Laure ist Doktorandin an der Sorbonne in Paris - selbstbewusst, charmant und rebellisch. Erica, die noch versucht herauszufinden, wer sie ist, entscheidet sich für einen Auslandsaufenthalt in Frankreich. Schon bei der ersten Begegnung vor Sacré-Cœur springt der Funke über, und die beiden beginnen eine Affäre, geprägt von Eifersucht und Anziehung.
Der Sommer vergeht, Erica und Laure verlieren sich aus den Augen, doch die Erinnerung an die gemeinsame Zeit bleibt und führt die beiden über vier Jahrzehnte hinweg immer wieder zueinander. Erica geht zurück nach England, heiratet, wird Mutter und ringt mit einer Schreibblockade, während Laure mit politischen Umbrüchen und persönlichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Mit jeder erneuten Begegnung müssen sich die beiden Frauen die Frage stellen, ob sie sich damals richtig entschieden haben. Eine Geschichte über die Leben, die wir fast gelebt hätten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
M.B
4/5
13.05.2026
eBook (ePUB)
Treffen
Erica und Laure `s erste Begegnung vor der beeindruckenden Kulisse der Sacré-Cœur war wie ein magischer Moment, in dem sich zwei Seelen trafen, die sich erst selbst finden mussten. Die leidenschaftliche Affäre, die zwischen ihnen entflammt, ist nicht nur von Anziehung und Eifersucht geprägt, sondern auch von der bittersüßen Erkenntnis, dass das Leben oft andere Wege geht als ursprünglich erträumt. Die Erzählung zeigt eindrucksvoll, wie prägend solche intensiven Begegnungen sein können und wie sie uns ein Leben lang begleiten , selbst wenn wir uns auf unterschiedliche Wege begeben müssen.
Besonders eindrucksvoll fand ich, wie die beiden Frauen über vier Jahrzehnte hinweg immer wieder zueinander finden, trotz der Herausforderungen, die das Leben ihnen stellt. Erica, die zurück nach England geht und eine Familie gründet, und Laure, die sich in einer sich wandelnden Welt behaupten muss, zeigen, dass die Wahl, die wir treffen, oft nicht einfach ist. Die wiederkehrende Frage, ob sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben, lässt uns über unsere eigenen Lebenswege nachdenken. Diese Geschichte ist eine schwere, aber wunderschöne Reflexion über Liebe, Verlust und die Frage, was hätte sein können. Ein absolut lesenswertes Werk!
Die vier Sterne da der Inhalt nicht so meins war.
Klugscheisser
Thalia Book Circle Community
5/5
11.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klug, empathisch, bereichernd. Mein Sommertipp für 2026 !
Wer sich auf hohem Niveau ein kleines Stück durch den Sommer tragen lassen will, dem sei dieses kluge, empathische Buch wärmstens empfohlen
Kurzrezension
Zwischen Erica, einer 18-jährigen englischen Touristin und der Pariser Mittzwanzigerin Laure entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre, die so intensiv ist, daß beide mit dem Gedanken an eine gemeinsame Zukunft spielen. Doch Erica entscheidet sich, zurück nach England zu gehen, um ihr Studium zu beginnen. Über drei Jahrzehnte hinweg begegnen sich beide immer wieder und immer wieder stellt sich die Frage „Was wäre, wenn…“
Rezension
Der Titel hätte auch lauten können „Laure und Erica“ oder „Erica und Laure“, denn um die beiden geht es diesem Roman. Erica, mit ihren 18 Jahren fast noch ein Backfisch, trifft als englische Touristin in Paris auf die erfahrene Laure, eine Pariserin mit ausschließlicher Vorliebe für Frauen. Vom ersten Moment ihrer Begegnung an knistert es zwischen Ihnen nicht nur, nein es ist eine fast magnetische erotische Spannung und Anziehungskraft aus der sich eine leidenschaftliche Affäre entwickelt.
Doch nach einem heißen Sommer in intimster Zweisamkeit kehrt Erica Ende der 1970er Jahre zurück nach England, um ihr Studium in kreativem Schreiben zu beginnen.
Bei diesen beiden so unterschiedlichen weiblichen Wesen drängte sich mir der Vergleich auf zwischen einer, im besten Sinne, erfahrenen drahtigen Wölfin, Laure, und Erica, dem noch kindspeckigen Berner-Senner-Welpen.
Während Erica sich ins Studentenleben stürzt, bricht für Laure eine Welt zusammen, denn sie hatte sich, ganz entgegen ihrer Natur, in Erica rettungslos verliebt, Liebe zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich empfunden. Dem Alkohol bisher schon nicht abgeneigt stürzt sie nun völlig ab und auch ihr queerer Freundeskreis kann sie nicht retten.
Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg kommt es zwischen den beiden immer wieder zu Begegnungen und sowohl die beiden, als auch die Lesenden fragen sich „Was wäre gewesen, wenn…“.
Ich bin weder Schnell- noch Vielleser, doch durch diese 571 Seiten bin ich berauscht durchgerauscht.
