Produktbild: Von Vieh und Vögeln

Von Vieh und Vögeln Roman

3

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Herausgeber

Susanne Lange

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

234

Maße (L/B/H)

20,3/12,7/2,4 cm

Gewicht

360 g

Farbe

Seidengrau / Tanne

Auflage

1

Originaltitel

De bestias y aves

Übersetzt von

Susanne Lange

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8353-6022-8

Beschreibung

Rezension

»Den dunklen, beunruhigenden Dualismus, mit dem die spanische Schriftstellerin Pilar Adón in ihrem neuen Buch spielt, deutet bereits der Titel ›Von Vieh und Vögeln‹ an, also unten und oben, Erde und Wasser, disziplinierter Mensch gegen Natur und Gelassenheit.« (Maria Leitner, Buchkultur, 01/2026)
»Was für eine subtile Geschichte! Geradlinige Sprache, sensible Figurenzeichnung, spannend erzählt!« (Claudia Schumann, Hugendubel, Berlin) »Wie geraten wir in Situationen, aus denen wir nicht mehr hinausfinden? Und wie verhalten wir uns dann? Eine spannende Frage in einer Zeit, die nur Zielgerichtetheit kennt – oder vielleicht besser gesagt: beständig das Vorhandensein von Zielgerichtetheit vortäuscht. Wie sehr sind wir selbst in dieser Gesellschaft ferngesteuerte, ausgelieferte Wesen? Auf perfide und eindrucksvolle Weise gelingt es Adón, das Gefühl der Haltlosigkeit ihrer weiblichen Hauptfigur auf Leserinnen und Leser zu übertragen. Eine Lektüre, die zugleich verstört und wachrüttelt.« (Susanne Rikl, kommbuch.com)

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Herausgeber

Susanne Lange

Verlag

Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch

Seitenzahl

234

Maße (L/B/H)

20,3/12,7/2,4 cm

Gewicht

360 g

Farbe

Seidengrau / Tanne

Auflage

1

Originaltitel

De bestias y aves

Übersetzt von

Susanne Lange

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8353-6022-8

Herstelleradresse

Wallstein Verlag GmbH
Geiststraße 11
37073 Göttingen
DE

Email: info@wallstein-verlag.de

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Große Schreibkunst

MarieOn am 04.03.2026

Bewertungsnummer: 3065179

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zu ihrer letzten Ausstellung war Coro ungeduscht gegangen, ihre Haut noch geziert von ockerfarbenen Farbpigmenten. Ihre Haare hingen in ungefärbten Strähnen an ihr herunter, die Augen blickten um sich, als wäre sie einem Wahn verfallen. Die anderen werden gedacht haben, sie brauche Hilfe. Und obwohl der Schmerz frisch und groß war, sah sie sich nicht in der Rolle der Bedürftigen. Am nächsten Morgen fuhr sie los, ungeplant und ohne Ziel. Sie hatte ihr Handy in der Wohnung gelassen. Im Kofferraum sechs Porträts ihrer Schwester, die sie nie ausgestellt hat. Sie würde sie nie verkaufen. Ihre Schwester treibend im Wasser mit immer dem gleichen Gesicht, dem letzten, das sich nicht mehr verändern würde. Sie fuhr bis zum Mittag, hielt an einer Raststätte und schlief ein. Als sie erwachte, aß sie den Rest des Sandwiches und dachte an die anderen. Was sie wohl sagten, wenn sie merkten, dass sie weg war. Kurz dachte sie, dass sie umkehren könnte. Sie liebte die Ordnung und Harmonie, was ihren Bildern zugutekam. Den Stress in den Ausstellungsräumen jedoch, wie sie sie forderten und an ihren Lippen hingen, Jesus, das brauchte sie nicht. Als es allmählich dämmerte, sah sie die Tankleuchte aufblinken, aber weit und breit keine Tankstelle. In der Hoffnung, in einem nächsten Ort tanken zu können, fuhr sie von der Schnellstraße ab. Ohne Orientierung folgte sie einer Landstraße, die in einen Feldweg auslief. Nach mehreren Metern wurde ihr klar, dass sie wenden müsste, es aber wegen der Enge nicht konnte. Sie würde die Bewohner des nächsten Hauses um Hilfe bitten oder einfach stehen bleiben und im Auto übernachten, bis das kommende Tageslicht ihren Horizont erweitern würde. Da sah sie ein Holztor, stieg aus und suchte eine Klingel. Eine Frau mit Taschenlampe lief ihr entgegen, was sie hier wolle. Sie habe sich verfahren und kein Benzin mehr, ob sie ihr helfen könne. Wieder die Frage, was sie hier wolle. Sie habe kein Benzin mehr, ob sie nicht bitte wenigstens auf ihrem Grundstück wenden könnte? Die Frau öffnet das Tor, winkt sie herein und schließt es wieder. Fazit: Pilar Adón, mehrfach ausgezeichnete spanische Schriftstellerin, hat große Erzählkunst geliefert. Ihre Protagonistin hat einen Verlust erlitten, der sie immer wieder quält. Ihr künstlerischer Erfolg erdrückt sie und so kommt es zu einer Affekthandlung. Sie steigt ins Auto und verfährt sich. Sie landet in einer abgelegenen Gegend an einem Haus namens Bethanien. Man lässt sie herein aber nicht mehr hinaus. Sie versucht einige Male zu entkommen, es wirkt aber halbherzig. Sie beobachtet die Frauen, die dort wohnen und sich teils selbstversorgen. Ihre widerspenstigen Gefühle, sie kommt zur Ruhe, will aber zurück in ihr altes Leben, das allerdings den Verlust verstärkt. Mir gefällt die Stimme der Autorin, wie sie ihre Darstellerin in die Natur hineinwachsen lässt, die versucht, die tiefere Bedeutung des Geschehens zu erfassen. Die Geschichte liest sich, als sei Coro, sobald sie in Bethanien ankam, aus der Realität gefallen und träumte einen luziden Traum. Die Stimmung ist melancholisch und trotz der Bedrohung – sie wird unfreiwillig festgehalten – ruhig. Eine besondere Art, sich auszudrücken, die ich gerne gelesen habe.

