Jan Petersen wollte eigentlich den Geburtstag seiner Großmutter auf Helgoland feiern. Doch als ein Sturm aufzieht und eine rätselhafte Begegnung auf der Fähre ihn aus der Bahn wirft, stürzt er in die Fluten und erwacht in einer anderen Zeit: 1792, in einem abgeschiedenen friesischen Fischerdorf. Und das ist erst der Anfang … Immer wieder wird Jan in neue Epochen versetzt – vom Mittelalter über die Zeit Napoleons bis hin ins Dritte Reich. An seiner Seite steht Alva, eine junge Frau, die ihm zugleich fremd und vertraut ist und deren Schicksal untrennbar mit seinem verbunden zu sein scheint.
Was als verzweifelter Versuch beginnt, ins 21. Jahrhundert zurückzukehren, wird zu einer Reise voller packender Begegnungen, unerwarteter Wahrheiten und einer Liebe, die selbst Raum und Zeit überwindet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
agnes.bookworld
aus Heiligenhaus
5/5
02.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Glaube durch die Zeiten
Erwartet hatte ich einen Roman, der ähnlich ist wie Outlander. Jedoch ist es ein völlig anderes Buch – mehr als nur ein weiterer Outlander von Diana Gabaldon.
Darum geht es in diesem neuen Roman von Thomas Franke:
Jan ist Student der Transkulturellen Europastudien. Als er auf dem Weg zum Geburtstag seiner Oma ist, die auf Helgoland lebt, passiert ihm etwas, das man nicht erleben möchte. Eben befand er sich noch im 21. Jahrhundert, doch durch einen unglücklichen Sturz von der Fähre ins Wasser findet er sich im nächsten Moment im 18. Jahrhundert wieder – genau genommen im Jahr 1792. Er begibt sich sofort auf die Suche nach einem Weg zurück ins 21. Jahrhundert und begegnet dabei vielen Persönlichkeiten.
Alva ist, genau wie Jan, plötzlich in vergangene Jahrhunderte geschlittert. Allerdings macht es den Anschein, dass sie gar nicht zurück ins 21. Jahrhundert möchte. Für sie ist das Reisen durch die Zeit ein Verstecken vor der Gegenwart, damit ihre eigene Vergangenheit sie nicht einholen kann.
Welche Abenteuer Jan und Alva erleben und ob sie sich vielleicht schon in der Gegenwart kannten, dazu empfehle ich dir, das Buch selbst zu lesen – denn mir hat es sehr gefallen.
Außerdem mochte ich, wie gut Thomas Franke den Glauben dezent in alle Zeitepochen einfließen lässt. Da ist ein Mann, der meint, dass man Gott in seinem Leben nicht braucht – und plötzlich erlebt und lernt er Menschen kennen, die in Zeiten leben, die man sich kaum vorstellen kann und auch nicht möchte. Diese Menschen glauben fest an Gott. Jede Zeitepoche zeigt, dass Gott immer da war und dass der Glaube an ihn Menschen verändert und Hoffnung schenkt.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Der Erzählstil von Thomas Franke hat mich gefesselt, und sein Roman zog mich so in den Bann, dass ich mich ständig fragte, wie das Buch enden wird – und letztlich hat es mich regelrecht begeistert.
bunte_buecherliebe
5/5
18.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman,
Der Roman „Die Ufer der Zeit“ von Thomas Franke nimmt uns mit auf die Reise von Jan zu seiner Großmutter nach Helgoland. Aber der Student kommt doch nicht so schnell bei Omas Geburtstagfeier an. Die Fähre gerät in einen Sturm und hat extremen Wellengang. Jan möchte eine Passagierin retten und geht dabei selbst über Bord. Als er an Land gespült wird, realisiert er, dass er in einer anderen Zeit gelandet ist!
Und dann taucht auch immer wieder eine blonde junge Frau auf, dieselbe, die er auf der Fähre gesehen hatte und retten wollte.
Jan und Alva treffen sich und wollen zurück in die Gegenwart. Sie reisen jedoch immer wieder in andere Zeiten, vom tiefsten Mittelalter, dem 30jährigen Krieg bis in die Zeit des NS-Regimes. Und als sie im Bombenhagel auf Helgoland sind, ist es mehr als fraglich, ob sie mit dem Leben davon kommen…
Thomas Franke hat es wieder geschafft, einen spannenden, fantasievollen Roman zu schreiben. Die Zeitreisen und Hintergründe der jeweiligen Epoche sind gut recherchiert und detailreich beschrieben.