Das lag natürlich in erster Linie am Stil, in dem das Buch geschrieben ist. Der Stil ist flüssig und trägt, die Dialoge sind gut gesetzt und natürlich. Man stolpert nicht , da gibt es nichts was zwickt und zwackt oder sonst wie nervt. Da gibt es nichts Überflüssiges, keinen Satz, den ich hätte streichen wollen. Einzig die knappen französischen Versatzstücke in den Dialogen hätte es für mich nicht gebraucht. Diese sind aber rar gesät. Doch es ist nicht nur der Stil, der das Lesen zum Dahingleiten in einem von selbst bergab rollenden wunderbar gefederten Wagen macht , sondern auch die unprätentiöse und ehrliche Art der Autorin, wie sie die Dinge beschreibt. Während des Lesens des Buches wurde mein Alltag vor allem durch die Frage bestimmt: „Wann kann ich endlich weiterlesen?“
Ich muß zugeben, daß ich mich bei den expliziten Beschreibungen des intimen Zusammenseins von Erica und Laure, die vor allem zu Beginn des Buch zu lesen sind, wie ein Voyeur gefühlt habe. Doch sind Romanleser nicht von Haus aus Voyeure ? Menschen die, versteckt hinter Buchdeckeln, andere beim Leben beobachten, ohne selbst gesehen zu werden ? Doch das besondere an diesem Buch ist, daß diese ganz besondere Liebe von der Autorin in so einzigartiger Weise beschrieben wird, daß man, auch als nicht queerer Mensch, völlig vergißt, daß es hier um gleichgeschlechtliche Liebe geht. Nein, Liebe hat mit Geschlecht nichts zu tun. Ich möchte aber auch ganz offen sagen, daß ich, als heterosexueller Mann, das Buch für immer zugeklappt hätte, wenn es sich um die detaillierten Beschreibungen des Liebesspiels zwischen zwei Männern gehandelt hätte. Ich hoffe, daß dieser Roman nicht nur als „queer“ gefeiert wird, denn dies ist ein Roman für alle Menschen, die in ihrem Herzen den Zugang zur Liebe nicht ganz verschüttet haben.
Auch der Liebhaber der impressionistischen Malerei wird in diesem Roman manch interessanten Beifang entdecken.
Für mich ist das Buch der große Sommerroman 2026 und erhält somit natürlich satte 5 Sterne.
Fast ein Leben von Kiran Millwood Hargrave erschien in dt. Übersetzung 2026 bei Kein & Aber in Berlin, umfaßt 571 Seiten und kostet 25 Euro als Hardcover mit ansprechendem Schutzumschlag.
nessabo
Thalia Book Circle Community
5/5
07.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der schmerzhafte und zugleich liebevolle Epos einer Liebe
Was für ein unglaubliches Werk! „Fast ein Leben“ ist eine 570-seitige emotionale und vielschichtige Wucht, für die ich mir ordentlich Zeit genommen habe.
Wir begleiten Laure und Erica über 35 Jahre hinweg, ausgehend von einer Sommerliebschaft in Paris. Sie werden immer wieder aufeinandertreffen, sich mal näher und mal ferner sein, können einander aber weder halten noch loslassen.
Was hier vielleicht wie ein stereotypes Drama klingt, hat mich emotional wirklich auseinandergenommen. Denn am Ende ist die Liebe der beiden Frauen zwar das wiederkehrende Motiv, die Geschichte gibt aber weitaus mehr Themen und Figuren Raum. Der Roman ist politisch und scheut daher auch nicht den Ernst der 70er und 80er-Jahre, als queere Menschen einer besonders offenen Form von Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt waren. Zudem behandelt er Depressionen und Alkoholismus auf derart eindrückliche Weise, dass ich es gar nicht laut genug loben kann.
Außerdem dreht sich unglaublich viel um Freund*innenschaft, Fürsorge und bedingungslosen Zusammenhalt. Das hat mir mehr als einmal das Herz zerrissen, aber ich fand es einfach makellos abgebildet. Hargrave schreibt total nah an ihren Figuren und hat die beiden Protagonistinnen mit einem liebevollen Schreibstil begleitet. Laure und Erica werden älter und lernen auf glaubhafte Art dazu, ohne dabei je zu glatt zu wirken. Und obwohl Liebe eine so große Rolle spielt, ist diese Geschichte alles andere als romantisch. Sie ist ehrlich, ungeschönt und entsprechend schmerzhaft.
Ich habe mich verloren in diesem Roman mit seinen liebenswerten, kantigen und interessanten Figuren sowie der wundervollen Sprache, welche die Atmosphäre so gut einzufangen vermag. Besonders die Abschnitte in Paris bzw. der Normandie haben mich nostalgisch gestimmt, aber auch Ericas Lebensrealität in Norfolk war beim Lesen zum Greifen nah. Ebenso hat mich die Struktur des Romans begeistert. Die wechselnden Perspektiven vertiefen die Emotionalität der Geschichte und getrennte Kapitel verdeutlichen die räumliche Distanz zwischen Laure und Erica, während sie sich die Kapitel teilen, sobald sie am gleichen Ort sind.
