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Ein Dach über dem Kopf ist noch lange kein Zuhause
Jack und ihr kleiner Bruder Birdie sind unglücklich, zu ihrem Onkel Patrick ziehen zu müssen. Er ist das genaue Gegenteil von Onkel Carl, der sie mit Fastfood und Schuleschwänzen verwöhnt hat. Patrick redet nicht gerne und er mag Birdies Lipgloss und glitzernde Kleider gar nicht. Als ein Schultyrann Birdie ins Visier nimmt, entscheidet Patrick, dass Birdie alles Funkelnde und Fabelhafte aufgeben muss. Da weiß Jack, dass sie einen Plan schmieden muss, um ein wenig von der Alltagsmagie, an die ihre verstorbene Mutter geglaubt hat, in ihr neues Leben zu retten. Aber während sie versucht, auf Birdie aufzupassen, wer passt eigentlich auf Jack auf?
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Kerstin Grün
5/5
25.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufregender Roadtrip mit zwei Waisen
Der 9jährige Birdie hat es nicht leicht: Seine Schwester und er haben ihre Mutter verloren und nun dürfen sie nicht mehr bei ihrem Onkel Carl wohnen, sondern müssen zu Patrick, der weder mit den Kindern redet noch für sie da ist. Und als ob das nicht reicht, wird Birdie immer wieder wegen seiner extravaganten ("Mädchen"-) Kleidung gemobbt. Ob Patricks Plan, sich einfach besser "anzupassen", dem Jungen wohl hilft?!
Die 12jährige Jack erzählt die Geschichte ihres kleinen Bruders, für den sie immer da ist und mit dem sie auch ihre eigenen Probleme lösen muss.
In ihrem Debüt-Roman hat J.M.M.Nuanez hier zwei wundervoll-sympathische Charaktere erschaffen, die nicht nur mit den "üblichen Teenager-Problemen" konfrontiert werden. Zusätzlich die Tatsache, plötzlich auf sich gestellt zu sein und immer die Frage im Kopf, ob man "falsch" ist oder zu "anders", nur weil man als Junge auf Lipgloss, Mode und lila Lidschatten steht. Doch Jack versucht alles, um die Magie, die ihre verstorbene Mutter immer wieder im Alltag untergebracht hat, wieder aufleben zu lassen.
Der Verlag hat hier einen liebevollen Roman herausgebracht, in dem so viele wichtige Themen, wie Familie, Tod, Transidentität, Freundschaft, Selbstliebe und Geschlechterklischees angesprochen werden. Und das alles ohne erhobenen Zeigefinger, ganz nebenbei und doch tiefgründig, so dass es zum Nachdenken anregt und etwas in der Leserschaft bewirken kann.
Bewertung
5/5
07.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grüne Eier mit Speck
Birdie ist 9 Jahre alt und etwas anders als andere Jungen in seinem alter. Er liebt es sich bunt und flippig anzuziehen, lila Nagellack und viel Glitzer. Jackie seine Schwester findet daran nichts ungewöhnlich. Und das ist es auch nicht, doch als die beiden Ihre Mutter durch einen tödlichen Unfall verlieren, sind die nun bei Patrick, der Auster in Hosen (ihrem Onkel) untergebracht.
Und er versucht alles, damit Birdie sich an die "Normalen" Kids anpasst. Denn wer nicht so ist wie alle anderen hat nur ärger.
Doch Jackie und Birdie lassen sich nicht unterkriegen. Sie halten zusammen, egal was da kommt.
Es ist eine schöne und herzliche Geschichte, die jedes Kind lesen sollte, vor allem aber auch die Eltern.
CorniHolmes
5/5
26.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend, emotional, witzig und mitreißend. Ein wundervolles Debüt!
Als ich den Jugendroman „Birdie und ich“ zum ersten Mal in der Vorschau des dtv Verlags sah, wusste ich sofort, dass ich ihn lesen muss. Cover und Klappentext konnten mich auf Anhieb überzeugen und da die englische Ausgabe ausgesprochen positive Rezensionen erhalten hat, zögerte ich keine Sekunde lang und ließ das Buch bei mir einziehen.
