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Ausreden Elfriede Blauensteiner - Ein Bekenntnis

6

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.01.2026

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

20,4/12,6/1,9 cm

Gewicht

252 g

Farbe

Vanille / Dunkelbraun

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-07621-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.01.2026

Verlag

Zsolnay, Paul

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

20,4/12,6/1,9 cm

Gewicht

252 g

Farbe

Vanille / Dunkelbraun

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-552-07621-1

Herstelleradresse

Zsolnay-Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

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  • Hornita

    aus Augsburg

    5/5

    27.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kurz, aber tiefgehend und sehr besonders

    Dieses kurze Buch ist schnell gelesen. Es besteht aus zwei Teilen, zu Beginn ein Monolog der Elfriede Blauensteiner, vom Autor zusammen gestellt aus Gutachterprotokollen, Gesprächen, usw. und im zweiten Teil ein Text des Autors, basierend auf Gesprächen, die er mit Verwandten der Täterin geführt hat. Da mir der Fall nicht bekannt war, hat der Monolog großen Eindruck auf mich gemacht. Der Buchtitel ist passend, es ist eine Mischung aus Bekenntnissen, Ausreden, Tatbeschreibungen, Beschönigungen, beeindruckend und verstörend. Gleichzeitig erzählt sie auch ungerührt von ihrer grausamen Kindheit, was Informationen zutage bringt, die den Blickwinkel erweitern und einen nachdenklich werden lassen. Durch den zweiten Text steigt man dann tiefer in die Taten und die Persönlichkeit der Elfriede Blauensteiner ein. Am Ende fand ich die Mischung dieser beiden Teile sehr gelungen. Der raue Monolog und die reflektierte Betrachtung bilden einen Gegensatz, der eindringlich ist. Dieses Buch hebt sich von der Masse der True Crime Literatur angenehm ab, besticht durch seine soziologische Betrachtung und lässt einen darüber nachdenken, wie das Leben in den Nachkriegszeiten war und wie die Gesellschaft Menschen formt. Ich fand auch den Blickwinkel der Familie auf den Medienzirkus Ende der 1990er Jahre beeindruckend, da sich darin eine gewisse Rohheit spiegelte.

  • Jürg K.

    5/5

    13.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr interessant und real

    Elfriede Blauensteiner wurde 1996 bekannt als »schwarze Witwe«. Sie wurde wegen mehrfachen Mordes an Pflegefällen und Partnern verhaftet und verurteilt. Was man hier liest, ist kein Roman, kein Krimi, sondern ein aufgeschriebenes Leben. Dieses Buch liest man nicht um sich zu unterhalten. Es ist ein Buch, das man aushält, das nicht erklärt, sondern aussetzt, das nicht urteilt, aber auch nicht entschuldigt. Es ist die Stimme einer Täterin und eines beschädigten Lebens. Elfriede Blauensteiner, spricht hier als reale Person, deren Worte aus Protokollen, Gutachten, Befragungen und Selbstaufzeichnungen montiert wurden. Das Ergebnis ist ein verstörend authentischer Monolog, der weder dramaturgisch geglättet noch moralisch kommentiert wird. Es ist ein Text, der nicht versucht, Sympathie zu erzeugen, aber Verständnis für die Mechanismen, die Menschen zerstören und zu Tätern machen. Das Buch stellt einige unbequeme Frage. Das Buch zeigt, wie Gewalt weitergegeben wird, wie emotionale Verwahrlosung zu moralischer Blindheit führt, wie Täterbiografien oft aus jahrzehntelanger Unsichtbarkeit entstehen. Es ist ein Blick auf Schuld, der nicht relativiert, aber vertieft. Man liest weiter, weil man verstehen will. Weil man wissen will, wie ein Mensch so wird. Weil man spürt, dass die Grenze zwischen Täter und Opfer manchmal dünner ist, als wir glauben möchten. Sehr empfehlenswert.

  • SimoneF

    4/5

    11.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Warum wird ein Mensch zum Mörder?

