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Jenseits der blauen Grenze

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

16449

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

25.07.2016

Verlag

Magellan

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/2,4 cm

Gewicht

292 g

Farbe

Schwarz

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710002200275

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Zustand

Sehr gut

Verkaufsrang

16449

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

25.07.2016

Verlag

Magellan

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/2,4 cm

Gewicht

292 g

Farbe

Schwarz

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710002200275

Herstelleradresse

Magellan GmbH
Dr.-Robert-Pfleger-Straße 6
96052 Bamberg
DE

Email: produktsicherheit@magellanverlag.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    04.09.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Über die Ostsee in die Freiheit …

    „Jenseits der blauen Grenze“ von Dorit Linke erzählt die Geschichte der drei Jugendlichen Hanna, Andreas und Jens („Sachsen-Jensi“). In der DDR können die Siebzehnjährigen von Freiheit und einem selbstbestimmten Leben nur Träumen, während ihr Alltag von staatlicher Lenkung und Willkür geprügt ist. Der talentierten Leistungsschwimmerin Hanna bereitet ihre SED-kritische Haltung Probleme, auch Andreas rebelliert gegen das sozialistische System, landet sogar in einer Besserungsanstalt, genannt „Jugendwerkhof“. Nachdem Jens ungewollt mit seinen Eltern nach Westdeutschland ausreist, plant Andreas seine Flucht, sieht er doch hier keine Zukunft: Über die Ostsee will er in den Westen fliehen. Hanna schließt sich ihm an. Gemeinsam gehen sie im August 1989 in einer Nacht das Risiko ein: Fünfzig Kilometer Wasser in der kalten, dunklen Ostsee müssen sie überwinden; ausgerüstet mit Neoprenanzügen, Flossen und Schnorcheln.   „Ich atme durch den Schnorchel, damit der Kopf unter Wasser bleiben kann, ich ihn nicht drehen muss. Jede Bewegung kostet Energie. Nach wenigen Metern merke ich, was ich schon lange weiß. Es ist alles ganz anders als im Schwimmbad. Ulrich ist nicht hier, keiner gibt Anweisungen. Wir sind auf uns allein gestellt. Ich höre nur das Glucksen der Wellen, die sich an meinem Körper brechen. Aus der dunklen Tiefe steigen Blasen auf. Leise schwimmen wir hinaus auf die Ostsee, nach Norden.“   Um sich in der Dunkelheit nicht zu verlieren, sind sie mit einer Schnur miteinander verbunden. Doch die Kälte, die hohen Wellen und die permanente Angst vor Entdeckung zehren an ihnen. Als sie eigentlich schon in neutralen Gewässern sind, schwinden bei Andreas die Kräfte.   „Ich fühle mich schlecht. Schuldig. Wir hätten bleiben sollen. Er schafft es nicht. Schwimmen, nur schwimmen. Die Tonne ist Vergangenheit. Die Schiffe am Horizont sind unser Ziel. Die Schnur zwischen uns spannt sich kaum, wir schwimmen gleichmäßig nebeneinander, als hätten wir nie etwas anderes getan. Weiter, immer weiter, immer geradeaus. Ein Brennen zieht durch meinen Körper. Er ist eiskalt. Wir reden nicht. Gibt nichts zu reden, kostet außerdem Energie. Habe das Gefühl für die Zeit verloren. Die Sonne steht hoch am Himmel, vermutlich später Vormittag. Wellenberg, Wellental, Wellenberg, Wellental. Das Wasser ist trübe, die Ostsee eine Wüste, trostlos und öde. Kein Leben, nicht einmal mehr Quallen. Schiffe am Horizont, doch sie kommen nicht näher.“   Am Ende kann nur Hanna gerettet werden, in letzter Sekunde, während für Andreas die Flucht mit dem Tod endet.   In zwei Erzählsträngen wechselt das Geschehen zwischen Rückblenden in das Leben der Jugendlichen in der DDR und der Gegenwart, der Flucht über die Ostsee. Dadurch ist das Buch unheimlich fesselnd, ich konnte es bis zum Schluss nicht aus der Hand legen.     Ich vergebe für „Jenseits der blauen Grenze“ 5 Sterne, eine ganz klare Leseempfehlung – und auch eine Empfehlung für den Fortsetzungsroman „So leicht kommen wir nicht davon“, den ich sogar noch eindringlicher und besser fand!   Vielen Dank an den Arena Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

  • Bewertung

    5/5

    25.05.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Einfach bewegend! ♡

    Ein Buch genauso sehr für Jugendliche wie für Erwachsene. Unglaublich authentisch wird der Alltag in und die Flucht aus der DDR geschildert. Brutal ehrlich, zu tiefst berührend und gleichzeitig wirkt es durch Witze und Situationskomik an manchen Stellen teilweise fast wieder erfrischend leicht. Wie auf Wellen übers Meer trug es mich Buchseite über Buchseite recht stetig voran. Auch nach dem Lesen lässt es mich nicht los. Diese Geschichte berührt. Ein Buch, das ich gewiss nie vergessen werde. ♡

