Produktbild: Die Kryptografin
Band 1
Artikelbild von Die Kryptografin
Hanna Aden

1. Die Kryptografin

Die Kryptografin Für Träume braucht man Mut. Roman

Aus der Reihe Die Kryptografin
Gesprochen von
27
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Josefine Hoffmann

Spieldauer

12 Stunden und 30 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

11.12.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

38

Verlag

Hörbuch München von RBmedia Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783691281378

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Josefine Hoffmann

Spieldauer

12 Stunden und 30 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

11.12.2025

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

38

Verlag

Hörbuch München von RBmedia Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783691281378

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  • Bewertung

    5/5

    03.05.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Träume erfordern Mut

    Margot lebt mit ihrer Mutter im Haushalt ihrer Tante ,der Vater ist nicht aus dem Krieg zurückgekehrt.Sie studiert Mathematik,mit dem Ziel es bis zur Professorin zu schaffen.Abends hilft sie ihrer Mutter bei Näharbeiten, welche diese in Heimarbeit ausführt.Jasper ,ein junger Mann aus der Nachbarschaft,ebenfalls Student , begleitet sie morgens und abends auf ihrem Weg zur Universität, was der Wunsch von Margots Mutter ist. Er ist in Margot verliebt, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Seine dominante Art, In welcher er immer mehr Einfluss auf ihr Leben nehmen möchte, stößt sie regelrecht ab. Margots beste Freundin ist Sue,die mit zwei jüngeren Schwestern und ihrem Bruder Richard ,zusammenlebt,der aufgrund einer schweren Kriegsverletzung stark traumatisiert ist.Sie arbeitet als Näherin ,um die kleine Familie über Wasser zu halten.Insgeheim träumt sie davon ,als Journalistin zu arbeiten. Die beiden Frauen stehen im Mittelpunkt der Geschichte,sind sich sehr nahe und teilen alle Geheimnisse. Margot hat ein besonderes Talent ,was sie bisher eher als Behinderung gesehen hat,sie kann Farben hören, Töne riechen und diese Sinneseindrücke miteinander verknüpfen ,dafür gibt es den Begriff Synästhesie. Der Zeitpunkt,als man an der Uni auf ihre außergewöhnliche Begabung aufmerksam wird, ändert ihr bisheriges Leben von Grund auf. Der BND wirbt sie als Mitarbeiterin für die Dechiffrierung sensibler Daten an,eine Tätigkeit mit großer Verantwortung und absoluter Diskretion und Geheimhaltung gegenüber allen Menschen.Natürlich gibt es auch,wie beinahe in jedem Beruf,die üblichen Querelen.Margot lernt ,für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen und gewinnt dabei an Stärke. Meine Meinung: Ich habe durch dieses Buch viele neue Erkenntnisse gewonnen.Zwar war mir der Begriff Synästhesie bekannt,mir fehlte aber jegliches Hintergrundwissen.Da die Autorin auch über diese besondere Begabung verfügt,war es ihr möglich,dieses Wissen sehr genau weiterzugeben. Die beiden Protagonistinnen stehen stellvertretend für viele starke Frauen,denen es mit sehr viel Energie und Enthusiasmus gelingt,ihren Platz in der von Männern dominierten Welt zu erobern und zu verteidigen.Ihr Werdegang wird sehr anschaulich geschildert ,ich habe die beiden sympathischen Frauen gerne ein Stück begleitet. Dass es neben Beruf,Alltagsgeschehen und Politik auch noch eine sich anbahnende Liebesromanze gibt,ist sozusagen das Sahnehäubchen auf der Geschichte. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und vergebe fünf Sterne.