Große Schreibkunst

MarieOn am 04.03.2026
Bewertungsnummer: 3065179
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zu ihrer letzten Ausstellung war Coro ungeduscht gegangen, ihre Haut noch geziert von ockerfarbenen Farbpigmenten. Ihre Haare hingen in ungefärbten Strähnen an ihr herunter, die Augen blickten um sich, als wäre sie einem Wahn verfallen. Die anderen werden gedacht haben, sie brauche Hilfe. Und obwohl der Schmerz frisch und groß war, sah sie sich nicht in der Rolle der Bedürftigen. Am nächsten Morgen fuhr sie los, ungeplant und ohne Ziel. Sie hatte ihr Handy in der Wohnung gelassen. Im Kofferraum sechs Porträts ihrer Schwester, die sie nie ausgestellt hat. Sie würde sie nie verkaufen. Ihre Schwester treibend im Wasser mit immer dem gleichen Gesicht, dem letzten, das sich nicht mehr verändern würde. Sie fuhr bis zum Mittag, hielt an einer Raststätte und schlief ein. Als sie erwachte, aß sie den Rest des Sandwiches und dachte an die anderen. Was sie wohl sagten, wenn sie merkten, dass sie weg war. Kurz dachte sie, dass sie umkehren könnte. Sie liebte die Ordnung und Harmonie, was ihren Bildern zugutekam. Den Stress in den Ausstellungsräumen jedoch, wie sie sie forderten und an ihren Lippen hingen, Jesus, das brauchte sie nicht. Als es allmählich dämmerte, sah sie die Tankleuchte aufblinken, aber weit und breit keine Tankstelle. In der Hoffnung, in einem nächsten Ort tanken zu können, fuhr sie von der Schnellstraße ab. Ohne Orientierung folgte sie einer Landstraße, die in einen Feldweg auslief. Nach mehreren Metern wurde ihr klar, dass sie wenden müsste, es aber wegen der Enge nicht konnte. Sie würde die Bewohner des nächsten Hauses um Hilfe bitten oder einfach stehen bleiben und im Auto übernachten, bis das kommende Tageslicht ihren Horizont erweitern würde. Da sah sie ein Holztor, stieg aus und suchte eine Klingel. Eine Frau mit Taschenlampe lief ihr entgegen, was sie hier wolle. Sie habe sich verfahren und kein Benzin mehr, ob sie ihr helfen könne. Wieder die Frage, was sie hier wolle. Sie habe kein Benzin mehr, ob sie nicht bitte wenigstens auf ihrem Grundstück wenden könnte? Die Frau öffnet das Tor, winkt sie herein und schließt es wieder. Fazit: Pilar Adón, mehrfach ausgezeichnete spanische Schriftstellerin, hat große Erzählkunst geliefert. Ihre Protagonistin hat einen Verlust erlitten, der sie immer wieder quält. Ihr künstlerischer Erfolg erdrückt sie und so kommt es zu einer Affekthandlung. Sie steigt ins Auto und verfährt sich. Sie landet in einer abgelegenen Gegend an einem Haus namens Bethanien. Man lässt sie herein aber nicht mehr hinaus. Sie versucht einige Male zu entkommen, es wirkt aber halbherzig. Sie beobachtet die Frauen, die dort wohnen und sich teils selbstversorgen. Ihre widerspenstigen Gefühle, sie kommt zur Ruhe, will aber zurück in ihr altes Leben, das allerdings den Verlust verstärkt. Mir gefällt die Stimme der Autorin, wie sie ihre Darstellerin in die Natur hineinwachsen lässt, die versucht, die tiefere Bedeutung des Geschehens zu erfassen. Die Geschichte liest sich, als sei Coro, sobald sie in Bethanien ankam, aus der Realität gefallen und träumte einen luziden Traum. Die Stimmung ist melancholisch und trotz der Bedrohung – sie wird unfreiwillig festgehalten – ruhig. Eine besondere Art, sich auszudrücken, die ich gerne gelesen habe.