Besonders spannend war die Entwicklung von Jans Gedanken. Er hat sich während der Zeit mit sich selbst und seinem Glauben auseinandergesetzt. Der Autor hat die innere Zerrissenheit von Jan sehr gut getroffen und nimmt den Leser mit auf die Glaubensreise. Besonders der letzte Teil ist geprägt von leisen Erkenntnissen bzw. Gedanken über das Leben, den Glauben und Vergebung.
„Nur in dieser Gegenwart konnte er denken, handeln, fühlen, lieben. Nur im Jetzt berührte er die Freiheit, denn die Vergangenheit ließ sich nicht mehr ändern und über die Zukunft hatte er keine Kontrolle. Aber die Ewigkeit kam der Gegenwart am nächsten.“ Seite: 404
Der Roman ist ein echtes Lesevergnügen!
Claudia
5/5
03.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Liebevoll, glaubensstark und spannend
Da ich die Romane von Thomas Franke allesamt großartig finde, habe ich mich sehr auf das Erscheinen dieses Buches gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Vielen Dank für diese wunderbare und geheimnisvolle Geschichte. Ich muss zugeben, ich hatte eine ganze Weile Schwierigkeiten, in die Handlung hineinzufinden, das hat aber der Spannung und Lesefreude überhaupt keinen Abbruch getan. Ich habe mich einfach darauf eingelassen und wurde belohnt, als sich zum Schluss alles langsam auflöst; fast wie der Nebel aus dem Buch, wenn er sich lichtet.
Jan Petersen steht mit beiden Beinen im Leben und hält den "antiquierten" und etwas weltfremden Glauben seiner Mutter für überholt. Aus Tradition macht er sich dennoch auf den Weg nach Helgoland, um den Geburtstag seiner Großmutter zu feiern. Auf der Fähre begegnet er einem alten, dementen Mann mit seiner Tochter. Dieser scheint in ihm jemanden zu erkennen und als eine junge Frau vor seinen Augen über Bord geht, springt er ihr hinterher. Von da an ist nichts mehr, wie es war. Dass der bereits erwähnte Nebel dabei eine entscheidende Rolle spielt, wird ihm erst viel später klar. Und auch, dass er dem alten Mann viele Jahre zuvor begegnen wird, weiß er in diesem Moment nicht. Auf seiner (Zeit-)reise durch die Epochen kreuzt sich sein Weg immer wieder mit dem von Alva; auch zu dieser hat er eine ganz besondere Verbindung. Das Buch bietet alles für etliche Lesestunden, die einen ganz gefangen nehmen. Natürlich spielt der Glaube eine Rolle und auch Jans tief verborgene Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens. Ich kann dieses Buch aus vielerlei Hinsicht empfehlen. Es ist fantastisch, spannend, träumerisch, herzberührend und man lernt auch noch etwas aus der Geschichte unseres Landes. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.
Bewertung
aus Bargteheide
5/5
02.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Hochspannend bis zum Schluss! Klare Leseempfehlung!
Was passiert, wenn wir erleben könnten, wie sich der Landstrich, in dem wir leben, sich langsam aus der Geschichte entwickelt hat? Wenn wir mitten in Krieg und Armut hineingeraten, unter die Umstände, die in jener Zeit gegeben waren. Menschen aus dieser vergangenen Zeit kennen lernen und Hilfe bekommen? Kurz mit den Widerlichkeiten zurechtkommen müssten, die für uns heute einfach nicht mehr vorstellbar sind? Ich würde als Theoretiker vermutlich völlig hilflos auf dem Acker vor dem Pflug der Kuh stehen. Wie sind Menschen in früheren Zeiten mit ihrem Schicksal klargekommen?
Hier lernt man Jan Petersen kennen, ein Student, der mit seinem Leben und Studium (Transkulturelle Europastudien) hadert. Das Bafög ist bald zu Ende, Oma und Eltern fragen, „wann bist du fertig?“, Seine Freundin stellt ihm ihren neuen Freund vor. Kann es noch schlimmer kommen?
Ja, die Geburtstagsfeier seiner auf Helgoland lebenden Oma, mit allen Fragen: was macht dein Studium, hast du eine Freundin etc.
Die eigentliche Geschichte beginnt als Jan auf der Fähre nach Helgoland ist, da kommt ein Sturm auf, da ihm schlecht ist, geht er nach draußen. Da schlingert das Schiff, er bekommt einen Stoß und geht über Bord.