  • Claudia liest

    aus Swisttal

    5/5

    28.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Ein tolles Buch über eine faszinierende Frau

    Das Buch spielt in der Nachkriegszeit im München der 50er Jahre. Die 20jährige Margot lebt dort mit ihrer Mutter im Haushalt einer Tante. Ihre Familie wurde bei der Flucht aus Pommern auseinandergerissen. Anfang der 50er Jahre war die Rolle der Frau auf Haushalt und Kindererziehung festgelegt. Und genau damit hat Margot gar nichts am Hut. Sie hat einen Studienplatz für Mathematik erhalten und genau das ist ihre Welt. Zahlen sind ihre Freunde und ganz besonders liebt sie die Kryptografie. Hierfür hat sie ein außergewöhnliches Talent, welches in den Vorlesungen immer wieder auffällt. Aufgrund dessen wird dann auch eine Institution, die gerade neu aufgebaut wird, auf sie aufmerksam. Sie wird vom BND angeworben und erhält ein wirklich verlockendes Angebot. Aber dafür müsste sie ihren großen Traum, Professorin zu werden, aufgeben.    Sue ist Näherin und versucht ihre jüngeren Schwestern nach dem Tod der Eltern durchzubringen. Ihr älterer Bruder ist ihr dabei keine Hilfe. Dieser ist beinamputiert aus dem Krieg zurückgekehrt und leidet unter seinen Erinnerungen. Sue arbeitet im gleichen Atelier wie Margots Mutter und so lernen die beiden sich kennen. Auch sie hat einen Traum. Sie möchte Journalistin werden und dann vor allem über die Unterdrückung der Frau und der Arbeiterklasse berichten. Was das angeht, hat sie eine sehr rigorose und kompromisslose Einstellung. Sie verachtet den Kapitalismus und hegt Groll gegen die Oberschicht.   Erzählt wird in zwei verschiedenen Strängen. Einmal aus der Sicht von Margot und einmal aus der Sicht von Sue. So erfährt man viel über die Beiden und erhält einen guten Einblick in Ihre Gedanken und Emotionen. Das ist besonders bei Margot wichtig. Sie hat nämlich eine seltene neurologisch bedingte Eigenschaft. Sie sieht Zahlen, Emotionen ja auch Wochentage und Monate in Farben. Dieses Phänomen nennt man Synästhesie. Sie versucht immer, das geheim zu halten und traut sich nicht, mit jemanden darüber zu sprechen. Sie glaubt, an einer Psychose oder ähnlichem zu leiden und ist so froh, als sie erfährt, dass es sogar einen Namen für dieses Art der Wahrnehmung gibt. Ein interessanter Punkt ist, die Autorin erzählt im Vorwort, dass sie ebenfalls diese Veranlagung hat.   Es war toll, zu lesen, wie sich die Freundschaft der beiden Frauen entwickelt. Sie merken schnell, dass sie sich gegenseitig guttun. Jede träumt „groß“ und das war damals nicht üblich. Er gehörte sich nicht. Ein Spruch, den viele Frauen wohl immer wieder zu hören bekamen. Vom gesellschaftlichen Stand her sind sie schon sehr unterschiedlich, denn Margot geht es finanziell erheblich besser als Sue. Das war für Sue nicht so einfach und man kann schon nachvollziehen oder verstehen, dass sie sich zwar mit Margot freut, aber manchmal auch neidisch auf Margot war. Doch das hat der Freundschaft der beiden keinen Abbruch getan. Sie unterstützen sich gegenseitig und geben sich Halt. Schwierig wird es für die beiden durch den neuen Job von Margot, der sie zu Geheimhaltung verpflichtet. Das führt so weit, das Margot sogar ihre sozialen Kontakte einschränkt. Kann sie sich aus dieser Zwickmühle befreien?   Ein weiterer Protagonist ist Jasper. Er macht Margot den Hof. Er war mir von Anfang an sehr suspekt. Ich finde, er hat narzisstische Züge. Er versucht auf perfide Art und Weise Margot zu manipulieren, ihr sein Weltbild aufzuzwängen. Und darin geht die Frau nicht arbeiten, sondern bekommt Kinder und kümmert sich um deren Erziehung und den Haushalt. Margot muss viel Kraft und auch Mut aufbringen, um sich gegen ihn zu behaupten. Sein Verhalten weckt bei Margot Erinnerungen, die sie lieber verdrängt. Das hängt mit ihrer Flucht zusammen, bei der sie ein traumatisches Erlebnis hatte.   Der Schreibstil von Hanna Aden gefällt mir ausgesprochen gut. Sie erzählt sehr eindringlich und transportiert so auch die Emotionen sehr deutlich.  Die Überschriften der Kapitel haben mich zu Beginn irritiert. Die Nummerierung ergab zunächst keinen Sinn für mich, aber für Mathematiker dürfte die Erklärung kein Problem gewesen sein. Die Überschriften passen zum Thema Synästhesie. Das Ende kam etwas plötzlich. Ich hätte z.B. gerne noch etwas mehr über Sue erfahren, oder wie es für Margot beruflich weitergeht. So hoffe ich doch auf eine Fortsetzung.   Das Buch hat mich wirklich gefesselt. Es ist eine faszinierende Geschichte über die Stellung der Frau in der Nachkriegszeit, über den Wert der Meinungsfreiheit und soziale Ungerechtigkeit. Für mich war es ein Highlight und ich empfehle es sehr gerne.