Wenn Trauer ein Haus mitten im Nirgendwo wäre

Alrik Gerlach (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.05.2026

Bewertungsnummer: 3130014

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Manchmal fährt eine Figur einfach los und man denkt sich: Na wunderbar, das kann ja nur schiefgehen. Coro landet ohne Handy, ohne Benzin und ganz offensichtlich ohne Plan bei Betania, diesem abgelegenen Haus voller Frauen, Hunde, Rituale und einer Natur, die nicht einfach nur Kulisse ist, sondern gefühlt selbst mit am Tisch sitzt und einen schweigend anstarrt. Von Vieh und Vögeln ist kein Roman, der einem die Hand hält und freundlich sagt: Komm, ich erkläre dir mal alles. Nein, dieses Buch stellt sich eher neben dich, flüstert etwas Merkwürdiges ins Ohr und verschwindet dann wieder im Wald. Und genau das ist gleichzeitig seine größte Stärke und seine kleine Gemeinheit. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dieses Haus, der Felsen, der See, die Vögel, die Hunde, diese Frauen, die wirken, als hätten sie längst mehr verstanden als Coro selbst. Das alles hat etwas Traumartiges, Bedrohliches und fast Märchenhaftes. Nur eben kein Märchen mit Keksen und Happy End, sondern eher eins, bei dem man nachts nochmal prüft, ob die Haustür wirklich zu ist. Emotional sitzt der Roman vor allem dort, wo es um Trauer geht. Coros Verlust hängt über allem wie feuchte Wäsche an einem grauen Tag. Man spürt, dass sie eigentlich weg will, aber innerlich längst feststeckt. Das fand ich stark, manchmal sogar richtig schön schmerzhaft. Ganz ehrlich: Wer klare Antworten, Tempo und eine saubere Auflösung braucht, wird hier vermutlich zwischendurch leise mit den Augen rollen. Dieses Buch ist langsam, symbolisch, sperrig und manchmal sehr eigen. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man eine intensive, unheimliche und sprachlich besondere Geschichte über Verlust, Gemeinschaft und dieses seltsame Gefühl, irgendwo dazuzugehören, obwohl man nie darum gebeten hat. Kein Buch zum Wegatmen, eher eins zum Nachhallen. Und ja, ein bisschen schräg ist es auch. Aber manchmal sind gerade die schrägen Vögel die interessantesten.

Wenn Trauer ein Haus mitten im Nirgendwo wäre

Alrik Gerlach (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 05.05.2026
Bewertungsnummer: 3130014
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Manchmal fährt eine Figur einfach los und man denkt sich: Na wunderbar, das kann ja nur schiefgehen. Coro landet ohne Handy, ohne Benzin und ganz offensichtlich ohne Plan bei Betania, diesem abgelegenen Haus voller Frauen, Hunde, Rituale und einer Natur, die nicht einfach nur Kulisse ist, sondern gefühlt selbst mit am Tisch sitzt und einen schweigend anstarrt. Von Vieh und Vögeln ist kein Roman, der einem die Hand hält und freundlich sagt: Komm, ich erkläre dir mal alles. Nein, dieses Buch stellt sich eher neben dich, flüstert etwas Merkwürdiges ins Ohr und verschwindet dann wieder im Wald. Und genau das ist gleichzeitig seine größte Stärke und seine kleine Gemeinheit. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dieses Haus, der Felsen, der See, die Vögel, die Hunde, diese Frauen, die wirken, als hätten sie längst mehr verstanden als Coro selbst. Das alles hat etwas Traumartiges, Bedrohliches und fast Märchenhaftes. Nur eben kein Märchen mit Keksen und Happy End, sondern eher eins, bei dem man nachts nochmal prüft, ob die Haustür wirklich zu ist. Emotional sitzt der Roman vor allem dort, wo es um Trauer geht. Coros Verlust hängt über allem wie feuchte Wäsche an einem grauen Tag. Man spürt, dass sie eigentlich weg will, aber innerlich längst feststeckt. Das fand ich stark, manchmal sogar richtig schön schmerzhaft. Ganz ehrlich: Wer klare Antworten, Tempo und eine saubere Auflösung braucht, wird hier vermutlich zwischendurch leise mit den Augen rollen. Dieses Buch ist langsam, symbolisch, sperrig und manchmal sehr eigen. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man eine intensive, unheimliche und sprachlich besondere Geschichte über Verlust, Gemeinschaft und dieses seltsame Gefühl, irgendwo dazuzugehören, obwohl man nie darum gebeten hat. Kein Buch zum Wegatmen, eher eins zum Nachhallen. Und ja, ein bisschen schräg ist es auch. Aber manchmal sind gerade die schrägen Vögel die interessantesten.

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