtungen, Gedanken und kleinen Irritationen des Alltags. Was ist real, was Einbildung? Liegt das Problem in der Umgebung oder in einem selbst? Die Autorin verweigert einfache Antworten und entfaltet gerade dadurch ihre Wirkung. Auch gesellschaftlich lässt sich der Text lesen: als Porträt einer Arbeitswelt, in der Sicherheit brüchig ist, Menschen austauschbar erscheinen und selbst gut ausgebildete Personen jederzeit aus der Bahn geraten können. Sichtbar wird, wie dünn die Trennlinie ist zwischen „noch funktionieren“ und „nicht mehr können“. Der deutsche Titel wirkt fast irreführend. Er suggeriert Rückzug oder Alltagsflucht. Der japanische Originaltitel – sinngemäß In dieser Welt gibt es keinen leichten Job – trifft den Kern des Romans deutlich präziser. Denn dies ist keine Geschichte vom Ausstieg, sondern vom Ausharren, Weitergehen und der Frage, wie man nach einem Bruch wieder einen Platz findet. Stilistisch verlangt der Roman Aufmerksamkeit: Die teils sehr langen, verschachtelten Sätze können den Lesefluss bremsen – was zur inneren Anspannung der Protagonistin passt, aber nicht immer leicht zu lesen ist. Am Ende bleibt ein nachhaltiger Eindruck. Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist kein lauter Roman, aber ein eindringlicher. Er benennt etwas, das viele kennen, aber selten aussprechen: dass man sich verirren kann – im Leben wie im Arbeiten – und dass es oft schon viel bedeutet, das überhaupt zu erkennen. „Es spielt keine Rolle, was man macht, passieren kann alles, und überall. Das Einzige, was man tun kann, ist alles zu geben und das Beste zu hoffen.“ (S. 302)

  • Sarah

    4/5

    05.11.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ein leises Buch über das Wiederfinden – und das Innehalten im Alltag

    "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist eines dieser stillen Bücher, die sich unauffällig ins Herz schleichen und dort lange nachklingen. Kikuko Tsumura erzählt ruhig, klug und feinfühlig von einer jungen Frau, die nach einem Burnout versucht durch verschiedene, oft ungewöhnliche Jobs, wieder ins Leben zurückzufinden. Jedes Kapitel wirkt wie eine kleine, in sich geschlossene Kurzgeschichte, und doch entsteht daraus ein sanft fließender Roman über Selbstfindung, Menschlichkeit und die Kunst, wieder Vertrauen ins Leben zu fassen. Besonders mochte ich Tsumuras Schreibweise: ruhig, präzise, manchmal fast meditativ. Sie beschreibt Alltägliches mit solcher Aufmerksamkeit, dass selbst kleinste Gesten Bedeutung bekommen. Zwischen Melancholie und Hoffnung erzählt sie von den kleinen Momenten, die uns heilen – von Begegnungen, die uns verändern, auch wenn sie flüchtig sind. Besonders schön fand ich die Figur von Frau Eriguchi, die für die Erzählerin jemand ist, der hilft, ohne es zu merken. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, über das Persönliche hinaus einen Blick auf die moderne japanische Arbeitswelt zu werfen: auf Leistungsdruck, Entfremdung und die Schwierigkeit, in einer Gesellschaft, die Arbeit mit Identität gleichsetzt, gesund zu bleiben. Trotzdem bleibt das Buch nie schwer oder zynisch – im Gegenteil, es wirkt tröstlich und warm, fast wie ein freundlicher Blick auf die eigene Verletzlichkeit. Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein zartes, kluges und wunderbar unaufgeregtes Buch über Selbstfürsorge und Neubeginn. Es erinnert daran, dass Heilung manchmal im Unspektakulären liegt – und dass es völlig in Ordnung ist, einfach mal dazusitzen und Yakisoba zu essen.

