A House in Japan explores the home as a space where ideas of dwelling are constantly reimagined. In a culture shaped by precision and restraint, domestic projects become sites of quiet experimentation. These houses privilege clarity over excess, intent over display. Rigorous yet flexible, they adapt to daily rhythms while proposing fresh ways of living. The book reveals how Japanese homes, understated yet radical, show that even the everyday can be transformed into something unexpected.
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Diese Häuser mögen zwar in Japan stehen, aber die wenigsten sind japanische Häuser
VolkerM am 06.04.2026
Bewertungsnummer: 3100870
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Seit ich das erste Mal in Japan war, liebe ich japanische Architektur. Sie ist wirklich einzigartig und vor allem traditionelle Häuser sind an Klima und Kultur perfekt angepasst. Moderne japanische Architektur ist immer dann am besten, wenn sie sich auf diese Grundprinzipien zurückführen lässt. Leider nähert sich auch Japan der internationalen Beliebigkeit immer weiter an, auch wenn es immer wieder löbliche Ausnahmen gibt.
„A House in Japan“ zeigt beide Extreme. Äußerst gelungene Entwürfe, bei denen man sich schon als Betrachter sofort wohlfühlt und Interieurs, die so kalt und menschenfeindlich wirken, dass es einen gruselt. Wer baut ernsthaft alle Räume in glattem Sichtbeton, mit einer sicherlich verheerenden Akustik, wie bei dem entsetzlichen Haus in Nishizaki? Viele der vorgestellten Häuser sind reine Designobjekte, offensichtlich unbewohnt, manchmal sogar unbewohnbar (zumindest aus meiner Sicht). Das Hut and Tower House in Tokyo ist auch so ein Fall: Die anscheinend mit Photoshop hinein montierte Familie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ungesicherten, meterhohen Absturzkanten für die beiden Kleinkinder lebensgefährlich wären. Und der weitgehend abgestorbene Baum im Innengarten des Melt House in Osaka zeigt eindrucksvoll, dass das Architekturkonzept in der Praxis eben nicht funktioniert. Fast alle Räume in diesem Buch sind nahezu leer, höchstens mit einigen wenigen Möbeln oder Dekoobjekten wie für einen Katalog ausgestattet, was der japanischen Lebenswirklichkeit völlig widerspricht. Japanische Häuser und Wohnungen quellen über vor Dingen, weil Platz Mangelware ist und man trotzdem alles unterbringen muss. Tiny Houses haben in Japan ihren Ursprung, aber diese „Raumwunder“ findet man gerade nicht im Buch, auch wenn der Begriff „Tiny House“ mehrfach benutzt wird. Die Editoren haben das Konzept nicht verstanden. Es geht nicht darum, wenig Wohnfläche zu haben, sondern diese maximal zu nutzen.
Und hier sind wir an dem Punkt, der möglicherweise erklärt, warum die für „A House in Japan“ ausgewählten Beispiele so lebensfremd wirken: Das Buch entstand wohl, ohne dass die Herausgeber eines der Objekte mit eigenen Augen gesehen hätten, alles sind Stock- Photographien, niemand hat die Bewohner gefragt (gibt es welche?), nur die Architekten äußern sich, oft genug in wolkiger Marketingsprache zu ihren Konzepten.
Diese Häuser mögen zwar in Japan stehen, aber die wenigsten sind japanische Häuser.
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