Nachdem ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, ziehen die 12-jährige Jack und ihr 9-jähriger Bruder Birdie zu ihrem Onkel Carl. Dieser ist jedoch recht unzuverlässig und kümmert sich nicht so um die Geschwister, wie er eigentlich sollte. Die zwei werden schließlich von ihrem anderen Onkel Patrick abgeholt und sollen fortan bei ihm leben. Patrick ist das genaue Gegenteil von Carl. Er ist recht schroff und wortkarg, statt Fastfood gibt es bei ihm nur gesundes Essen und mit dem Schuleschwänzen ist es ab jetzt ebenfalls vorbei. Zudem hält er überhaupt nichts von Birdies glitzernder Kleidung und dessen Leidenschaft für Nagellack und Doktor Pepper-Lipgloss. Patrick verbietet Birdie schließlich sich so bunt zu kleiden und zwingt ihn dazu, normale Klamotten zu tragen. Für Jack steht schnell fest, dass sie und Birdie zu ihrem alten Zuhause zurückkehren müssen, wo sich die Sachen ihrer verstorbenen Mutter befinden. Werden die beiden den Trost bekommen, den sie brauchen? Werden sie einen Ort finden, zu dem sie gehören?
Als ich mit dem Lesen begann, ist mir schon nach wenigen Zeilen klar geworden, dass mich mein Riecher mal wieder nicht im Stich gelassen hat und ich mit „Birdie und ich“ einen Roman in Händen halte, den ich von der ersten bis zur letzten Seiten liebe werde. Und tja, was soll ich sagen, meine anfängliche Vermutung hat sich als goldrichtig erwiesen! Mich hat die US-amerikanische Autorin J. M. M. Nuanez mit ihrem Debüt auf ganzer Linie überzeugen können. In meinen Augen hat sie hat die schmale Gratwanderung zwischen Tragik und Komik hervorragend gemeistert und mit „Birdie und ich“ eine Story aufs Papier gebracht, die schmerzlich, bewegend und witzig zugleich ist, von Anfang bis Ende mitreißt und voller wichtiger Themen und Werte steckt.
Verlust, Trauer und Veränderung, Identität, Mobbing, Akzeptanz und Toleranz, Familie, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt – von all diesen Dingen handelt die Geschichte unter anderem. In dem Buch schlummert wirklich eine Menge, es wirkt aber an keiner Stelle zu überladen, und obwohl es so viele schwere Themen beinhaltet, wird die Stimmung niemals zu bedrückend. Vom Verlag wird „Birdie und ich“ für Leser*innen ab 11 Jahren empfohlen und dem schließe ich mich auf jeden Fall an. Mädchen und Jungen ab diesem Alter werden mit den ernsteren Szenen meiner Ansicht nach problemlos klarkommen und mit Jack, unserer 12-jährigen Hauptfigur, werden sie sich garantiert sehr gut identifizieren können.
Jack, aus deren Sicht alles authentisch in der Ich-Perspektive geschildert wird, mochte ich vom ersten Moment an unheimlich gerne. Sie ist so eine Protagonistin, die man als Leser*in einfach sofort gernhaben muss. Sie ist sympathisch, verantwortungsbewusst und klug und liebt Wörter und Bücher, sie ist eine aufmerksame Beobachterin und die wohl tollste große Schwester, die es gibt. Ich fand es herzerwärmend zu sehen, wie sehr Jack ihren kleinen 9-jährigen Bruder Birdie liebt und unterstützt und sich für ihn einsetzt, wie sie ihn versteht, tröstet und immer für ihn da ist. Die Geschwisterbeziehung der beiden wird wundervoll und mit ganz viel Liebe und Zärtlichkeit beschrieben, mich hat die innige Bindung der beiden tief berührt.
Auch Birdie hat sich mit seiner süßen und bezaubernden Art direkt in mein Herz geschlichen. Ich musste öfters sehr über ihn schmunzeln, habe gleichzeitig aber auch zutiefst mit ihm mitgelitten. Mir tat es richtig weh mitzuerleben, dass er nicht der sein darf, der er sein möchte und kaum jemand aus seinem Umfeld Verständnis für ihn aufbringt. In der Schule wird er von seinen Mitschüler*innen gemobbt, weil er gerne glitzernde und schrille Klamotten trägt und sich schminkt; von den Lehrer*innen wird er aufgrund seines Äußeren ständig abgemahnt und auch sein Onkel Patrick zeigt sich kaum tolerant und verbietet seinem Neffen, sich so mädchenhaft zu kleiden.