In diesem Werk steckt unglaublich viel Arbeit und ich habe jede einzelne Seite genossen. Die Lektüre hat sich so intensiv und umfassend angefühlt wie ein Film, während sie dank der figurennahen Sprache doch gleichzeitig so kurzweilig war. Ganz klare Empfehlung für alle mit Lust auf französisches Flair und ganz viel Potenzial zum tiefen Mitfühlen.
Bewertung
5/5
05.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Leben, die wir fast geführt hätten
Fast ein Leben ist ein Roman, der sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern eher langsam und leise wirkt – und genau das macht ihn so eindrücklich.
Erica und Laure begegnen sich in Paris und bleiben auf eine besondere Weise miteinander verbunden, auch wenn ihre Leben sie immer wieder in unterschiedliche Richtungen führen. Über mehrere Jahrzehnte hinweg begleitet man die beiden durch verschiedene Lebensphasen, Entscheidungen und Umbrüche. Gerade dieser lange zeitliche Bogen hat mich sehr fasziniert, weil man dadurch sieht, wie sehr Menschen sich verändern – und gleichzeitig bestimmte Gefühle bleiben.
Besonders stark fand ich, wie die gesellschaftliche Realität der jeweiligen Zeit in die Geschichte einfließt. In den 1980er-Jahren war es für eine queere Beziehung deutlich schwieriger, offen gelebt zu werden. Diese Unsicherheit, das Versteckte und auch die inneren Konflikte der Figuren werden spürbar dargestellt. Gleichzeitig wirkt vieles davon bis heute nach und macht deutlich, dass Themen wie Identität, Akzeptanz und Sichtbarkeit weiterhin relevant sind.
Trotz der emotionalen Tiefe liest sich das Buch sehr angenehm. Der Schreibstil ist ruhig, unaufgeregt und schafft es trotzdem, viele Gefühle zu transportieren, ohne jemals überladen zu wirken.
Mich hat vor allem die Entwicklung der beiden Protagonistinnen überzeugt. Ihre Geschichte wirkt nicht konstruiert, sondern sehr menschlich – mit Nähe, Distanz, Entscheidungen und Konsequenzen, die nachvollziehbar bleiben.
Fast ein Leben ist für mich ein berührender Roman über Liebe, verpasste Chancen und die Frage, wie ein Leben hätte verlaufen können, wenn man andere Wege gegangen wäre.
Apflamaus
5/5
05.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Leben, die wir fast geführt hätten
Fast ein Leben erzählt die Geschichte von Erica und Laure, die sich in Paris begegnen und deren Verbindung sie über viele Jahre hinweg begleitet.
Was mich besonders angesprochen hat, ist die Entwicklung der beiden Figuren über Jahrzehnte. Man erlebt mit, wie sich ihre Leben auseinander- und wieder zusammenentwickeln, geprägt von Entscheidungen, Zeit und äußeren Umständen.
Die queere Liebesgeschichte ist dabei eng mit den gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Zeit verbunden. Besonders die 80er-Jahre werden spürbar als eine Phase, in der Sichtbarkeit und Offenheit noch viel Mut erforderten. Gleichzeitig wirkt vieles davon auch heute noch nach.
Trotz dieser ernsten Themen bleibt der Roman leicht lesbar. Der Schreibstil ist ruhig, klar und emotional zugänglich.
Eine berührende Geschichte über Liebe, verpasste Chancen und Lebenswege, die sich vielleicht nur knapp verfehlt haben.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
26.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Leben, die wir nicht lebten
In "Fast ein Leben" lernen wir Erica und Laure kennen. Erica verbringt als angehende Studentin einen Sommer im Paris der späten 70er Jahre und trifft dort auf Laure, eine Doktorandin an der Sorbonne. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefgehende und intensive Liebesaffäre mit Potential auf das Für Immer, nach dem wir alle suchen. Doch Erica verlässt Paris, um ihr Studium zu beginnen, und beide bleiben ein Leben lang mit der Frage zurück, was aus ihnen hätte werden können. Eine wunderschöne und zugleich tragische queere Liebesgeschichte - für Leser*innen von Salley Rooney oder Coco Mellors.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
13.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neues Lieblingsbuch
Die Geschichte von Laure und Erica ist wunderschön erzählt und hat mich mehrmals zu Tränen gerührt. Erica und Laure treffen sich zum ersten Mal in Paris im Sommer 1978 und beginnen eine berauschende Liebesaffäre. Ihr Leben lang schauen beide auf diesen magischen Sommer zurück und auch wenn sie Freunde bleiben, fragen sich beide immer wieder was hätte sein können. Ehrlich, emotional und packend. Die Autorin erweckt nicht nur ihre Charaktere zum Leben, sondern auch Paris und die Kunst die Laure und Erica verbindet.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.