  • flowers.books

    4/5

    03.11.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Roman über Erschöpfung,…

    Ein Roman über Erschöpfung, Anpassung und Sinnsuche Meine Meinung Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist schon allein wegen des Titels ein wirklicher "Catcher". Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einem Burnout einfache Jobs sucht – Arbeiten ohne Verantwortung, ohne Druck, ohne Ehrgeiz. Doch schnell merkt sie, dass selbst die vermeintlich leichten Tätigkeiten schwer werden, wenn man sie tagtäglich ausführt. Tsumura beschreibt diese Suche nach Ruhe mit einem kühlen, präzisen Blick. Ihre Sprache ist schlicht, oft trocken. In alltäglichen Szenen zeigt sich die tiefe Erschöpfung einer Gesellschaft, in der Arbeit Identität geworden ist. Das Buch hat keinen dramatischen Verlauf, keine lauten Wendungen. Es lebt von der Wiederholung (wirkt aber nicht langweilig), vom leisen Stillstand, von kleinen Beobachtungen, den neuen Aufgaben und Herausforderungen. "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist ein zurückhaltendes, unterhaltsames, kluges Buch über Müdigkeit, Anpassung und den Wunsch nach einem Leben, das weniger verlangt und dennoch nie wirklich einfach wird. Über die Autorin Kikuko Tsumura stammt aus Osaka in Japan. Sie gewann den PEN/ROBERT J. DAU SHORT STORY PRIZE und wurde mit diversen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem AKUTAGAWA PRIZE, dem NOMA LITERARY PRIZE, dem DAZAI OSAMU PRIZE und dem NEW ARTIST AWARD der japanischen Regierung.

  • nessabo

    4/5

    31.10.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ein unterhaltsames Stück japanischer Literatur mit ernsten Elementen

    Mein Urteil zu japanischer Literatur war bislang recht ausgewogen: Mal fand ich sie toll, mal traf sie nicht meinen Geschmack. Entsprechend gehe ich neugierig und offen an neue Werke heran und konnte mich von „Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen“ positiv überraschen lassen. Anfänglich hatte ich noch Bedenken, dass mir die distanzierte, emotional eher oberflächliche Erzählweise zu kalt sein könnte. Denn grundsätzlich mag ich Geschichten mit hoher Emotionalität und/oder unperfekten Protas. Und ja, auch hier bleiben wir schon wirklich sehr an der Oberfläche, aber das halte ich für ziemlich authentisch und da der Roman wirklich unterhaltsam ist, konnte ich sehr gut damit leben. Die namenlose Protagonistin sucht nach ihrem Burnout einen neuen Job und bekommt von ihrer Arbeitsvermittlerin (übrigens ein absoluter Engel der Geschichte - wäre es doch nur in der Realität auch öfter so) insgesamt fünf verschiedene Stellen vorgeschlagen. Alle Jobs sind wirklich sehr skurril und/oder zehrend langweilig, etwa das Verfassen kurzer Snacktütentexte oder die digitale Observierung einer Person. Ich sehe hier gewisse Parallelen zu sogenannten Bullshit-Jobs, da all diese Tätigkeiten ziemlich banal oder sogar überflüssig wirken. Wenn diese Analogie von der Autorin beabsichtigt war, schreibt sie sie auf jeden Fall äußerst kreativ! Alle Jobs eint aber etwas, das durchaus als Kritik am neoliberalen Kapitalismus verstanden werden kann: Der Job wirkt sich zunehmend auf das Privatleben aus und nimmt die Hauptfigur teilweise sogar komplett ein. So freundlich und hilfsbereit die Vorgesetzten und das Kollegium auch immer sind (auch das sehr japanisch geschrieben), die Lohnarbeit nimmt im Leben spürbar zu viel Raum ein. Ich fand nicht nur die Auswahl der Arbeitsstellen kreativ und unterhaltsam, sondern auch die Ausübung des jeweiligen Jobs. Denn immer passieren komische Dinge, welche die Hauptfigur zu verstehen und lösen versucht. Diese kleinen Spannungsmomente haben meinen Lesefluss enorm gesteigert und waren gleichzeitig nicht ZU spannend! Positiv erwähnen möchte ich auch, dass hier wiederholt über psychische Erkrankungen, konkret auch durch die Lohnarbeit bedingte, gesprochen wird. Es bleibt stets bei der Nennung, da wir die Figuren auch einfach nicht so tiefgreifend kennenlernen, aber ich halte das bereits für bahnbrechend im japanischen Literaturbereich. Da der persönliche Karriereweg noch einmal von so viel mehr Erwartungen begleitet ist und psychische Erkrankungen entsprechend deutlich mehr stigmatisiert sind als in Deutschland, finde ich diese wiederholten Anmerkungen ganz stark! Da müssen die eigenen Erwartungen meiner Meinung nach auch an die gesellschaftlichen Umstände des Ursprungslandes angepasst werden und so verlange ich nicht, dass bspw. eine Depression auf Figurenebene noch einmal detailliert ausgebreitet wird. Mit dem Schluss bin ich vor diesem Hintergrund allerdings nicht ganz zufrieden und an manchen Stellen hatte der Text auch seine Längen. So scharfzüngig, wie der Klappentext vermuten lässt, fand ich den Roman zwar bei Weitem nicht, doch insgesamt war es wirklich eine überraschend unterhaltsame und gut lesbare Lektüre, die ich Menschen mit Interesse an japanischer Literatur mit einem gewissen kritischen Element sehr ans Herz lege.