  • Adele

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    19.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Becoming Margot Buth

    Margot Buth wurde in ihrem jungen Leben, wie so viele andere ihrer Generation nicht mit Glück bedacht. Als junges Mädchen musste sie mit Mutter und Schwestern fliehen, der Vater blieb zurück und ist bis heute verschollen. Die Fliehenden wurden getrennt, und Margot musste sich lange mit ihrer älteren Schwester allein durchlagen. Und auch nach Kriegsende war der Schrecken für Margot nicht vorbei - doch das ist bereits Teil der Geschichte dieses Romans, in dem Margot mit ihrer Mutter in München versucht ein neues Leben aufzubauen. So schwer sie in ihrem jungen Leben zu tragen hatte, so beschenkt ist sie mit gleich zwei Gaben, auch wenn sie letztere lange nicht als eine solche begreifen kann: Margot hat ein außergewöhnliches Talent für Mathematik und Synästhesie. An Ambitionen mangelt es der jungen Frau daher nicht: sie will die erste Mathematikprofessorin Deutschlands werden und wer sie so wunderbar gezeichnet von Hanna Aden in diesem Roman begleitet, hat kaum Zweifel, dass sie das wirklich werden könnte, werden sollte. Doch dieser Traum wird unerwartet auf den Prüfstand gestellt, als die talentierte Margot mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten in einer Vorlesung zur Kryptografie Aufmerksamkeit erregt und ein ungewöhnliches Jobangebot erhält. Zur selben Zeit steht auch eine andere junge Frau voller Träume und Talent vor scheinbar nicht zu lösenden Herausforderungen. Obwohl sie selbst erst 20 ist, kümmert sich Sue um ihre beiden jüngeren Schwestern und versucht dem Alltag mit ihrem versehrten älteren Bruder gerecht zu werden. Zur Finanzierung des Lebensunterhalts der Familie arbeitet sie als Hilfsschneiderin und träumt gleichzeitig von einer Karriere als Journalistin. Zwei junge Frauen im Jahr 1953, die jede auf ihre Art mit den Brocken hadern, die das Schicksal ihnen in der Vergangenheit präsentiert hat und doch geeint sind in ihrem Talent und großen Träumen für ein anderes Leben, als die Nachkriegsgesellschaft für sie vorgesehen hat. Besonders eindrücklich war für mich wie fein die Klassenunterschiede zwischen Margot und Sue herausgearbeitet sind. Beide kommen kaum über die Runden. Aber trotzdem ermöglicht Margots Herkunft aus einem Pastorenhaushalt, in Verbindung mit der Erziehung und dem Netzwerk ihr ganz andere Perspektiven als Sue. Bei allen Gemeinsamkeiten dieser beiden klugen Frauen, fand ich diesen Kontrast in Habitus und Lebenschancen sehr gelungen dargestellt und dabei insbesondere, die ganz feinen Unterschiede, die Margot trotz der prekären finanziellen Situation ganz andere Türen öffnen. Neben historischen Bezügen zur Entstehung des westdeutschen Geheimdienstes und dem Alltag in den Nachkriegsjahren thematisiert der Roman fast schon spielerisch zentrale gesellschaftliche Themen, die bis heute aktuell sind. Geschlechterdiskriminierung und Gewalt gegen Frauen, soziale Ungleichheit und der Wert von Demokratie und Meinungsvielfalt. All dies ist in eine mitnehmende, emotionale, kluge und bewegende Geschichte über die Emanzipation und den Mut zweier junger Frauen eingebunden, die ihren Platz in der Welt jenseits des strengen Korsetts suchen, das gesellschaftliche Normen, und ihre soziale Herkunft ihnen vorgeben. Die Kryptografin ist ein Unterhaltungsroman, der mich mit lebensnahen, starken Frauenfiguren und gesellschaftlich relevanten Themen, die klug in die Handlung eingebunden werden, überzeugt.

