Ein uraltes Geheimnis, ein dämonischer Plan - und die Suche nach der verschollenen Stadt Simyala
Die Tore zu einer vergessenen Welt öffnen sich: Im Schatten uralter Magie kämpfen Heldinnen und Helden gegen finstere Mächte - und gegen ihre eigenen Ängste.
Auf der Suche nach der verschollenen Elfenstadt Simyala reist die Abenteurergruppe um die Jahrmarktszauberin Franya in die geheimnisvollen Salamandersteine. Angeblich birgt das Gebirge Hinweise auf die Ursprünge der ersten Elfen Aventuriens. Derweil schließt sich die Diebin Vike in der Kaiserstadt Gareth dem Adligen Wulfhardt an, der dort gemeinsam mit seinen Gefährten den Geheimnissen eines von Magie durchwirkten Gemäldes nachspürt - nicht ahnend, dass der Namenlose Gott längst beschlossen hat, sie alle endgültig zu vernichten ...
Ein episches Abenteuer voller Magie, Verrat und Heldentum - für alle Fans von High Fantasy und Rollenspielwelten wie »Das schwarze Auge« und »Dungeons & Dragons«.
»Ein gewaltiges Fantasy-Spektakel-Feuerwerk (...), das die Herzen von High-Fantasy-Fans höherschlagen lässt.« - Phantastik-Couch.de, über »Im Schatten Simyalas« Band 1
Band 3 der epischen High-Fantasy-Reihe »Im Schatten Simyalas«.
Die komplette Reihe: Band 1: Im Schatten Simyalas - Ruinen der Elfen Band 2: Im Schatten Simyalas - Bote der Finsternis Band 3: Im Schatten Simyalas - Der dunkle Brunnen Band 4: Im Schatten Simyalas - Der Basiliskenkönig
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Bewertung
5/5
26.07.2026
Buch (Taschenbuch)
"Hoffnung kann eben auch trügerisch sein." - Fantasy vom Feinsten.
Wenn ich ein Werk wie dieses in die Hand nehme, frage ich mich stets: Was ist es, das den Leser in seinen Bann zieht? Ist es die bloße Sage, die Kunst der Erzählung oder vielmehr jene feine Seele, die der Autor seinen Gestalten einzuhauchen vermag? Bei "Im Schatten Simyalas – Der dunkle Brunnen" ist es ein Geflecht aus alledem – ein Roman, der sich nicht scheut, die Abgründe der menschlichen (und nichtmenschlichen) Seele auszuloten, und der zugleich den unerschütterlichen Glauben an Hoffnung und Zusammenhalt inmitten größter Bedrängnis zu bewahren weiß.
Die Autoren Lena Falkenhagen und Thomas Finn verstehen es meisterhaft, den Leser in eine Welt zu entführen, die ebenso vertraut wie fremdartig wirkt. Aventurien – jener Kontinent, der zahllosen Rollenspielern und Fantasyliebhabern ans Herz gewachsen ist – erwacht unter ihrer Feder zu neuem Leben. Sie zeichnen ihre Figuren nicht als flache Helden oder Schurken, sondern als von Zweifeln, Schuld und Sehnsucht gezeichnete Wesen. Da ist die thorwalsche Skaldin, die gegen einen Fluch ankämpft, der sie zur ewigen Gejagten macht. Da ist die fahrende Scharlatanin, die mehr in sich trägt, als sie selbst zu glauben wagt. Da ist der Halbelf, der zwischen zwei Welten steht und keine so recht als Heimat annehmen kann. Und da ist die Phexgeweihte, die um ihre eigene Seele ringt, während ein finsterer Parasit in ihr erwacht.
Es sind diese inneren Kämpfe, die den Roman so eindringlich machen. Der äußere Konflikt – die drohende Wiederkehr des Basiliskenkönigs und die Machenschaften der uralten Hochelfe Pardona – ist zwar episch und gewaltig, doch er wäre nur halb so fesselnd, gäbe es nicht jene leisen Töne, jene Momente des Zweifels, der Trauer und der leisen Hoffnung, die den Figuren ihr menschliches (oder elfisches) Antlitz verleihen. Charles-Augustin Sainte-Beuve (1804–1869) lehrte uns, dass das große Werk jenes ist, das den Menschen in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zeigt – und dieses Buch tut genau das.
Besonders beeindruckend ist die Geschmeidigkeit der Erzählung. Die Sprache ist weder überladen noch spröde; sie fließt wie ein klarer Bergbach, der sich mal beschaulich durch Wiesen schlängelt, mal über Felsen stürzt. Ich selbst habe diesen Roman als ausgesprochen flüssig lesbar empfunden – ein Genuss, der in der heutigen Zeit der oft bemühten, allzu konstruierten Fantasy-Prosa keine Selbstverständlichkeit ist. Die Dialoge sind lebensecht, die Beschreibungen atmosphärisch, ohne zu ermüden. Die Autoren wissen, wann sie breiten und wann sie raffend erzählen müssen. Das ist große Erzählkunst.
Meine Lieblingsszene – und ich verrate nicht zu viel – findet sich im Herzen der Salamandersteine, dort, wo die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmt. Die Protagonisten werden mit ihren tiefsten Sehnsüchten konfrontiert: Ein Leben als Elfe, ein Leben als angesehene Magierin – doch sie opfern diese Wünsche, um ihren Weg fortsetzen zu können. Diese Szene ist von einer solchen poetischen Kraft, dass ich mir ihre Verfilmung kaum anders als in einer verschwommenen, traumartigen Ästhetik von Meisterregisseuren wie Guillermo del Toro oder Denis Villeneuve vorstellen kann. Eine bildgewaltige Trilogie – bestehend aus "Ruinen der Elfen", "Bote der Finsternis" und nun "Der dunkle Brunnen" – wäre nicht nur möglich, sie würde den Betrachter mit ebenso großer Wucht packen wie der Roman den Leser.
Und genau hier liegt die Stärke dieses Werkes: Es ist ein Buch für jene, die das Eintauchen in fremde Welten lieben, die Freude an komplexen Charakteren haben und die sich nicht scheuen, auch düstere Themen wie Schuld, Verlust und die Frage nach der eigenen Identität zu durchdenken. Als langjähriger Kenner und Fan von "Das Schwarze Auge" habe ich mich hervorragend unterhalten gefühlt – die Anspielungen auf die Spielwelt sind klug gesetzt, ohne den Neuling zu überfordern. Es ist ein Roman, der unterhält, der zum Nachdenken anregt und der dennoch nie seine erzählerische Leichtigkeit verliert.
Die volle Punktzahl vergebe ich nicht aus Begeisterung allein, sondern aus Überzeugung: Das Buch verdient 5 Sterne (aufgerundet von 4,5), weil es in seiner Gattung Maßstäbe setzt. Es ist kein perfektes Werk, doch was es an kleinen Schwächen in Nebensträngen oder gelegentlicher Längen aufweist, wird mehr als wettgemacht durch die Tiefe seiner Charaktere, die Sogkraft seiner Handlung und die poetische Schönheit seiner Sprache. Es ist ein Roman, der nachwirkt – und das ist das höchste Lob, das man einem Buch zollen kann.
Fazit: Für alle, die epische Fantasy mit Herz und Tiefgang suchen, ist dieser Band ein wahres Geschenk. Wer das große Ganze liebt und bereit ist, sich auf eine vielschichtige, emotional packende Reise einzulassen, wird hier reich belohnt.
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