  • nessabo

    4/5

    31.10.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Ein unterhaltsames Stück…

    Ein unterhaltsames Stück japanischer Literatur mit ernsten Elementen Mein Urteil zu japanischer Literatur war bislang recht ausgewogen: Mal fand ich sie toll, mal traf sie nicht meinen Geschmack. Entsprechend gehe ich neugierig und offen an neue Werke heran und konnte mich von „Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen“ positiv überraschen lassen. Anfänglich hatte ich noch Bedenken, dass mir die distanzierte, emotional eher oberflächliche Erzählweise zu kalt sein könnte. Denn grundsätzlich mag ich Geschichten mit hoher Emotionalität und/oder unperfekten Protas. Und ja, auch hier bleiben wir schon wirklich sehr an der Oberfläche, aber das halte ich für ziemlich authentisch und da der Roman wirklich unterhaltsam ist, konnte ich sehr gut damit leben. Die namenlose Protagonistin sucht nach ihrem Burnout einen neuen Job und bekommt von ihrer Arbeitsvermittlerin (übrigens ein absoluter Engel der Geschichte - wäre es doch nur in der Realität auch öfter so) insgesamt fünf verschiedene Stellen vorgeschlagen. Alle Jobs sind wirklich sehr skurril und/oder zehrend langweilig, etwa das Verfassen kurzer Snacktütentexte oder die digitale Observierung einer Person. Ich sehe hier gewisse Parallelen zu sogenannten Bullshit-Jobs, da all diese Tätigkeiten ziemlich banal oder sogar überflüssig wirken. Wenn diese Analogie von der Autorin beabsichtigt war, schreibt sie sie auf jeden Fall äußerst kreativ! Alle Jobs eint aber etwas, das durchaus als Kritik am neoliberalen Kapitalismus verstanden werden kann: Der Job wirkt sich zunehmend auf das Privatleben aus und nimmt die Hauptfigur teilweise sogar komplett ein. So freundlich und hilfsbereit die Vorgesetzten und das Kollegium auch immer sind (auch das sehr japanisch geschrieben), die Lohnarbeit nimmt im Leben spürbar zu viel Raum ein. Ich fand nicht nur die Auswahl der Arbeitsstellen kreativ und unterhaltsam, sondern auch die Ausübung des jeweiligen Jobs. Denn immer passieren komische Dinge, welche die Hauptfigur zu verstehen und lösen versucht. Diese kleinen Spannungsmomente haben meinen Lesefluss enorm gesteigert und waren gleichzeitig nicht ZU spannend! Positiv erwähnen möchte ich auch, dass hier wiederholt über psychische Erkrankungen, konkret auch durch die Lohnarbeit bedingte, gesprochen wird. Es bleibt stets bei der Nennung, da wir die Figuren auch einfach nicht so tiefgreifend kennenlernen, aber ich halte das bereits für bahnbrechend im japanischen Literaturbereich. Da der persönliche Karriereweg noch einmal von so viel mehr Erwartungen begleitet ist und psychische Erkrankungen entsprechend deutlich mehr stigmatisiert sind als in Deutschland, finde ich diese wiederholten Anmerkungen ganz stark! Da müssen die eigenen Erwartungen meiner Meinung nach auch an die gesellschaftlichen Umstände des Ursprungslandes angepasst werden und so verlange ich nicht, dass bspw. eine Depression auf Figurenebene noch einmal detailliert ausgebreitet wird. Mit dem Schluss bin ich vor diesem Hintergrund allerdings nicht ganz zufrieden und an manchen Stellen hatte der Text auch seine Längen. So scharfzüngig, wie der Klappentext vermuten lässt, fand ich den Roman zwar bei Weitem nicht, doch insgesamt war es wirklich eine überraschend unterhaltsame und gut lesbare Lektüre, die ich Menschen mit Interesse an japanischer Literatur mit einem gewissen kritischen Element sehr ans Herz lege.

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