Ein Magier.
Eine Motte.
Und ein Zelt voller Licht.
Es war einmal eine Tänzerin, mit Flügeln groß und seidigschön. Sie entdeckte in ihrem Wald das Zelt eines Fremden, voller Licht und Geheimnisse in Flaschen. Sie trat näher und hörte es flüstern:
Es war einmal ...
9 Märchen, in Flaschen verkorkt, und die Geschichte einer Tänzerin, im Tausch gegen sie alle.
Unbequem und feministisch.
Anklagend und in Frage stellend.
Dunkel und mythisch.
Märchen sind von Natur aus dunkel. Sie locken uns mit dem Zauber ferner, verträumter Welten, in denen das Böse haust, das Gute aufbegehrt und dann siegt. Oft begreifen wir erst als Erwachsene, was für Geschichten unsere Eltern uns damals vorgelesen haben.
Diese Anthologie ist ein wenig anders.
Sie ist in erster Linie für Erwachsene geschrieben worden und wir garantieren nicht, dass das Gute immer siegt - oder dass es den Sieg auf moralisch vorbildlichen Wegen erringt.
Solltet ihr diese Geschichten trotzdem mit euren Kindern lesen wollen, möchten wir euch davon natürlich nicht abhalten, verweisen aber ausdrücklich auf die jeweiligen Content Notes. Wir haben euch diese am Ende des Buches bereitgestellt.
Und jetzt ... taucht ein in unsere Welten, gewoben aus alten Märchen und gekleidet in die Stile neun sehr unterschiedlicher Autorinnen und Autoren.
Aber gebt acht!
Verirrt euch nicht und redet nicht mit Fremden.
Und vertraut dem Jäger nicht nur, weil er den Wolf jagt.
Kundinnen und Kunden meinen
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Eine tolle Anthologie, die nicht nur allseits bekannte Märchen adaptiert
reziprov am 11.12.2025
Bewertungsnummer: 2675073
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Inhalt:
Eingebettet in die Geschichte einer Mottenfee, die an einen geheimnisvollen Magier und Geschichtenerzähler gerät, wird man als Leser in, zählt man die der Motte mit, 10 Erzählungen hineingezogen, die Märchen völlig neu interpretieren.
Meine Meinung:
Es war für mich faszinierend in diese Geschichtensammlung einzutauchen, und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen war es durchaus eine Herausforderung, die zugrunde liegenden Märchen in den Geschichten wiederzufinden, waren sie doch manches Mal sehr gut versteckt. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass ich, was das Thema Märchen im allgemeinen angeht, nicht so sattelfest bin, wie ich dachte, denn es wurden durchaus auch Erzählungen adaptiert, deren Original ich tatsächlich noch nicht kannte. Und so ist diese Anthologie auch ein Ansporn geworden, sich noch mal mit dem ein- oder anderen Märchen auseinanderzusetzen.
Alle Geschichten in diesem Buch haben ihren Charme und verbreiten ihre ganz eigene Botschaft. Sie sind eingebettet in die nicht minder fantasievolle Erzählung über eine Mottenfee, die dem Licht eines Zelts im Wald nicht widerstehen kann und dort auf einen mysteriösen und nicht ganz vertrauenswürdigen Magier trifft, der ihr neun Geschichten erzählt.
»Ein Herz so dunkelschön« von Caro Grimm, besticht durch seine atmosphärische Darstellung und zeigt, dass man bei wichtigen Entscheidungen gut beraten ist auf seinen Bauch zu hören und sich nicht den Verlockungen, die einem der Verstand vorgaukelt, hinzugeben.
»Hinter geschlossenen Türen« von Sandra Jay macht aus der Blaubart Erzählung einen spannenden Krimi mit ungewissen Ausgang und teuflischen Wendungen.
Mit »Hexenglut« bringt uns Nadine Decher-Smith »Hänsel und Gretel« aus einer ganz andern Perspektive dar und verschiebt damit auch den alten Fokus zwischen Gut und Böse um mehr als ein paar Grad.
»Zerspiegelte Wirklichkeit« von Flo Moreno ist jene Art von Märchenadaption, die einem garantiert Gänsehaut beschert, denn sie zieht einen tief in den Kaninchenbau der Psyche.
»Kleiner Apfel« von Alin Kaya hat seine Rapunzel Wurzeln lange vor mir versteckt, besticht aber durch einen solchen Ideenreichtum, dass diese Geschichte durchaus Potenzial für ein ganzes Buch gehabt hätte.
Die »Frau Holle« Version von C.R. Gorr mutet durch die Würzung mit einer ordentlichen Portion Skurrilität, nicht nur wie die Kreuzung zwischen zwei Märchen an. Sie liest sich auch höchst vergnüglich, während sie über Zuneigung, Macht und deren Missbrauch philosophiert.
Eika Summers hat mit »Der Gauklertroll und die Königin« ein Märchen in ihrem Märchen versteckt und hat dabei noch eine wichtige Botschaft im Gepäck, die sich alle Verliebten hinter die Löffel schreiben sollten.
Mit »Fluch des Friedens« stimmt Sandra W. Daheim ernste Töne an und bringt die Schrecken des Krieges und seine Nachwirkungen nahe. Aktuelle Themen, wie PTBS eingefangen in einer märchenhaften Erzählung.
Lisa Harley Lopez’s »Red Raging Hood« schließt den Geschichtsreigen ab und entführt in eine dystopische Steampunk Welt der Zukunft, deren Konflikte ihre Wurzeln durchaus in realen Auseinandersetzungen von heute haben könnten. Fast ein wenig prophetisch.
Eine tolle Geschichtensammlung, eingebettet in einen fantasievollen Rahmen, die mir tolle Lesestunden, manchmal kniffliges rätseln nach dem zugrunde liegenden Märchen, und noch einiges mehr zum Nachdenken beschert hat.
Klasse Lesestoff.
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