Produktbild: Zsömle ist weg

Zsömle ist weg Roman | Nobelpreis für Literatur 2025

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

24447

Erscheinungsdatum

10.12.2025

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

8205 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Heike Flemming

Sprache

Deutsch

EAN

9783104921341

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Verkaufsrang

24447

Erscheinungsdatum

10.12.2025

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

304 (Printausgabe)

Dateigröße

8205 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Heike Flemming

Sprache

Deutsch

EAN

9783104921341

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Die Ewig-Gestrigen

drawe aus Landau am 26.01.2026

Bewertungsnummer: 3025740

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Mein Lese-Eindruck: Zsömle heißen die jeweiligen Hunde, und ihr Herr heißt Jozsef Kada, ein 91jähriger Rentner. Über die Anlehnung an Josef K. aus Kafkas Roman „Der Prozess“ kann sich der Leser seine Gedanken machen. Joszef Kada wohnt auf dem Lande, oberhalb eines kleinen Dorfes, und er liebt seinen Kaffee und den Blick von seiner Terrasse auf die Landschaft. Von einer Kriegsverletzung hat er einen Splitter im Schädel zurückbehalten, und auch hier kann der Leser sich Gedanken machen, inwieweit diese Verletzung ursächlich ist für Joszef Kadas Überzeugung, der rechtmäßige Erbe des ungarischen Throns zu sein. Er sei der einzige lebende Erbe der Arpaden, der ersten Herrscherdynastie Ungarns. Um Onkel Joszi, wie er sich leutselig nennen lässt, sammelt sich nun eine Gruppe von Ewig-Gestrigen auf der Suche nach einem starken Führer: Männer, die sich mit der Gegenwart nicht arrangieren können, die sich nach den vermeintlich besseren alten Zeiten zurücksehnen und Glanz und Gloria des Königreichs Umgarn wieder errichten wollen. Onkel Joszi liebt es, der Mittelpunkt dieses Kreises zu sein, und er erzählt ihnen seine Geschichten von illustren Bekanntschaften rund um die Welt, seinen Freundschaften mit amerikanischen Präsidenten, seinen Liebesbeziehungen zu Hollywood-Größen, seinen Ehren und Auszeichnungen. Auch er ist ein Ewig-Gestriger und beschwört seine Verehrung zu völkischen Künstlern. Geschmeichelt lässt er sich in die Planungen für einen Staatsstreich einspinnen. Krasznahorkai erzählt hier eine befremdliche und groteske Geschichte, die den Leser immer wieder zum Lachen bringt, wobei ihm das Lachen aber manchmal in der Kehle stecken bleibt. Immerhin hat Onkel Joszi gute Freunde in Deutschland, wie er erzählt. Und die Entwicklung der ungarischen Demokratie unter Orban hat zwar nicht das Eruptive eines Staatsstreichs, aber dennoch ist der Abbau der Demokratie zu beobachten. Es gelingt dem Autor aber immer wieder, für Leichtigkeit und Heiterkeit zu sorgen, z. B. wenn er sich selber in dem Roman die Rolle eines verkannten Künstlers und eines unbeirrt treuen Vasallen zuweist. Diese Mischung aus Groteskem, Absurdem und Skurrilem und vor allem die unübersehbare Freude am Erzählen machen die Lektüre zu einem Vergnügen. Krasznahorkai schreibt seinen Roman in kapitellangen Sätzen, quasi ohne Punkt und Komma. Dieses endlose Erzählen passt sicher zu den endlosen Gesprächen, die die Rückwärtsgewandten in Onkel Joszis Küche führen. Es passt auch zu den selbstverliebten Erzählungen Onkel Joszis. Aber das Erzählen wird dadurch auch sprunghaft. Bezüge wechseln, die Zeiten geraten durcheinander, Handlung und Gedanken ebenso. An einigen Stellen hätten problemlos Punkte gesetzt werden können, sodass sich mir der Sinn des Stilmittels nicht ganz erschließt. 4,5/5*

