Eine emotionale Reise über die Herausforderungen des Alterns – zwischen humorvoller Unterhaltung und tiefen GefühlenJulianne hasst Überraschungen. Ihr Leben ist durchgeplant, jeder Tag bis ins kleinste Detail organisiert. Als ihr launischer Vater Jean nach einem Hausbrand bei ihr einzieht, gerät ihre perfekte Struktur aus dem Takt. Jean, der schon immer ein Freigeist war, bringt seine Rente mit Teleshopping durch, hört laut Hardrock im Wohnzimmer und legt sich mit den Nachbarn an.Doch hinter seinem exzentrischen Verhalten scheint mehr zu stecken. Julianne, die das Chaos nicht mehr ignorieren kann, spürt eine lähmende Sorge in ihrem Magen – die Diagnose Alzheimer steht wie ein Schatten zwischen ihnen. Die Familie drängt sie, Jean in ein Pflegeheim zu bringen, aber in Julianne regt sich ein anderer Plan …Ein bewegender Roman darüber, wie sich die Rollen von Eltern und Kindern im Alter verschieben und dass das Leben immer unentdeckte Möglichkeiten bereithält.Ungekürzte Lesung mit Heike Warmuth6h 44min
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
tines_chamber_of_books
aus Bad Berleburg
5/5
25.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Emotional bis zur letzten Seite
Für mich ist diese Autorin immer noch ein Geheimtipp. Ich liebe ihre gefühlvollen Geschichten, die aber auch zum Nachdenken anregen. So wie auch bei ihrem neusten Werk. Hier geht es um Juliane, die ihren merkwürdigen Vater bei sich aufnimmt. Dieser verändert sich immer mehr und beide Seiten tun dies zu Beginn der Geschichte damit ab, dass Vater und Tochter nicht unterschiedlicher sein könnten. Juliane, die bis ihre Struckturen liebt und alles bis ins kleinste Detail durch plant und dann Jean, ihr Vater, der scheinbar das pure Chaos auf zwei Beinen ist. Als sich die merkwürdigen Aktionen von Jean häufen, wird dann doch ein Arzt zu Rate gezogen...
Herzerwärmend, aber immer mit dem Blick auf das Wesentliche, lässt die Autorin die Figuren eine Verschiebung ihrer Rollen im Alter durchlaufen. Gefühle, die aufkommen lassen den Leser nicht nur Schmunzeln, sondern gerade auch nachdenklich werden. Ist doch das Funktionieren der Eltern so selbstverständlich. Aber was wenn dies nicht mehr so ist? Wenn alles aus den Fugen gerät? Wie mit dem plötzlichen " Anderssein" umgehen und dennoch die Würde desjenigen bewahren? Diese Geschichte hat alle Emotionen in mir geweckt. Ich habe lauthals gelacht und Tränen nicht mehr halten können. Gerade zum Schluss, als Jean ein langjahriger Wunsch erfüllt wird, sind mit die Buchstaben auf den Seiten vor Tränen in den Augen verschwommen. Von.mir gibt es hier eine absolute Lesempfehlung!
Schoko_und_Buch
aus Friedberg
5/5
05.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine rührende Geschichte über das Altern
Julianne lebt mit ihrer Familie einen typischen Alltag zwischen Job und Terminen. Als sie eines Tages einen Anruf ihres Vaters Jean mitten am Tag erhält, wird sich dies ändern. Denn nachdem sein Haus abgebrannt ist, zieht der Vater bei ihr ein. Schon immer ein Freigeist, der unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen lebt, denkt sich Julianne zunächst nichts bei seinem Verhalten. Doch bald wir sie skeptisch, ob nicht doch mehr dahinter steckt. Vergesslichkeit, Aggression, Verwirrtheit treten immer häufiger auf und so folgt eine Untersuchung der nächsten. Zunächst verunsichert, akzeptiert sie die Veränderung und stellt die alte Nähe zum Vater wieder her.
Eine sehr berührende Geschichte über eine innige Beziehung zwischen Vater und Tochter, die trotz der schweren Thematik mit einem Hauch Leichtigkeit daherkommt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, auch wenn vieles in einer solchen Situation sicherlich um ein Vielfaches schwerer zu akzeptieren ist. Die Geschichte strahlte jedoch etwas Hoffnungsvolles aus und die Liebe in der Familie wurde sichtbar. Es ist nicht das erste Buch der Autorin welches ich gelesen habe und ich wurde nicht enttäuscht. Der Stil ist sehr angenehm und berührend. Vielleicht ist es etwas zu positiv, mit zu wenig Tiefe. Aber für mich hat es meine Erwartungen genau erfüllt.
