Als Kind kennt Anina noch keine Grenzen, doch bald schon merkt das ungestüme und phantasievolle Mädchen, dass die Welt im kleinbürgerlichen Elternhaus eng ist. Sie zieht sich in ihre Welten zurück und entdeckt früh ihre künstlerische Begabung, die sie bis an die Akademie nach Paris führen wird. Auch hier erlebt Anina zahlreiche Enttäuschungen, die schliesslich zum Abbruch des Kunststudiums führen, Insbesondere verwirrt sie ein Professor mit dem Satz, dass die Kunst etwas über sie wisse, das ihr noch verborgen sie. Diese geheimnisvolle Aussage löst bei ihr panische Angst aus. Enttäuscht und traurig kehrt sie in die Schweiz zurück, begräbt ihre Träume und wird Zeichenlehrerin. Bald schon wird sie von ihrem Jugendfreund schwanger und heiratet, nicht zuletzt in der Hoffnung, die "Kunst" lasse sie nun in Ruhe. Doch Ehe und Mutterschaft bringen ihr weder Glück noch Frieden, irgendwann realisiert sie, dass sie sich um ihr Leben betrügt. So9 bricht sie erneut auf nach Paris.
Der Roman "Die Kuns, eine schwarze Katze" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die schon früh weiss, welchen Weg sie gehen muss, die jedoch lange raucht, bis sie sich diesen auch zutraut. Entscheidend sind auf diesem weg die Begegnungen mit ihrem Lehrer, den sie verehrt und von dem sie letztlich tief enttäuscht wird, sowie die Begegnung mit Nathalie, einer Kunststudentin wie sie. Anina lernt zu verstehen, was Freundschaft bedeutet, und erfährt, dass es nie zu spät sein muss, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Bewertung
Book Circle Community
4/5
19.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein tiefer Blick in die Seele
André David Winters Roman “Die Kunst, eine schwarze Katze” ist ein Entwicklungsroman. Er handelt von Anina, sie ist ein stürmisches und phantasievolles Kind, das in einer Welt voller Einschränkungen aufwächst. Ihre Flucht in die Kunst und ihre Sehnsucht nach Freiheit zeichnen ein eindrucksvolles Bild von Jugend und Selbstfindung. Anina ist eine komplexe Figur, deren Entwicklung über die Seiten hinweg nachvollziehbar und berührend ist.
Ein wichtiges Thema des Romans ist Kunst als Sprache der Seele: Die Kunst spielt eine zentrale Rolle und dient als Spiegel der inneren Welt Aninas.
Durch die Zeitsprünge ist der Roman nicht immer einfach zu lesen, trotzdem habe ich die tiefgründige Geschichten gern gelesen. Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt.
Lia48
4/5
07.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Selbstfindung, hin zu einem selbstbestimmten Leben & Beziehung zur Kunst
„In einem dunklen Raum eine schwarze Katze zu fangen, ist eine Kunst, besonders, wenn sie nicht da ist.“ (Angelehnt an Konfuzius)
----
INHALT:
Schon früh weiß Anina, was sie einmal werden möchte. Das Mädchen mit der lebhaften Fantasie und den starken Gefühlen träumt davon, eines Tages eine berühmte Künstlerin zu sein.
Strengen Regeln möchte sie im Alltag entfliehen und wünscht sich mehr Freiraum.
Von der Mutter von einem auf den anderen Tag verlassen, türmt sie aus mehreren Internaten.
Als sie in die Kunstakademie in Paris aufgenommen wird, ist ihre Vorfreude riesig. Sie freut sich auf die Malerei und auf die Freiheit!
