Ein farbenprächtiger historischer Roman im mittelalterlichen Paris
Paris 1179. Auf der Île de la Cité wird die größte Kathedrale der Welt errichtet: Notre-Dame de Paris. Direkt daneben steht das älteste Krankenhaus der Stadt, das Hôtel-Dieu. Dort findet der Kreuzritter Pierre de Moulins seine Schwester Cécile, als er nach sieben Jahren im Heiligen Land nach Paris zurückkehrt. Cécile ringt mit dem Tod, aber dank seiner Kenntnisse der arabischen Medizin kann Pierre sie retten. Die Nonnen, die das Hospital betreiben, lehnen seine Heilmethoden jedoch strikt ab. Einzig die junge Novizin Madeleine ist beeindruckt von Pierres Fähigkeiten. Gemeinsam gelingt es den beiden, mehreren Arbeitern, die beim Bau der Kathedrale verunglückt sind, das Leben zu retten. Doch damit ziehen sie endgültig den Unmut der Kirche auf sich …
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Oberursel
5/5
08.08.2026
Buch (Taschenbuch)
toller historischer Roman
Der Klappentext gibt den Inhalt auch schon ganz gut wieder; wir sind in Paris im 12. Jahrhundert, und die Notre Dame Kathedrale wird gerade errichtet (das hört sich jetzt so entspannt an, tatsächlich war das ja ein über mehrere Jahrhunderte angelegtes Bauprojekt, bis die Kathedrale dann mal fertig war, aber zum Zeitpunkt der Romanhandlung sind wir so in den Anfangsjahren). Die Baustelle, die Kathedrale und das sich daneben befindliche Hôtel-Dieu, ein von den Nonnen betriebenes Krankenhaus sind denn auch die vordergründigen Schauplätze der Handlung.
Pierre de Moulins kommt nach 7 Jahren Kreuzfahrertum aus dem Heiligen Land nach Paris zurück und findet sein Elternhaus verkauft, seine Eltern verstorben und seine Schwester Cecile siechend dem Tode nahe im Hopital, vor. Pierre ist ein ehemaliger Kreuzritter, der sich aber dem Kämpfen abgewandt hat und stattdessen die moderne arabische Medizin studiert hat, und somit Cecile retten kann …. wie auch viele andere Kranke und Verletzte aus Paris. Allerdings sind die arabischen Heilkünste im christlichen Abendland nicht gerne gesehen, vor allem nicht direkt neben und in der entstehenden größten aller katholischen Kirchen aller Zeiten…..Pierre sieht sich mächtigen Feinden gegenüber: dem Bischof Sully, dem Nonnenkloster, der Stadtverwaltung – aber er findet auch viele Freunde und Gleichgesinnte, und vor allem - natürlich, wer hätte das gedacht – die Liebe …..
So vom generellem Kontext erinnerte mich einiges an die „Medicus“-Serie von Noah Gordon; nur hier in Paris und mit speziellem Background der Notre-Dame-Baustelle plus der Intrigen des Bischofs Sully. Das soll jetzt keine Kritik sein, ich hab’ die Medicus-Filme echt gefeiert :-), und man muss das Rad auch nicht neu erfinden. Speziell bei historischen Romanen ist es mir eigentlich auch lieb, wenn die Autoren das Rad nicht neu erfinden, sondern den geschichtlichen Hintergrund nicht ganz außer Acht lassen – und das ist hier auch der Fall; mir erscheint alles sehr gut historisch recherchiert.
Mein Leseeindruck / Fazit: ich fand den Roman richtig cool :-) Hat mich abgeholt, ich fand die Geschichte spannend, es hat sich flüssig weg gelesen „wie geschnitten Brot“, und ich fand die Charaktere auch glaubwürdig. Okay, wahrscheinlich sind die weiblichen Protagonistinnen ein wenig zu smart und empowernd, das mag etwas zu enthusiastisch fürs ausgehende 12. Jahrhundert sein, und der Part mit den Leprakranken weiß ich auch nicht, ob das nicht etwas viel positives Wunschdenken von Autor (und Leserschaft) ist, aber hey – es ist ein Roman, und ich liebe toughe und schlaue Frauen. Insgesamt war es aber für mich stimmig, und ich habe Pierre, Cecile, Madeleine und Robert sehr gerne auf ihren Abenteuern begleitet.
Was mir persönlich auch immer gut gefällt: wir haben hier ein Personenregister am Anfang des Buches, und ein relativ ausführliches Nachwort, bei dem auch noch ein paar historische Fakten zum Bau der Kathedrale erwähnt werden.
Also, insgesamt ein toller historischer Schmöker, über 550 Seiten, die sich lohnen, und von mir ein Lesetipp!
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