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Wie nennt ihr dieses Land hier? Unter Siedlern | Ein Reisebericht mitten aus dem Herzen des biblischen Israels, weit weg von Klischees

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24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

40941

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.06.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

615

Maße (L/B/H)

21,2/13,2/4,4 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Silbergrau / Anthrazit

Auflage

1 Auflage Deutsche Erstausgabe

Übersetzt von

Michael Adrian

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47533-1

Beschreibung

Rezension

»Er ist ein unerschrockener Beobachter, seine Bücher, so auch sein neues, geben unerwartete Einblicke. Sie sind lebendig und voller Witz, der allerdings auf tiefem Ernst fußt: ohne das Trauma des Holocaust könne man das heutige Israel nicht verstehen.« ("DER SPIEGEL")
»Der israelisch-amerikanische Schriftsteller beleuchtet scharfsinnig und provokativ den Nahostkonflikt.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Tenenbom ist ein witziger, sarkastischer Unterhalter. Das macht sein Buch, das in munter-umgangssprachlichem Stil gehalten ist, zur vergnüglichen Lektüre – bei all den Schrecken, von denen es auch erzählt.« ("Die Weltwoche")
»[Tenenboms]Reportage ausdem Westjordanland [ist] äusserst lebendig, vielstimmig, klug und witzig geschrieben. Simple Antworten liefert erkeine. « ("Schweiz am Wochenende")
»Tenenboms Bericht ist erfrischend subjektiv, provokant, geeignet, manches Urteil über die Siedler zu relativieren ... Scharfsinn, Witz und erhellende Innenansichten einer äußerst komplexen Weltgegend.« ("ttt – titel thesen temperamente")

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.06.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

615

Maße (L/B/H)

21,2/13,2/4,4 cm

Gewicht

566 g

Farbe

Silbergrau / Anthrazit

Auflage

1 Auflage Deutsche Erstausgabe

Übersetzt von

Michael Adrian

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47533-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Jakob Krajewsky

    aus Hamburg

    5/5

    19.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Hommage an ver-rücktes Land und Meschuggene Leut