  • Isabel (engi)

    aus Bietigheim-Bissingen

    5/5

    21.11.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ich bin ja eigentlich kein…

    Ich bin ja eigentlich kein wirklicher Fan von Jugendbüchern und mir war auch nicht bewusst, dass es sich mit „Jenseits der blauen Grenze“ um genau solch ein Exemplar handelt. Nun gut, es lag zu Hause und wollte gelesen werden, also frisch ans Werk. Umso positiver wurde ich nun überrascht, als ich merkte, dass mich die Geschichte tatsächlich total in den Bann zog. Wie live dabei fühlte ich ins Jahr 1989 in die DDR katapultiert und litt mit den beiden jungen Menschen Hanna und Andreas mit, wie sie in ihrer Verzweiflung nur einen Ausweg sehen, nämlich sich über die eiskalte Ostsee in Richtung Westen aufzumachen. Es beginnt eine mehr als tragische Odyssee. Wenn man doch nur eine Glaskugel hätte befragen können, die einem hätte sagen können, dass nur in wenigen Monaten die Grenze fallen würde … Der Schreibstil des Buchs war einfach aber dennoch strukturiert und spannend gehalten, so dass man sich immer mitten im Geschehen befand und die tiefe Niedergeschlagenheit gepaart mit wild entschlossener Hoffnung von Hanna und Andreas spüren konnte. Während mir Hanna definitiv als die Stärkere im Team vorkam wurde sie nie müde, sich um Andreas zu kümmern und ihm vor dem Aufgeben zu bewahren. Um den nächsten Lesern nicht die Lesefreude zu nehmen, belasse ich es an dieser Stelle mit weiteren Beschreibungen und vergebe stattdessen tatsächlich mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Während mir die Thematik an sich nichts wirklich Neues geboten hat, ist die liebevolle Verpackung der Geschichte hier definitiv Programm. Von mir gibt es eine dicke Empfehlung!

  • Daggy

    5/5

    06.08.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Eine Flucht aus der DDR über die Ostsee, mit viel Spannung erzählt

    "Ich kann nicht Biologie studieren. Mein Vater hat einen Dachschaden, meine Mutter ist nie da, mein Opa ist irre, der alte Knacker ... will mir an die Wäsche." Das ist die Situation der siebzehnjährigen Hanna. Ihrem Freund Andreas geht es nicht besser. Auch er darf nicht in der IT-Branche arbeiten, sein Vater schlägt ihn, deshalb wohnt er inzwischen in einem Abrisshaus. Ihr gemeinsamer Freund Sachsen-Jensi durfte mit seinen Eltern aus der DDR ausreisen. Hanna und Andreas überlegen deshalb 50 km über die Ostsee zu schwimmen. Das Buch beginnt mit dem Start dieser Flucht. Die beiden haben die Gegend um Warnemünde erkundet und sie wissen, wann man los kann, ohne gesehen zu werden. Hanna trainiert hart für dieses Unternehmen, beide haben einen Neoprenanzug, ohne den das Wasser viel zu kalt wäre. Durch ein dünnes Seil sind die beiden miteinander verbunden. Unterbrochen wird die Geschichte ihrer Flucht durch Rückblicke. Da geht es um die Versorgungslage, um ein Stasihaus, häusliche Gewalt, Depression, einen sozialistisch geprägten Schulalltag, mit all seinen Intrigen und Verleumdungen. Eine Welt, die den jungen Leser*innen und uns Westlern nicht bekannt ist. Manchmal möchte man da beim Lesen rufen "Seid ihr denn noch gescheit?" Dazwischen schwimmen die beiden immer weiter in die Ostsee Richtung Norden. Beinahe erwischt sie eine Streife mit ihren Scheinwerfern, dann kommen sogar Boote, die nach ihnen suchen, später ist ein Hubschrauber über ihnen. Für einige Zeit können sie sich auf einer Boje ausruhen, doch das Weiterschwimmen fällt danach um so schwerer. Die Sprache ist vom DDR-Terminus geprägt, es gibt hinten auch ein kleines Glossar. Zu Ende des Buches werden die Sätze immer kürzer, bestehen nur noch aus "Ein. Aus. Bin bald da. Aus. Wie lange. Ein. Noch." Beim Lesen wurde ich ganz kurzatmig und fühlte die Schwere der Glieder und die Nässe. Was das Buch noch einmal dramatischer macht, ist der Zeitpunkt der Handlung. Es ist August 1989 und die beiden hätten nur noch bis zum 9.11.1989 durchhalten müssen. Aber das wusste ja damals keiner. Gerade jetzt nachdem sich die Wiedervereinigung zum 30 Mal jährt, finde ich das Buch besonders wichtig. Gerade aus Schullektüre macht es Sinn. Es ist spannend zu lesen und man erfährt viel aus dieser Zeit der Wende aus erster Hand von einer Autorin, die damals so alt war wie Hanna.

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