Die Ewig-Gestrigen

drawe aus Landau am 26.01.2026
Bewertungsnummer: 3025740
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Mein Lese-Eindruck: Zsömle heißen die jeweiligen Hunde, und ihr Herr heißt Jozsef Kada, ein 91jähriger Rentner. Über die Anlehnung an Josef K. aus Kafkas Roman „Der Prozess“ kann sich der Leser seine Gedanken machen. Joszef Kada wohnt auf dem Lande, oberhalb eines kleinen Dorfes, und er liebt seinen Kaffee und den Blick von seiner Terrasse auf die Landschaft. Von einer Kriegsverletzung hat er einen Splitter im Schädel zurückbehalten, und auch hier kann der Leser sich Gedanken machen, inwieweit diese Verletzung ursächlich ist für Joszef Kadas Überzeugung, der rechtmäßige Erbe des ungarischen Throns zu sein. Er sei der einzige lebende Erbe der Arpaden, der ersten Herrscherdynastie Ungarns. Um Onkel Joszi, wie er sich leutselig nennen lässt, sammelt sich nun eine Gruppe von Ewig-Gestrigen auf der Suche nach einem starken Führer: Männer, die sich mit der Gegenwart nicht arrangieren können, die sich nach den vermeintlich besseren alten Zeiten zurücksehnen und Glanz und Gloria des Königreichs Umgarn wieder errichten wollen. Onkel Joszi liebt es, der Mittelpunkt dieses Kreises zu sein, und er erzählt ihnen seine Geschichten von illustren Bekanntschaften rund um die Welt, seinen Freundschaften mit amerikanischen Präsidenten, seinen Liebesbeziehungen zu Hollywood-Größen, seinen Ehren und Auszeichnungen. Auch er ist ein Ewig-Gestriger und beschwört seine Verehrung zu völkischen Künstlern. Geschmeichelt lässt er sich in die Planungen für einen Staatsstreich einspinnen. Krasznahorkai erzählt hier eine befremdliche und groteske Geschichte, die den Leser immer wieder zum Lachen bringt, wobei ihm das Lachen aber manchmal in der Kehle stecken bleibt. Immerhin hat Onkel Joszi gute Freunde in Deutschland, wie er erzählt. Und die Entwicklung der ungarischen Demokratie unter Orban hat zwar nicht das Eruptive eines Staatsstreichs, aber dennoch ist der Abbau der Demokratie zu beobachten. Es gelingt dem Autor aber immer wieder, für Leichtigkeit und Heiterkeit zu sorgen, z. B. wenn er sich selber in dem Roman die Rolle eines verkannten Künstlers und eines unbeirrt treuen Vasallen zuweist. Diese Mischung aus Groteskem, Absurdem und Skurrilem und vor allem die unübersehbare Freude am Erzählen machen die Lektüre zu einem Vergnügen. Krasznahorkai schreibt seinen Roman in kapitellangen Sätzen, quasi ohne Punkt und Komma. Dieses endlose Erzählen passt sicher zu den endlosen Gesprächen, die die Rückwärtsgewandten in Onkel Joszis Küche führen. Es passt auch zu den selbstverliebten Erzählungen Onkel Joszis. Aber das Erzählen wird dadurch auch sprunghaft. Bezüge wechseln, die Zeiten geraten durcheinander, Handlung und Gedanken ebenso. An einigen Stellen hätten problemlos Punkte gesetzt werden können, sodass sich mir der Sinn des Stilmittels nicht ganz erschließt. 4,5/5*