    1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist Florian Klenk hat Aussagen Blauensteiners, die während eines Gesprächs mit der Gerichtspsychologin Sigrun Roßmanith in der Justizvollzugsanstalt protokolliert wurden, redigiert und gekürzt. Der dabei entstandene Monolog bildet den ersten Teil von „Ausreden“ und vermittelt einen interessanten Eindruck von Elfriede Blauensteiner und ihrem Selbstbild. Der zweite Teil besteht aus der „Nachrede“, in welcher der Autor über die Fakten, die zu den Fällen bekannt sind, Blauensteiners Herkunft, ihre Familie und die damals sehr sensationslüsterne Berichtserstattung von Teilen der Presse schreibt. Da das Buch mit dem Monolog beginnt und ich mit Blauensteiners Fall nicht vertraut war, sind manche Passagen schwer zu verstehen. Im Nachhinein hätte ich lieber den zweiten Teil zuerst gelesen. Zudem frage ich mich, wie stark das Protokoll redigiert und gekürzt wurde, weil der Text in seiner Form beinahe poetisch wirkt und nicht wie natürliche gesprochene Sprache. „Ausreden“ ist kein klassisches „True Crime“-Buch, das den Fokus auf die Taten selbst legt. Vielmehr interessiert hier der soziologische Aspekt: Welchen Anteil hatte Elfriede Blauensteiners Kindheit daran, dass sie einerseits fixiert darauf war, zu füttern und zu pflegen, und sie anderseits hilfsbedürftige Menschen quälte und schließlich gezielt ermordete? Blauensteiners Aussagen im Monolog lassen auf eine lieblose, entbehrungsreiche Kindheit schließen. Wie wirkte sich das auf ihre Moral aus? Beim Lesen wird schnell deutlich, dass Blauensteiners Angaben zu den Todesfällen „Ausreden“ sind und den gerichtsmedizinischen Gutachten widersprechen. Ich fragte mich deswegen allerdings, inwieweit ich dann ihren Angaben zu ihrer Kindheit Glauben schenken darf. Hat sie hier auch gelogen, die Tatsachen bewusst verdreht? Hier hätte ich gerne etwas darüber erfahren, ob Florian Klenk versucht hat, Blauensteiners Angaben zu ihrer Kindheit zu verifizieren, auch wenn dies nach so vielen Jahren schwierig sein dürfte. Da er seine kriminalsoziologische Argumentation jedoch auf eben diesen Angaben gründet, fände ich es wichtig zu erfahren, inwieweit diese überhaupt zutreffend sind. Daher ist der Erkenntnisgewinn des Buches für mich begrenzt und Klenks Schlüsse stehen auf wackligen Beinen. Das Buch regt jedoch in jedem Fall dazu an, sich über die Gründe Gedanken zu machen, aus denen manche Menschen zu Straftätern werden und andere, die einen ähnlichen Hintergrund haben, nicht.

  • Bewertung

    4/5

    04.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Realitätsverlust

    "Mitleid kann zu Liebe führen. Ich wollte ihn aufpäppeln." Wie diese "Liebe" aussieht, zeigte sich in den 1990er-Jahren als der große Prozess um den "Weibsteufel" Blauensteiner die österreichische Boulevard-Presse dominierte. Elfriede Jelinek bzw. Blauensteiner wird für mehre Morde an Männern verurteilt, die sie vordergründig pflegte, tatsächlich aber von sich abhängig machte und vergiftete, um an ihr Erbe zu gelangen. Das meiste Geld hat sie daraufhin im Casino verspielt. Warum aber von einem so alten Fall berichten, der vor allem in der Regenbogenpresse so breitgetreten wurde? Florian Klenk verfolgt zwei Anliegen mit seinem Buch "Ausreden". Zum einen gelingt es ihm auf erschreckende Weise einen Monolog aus den Akten der Gerichtspsychaterin zu generieren, der im scharfen Kontrast zu den Aussagen der Familie Blauensteiners stehen. Sie sind im Nachwort zu finden und verdeutlichen auch Lesern, die den Fall vorher noch nicht kannten, mit welchen Ausreden sich die Beschuldigte aus der Verantwortung stiehlt. Klenk gibt hier Einblicke in eine Frau, die sich womöglich um ihr Selbstbild zu wahren, Geschichten vom Pflegen und von Aufopferung ausdenkt. Die Morde werden in ihren Augen zu abstrusen Vorwürfen. Zum anderen zeigt Klenk aber auch eindrücklich, wie das Leben der ärmeren Bevölkerung zwischen 1920 und 1960 ausgesehen haben muss. Elfriedes Kindheit - geprägt von Gewalt und Hunger - ist sicherlich ein Faktor, der die späteren Taten beeinflusst hat. Warum jedoch manche Kinder dieser Zeit zu Mörderinnen werden, während andere vollkommen unauffällig bleiben, vermag Klenk nicht zu lösen. Dennoch zeigt er mit seinem dokumentarischen Buch die Lücke der reißerischen Berichterstattung von vor dreißig Jahren auf: Womöglich kann man das Unverständliche nur dann annähernd greifen, wenn man auch die Sozialisation der Täter berücksichtigt. Ob Klenk mit seinem Buch einer Frau zu noch mehr Aufmerksamkeit verhilft, während das Leben der Opfer eine Randnotiz bleibt, muss jeder für sich entscheiden. Spannend liest sich die riesige Kluft zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Darstellungen des Falls auf jeden Fall.

  • Didi

    aus Wien

    1/5

    20.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein etwas ausführlicher Artikel

    Dafür so einen Preis auszurufen, empfinde ich als frech. Der Aufwand dürfte sich in Grenzen gehalten haben. Habe das eBook angelesen und dann retourniert. Habe mir viel mehr erwartet als das gebotene. Schade

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