Bewertung
5/5
26.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein absoluter Wohlfühlroman
Die Romane der Autorin haben mir bislang ausnahmslos sehr gut gefallen, daher auch mein beherzter Griff zu ihrem neuesten Werk und darum geht’s:
„Julianne hasst Überraschungen. Ihr Leben ist durchgeplant, jeder Tag bis ins kleinste Detail organisiert. Als ihr launischer Vater Jean nach einem Hausbrand bei ihr einzieht, gerät ihre perfekte Struktur aus dem Takt. Jean, der schon immer ein Freigeist war, bringt seine Rente mit Teleshopping durch, hört laut Hardrock im Wohnzimmer und legt sich mit den Nachbarn an.
Doch hinter seinem exzentrischen Verhalten scheint mehr zu stecken. Julianne, die das Chaos nicht mehr ignorieren kann, spürt eine lähmende Sorge in ihrem Magen – die Diagnose Alzheimer steht wie ein Schatten zwischen ihnen. Die Familie drängt sie, Jean in ein Pflegeheim zu bringen, aber in Julianne regt sich ein anderer Plan …“
Die Autorin ist wirklich versiert darin, Geschichten zu schreiben, die aus dem Leben gegriffen sind. Das betrifft meist ernste, traurige Themen, die aber dennoch zum Leben dazugehören. So auch hier. Der Tod eines Elternteils oder auch das Begleiten beim „Stück für Stück Verschwinden“ ist eins gewiss nicht: leicht. Aber auch unausweichlich. Obwohl der Plot meist traurig ist, weil so wahr, habe ich beim Lesen und Weinen auch immer ein Lächeln aufgelegt.
Julianne ist eine starke und gefühlvolle Frau. Dennoch muss auch sie Neues lernen. Das sich die Rollen ändern, die Perspektiven andere werden. Und beim Lesen kann sich auch die ein oder andere Sichtweise beim Leser ändern. Das sich nicht alles planen lässt und man loslassen muss. Und annehmen, das Schicksal und die jeweiligen Momente die einem geschenkt werden.
Die Autorin schafft es, so viel Gefühl in einem auszulösen, wie ein bunter Strauß voll Glück. Denn alles gehört zum Leben, auch das Sterben. Trotzdem ist das Buch ein JA zum Leben, ein JA zu allem Positiven und ein absoluter Wohlfühlroman. Völlig verdiente 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Schmökerwelten
5/5
25.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Trifft mitten ins Herz
Lange hat mich kein Buch so tief berührt wie „Jetzt ist unsere Zeit“ von Virginie Grimaldi.
Nach einem Hausbrand nimmt Juliane ihren Vater kurzerhand bei sich auf und quartiert ihn im Gästezimmer ein. Eine völlig neue Situation, nicht nur für sie, sondern auch für ihren Ehemann und ihren Sohn. Was zunächst nach einer vorübergehenden Lösung klingt, entwickelt sich schnell zu einer Herausforderung, die das gesamte Familiengefüge verändert.
So treffend beschreibt Juliane ihre Lage zu Beginn selbst:
„Ich bin Juliane, neununddreißig Jahre alt und die glückliche Mutter von Charlie, sieben Jahre, und Jean, siebenundsechzig Jahre.“
Ihr Vater war schon immer ein unkonventioneller, herrlich unangepasster Mensch, voller Humor und Lebensfreude. Doch nach und nach schleichen sich Veränderungen ein. Anfangs sind es nur kleine Momente der Unaufmerksamkeit, kurze Aussetzer, scheinbar harmlose Vergesslichkeit. Doch bald wird klar: Es ist mehr. Viel mehr.
Als Leser begleitet man diese Entwicklung Schritt für Schritt, leise, unerbittlich und zutiefst bewegend. Man erlebt, wie Jean zunehmend den Alltag nicht mehr alleine bewältigen kann, und spürt gleichzeitig Juliannes wachsende Überforderung. Der Vater, den sie kennt, verändert sich. Rollen verschieben sich. Aus der Tochter wird zunehmend diejenige, die Verantwortung trägt.
Das Buch gibt dabei nicht nur einen einfühlsamen Einblick in das Krankheitsbild Demenz, sondern zeigt auch eindrucksvoll, was diese Krankheit mit den Angehörigen macht – emotional, mental und im täglichen Leben.
Besonders berührt hat mich die spürbare Liebe, die Juliane für ihren Vater empfindet. Sie zieht sich durch jede Seite, durch jeden Gedanken. Ein Satz ist mir dabei besonders im Herzen geblieben:
„Da mein Vater nicht mehr ganz in dieser Welt wohnt, werde ich einen Blick in seine werfen.“
Trotz der Tragik ist das Buch von einem feinen, warmen Humor durchzogen. Der Schreibstil ist erfrischend leicht, fast mühelos zu lesen und trifft dennoch mitten ins Herz. Virginie Grimaldi gelingt es auf beeindruckende Weise, ein so ernstes Thema mit Tiefe, Sensibilität und gleichzeitig einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen.
Ein wunderbares, einfühlsames Buch, das lange nachhallt und absolut empfehlenswert ist.
Verdiente fünf von fünf Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐.
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