In Paris landet sie im Kurs vom berüchtigten Professor Perrot, für den der Künstler Corot als bedeutendster Landschaftsmaler in Frankreich gilt. „Er war bescheiden, wollte einfach malen. Als alter Mann sagte er, er hoffe von ganzem Herzen, dass er im Himmel weitermalen könne (…).“
Anina ist fasziniert von Perrot und fängt an, von ihm zu lernen: „Was da jetzt auf ihrem Skizzenblock war, leuchtete von innen und sah wirklich aus, als hätte Corot es gezeichnet. So wie er malt heute keiner mehr (….).“
Perrot weiß: „Aber vor allem, fühlen Sie, bevor sie zeichnen. Corot meint, Realität sei ein Teil der Kunst, aber erst das Gefühl mache sie komplett. (…) Wenn Sie davon berührt werden, werden Sie auch andere damit berühren.“
„Viele, die hier studierten, mussten es, sie mussten malen, sie konnten nicht anders. Deshalb kennt man ihre Namen. Viele wollten es nur, niemand kennt sie.
(…) Kunst weiß etwas über Sie, was Sie nicht wissen.“
Vor allem letztere Aussage von Perrot ist es, die bei Anina plötzlich große Ängste entfacht. Ängste, von deren Existenz sie nicht einmal ahnte.
Nachdem sie von Professor Perrot schwer enttäuscht wird, kehrt sie in die Schweiz zurück, wird Zeichenlehrerin und ihr Leben nimmt einen Lauf, den sie gar nicht für möglich gehalten hätte.
Nach einer ungeplanten Schwangerschaft muss sie erkennen, dass ihre Mutterschaft und ihre unglückliche Ehe nichts mehr mit dem selbstbestimmten Leben zu tun haben, von dem sie einmal geträumt hatte.
So begibt sie sich noch einmal auf die Spuren ihrer Vergangenheit, nach Paris und auf die Suche nach sich selbst und ihrer Beziehung zur Kunst …
----
MEINUNG:
Diese Geschichte spielt insgesamt zwischen 1964 und 1990 und springt dabei in der Zeit hin und her.
Was anfangs durch die Wechsel recht turbulent wirkt, verschmelzt im Verlauf zu einem geschmeidigen Ganzen.
Das schmale Buch enthält zahlreiche Themen für Lesende bereit, ohne, dass es der Geschichte dadurch an Tiefe fehlen würde.
Ich denke, auf diese Weise ist die Lektüre möglicherweise in der Lage, eine größere Bandbreite an Leuten anzusprechen, als auf den ersten Blick gedacht.
Ja, sie handelt auch von Kunst und diese Szenen fand ich großartig und atmosphärisch beschrieben! Dass ich davon gerne mehr gelesen hätte, ist meiner persönlichen Affinität geschuldet.
Besonders finde ich dabei, wie sich das Buch von philosophischer Seite aus der Kunst annähert. Es wirft diverse Fragen auf (Wann bezeichnet man etwas als Kunst? Wann ist man eine richtige Künstlerin? Benötigt man dafür eine innere Zerrissenheit? Darf Kunst einen Zweck erfüllen? Usw.).
Ob man darauf eine Antwort findet, bleibt jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall wird man zu eigenen Überlegungen angeregt.
Doch die Kunst steht nicht durchgehend im Mittelpunkt des Buches (was man durch das Cover evtl. annehmen könnte). Viel mehr bildet sie den roten Faden, der Lesende geschickt durch das Buch führt, was ich als eine schöne und passende Idee empfunden habe.
Letztendlich geht es thematisch um sehr viel mehr. Die Lektüre greift die Lebensgeschichte von Anina auf und ihre Suche nach sich selbst und einem selbstbestimmten Leben, auf der sie sich zwischendurch verloren fühlt. Sie enthält Szenen aus der Kindheit und Jugend (Coming-of-Age-Note) der Protagonistin, erzählt von ihrer Zeit auf der Kunstakademie in Paris und von ihrer Beziehung zur Kunst, von Landschaftsmaler Jean-Baptiste Camille Corot, von Sehenswürdigkeiten in Paris, von Freundschaft, von ihrer ungeplanten Schwangerschaft, von Mutterschaft und von ihrer unglücklichen Ehe.
Auch wenn mich die letzteren Themen etwas weniger interessiert haben, habe ich Anina gerne auf ihrem Weg begleitet. Ihre Entwicklung fand ich durchaus lesenswert. Ihre Ehrfurcht vor Perrot und seinem Können, kam gut zum Ausdruck.