Mir persönlich hat es ausgesprochen gut gefallen, wie die Autorin Birdies Geschlechtsidentität mit eingebunden hat. Sie wird mit viel Feingefühl und – soweit ich das beurteilen kann – sehr realistisch behandelt und sie vermittelt eine starke Message: Es ist okay, nicht zu wissen wie man sich sexuell identifiziert, es okay, anders zu sein.
Ein weiterer und ganz anderer Aspekt, der mich begeistern konnte, sind Jacks Beobachtungen, die sie in ihrem Notizbuch festhält und von denen wir im Verlauf der Geschichte einige zu lesen bekommen. Ich fand Jacks Notizen echt klasse. Sie bringen eine tolle Abwechslung mit ein und machen dieses Buch nur noch einzigartiger.
Neben Jack und Birdie dürfen wir noch viele weitere interessante Charaktere kennenlernen, die ebenfalls glaubhaft ausgearbeitet wurden. Da wären zum Beispiel die zwei grundverschiedenen Onkels unserer Geschwister, die beide äußerst schrullige Persönlichkeiten sind, das Herz aber am rechten Fleck tragen; die Imbissbesitzerin Rosie, die Onkel Carls große Liebe ist; und Janet, Jacks beste und schräge Freundin, die ich ganz besonders gerne mochte.
Gemeinsam mit den vielen unterschiedlichen Charakteren erlebt man als Leser*in eine sehr emotionale Zeit, in der unter anderem eine nicht ganz perfekt durchdachte Flucht, ein Heiratsantrag, Honey Bunny Buns und Wolfstage große Rollen spielen werden.
Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Mich haben die Geschehnisse durchweg packen und mitreißen können, sodass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte und es innerhalb kurzer Zeit mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen beendet habe.
Fazit: Fesselnd, unterhaltsam, ehrlich und berührend. Eine wunderschöne und einfühlsame Geschichte über Trauer, Freundschaft und Familie und den Mut, zu sich selbst zu stehen.
J. M. M. Nuanez ist mit „Birdie und ich“ ein ganz besonderer Debütroman gelungen, den ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Die Geschichte ist großartig geschrieben und mit vielen außergewöhnlichen Charakteren gespickt, sie steckt voller Herz, Humor und mutmachender Botschaften und ist traurig und hoffnungsvoll zugleich. Ich habe Jack und Birdie nur zu gerne auf ihrem Weg begleitet und vergebe 5 von 5 Sternen!
Bewertung
5/5
21.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolles Buch!
Meine Tochter mochte dieses Buch wirklich sehr. Es ist neben Hexen, Zauberer und Fabelwesen endlich mal etwas anderes. Birdie muss mit ihrem Bruder von ihrem Onkel Patrick wegziehen und zu ihrem Onkel Carl. Dort ist es so ganz anders... neue Schule, neuer Onkel, neues Umfeld... als sie dann auch noch gehänselt wird, muss Jack ihr dringend helfen. Dies ist ein Buch über Zusammenhalt und füreinander da sein. Es ist warm und leicht, aber gleichzeitig auch schwer, da es tiefer geht. Ein wirklich besonderes Buch, welches Kindern wahre Werte vermittelt. Ich kann es nur empfehlen!
J. Kaiser
5/5
11.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr schöne Geschichte
Man liest die Geschichte von zwei, die sich nach dem Tod der Mutter durchschlagen. Da es keinen Vater gibt müssen sie zu einem Onkel ziehen. Sie landen zuerst bei ihrem Onkel Carl. Der lässt ihnen viel Freiheiten. Sie sind nicht glücklich, als sie zu ihrem Onkel Patrick ziehen müssen. Er ist genau das Gegenteil von Onkel Carl. Vieles passt ihm nicht. Er mag die Kleider von Birdie überhaupt nicht. Als sie von einem Tyrannen ins Visier genommen wird, entscheidet ihr Onkel, dass sie alles Funkelnde und Fabelhafte aufgeben muss. Nun muss Jack einen Plan entwickeln um ein bisschen der Alltagsmagie von der Mutter in ihr neues Leben zu retten. Wenn man dieses Buch liest, muss man zum Schluss kommen, dass ein Haus über dem Kopf nicht gleich ein Zuhause ist. Man liest nicht nur von einem Familiendrama, sondern auch wie der Zusammenhang von Geschwistern sein kann. Ich habe diese Geschichte und die Protagonisten in mein Herz geschlossen. Meine Meinung ist die, einfach schön.
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