  • MeineKleineBuecherecke

    5/5

    16.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Eine interessante Geschichte

    Ein sehr gut geschriebener historischer Roman, der in München in den 1950er Jahren spielt. Mit ihrem flüssigen Schreibstil und einer Geschichte, die mich nur so durch die Seiten hat fliegen lassen, hat die Autorin es geschafft, dass ich das Buch in nur drei Abenden fertiggelesen habe. In „Die Kryptografin“ lernen wir die junge Margot kennen, die nicht nur außerordentlich intelligent ist, sondern außerdem noch eine besondere Form der Synästhesie besitzt. Das bedeutet, dass sie verschiedenste Sinneseindrücke verknüpft wahrnimmt. Zum Beispiel können Menschen, die Synästhesie haben, Töne riechen, Farben hören oder Zeitabläufe als farbige Strukturen wahrnehmen. Absolut faszinierend! Margots Ziel ist es eigentlich, die erste weibliche Mathematikerin in Deutschland zu werden. Es glich bereits einem Wunder, dass sie zum Studium überhaupt zugelassen wurde, da es zu dieser Zeit äußerst unüblich war, dass Frauen studierten und noch viel weniger in einem Bereich wie der Mathematik. Ein weiterer Grund für ihr eifriges Studium ist aber auch, dass sie sich und ihrer Mutter ein besseres Leben ermöglichen möchte. Die aktuellen Umstände sind alles andere als perfekt. Seit ihrer Flucht aus Pommern wohnen sie zusammen in einem kleinen Zimmer im Haus einer Cousine. Ihre Schwestern waren verheiratet und lebten selbst in äußerst ärmlichen und beengten Umständen. Und ihr Vater, ja der war zurückgeblieben, als sie aus ihrer Heimat flohen und war höchstwahrscheinlich nicht mehr am Leben… Jedenfalls ist sie mehr als entschieden, dass ihre Zukunft besser aussehen soll, als ihre aktuelle Situation. Bald schon fällt einem Professor von Margot ihr Talent und ihre Intelligenz auf. Außerdem wird noch jemand auf die junge Frau aufmerksam. Jemand, der eine sehr wichtige Position einnimmt und ihr bald schon ein sehr verlockendes Angebot macht: Sie soll eine der neu rekrutierten Mitarbeiter für den Bundesnachrichtendienst werden! Eine Arbeit beim Geheimdienst? Ernsthaft? Zuerst noch unsicher, entscheidet sie sich dann aber trotzdem für die Stelle. Bald schon muss sie aber erfahren, dass ihre neue Vorgesetzte – und eine der wenigen Frauen in der Organisation – wenig begeistert von ihr ist. Es ist an der Zeit, dass Margot lernt, sich durchzusetzen und für ihre Träume zu kämpfen. Sie muss lernen, dass sie – so wie sie ist – gut und richtig ist und dass ihre Talente und ihre besondere Begabung nichts sind, wofür sie sich verstecken müsste! Auf ihrem Weg helfen ihr da vor allem ihre Mutter, sowie die neu gewonnen Freunde Sue und Willi. Zwischen dem jungen Aktivist und Margot entstehen bald auch Gefühle, die über reine Freundschaft hinausgehen… Ein spannender und trotzdem unaufgeregter Roman, der mir sehr gut gefallen hat und bei dem ich vor allem die Entwicklung von der Protagonistin gerne mitverfolgt habe. Sie lernt, sich in einer Welt, die von Männern regiert wird, durchzusetzen und für ihre Träume zu kämpfen. Dabei hilft ihr auch die Freundschaft zu Sue sehr. Selbst eine noch sehr junge und ambitionierte Frau, die sich von Herzen wünscht, Journalistin zu werden. Auch Willi steht immer hinter ihr und wird zu einer wichtigen Person in ihrem Leben. Ich habe nach Beendigung der Lektüre allerdings das Gefühl gehabt, als wäre mit diesem Band erst ein Grundstein gelegt worden und hoffe daher sehr auf eine Fortsetzung. Gerne würde ich hören, wie es bei Margot weitergeht – beruflich, als auch privat und mindestens genauso sehr würde es mich interessieren, wie sich alles für Sue und ihre Geschwister entwickelt. Ein Roman, den ich gerne gelesen habe und daher gerne weiterempfehle!