Außerdem hat mich Professor Perrot ebenfalls fasziniert, weil ich beim Lesen seine Begeisterung für den Künstler Corot und für die Kunst an sich deutlich gespürt habe.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf philosophischer Ebene wirklich alles verstanden habe und auch, was die Ängste von Anina angeht. Dadurch bleibt manches etwas wage, aber das ist in Ordnung.
----
FAZIT: Eine Lektüre über Selbstfindung, hin zu einem selbstbestimmten Leben, über die eigene Beziehung zur Kunst und die persönliche und philosophische Auseinandersetzung mit ihr. Abwechslungsreich und einfühlsam geschrieben, werden verschiedene Szenen geschickt miteinander verbunden. Empfehle ich gerne weiter, von mir gibt es 4/5 Sterne!
----
C. N.: Drogenkonsum, enthält das Z-Wort
Bewertung
Book Circle Community
3/5
21.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht schlecht aber eher nicht meins
Ich mag Geschichten, die von einem Kapitel zum anderen den Ort und/oder die Zeit wechseln. Anina ist ein komplexer Charakter und um sie zu verstehen, muss man ihr Leben von ihrer Kindheit an zurückverfolgen. Wir folgen ihr hauptsächlich über ihre Beziehung zur Kunst. Wie in allen Büchern über Selbstentwicklung trifft sie ein tief Punkt und wir finden heraus, warum. Aber für meinen Geschmack ist es manchmal schlampig. Und manchmal zu viele Details. Ich hatte nicht viel Spass beim Lesen dieses Buches. Ist es zu kurz? Oder liegt es daran, dass ich mich nicht ausreichend mit der Figur identifizieren konnte? Vielleicht ist André David Winters Stil einfach nicht mein Stil und lässt mich zu sehr “die Lücken füllen”.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
15.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Begegnung mit der Kunst
Es ist eine Geschichte von einer künstlerisch begabten Frau, ihrer Lebensgeschichte und ihrem Wunsch auszubrechen aus ihrer Beziehung. Das Buch führt durch die Schicksale in ihrer Vergangenheit, zurück in die Gegenwart. Es ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, die Zeitachsen zu wechseln, es wurde jedoch immer leichter für mich als Leserin die verschiedenen Geschichten zu verknüpfen. Sie bricht aus und lässt uns daran teilhaben am Prozess. Die Begegnung mit der Kunst gibt Einblicke in ihre Beziehung zur Kunst die im Buch immer wieder in verschiedenen Phasen beschrieben wird. Der Schluss der Geschichte lässt Möglichkeiten offen, regt zum Interpretieren an.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
12.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brilliert in Stil und Konzept – leidet unter schwacher Handlung
Das Buch ist eine Ode an die Kunst als solches. Egal ob Bild, Skulptur, Architektur oder Literatur. Kunst hat tausend Gesichter und ist schwer zu erfassen. Der Entwicklungsroman um Anina ist nur die Verpackung und genau hier liegt die Schwäche des Romans.
Auffallend ist Aninas schwermütiger Geisteszustand. Teilweise verschwimmt die Grenz zwischen Realität und Einbildung. Doch vor 1990 war psychische Gesundheit kein Thema. Permanent wünschte ich, Anina möge sich doch bitte endlich in Therapie begeben.
Stilistisch ist der Roman spannend: Er beschreibt Aninas Geschichte unkommentiert. Der Text lässt offen, was man denken soll. So lädt dieser kurze Roman dazu ein, sich mit der eigenen Weltansicht auseinanderzusetzen.
Nur etwas lässt der Roman nicht offen: Die Bedeutung des Titels. Wer sich über den Titel wundert, bekommt im mittleren Teil eine ausführliche Antwort darauf.
Ich empfand es als unbefriedigende Leseerfahrung, schätze aber den experimentellen Ansatz, das schriftstellerische Können und die meisterhafte Ausführung.
Ich denke, wer Hochliteratur der Unterhaltungsliteratur vorzieht, sollten den Roman ausprobieren.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.