Damit beginnt für Jan eine Odyssee. Er findet im letzten Moment Treibgut, an das er sich klammert, halb tot wird er nach unzähligen Stunden an einen Strand gespült, eine Möwe, die ihn für Tod hält und in seine Hand pickt, bringt ihn wieder zu Bewusstsein.
Da finden ihn Kinder, die ihn auch für tot halten, dann aber in ihr Haus bringen, merkwürdigerweise sprechen die Kinder einen alten Friesischen Dialekt.
Es stellt sich heraus, das Jan in die Vergangenheit katapultiert wurde und so beginnt für Jan eine Reise durch die Jahrhunderte. Dabei taucht immer wieder eine Frau auf, die das gleiche Schicksal ereilt hat. Jan und die unbekannte Frau werden immer wieder durch Zeitsprünge in andere Epochen geworfen. Sie erleben viele Abenteuer, mit den Menschen, denen sie begegnen und das macht das Buch für mich aus. Diese vielen unterschiedlichen Charaktere, Lebensweisen und Epochen. Menschen, die sich entscheiden anderen zu helfen, auch wenn sie fast nichts haben oder mit der Gewalt des Stärkeren überleben wollen.
Die große Frage aber bleibt, welchem Zweck dient das alles?
Jan und die Frau werden immer wieder durch Zeitsprünge in andere Epochen geworfen. Sie erleben viele für den Norddeutschen Raum wichtige Ereignisse. Das Wichtigste aber sind Menschen, die sie dabei kennenlernen und von deren Verhalten.
Mich hat das Schicksal der Beiden nicht losgelassen, ich habe immer weitergelesen, um endlich im positiven Sinne zum Ende zu kommen.
Ich finde, dass der Autor Thomas Franke, erneut bewiesen hat, dass sein Name für spannende und zugleich tiefgründige Geschichten steht. Das hat sich auch in diesem Buch bestätigt. Besonders waren für mich hier, die Schauplätze in und um Schleswig-Holstein spielt, womit ich viele wunderbare Erinnerungen verbinde.
Ein hoch spannendes Buch, das zeigt, wie Menschen in jeder Zeit sich entschieden haben zu helfen, trotz den damit verbundenen Gefahren, während andere nur ihren Vorteil suchen.
Eine klare Leseempfehlung!
gerdys_buecher.reich
5/5
02.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Zeitreiseroman vom Feinsten
Die Ufer der Zeit
Autor: Thomas Franke
Verlag: Gerth Medien 2026
Print: 448 Seiten
Perspektive: Erzähler
Altersempfehlung: ca. 14 Jahre
5/5 Sternen
Inhalt:
Jan Petersen, Student Transeuropäischer Studien in Flensburg, selbst ernannter Atheist, ist mit der Fähre unterwegs zum Geburtstag seiner Oma - also ganz widerwillig. Denn auf seine religiöse Mutter hat er überhaupt keine Lust. Plötzlich zieht ein Sturm auf und als er versucht, eine junge Frau ausfindig zu machen, geht er über Bord. Der Strand, an den er gespült wird befindet sich nicht nur auf Helgoland, sondern auch in einer ganz anderen Zeit.
Nach anfänglicher Verzweiflung, versucht Jan mithilfe einer weiteren Zeitreisenden, Alva, wieder zurück in die Gegenwart zu gelangen. Doch die Reise führt nicht chronologisch zurück und so erleben die beiden viele herausfordernde Situationen.
Die Zeiten ändern sich und Jan erkennt, dass nicht alles so simpel erklärbar war, wie es in den Geschichtsbüchern beschrieben wird. Und wenn auch rasante Veränderungen seine Reise durchziehen, gibt es einen roten Faden, an dem Jan sich entlanghangeln kann: Gott ist in jeder Zeit zu finden und an der Seite der Menschen.
Über die Protas:
Jan Petersen ist ein sehr rationaler Mensch. Den kindlichen Glauben, den er durch seine Mutter und Oma vermittelt bekam, hat er hinter sich gelassen. Blickt er auf die Welt, das Leid und die bösen Taten, kann er nicht glauben, dass es dahinter einen guten Gott geben könnte. Tief in seinem Inneren ist er jedoch verletzt, einsam und leer. Auf der Reise mit Alva, erkennt er das Wirken Gottes und lernt durch das Leben der Personen, denen er begegnet, dass Gott ganz anders ist, als er dachte.
Alva wird genauso durch die Zeiten geworfen wie Jan. Sie ist gehetzt und vertraut niemandem. Etwas lastet schwer auf ihrer Seele, bis sie im Mittelalter bei einem Mönch Erleichterung für ihre Seele findet. Sie ist mit Jan auf eine Weise verbunden, die lange nicht ersichtlich ist. Sie ist mutig und hilft anderen.