    Meschuggene Leute kommen hier zu Wort. Das neue Buch von Tuvia Tenenbom – Unter Siedlern - gibt Rätsel auf. Es löst sie auch teilweise wieder auf, nur um neue zu produzieren. Empörend-verstörend-betörend. Was haben fünf rote Kühe zu bedeuten? Und der III. Tempel? Ganz am Anfang erfahren die Lesenden, dass Juden und Araber Cousins sind; gemäß der biblischen Genealogie des Abraham und seiner zwei Frauen, Hagar samt ihrem Sohn Ishmael, Ahnherr der Araber sowie Sarah mit dem Filius Isaak, dem Stammvater Israels. Beide seien Gesegnete. Nu, der patriarchale Dauerkonflikt dort um Land, Brunnen, Mädchen, Frauen, Schafherden, Throne, Götter und Wahrheit ist uralt und quasi ein Familienzwist. Es agieren hier lauter Heilige und Säkulare, Männer als auch Frauen, die sich gegenseitig hassen, auch im eigenen zersplitterten Lager. Es dominieren patriarchalischer Machismo, Masochismus und Sadismus, scheinbar auf allen Seiten, der Text hat eine eigene Sexologie. Nur wenige Frauen erheben die Stimme und stehen in der Öffentlichkeit des männerdominierten Settings. Wie gewohnt bringt TT mit seinen Miniaturen, also unzähligen Interviews auf über 600 Seiten mit Menschen dort vor Ort, einem Mikrokosmos gleich, kaleidoskopisch als Mosaik, Lebensgeschichten schonungslos offen an die deutschsprachige Öffentlichkeit. Aufklärungsarbeit! Fast ein Jahr hat er in verschiedenen Gemeinschaften mitgelebt. Der selbstkritische Humor Tuvias gibt die nötige Würze, macht das extensive Lesen leicht. Ein Kapitel heißt ‚Dicke Ameisen in einem Glas gefillte Fisch.‘ Die aufgefangenen Äußerungen sind z.T. bisher unerhört und sprengen die vorhandenen Stereotypen. Besonders in sich haben es Interviews mit Ben-Gvir und Smodrich, bekannten Regierungspolitikern des rechten religiösen Lagers. Should I stay or should I go? Wie ist der rechtliche Status des Areals? Je nachdem wen man dort fragt, heißt das Land: die besetzten Gebiete, territories, Westjordanland, Westbank, Judäa und Samaria (Juda und Shomron) sowie Palästinensische Autonomiegebiete oder einfach schlicht ‚der Ort‘. Viel Rauch um nichts? Biblische Vorstellungen und Völkerrecht prallen da hart aufeinander. Streng genommen ist der Status des einst von Jordanien illegal annektierten Gebietes westlich des Jordans seit dem israelischen Sieg von 1967 rechtlich ungeklärt. Hier gelten parallel unterschiedlichste osmanische, jordanische, palästinensische Rechtsnormen und die des israelischen Militärs. Es bleibt kompliziert für alle Einwohnenden und die Ordnungskräfte - eine Lösung ist nicht in Sicht. Das Oslo-Abkommen scheint niemandem hier wirklich weiterzuhelfen. Ganz nach Gusto: wer von den Cousins intensiver baut, besitzt hier mehr und erhebt Anspruch aufs Land. Das Buch liefert eine nie dagewesene Form der Landeskunde dieses Teils der Welt. Tenenbom stellt eine kritische Nähe zu Samaritanern, Juden, Arabern, Christen, Drusen und Offiziellen her. Vorteil: es erscheint hier die ungeschönte Wahrheit im O-Ton. Da wundert sich manchmal gar der Autor selbst. Auch die Folgen des seit dem Terrorüberfall des 7. Oktobers andauernden Krieges durch den Iran mittels Hamas und Hisb’ollah auf Israel kommen vor. Tote, Beerdigungen, Trauer, Hass, Rache, Luftalarm - ein vicious circle: „Was für eine Show! Es ist Krieg, ein Krieg zwischen zwei Armeen, der sich mitten in der Luft abspielt. Eine gewaltige Feuerkraft gegen eine andere gewaltige Feuerkraft, und der Engel des Todes lacht so laut, dass ich sein höllisches Gelächter durch den Berg hindurch hören kann.“ (S. 93) Das ist die bildhafte, fast schon mystische Wahrnehmung der Raketenangriffe des Iran auf Israel und die konkrete Antwort Jerusalems durch Flugabwehrsysteme und diverse Geschosse auf den Iran. Das alles erschüttert die Menschen vor Ort im ‚Heiligen Land‘ sowie auch in der ganzen Welt. Tenenbom zeigt ebenfalls die alltäglichen, oft auch tödlichen Scharmützel zwischen jüdischen und arabischen Siedlern(!) inklusive der israelischen Armee auf. Es scheint wenig Menschen zu geben, die auf die Gegenseite zugehen wollen oder können, weil die eigene Community es eben überhaupt nicht zulässt. Die Einmischung der EU und USA hat Alibifunktion. Warum gibt es menschenleere Geisterstädte bestehend aus Neubauten? Frieden bleibt für viele hier nur eine messianische Utopie, wenn einst der Löwe neben dem Lamm liegt, wie es bei den Propheten heißt. Tuvia nennt ‚diesen Ort‘, ganz schlicht BI = Biblisches Israel. Menschen hier lieben dieses Land. Er verweist darauf, dass es im Koran heißt, dass den Juden dieses Land gegeben ist. Wird Israel einst ein Gottesstaat werden wie der Iran, mit einem jüdischen Klerus an der Macht? Was soll sein? Am Grab Adams und Evas bzw. von Jesse und Ruth in Hebron resümiert TT: „In der Welt der Gläubigen, um der Wahrheit die Ehre zu geben, spielt Wahrheit keine Rolle … es sei viel wichtiger, eine gute Geschichte zu erzählen.“

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