Eigen-artige Geschichtsschreibung

Clara am 24.05.2026

Bewertungsnummer: 3147595

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Hund ist der treue Begleiter des Menschen und insbesondere der "treue Freund eines jeden Ungarn" (Buch S. 63). Zsömle ist weg. Onkel Joszi, so heißt die Hauptfigur des Romans, holt sich jedoch gleich nach dem Ableben des treuen Hundes einen neuen Welpen, den er ebenfalls Zsömle nennt. In dreiunddreißig Jahren hatten alle Hunde diesen Namen. Zsömle hat nur eine kurze Jugendzeit und muss dann an die Kette (in Ungarn werden meines Wissens die Hunde oft angekettet und bewachen das Haus). Sein Herrl läßt ihn aber manchmal frei laufen und verpflegt ihn liebevoll. Onkel Joszi, Joszef Kada oder nach seiner Vorstellung bereits gekrönter und rechtmäßiger König der Ungarn, ist der Protagonist des Romans. Er stammt vom Geschlecht der Arpaden ab, eines Adelsgeschlechts, das in Ungarn von ca. 1000 bis 1300 (1301) regierte. In seiner Vorfahrenslinie sieht Onkel Joszi väterlicherseits auch eine Blutsverwandschaft zu Dschingis Khan. Onkel Joszi lebt in einem Dorf am Berg und ist ein gebildeter Mann. Er hat eine Tochter, zu der aber kaum ein Kontakt besteht. Eine Schar Aufständischer formiert sich um ihn. Sie wollen die regierenden Eliten stürzen und eine Monarchie ausrufen oder einfach einen Umsturz des Regimes hervorrufen. Es ist nicht so klar, ob sie Onkel Joszi als Führer und Herrscher ansehen oder eher als Repräsentationsfigur für ihr neues Reich. Onkel Joszi scheint Beziehungen zu höheren Kreisen zu haben und wird zum Missfallen seines "Drübennachbarn" mit Autos abgeholt bzw. trifft er Sondergesandte im Untergrund von Budapest. Als er realisiert, dass hier Waffengewalt im Spiel ist, lehnt er das strikt ab. Die Aktivitäten der Truppe werden vereitelt und die Rädelsführer landen zum Teil mit mehrjährigen Haftstrafen im Gefängnis. Auch Onkel Joszi trifft es hart und er wird mit Gefängnis und dann mit Abschottung in der Psychiatrie bestraft. Er ist ein Kämpfer, der sich im Krieg eine Verletzung am Kopf zugezogen hat. Ein bleibender Splitter stellt stets eine Gefahr für ihn dar. Er ist einige Unbillen des Lebens gewohnt. Die Haft kann er schließlich mit Geld und mit allmählich auftauchenden Besuchen etwas erleichtern (er ist jetzt bereits zumindest 91 Jahre alt). Der Wirt aus seinem Dorf und die Etelka, die er anbetet, finden ihn. Dann auch der Laci. Etelka erreicht schließlich auch, dass sein Hund Zsömle zu ihm kommen kann. Die Besuche der Menschen von außen werden aber immer rarer bis sie vollständig zum Erliegen kommen. War er anfangs schon in einer Art Endzeitstimmung (er wollte den Ofen nicht mehr einheizen), so ist jetzt sein Ende tatsächlich nah. Ist Onkel Joszi ein Don Quijote? Ist er verrückt? Der Roman hat eine sehr eigenwillige Sprache und eine poetische Form. Manche moderne Wörter werden in Lautschrift verfasst, was einem ein Schmunzeln, zuweilen sogar ein Lachen entlockt. Insgesamt gibt es in dem Roman aber nichts zu lachen. Das herrschende Regime ist grausam und korrupt, das andere wäre eventuell noch grausamer. Was machen die Umstände aus Menschen? Wer kommt in dem Roman menschlich gut weg? Wie erscheint das Leben? Wer hält zu dir? Was macht Überzeugtheit aus einem Menschen? Wer hält zusammen? Die Schar der Aufständischen verflüchtigt sich. Es bleiben ein paar Menschen übrig, die schlussendlich aber auch nicht mehr auftauchen. Mensch und Tier sind gefangen - innerlich und äußerlich. Etelka, seine Angebetete, eine sehr religiöse Frau, die ihn liebgewonnen hat, beschreibt zumindest einen Versuch, entkommen zu wollen. Sie ist es auch, die erwirkt, dass sein Hund Zsömle zu ihm kommen kann. Zum Schluss gelingt es dem Protagonisten auch noch, dass er einen Wärter für sich einnehmen kann und ihm seine Medaillensammlung und seine Auszeichnungen hinterlässt. Keine einfache, eine nachdenklich stimmende und sehr politische wie auch melancholische Lektüre.