  • Bewertung

    5/5

    13.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Lesenswerter historischer Roman mit feministischen Zügen

    „Die Kryptografin“ erzählt von Ambitionen, Grenzen und dem Versuch, sich in einer Welt zu behaupten, die für Frauen noch wenig Raum lässt. München in den frühen 1950er-Jahren: Die junge Margot ist stolz, einen der wenigen Studienplätze für Mathematik an der LMU ergattert zu haben. In einer Vorlesung fällt sie durch ihre klugen Fragen auf und gerät so ins Blickfeld eines Gasthörers, der für die Operation Gehlen, den Vorläufer des BND, arbeitet. Aufgrund ihrer Begabung wird Margot eine Stelle in der Decodierungsabteilung angeboten. Voller Aufregung nimmt sie an, doch die Ernüchterung folgt schnell. In dieser neuen Welt bestimmen weiterhin Männer mit alten Denkmustern den Ton, und Margot muss lernen, sich zu behaupten. Denn auch von ihrer Vorgesetzten wird sie schikaniert. Margot mochte ich von Anfang an. Ihre Unsicherheiten sind spürbar. Sie will alles richtig machen, fragt sich ständig, wie sie sich „angemessen“ verhalten soll. Gleichzeitig bringt sie eine besondere Gabe mit: Synästhesie. Sie nimmt Menschen und Gefühle als Farben wahr, was auch für die Geschichte ganz interessant ist. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, dass die Arbeit beim Geheimdienst noch mehr Raum einnimmt, das hätte ich unglaublich spannend gefunden. Dieser Aspekt blieb für mich etwas im Hintergrund. Dafür rückten andere Themen stärker in den Fokus: Rollenbilder, Machtstrukturen, Erwartungen an Frauen. Noch mehr als Margots Geschichte, hat mich ihre Freundin Sue interessiert. Sue ist politisch, kritisch, kämpferisch und träumt davon, Journalistin zu werden, Missstände aufzudecken und für Frauenrechte einzustehen. Gleichzeitig pendelt sie zwischen Erwerbsarbeit und Carearbeit, kümmert sich um ihre jüngeren Schwestern und den aus dem Krieg zurückgekehrten Bruder, der kaum ins Familienleben zurückfindet. Diese Erschöpfung, dieser Mental Load, obwohl es den Begriff noch gar nicht gab, das fand ich sehr eindrücklich. Die Familiendynamik und ihre Entwicklung haben mich wirklich berührt. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und ruhig, man kommt gut in einen Lesefluss und bleibt gern in der Geschichte. Neben Margot mochte ich auch ihre Mutter sehr, ebenso Willi, einen jungen Studenten, den Margot bei Diskussionsabenden kennenlernt. Unsympathisch, aber glaubwürdig gezeichnet ist Jasper, der Margot vorschreiben will, wie sie zu leben und zu denken hat. Und Elsa, Sues fußballliebende Schwester, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Insgesamt ein schöner historischer Roman mit feministischen Untertönen, der zeigt, wie mühsam Selbstbehauptung für Frauen in der Nachkriegszeit war. Aber eigentlich gehören zwei Frauen aufs Cover.

Kundinnen und Kunden meinen

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