Das mocht ich:
- Das Cover!!! Ich liebe es einfach und ich habe es zu meinem neuen Lieblingscover erkoren
- Zeitsprünge: Einblicke ins Mittelalter, frühe Neuzeit, Zeit Napoleons, Drittes Reich,… Wirklich spannend und zeigt auf, dass das finstere Mittelalter z.B. auch nicht finsterer war als unsere aufgeklärte Welt.
- Verschiedene Sprachen: Jans Studiengang und seine Liebe zur Sprache, haben ihm geholfen, in allen Zeiten kommunizieren zu können.
- Wie Jan es gemeistert hat, in den Epochen sein Wissen für sich zu behalten, bzw. so einzusetzen, dass die Menschen nicht überfordert waren, ihnen aber trotzdem geholfen werden konnte. Dabei ist er mehrfach über sich selbst hinausgewachsen.
- Der Glaube zieht sich durch alle Zeiten. Jan erkennt immer mehr, dass sein wissenschaftlich-naturalistisches Weltbild doch nicht alle Antworten bietet, die er für seine Fragen benötigt, bzw. er erlaubt sich, Fragen zu stellen, die er bis dahin unterdrückt hat. Die Wahrheit wird ihm immer deutlicher, je mehr Menschen er begegnet, die aus der Liebe zu Jesus heraus handeln und sprechen.
Besonders gut fand ich:
Wie herausgearbeitet wurde, was Vertrauen bedeutet. Man kann Vertrauen nicht erzwingen. Es ist nicht einfach vorhanden. Vertrauen entwickelt sich, indem wir Schritt für Schritt vorangehen, die Kontrolle abgeben und glauben, dass Gott es richtig machen wird.
Das habe ich für mich mitgenommen:
“Du bist ganz schön schlau, Jan. Denn du hast absolut recht. Merke dir deine Antwort gut. Denn so ist es immer. Warte nicht ab, bis du gut genug bist, um Gutes zu tun. Tu einfach so, als wärst du schon gut, und handle entsprechend. Warte nicht ab, bis du jemand nicht mehr böse bist, der dich geärgert hat, sondern verhalte dich so, als hättest du ihm schon verziehen. Hilf Menschen, die Hilfe brauchen, egal, ob du sie magst oder nicht. Warte nicht ab, bis du dich in allem sicher fühlst, bevor du Gott vertraust, sondern handle, als würdest du ihm bereits vertrauen. Dann wirst du merken, wie du dich ganz langsam von selbst veränderst. Unsere Muskeln wachsen nur, wenn wir sie benutzen; unsere Liebe wächst, indem wir sie leben - und unser Vertrauen in Gott wird stärker, je mehr wir unser Leben mit ihm teilen.” (S. 363 f.)
Fazit:
Jan Petersen hat sich in diesem Buch nicht nur auf eine äußerliche Reise begeben, sondern auch auf eine innere, die sein Leben vollkommen auf den Kopf stellt und für immer verändert. Diese Reise bringt ihm Vergebung, die Fähigkeit zum Vertrauen, die Wahrheit und Liebe.
Ein wirklich beeindruckendes Buch, bei dem ich vom Strudel der Ereignisse mitgerissen wurde, nicht mehr wusste, wo ich denn nun wieder aufgetaucht bin, doch mit Jan und Alva zusammen, viel Neues sehen, hören und erfahren durfte. So wie die beiden in ihrem Vertrauen darauf, dass Gott einen Plan für sie hat und alles richtig machen würde, wuchsen, so konnte auch ich für mich wieder mal neu erkennen, dass auch ich Gott mit meiner Lebensgeschichte vertrauen darf.
Dieser Roman ist für mich eine ganz besondere Reise gewesen, die ich lange nicht vergessen werde.
Zeitreisen zu schreiben, sind nicht einfach. Die Logik dahinter muss gut durchdacht werden und es gibt immer die Frage, ob das, was man tut, nicht die ganze Zukunft verändern würde. Kann man sich jedoch davon lösen, alles logisch bis ins kleinste Detail zu durchdenken und diese Fragen außen vor lassen, wird man aus dieser Geschichte klüger und verändert wieder auftauchen.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gern historische Romane lesen, auf zwei oder mehr Zeitebenen unterwegs sind, immer mal eine Zeitreise antreten wollten oder einfach gern fantastische Geschichten lesen, die in allem Erdachten, doch absolut real erscheinen.
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