Eigen-artige Geschichtsschreibung

Clara am 24.05.2026
Bewertungsnummer: 3147595
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Hund ist der treue Begleiter des Menschen und insbesondere der "treue Freund eines jeden Ungarn" (Buch S. 63). Zsömle ist weg. Onkel Joszi, so heißt die Hauptfigur des Romans, holt sich jedoch gleich nach dem Ableben des treuen Hundes einen neuen Welpen, den er ebenfalls Zsömle nennt. In dreiunddreißig Jahren hatten alle Hunde diesen Namen. Zsömle hat nur eine kurze Jugendzeit und muss dann an die Kette (in Ungarn werden meines Wissens die Hunde oft angekettet und bewachen das Haus). Sein Herrl läßt ihn aber manchmal frei laufen und verpflegt ihn liebevoll. Onkel Joszi, Joszef Kada oder nach seiner Vorstellung bereits gekrönter und rechtmäßiger König der Ungarn, ist der Protagonist des Romans. Er stammt vom Geschlecht der Arpaden ab, eines Adelsgeschlechts, das in Ungarn von ca. 1000 bis 1300 (1301) regierte. In seiner Vorfahrenslinie sieht Onkel Joszi väterlicherseits auch eine Blutsverwandschaft zu Dschingis Khan. Onkel Joszi lebt in einem Dorf am Berg und ist ein gebildeter Mann. Er hat eine Tochter, zu der aber kaum ein Kontakt besteht. Eine Schar Aufständischer formiert sich um ihn. Sie wollen die regierenden Eliten stürzen und eine Monarchie ausrufen oder einfach einen Umsturz des Regimes hervorrufen. Es ist nicht so klar, ob sie Onkel Joszi als Führer und Herrscher ansehen oder eher als Repräsentationsfigur für ihr neues Reich. Onkel Joszi scheint Beziehungen zu höheren Kreisen zu haben und wird zum Missfallen seines "Drübennachbarn" mit Autos abgeholt bzw. trifft er Sondergesandte im Untergrund von Budapest. Als er realisiert, dass hier Waffengewalt im Spiel ist, lehnt er das strikt ab. Die Aktivitäten der Truppe werden vereitelt und die Rädelsführer landen zum Teil mit mehrjährigen Haftstrafen im Gefängnis. Auch Onkel Joszi trifft es hart und er wird mit Gefängnis und dann mit Abschottung in der Psychiatrie bestraft. Er ist ein Kämpfer, der sich im Krieg eine Verletzung am Kopf zugezogen hat. Ein bleibender Splitter stellt stets eine Gefahr für ihn dar. Er ist einige Unbillen des Lebens gewohnt. Die Haft kann er schließlich mit Geld und mit allmählich auftauchenden Besuchen etwas erleichtern (er ist jetzt bereits zumindest 91 Jahre alt). Der Wirt aus seinem Dorf und die Etelka, die er anbetet, finden ihn. Dann auch der Laci. Etelka erreicht schließlich auch, dass sein Hund Zsömle zu ihm kommen kann. Die Besuche der Menschen von außen werden aber immer rarer bis sie vollständig zum Erliegen kommen. War er anfangs schon in einer Art Endzeitstimmung (er wollte den Ofen nicht mehr einheizen), so ist jetzt sein Ende tatsächlich nah. Ist Onkel Joszi ein Don Quijote? Ist er verrückt? Der Roman hat eine sehr eigenwillige Sprache und eine poetische Form. Manche moderne Wörter werden in Lautschrift verfasst, was einem ein Schmunzeln, zuweilen sogar ein Lachen entlockt. Insgesamt gibt es in dem Roman aber nichts zu lachen. Das herrschende Regime ist grausam und korrupt, das andere wäre eventuell noch grausamer. Was machen die Umstände aus Menschen? Wer kommt in dem Roman menschlich gut weg? Wie erscheint das Leben? Wer hält zu dir? Was macht Überzeugtheit aus einem Menschen? Wer hält zusammen? Die Schar der Aufständischen verflüchtigt sich. Es bleiben ein paar Menschen übrig, die schlussendlich aber auch nicht mehr auftauchen. Mensch und Tier sind gefangen - innerlich und äußerlich. Etelka, seine Angebetete, eine sehr religiöse Frau, die ihn liebgewonnen hat, beschreibt zumindest einen Versuch, entkommen zu wollen. Sie ist es auch, die erwirkt, dass sein Hund Zsömle zu ihm kommen kann. Zum Schluss gelingt es dem Protagonisten auch noch, dass er einen Wärter für sich einnehmen kann und ihm seine Medaillensammlung und seine Auszeichnungen hinterlässt. Keine einfache, eine nachdenklich stimmende und sehr politische wie auch melancholische Lektüre.

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Zsömle ist weg

von László Krasznahorkai

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