Nostalgische Krimispannung trifft auf geschliffene Dialoge und liebenswerte Figuren im Köln der wilden Sechziger.
Köln, 1969. Zwischen Drogen, Disco und Revolte scheint alles möglich - auch das Verbrechen. Als Chrissy van Larken, jung, lässig und leicht gelangweilt, gebeten wird, eine Vermisste zu finden, kommt sie Rockern und Drogendealern in die Quere. Bald gibt es den ersten Toten, und nachdem auch ihr Freund Willie verschwindet, beginnt für Chrissy eine gefährliche Suche, die bis in honorige Kreise der Lokalpolitik führt. Unterstützt wird Chrissy dabei von einem viel zu schönen Dandy, ihrer mondänen Tante und ihrer fatalen Lust auf Abenteuer.
Mit viel Zeitkolorit, rasanter Handlung und feinsinnigem Humor entführt Swinging Cologne die Leser in eine Ära, in der Freiheit und Gefahr nah beieinander lagen. Ein temporeicher Krimi mit einer hinreißenden Ermittlerin, die sich mit Stil, Charme und Kanone durch die Untiefen einer schillernden Stadt kämpft.
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Überraschend anders, die neue Emma Peel
Bewertung aus Bad Säckingen am 24.05.2026
Bewertungsnummer: 3147635
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Köln in den wilden sechziger Jahren. Chrissy van Larken ist jung und noch auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Chrissy bei ihrer mondänen Tante und weigert sich, den Ansprüchen ihres Vetters Achim gerecht zu werden, dem Familienoberhaupt.
Die junge Rebellin erklärt sich schnell bereit, eine vermisste junge Frau zu suchen. Die Recherche in Nachtclubs lenkt sie ab von der Langeweile ihres Lebens. Leider ist Diplomatie nicht gerade Chrissys Stärke und so schafft sie es mühelos eine Rockergang gegen sich aufzubringen. Glücklicherweise gibt es gleich zwei heldenhafte Männer, die sie aus gefährlichen Situationen retten.
Chrissy van Larken erinnert an Emma Peel, das neue Frauenbild, welches sich nicht damit zufriedengab, als Heimchen am Herd zu enden, sondern mit Intelligenz und Humor punkten kann. Dabei aber durchaus fraulich bleibt und die Männerwelt entzückt.
„Swinging Cologne“ hat mich überzeugt und das Ende macht Hoffnung auf weitere Fälle für Chrissy, der das Ermitteln offenbar im Blut liegt.
Von mir gibt es 5 Sterne für diesen erfrischenden Start in eine neue Reihe und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Amando und Willie.
Eine Leseempfehlung
Gertie G. aus Wien am 13.04.2026
Bewertungsnummer: 3107443
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Swinging Colognes ist ein Krimi, der uns in das Jahr 1969 nach Köln führt. Es ist die Zeit der Studentenunruhen, von Mini-Rock, Hot Pants, Disco und Drogen. Die älter Generation hält von den „Gammlern“ nichts und so manche davon wünschen sich mal lauter oder leiser die frühere Ordnung herbei. Standardsatz „früher hätte es das nicht gegeben“. Ja eh! Und ja, man hat, der guten alten Zeiten wegen, wieder eine Bürgerwehr aufgestellt, die sich um diese Langhaarigen kümmern soll.
Holger Paffrath, Inspektor bei der Kölner Polizei, bittet Chrissy van Larken, eine leicht gelangweilte Studentin um Hilfe. Astrid, eine junge Frau wird vermisst. Chrissy, immer auf der Suche nach Abwechslung im Leben, beginnt mit den Recherchen in einer der zahlreichen Discos. Dabei stößt bald auf eine Gruppe Motorradfahrer mit denen nicht gut Kirschen essen ist, sowie auf einen Schwarzen mit langem weißen Haar, der sie fasziniert.
Wenig später ist Gisela, eine weitere junge Frau verschwunden. Während Astrid wieder auftaucht, findet man Giselas Leiche. Gestorben an einer Überdosis Heroin. Als sich herausstellt, dass Gisela Linkshänderin war, aber die Einstichstelle sich am linken Arm befindet, recherchiert Holger auch im Drogenmilieu. Er findet mehrere vermisste Frauen, die in ihrem Aussehen Gisela und Astrid ähneln, und glaubt ein Muster zu erkennen.
Martin, Giselas Bruder, heftet sich auf Chrissys Spuren, um herauszufinden, was geschehen ist, denn er glaubt nicht, dass seine Schwester drogensüchtig war. Als leidenschaftlicher Fotograf schleicht er in der Nacht rund um die Disco und macht Fotos von den Anwesenden. Auch die Motorradfahrer sind zu sehen und jemand, der nicht gesehen werden will, sowie ein fetter Mercedes, der noch eine Rolle spielen wird.
Dann brennt die Gartenlaube von Martins Eltern, in dem er sein Fotolabor untergebracht hat. Nun müssen die Eltern den Tod ihres zweiten Kindes verkraften. Zuvor hat Martin die Fotos und die Negative an Chrissy geschickt.
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist ein wenig anders als die üblichen Kriminalromane. Er ist mehr ein Sittenbild des Wirtschaftswunderlandes. Man kann sich wieder etwas leisten, die Jugend ist aufmüpfig, revoltiert gegen die Eltern und Großeltern. Vergessen sind die Entbehrungen des Krieges und die unmittelbare Not danach. Man will das Leben genießen, Zigaretten, Alkohol und Drogen, sowie über die Stränge schlagen. Peter Alexander war gestern, heute sind die Rolling Stones tonangebend. Hier hätte ich mir eine Art Playlist gewünscht.
Die Geschichte hat mir recht gut gefallen, auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass eine ungeschulte Zivilistin wie Chrissy Ermittlungen für die Polizei anstellen darf. Nun ja, zu Beginn war es ja nur eine kleine Bitte, in einem Lokal nach einer jungen Frau zu fragen. Chrissy findet nun in diesem Abenteuer ihre Berufung und eröffnet zu guter Letzt eine Detektei. Das ließe ebenso Raum für eine Fortsetzung, wie die herrlich undurchsichtig angelegte Figur des großen Schwarzen mit dem weißen, langem Haar. Willie, wie er sich nennt, ist angeblich Brite, oder vielleicht auch nicht. Ebenso wenig wird deutlich, ob er einer von den Guten oder den Bösen ist.
Chrissy ermittelt wie ihr großes Vorbild Emma Peel - mit Schirm, Charme, aber ohne Kanone.
Schade nur, dass die Verbrecher nicht vor den Richter gestellt werden, sondern in guter alter Tradition Selbstmord begehen oder auf der Flucht bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Gerechtigkeit kann den Opfern, zu denen auch die Hinterbliebenen zählen, nicht zu teil werden.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi 4 Sterne.
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