Die Erde ist ein Wasserplanet: Zwei Drittel ihrer Oberfläche sind vom Ozean bedeckt. In seinen Tiefen leben geheimnisvolle Wesen in ewiger Dunkelheit, während in den oberen Schichten Raubfische, Wale und Seevögel in einem komplexen Gleichgewicht jagen.Doch dieses Gleichgewicht gerät ins Wanken. In «Kann das Meer die Erde retten?» nimmt uns der Meereswissenschaftler und passionierte Taucher Even Moland mit auf eine ebenso eindrucksvolle Reise durch das blaue Herz der Erde. Wir begegnen der Schönheit und Vielfalt des marinen Lebens - und den Herausforderungen, die der Mensch durch Klimawandel, Überfischung und Verschmutzung verursacht.Aber der Ozean ist mehr als ein Patient. Er ist auch Teil der Lösung. In seinen Tiefen liegen Antworten auf die dringlichsten Fragen unserer Zeit - von nachhaltiger Ernährung über medizinische Innovationen bis hin zum Klimaschutz. Mit wissenschaftlicher Klarheit, erzählerischer Kraft und spürbarer Leidenschaft erzählt der Autor, wie wir den Ozean nicht nur schützen, sondern gemeinsam mit ihm eine lebenswerte Zukunft gestalten können.
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02.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr lesenswert und aufrüttelnd, aber ohne Bebilderung, wer das erwartet!
Es ist zweifelsfrei ein „Buch der Zeit“, denn der Klimawandel hat unsere Erde voll im Griff. Wie die ganze Erde sind auch die Ozeane schwer am kränkeln, sind sie doch das „blaue Herz unseres Planeten“ wie es schon im Buchtitel steht. Es ist ein mitreisendes Büchlein des norwegischen Autors Even Moland, ganz ohne Schnirkel, nicht bunt, völlig ohne Illustrationen. Aber der Meeresforscher und passionierte Taucher schildert den Wert und die Probleme der Ozeane, die sehr vielfältig sind und immer größer werden, dennoch sehr anschaulich.
Auch die Ozeane, die sieben Zehntel der Erde bedecken, erwärmen sich fast überall immer stärker. Tiefenströmungen verändern sich, in vielen Regionen schwächelt schon der Sauerstofftransport in die tieferen Regionen. „Das Herz des Meeres schlägt durch Salz und Kälte“ ist eines der ersten Kapitel überschrieben. Im Nordatlantik und im südlichen Eismeer sinkt schweres und kaltes, salzhaltiges Wasser in die Tiefe und bringt Sauerstoff dorthin. 180 Jahre braucht das Wasser, um in der Tiefe den gesamten Atlantik zu durchfließen und mündet ganz im Süden in den antarktischen Zirkumpolarstrom, die mächtigste Meeresströmung der Erde. Von dort steigt das Wasser in Strömung wieder auf und vollendet die sogenannte „thermohaline Zirkulation“, den Pulsschlag der Ozeane, u.a. über den wärmeren Golfstrom Richtung Norden. Auch wenn manches schon weiß, lernt man dennoch viel in diesem Buch.
In weiteren Kapiteln wird die Faszination der Lebewelt der Ozean anschaulich vermittelt, ebenso wie die teils enormen Anforderungen, die die Ozeane an ihre Bewohner stellen, vor allem wenn man an die Lebewelt der Tiefsee denkt. Aber der Autor schildert auch die zahlreichen Anforderungen, die wir Menschen als Bewohner des Planeten künftig in viel größerem Maße leisten müssen, wenn wir diesen Planeten mit seinen Ozeanen retten wollen. Um 50 % hat sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre seit der vorindustriellen Zeit erhöht, wir gehen zügig auf die Erhöhung der Durchschnittstemperatur von 2 Grad zu, jetzt schon viel zu viel. Und selbst wenn die weitere Erhöhung des CO2-Gehalts sofort gestoppt würde, werden die Ozeane noch lange kämpfen müssen, um die bisher eingetretenen Veränderungen zu kompensieren.
Wie der Autor im Epilog des Buches schreibt, will er mit diesem Buch für ein besseres Verständnis unserer Meere sorgen und damit versuchen, ein globales Umdenken zu fördern. Ich denke, es ist ihm gut gelungen und das lesen des Buches macht an vielen Stellen auch etwas Hoffnung.
Frank Zimmermann
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